Teil III: Quellen die Niederländer. Quellen für die Maltechnik in den Niederlanden. II. Teil des Ms., Mayerne Manuscript MS Sloane 2052 (1620-1646), edition Berger
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| sdo:abstract | "249<54[II. Teil des Ms.](Ms.p.83) Pictoria des Van Sommer und Bleyenberg,Mitens.(Ms. p. 83verso un-beschrie-ben)(Ms.p.84) [Preisliste der Farben und Oele.]Leinöl, die Pinte 5 od. 6 d. (= Penoe).Bleivveiss gestossen, in Wasser gerieben, 1 Pf. 5 d.Zinnober in Wasser gestossen, 1 Unz. 6 d.Lack 1, 2, 3 Schilling oder 25 s. die Unze des besten. Der gute verbleicht wenig.Bergblau (Aschblau), von 1 Schilling bis zu 6 die Unze. 5 oder 6 Schilling die Unze. Ultramarin verblasst niemals.Smalle, das Pf. 6, 8, 12, 15, nach der Güte.Umbra 2 Unzen, 2 d.Braunrot 2 d. 1 Pf.Gelb [Ocker?] 3 d. 1 Pf.Lampenschwarz 1 Unz. 2 d.Elfenbeinschwarz mache dir selbst, ebenso Pfirsichkernschwarz.Verd de gris [Grünspan] 1 Unz. 4 d.Minium, rotes Blei, 1 Unz. 1 d.Masticot [Bleigelb] 6 d. 4 d. 1 Unz.Gelber Lack, Schüttgelb 1 Unz. 3 d.Asphalt, um die dunkelsten Fleischpartieu zu vertiefen, wenn alles gut getrocknet ist, 1 Unz. 6 d.Ebenso zum Schattieren für Gold.Gekochtes Oel zur Mischung mit Elfenbeinschwarz an Stelle von Grünspan.Rp. Leinöl, füge ein wenig Umbra bei, soviel, dass das Oel zwei Finger hoch überrage, siede bis das Ool wie Syrup verdickt und braun wird, und brauche es so.Silberglätte hat den gleichen Zweck für Lack, aber am besten ist venetianisches Glas.Die Farben sind zu kaufen: Pabstset Allee, an der Ecke zum Eingang der Börse.Alle geriebenen Farben [sind zu haben] in der Rue de Myle, auf dem Wege zur Garderobe.Dies dient dazu, ein Buch oder Papier mit Schriftzu versehen [d. h. auf einem Bilde].Um auf mit Oel grundierter Leinwand zu schreiben, streue sehr fein pulverisiertes Kolophonium darauf, blase [das Ueberflüssige] ab, schreibe darauf, und wenn es trocken ist, breite einen leichten Firnis darüber. Es verlöscht niemals.Bevor man die Leinwand grundiert, nachdem sie auf- gespannt- wurde, soll man alle Rauhigkeiten, Knoten und Fäden mit dem Bimsstein entfernen, dann leimen, und solange der Leim noch feucht ist, mit dem Reiber darüber gehen, während der Porphirstein darunter ist, und so alles eben machen, besonders an den Nähten; so wird die Leinwand ausserordentlich glatt.(184)(185)251(185 a)Die Farben sind käuflich zu haben:Bei Mr. Burton in Lothbery gegenüber der RückseiteBörse.Gegenüber den Lagern beim Fischmarkt.In Newgatemarket beim Schild „Zum Heroldsrock“.Der kleine Maler des Mr. de St. Jehan.Zum Grundieren der Leinwand nehme man Bleiweiss,roten Ocker, ein wenig Umbra und ganz wenig Holzkohle(charcoal). So wird die Grundierung bläulich [?] und nimmtleicht alle Farben an, besonders blaue und grüne.Aragon ist eine rote Erde, wie der Bolus oder roterOcker, dieser verblasst niemals und ist zum Fleischmalenbesser als Zinnober, welcher mit der Zeit den Lack schädigt.Englisch Ocker ist der gelbe Ocker, welcher gebranntein schönes Dunkelrot gibt und nicht vergeht.Das englische Rotbraun, wird gebrannt sehr dunkel,ebenso die Umbra, und diese gebrannten Farben breiten sichbesser aus, haben besseren Körper und geben kräftigereSchatten.Durch das Brennen der Farben geht deren unreinerStaub weg, und der zurückbleibende Körper ist viel reiner.Das Bleiweiss soll zuerst mit Wasser gerieben, danngetrocknet sein, und hernach mit dem Oel gerieben werden,wenn es gut sein soll.Zinnober [ist] mit Wasser und etwas Essig zuerst [zureiben, dann zu] trocknen, hernach mit Oel zu reiben.Alle Farben können mit Wasser gerieben und ge-trocknet aufbewahrt werden, und nur wenn man sie brauchtauf der Palette mit Oel vermischt werden, ausgenommendas Bleiweiss, welches im Wasser [aufbewahrt] immerschöner wird.Der destillierte Grünspan zum Lasieren verblasst kaum,aber noch viel weniger, wenn man eine leichte Lage vonFirnis darüber gibt.(Ms. p. 85 Der Lack zum Lasieren soll mit sehr wenig Oel ge-verso) mischt werden, und so dick wie Butter angerieben werden,so dass er sich schneiden lässt, sonst hat er keinen Körperund taugt nichts.Um den Lack trocknend zu machen, füge ein weniggebrannten Alaun hinzu, welcher die Farbe nicht verblassenmacht.Die Haupttrockenmittel zum Vermischen unter dieFarben sind: der gebrannte Alaun, der weisse Vitriol,Umbra, Mennige und Grünspan.Um Ultramarin verschiedener Färbung ausdem gleichen Stein zu bereiten.Rp. Lapis lazuli, vorerst grob gestossen, wasche mit starker gut filtrierter Pottaschenlauge (Weinsteinasche). Diese Flüssigkeit entfernt aufs erstemal allen Schmutz, der gi’ünlich ist und durch Neigen abgeschüttet wird. Nimm den Rückstand, reibe ihn mit neuer Lauge, gib ihn in die Muschel und schütte die Flüssigkeit solange sie getrübt ist, von dem Rückstand ab, und wenn alles sich gesetzt hat, wirst du ein sehr schönes Blau erhalten. Reibe den Rück-(Ms. p. 84verso)derMs. p. 85)JUr. Herlow.(18«)In der That, es istroter Ocker.Venez. Glas entwedereinfach zerstossenoder einigemale inWasser gelöscht, ge-trocknet und zer-stossen.(IW)Taugt nichts fürLapis lazuli.Versuche, ob derBeice des Indes aufdiese Weise behan-delt werden kann.253iISJstand von neuem und wiederhole wie oben 9 oder 10 mal und du erhältst immer verschiedene Blau, eines dunkler als das .andere.NB. Der letzte Rückstand ist der wahre Ultramarin, der schönste und teuerste, welcher niemals vergeht. Vidi.(Ms. p.86) Die Smalte wird aus im Feuer gebrannten und Glas gewordenen Kiesel oder Steinen erzeugt. Es entsteht eine Art dunkles Email, welches beim Verreiben sehr schön blau wird, und welches man in England verkauft.Erinnere dich des Steines, der gebrannt den schönsten Gascogner Türkis gibt. Vidi.Ebenso der Türkise, welche ich aus den Kupfer-und Silberminen zu Schwatz gegraben gesehen habe.Item der echten Türkise.Item der Emailsohmelze.Die rote Kreide, Rubrica fabrilis, ist ein gutes Rot für Oel, sie verblasst nicht.Endlich sind alle Erden die besten und dauerhaftesten Farben, welche nicht verblassen.Blaue Steine, aus welchen man Aschblau machen könnte, finden sich in den Ardennen, in einem Dorf Namens Pot, nächst Avelanges, und zwar an der Erdober-fläche. Der Bürgermeister von Lüttich sandte vor etwa drei Jahren ein Pfund davon nach Paris an M. de Montesson.Die reichsten Minen dieses Steines sind in Indien, von wo man sie, wie ich glaube, früher nach Spanien brachte. In St. Lucar sagte man mir, dass sie in den Silberminengefunden werden.(Ms. p. 86verso un-beschrie-ben)(Ms.p.87) Um Leinwänden für Oelmalerei zu grundieren.Zuerst ist dieselbe mit starkem Leime zu leimen, indem man denselben mit dem Messer überstreicht und ihn in die Zwischenräume der gen. Leinwand eindringen lässt,dann lasse trocknen. Dann nimm Bolus 1/2 Pf., Umbra-Erde zwei Unz., reibe diese mit Oel und grundiere mit einem Pinsel oder mit dem Messer sehr gleichmässig, lassetrocknen. Wenn getrocknet, entferne alle Knoten mit dem Messer durch Schaben und gleiche mit dem Bimsstein ab, und endlich grundiere mit Bleiweiss und Umbra-Erde,d. h. Bleiweiss 1 Pf., Umbr. 1 Unze.Die Mennige verblasst und ist deshalb zur Grundierung nicht gut.Die Umbra-Erde verblasst nicht, ebenso auch nicht die anderen Erden.Das Lampenrusschwarz verblasst; jedoch wenn man es in ein gut geschlossenes Geschirr gibt und in der Glut brennen lässt, verblasst es nicht.Der gelbe Ocker ist eine vortreffliche Farbe und dient gewöhnlich für Gesichter und Fleischteile.Man macht auch Schüttgelb, welches gleichfalls nicht verblasst. [?]Das Pfund des guten Masticot kostet 40 d.Folgende Farben sollen stets unter Wasser aufbewahrt werden, da sie sonst trocknen: Masticot, Umbra, Rotbraun, Aschblau, in Wasser bewahrt, trocknen nicht aus.(188)indem man Zaffer hin zufügt.(189)1631.M. Maro Antony, Maler aus Brüssel.(190)Die Leinwand wird mit aus Lederabfällen bereitetem Leim geleimt, aber nicht zu stark, da die Leinwand sonst bricht.Statt Umbra nimm gebrannten gelben oder roten Ocker.(190 a)Bleiweiss.(Ms. p. 87verso)(Ms.p.88)(Ms. p. 88verso)— 255 —Um den Laek trocknend zn machen, muss man Zink-vitriol beifügen; er verblasst nicht wie es der Grünspan thut. Die Mischung macht man auf der Palette, denn,wenn aller Lack mit Vitriol versetzt wäre, würde er zur Gesichtsfarbe nicht taugen und das Bleiweiss durch Schwarz-werden verderben. Mit. einem Wort, die Mischungen von Zinkvitriol und Grünspan sind nötig, wenn man sich der Farben allein bedient, nicht aber, wenn man sie mit Umbra, Ocker, Bleiweis, Mennig gemischt sind; hier sind sie nicht nötig, weil diese Beimischung die Farben trocknend macht. Die Schwierigkeit des Trocknens betrifft den Lack und alle Arten von Schwarz.Der Lack trocknet mit Zinkvitriol.Elfenbeinschwarz mit Grünspan.Russchwarz mit Umbra-Erde.Bleiweis allein, denn die Cerusa verbleichtund wird gelb.Zinnober. Mennig.Lack. Spangrün.Gelb. Ocker.Schüttgelb.Braunrot.Umbra, welche im Feuer gebrannt werden soll und durch Verbrennung brauner wird.< Dunkel Ocker.Sammtschwarz, aus Elfenbein gemacht.Lampenschwarz, welches in einem gut ge-schlossenen Topf bis zur Rotglut ge-brannt wird, es wird viel schöner zum Malen von Weisszeug mit Bleiweiss, und in diesem Falle allein soll dieses Schwarz gebraucht werden.Aschenblau.Smalte.. Masticot von verschiedener Art.Alle diese werden mit Leinöl gerieben, welches nur in einem Glase lange Zeit an der Sonne gestellt sich nicht verdickt, aber geklärt ist.Folgende Farben werden in Wasser gegeben: Bleiweiss, Umbra, Braunrot, Aschblau, Masticot, Mennig.Zum Trocknen wird der Lack mit ein klein wenig reinem Vitriol vermischt.Dem Schwarz wird beim Malen von Weisszeug infolge der Vermischung mit Bleiweiss, ebenso bei der Carnation nichts beigegeben, aber bei schwarzer Draperie mischtman ein wenig Grünspan zu.Gesichter und Fleischpartien.Bleiweiss, Gelb. Ocker, Braunrot. Zum Schattieren: Bleiweiss, gelb. Ocker, Elfenbeinschwarz.Zum Verstärken [Vertiefen]: Elfenbeinschwarz, Schüttgelb, Braunrot.Wenn ein Gesicht sehr dunkel ist, dann nimm mehr Braunrot und gelben Ocker zu den Lichtern.Zum Aufhellen und die Lichter zu geben: Bleiweiss, ein wenig Lack und ein wenig gelben Ocker.DieHauptfarbensind :(I!M>b)(1!U)257(Ms.p.89)<Haare: Gelber Ocker, Umbra, Elfenbeinschwarz.Für blonde [Haare]: Gelber Ocker, Bleiweiss, Elfenbeinschwarz.Schwarze Draperie: Lampenschwarz, wenig Umbra, ein wenig Weiss. Schattiere mit Elfenbeinschwarz, vermischt. mit Grünspan. Lichte auf mit Lampenschwarz und Weiss und etwas Umbra vermischt.Schwarze Seide: Decke zuerst mit Elfenbeinschwarz und ein wenig Lampenschwarz, um es einzufetten, ohne den Grünspan wie oben zu vergessen, nachher erhöhe die Lichter mit Weiss, Lampenschwarz und etwas Umbra. Man soll den Stoff vor sich haben und die Farbe auf der Palette mit dem Messer [darnach] mischen.Schwarzer Sammt: Nur Elfenbeinschwarz mit Grünspan vermischt, aufgehöht mit Lampenschwarz, Bleiweiss und etwas wenig Umbra zur Trocknung.Purpur: Lack und Smalte, ein wenig Zinkvitriol. Will man ein helleres Purpur, so fügt man ein wenig Weiss hinzu. Vertiefe mit ein wenig Lampenschwarz an den dunkelsten Stellen, ohne Grünspan[zugabe]. Helle auf mit Weiss und ein wenig der gleicher Farbe.Roter Sammt: Lack mit Zinkvitriol. Vertiefe mit dergleichen Farbe und ein wenig Lampenschwarz. Für die Lichter Zinnober, nur die Hauptzüge. Um schönen kar- moisinroten Sammt zu malen, muss man den besten Lack mit ein wenig Zinnober nehmen, das Licht mit Zinnober und ganz wenig Mennige des Trocknens halber tuschieren.Blau: Smalte und Weiss. Zum Schattieren füge Lack bei, erhöhe mit Weiss und Smalte.Gelbe Seide: Masticot und Schüttgelb. Erhöhe mit Masticot. allein. Vertiefe mit ein wenig Lack und Schüttgelb.Grün: Aschenblau, Schüttgelb, ein wenig Lampenschwarz. Erhöhe durch Beigabe von ein wenig Masticot zur Mischung des Aschenblau und Schüttgelb. Da und dort tuschiere das Licht mit Masticot allein.Verschiedene Grün.Entfernte Landschaft: Smalte und WTeiss jEin wenig näher: Schönes Aschenblau und : Bleiweiss.Weiss ]Noch ein wenig näher: Viel Aschenblau und wenig Weiss.Bäume und näheres Terrain: Aschenblau und Schüttgelb.Bäume: Erhöhe die Lichter mit Masticot. Vertiefe mit ein wenig Lampenschwarz, Schüttgelb und Aschenblau.Dunkelgrün: Schüttgelb, Aschenblau, Lack undLampenschwarz.Anderes Grün: Aschenblau, Schüttgelb, Masticot. Der Ocker soll nicht in die Mischung von Grün kommen.Hellgrün: Füge ein wenig WTeiss hinzu.Meergrün: Schüttgelb und Aschenblau.Meer: Entfernt, Smalte und WTeiss, näher, Aschenblau und Weiss, noch näher, Aschenblau allein, und zunächst dem Ufer füge ein wenig Schüttgelb bei.Zinkvitriol und Grünspan darf man nur mit den Farben auf der Palette mischen, wenn man malen will, nicht beim ‘Reiben.Grüne Seide.(193)17259(Ms. p. 89verso)(Ms. p.90)Der Himme 1.Smalte und Weiss. Da und dort füge, um die Wolken zu machen, zu dieser Farbe ein wenig Elfenbeinschwarz, ohne Grünspan[zugabe], bei.Weiter nach unten füge zu Smalte und Weiss ein wenig Lack.Wo die Sonne ist, füge ein wenig Weiss und Massicot hinzu.Decke den Himmel mit sehr reinen Pinseln, sonst werden deine Farben verblassen.Kohlenfeuer: Massicot und Zinnober. Vertiefe mit Schwarz, gib die Lichter mit Massicot allein, hauptsächlich auf der Flamme, da und dort ein wenig Mennig.Holz: Wenig Umbra, Schüttgelb, Lack. Erhöhe mit gelbem Ocker, sehr wenig Braunrot und ein wenig Weiss. Schattiere mit ein wenig Schwarz, Umbra, Lack und Schüttgelb zusammengemischt; d. h. deiner ersten Mischung füge ein wenig Schwarz bei.Gold: Gelb Ocker, ein wenig Zinnober. Vertiefe mit Schüttgelb und Lack und ein wenig Braunrot. Erhöhe mit schönem Massicot.Silber: Weiss, Lampenschwarz, ein wenig Gelb Ocker. Vertiefe mit Schwarz und ein wenig Umbra allein. Erhöhe mit Weiss allein.Kupfer, hauptsächlich. mit Braunrot und Schüttgelb. Erhöhe mit gelbem Ocker und Zinnober. Vertiefe mit Schüttgelb, Braunrot, Lack und ein wenig Schwarz.Eisen: Weiss und Lampenschwarz. Erhöhe mit Weiss und vertiefe mit Schwarz und ein wenig Umbra.Merke, dass, wo du Lampenschwarz benützt, stets ein wenig Umbra zum Trocknen zuzugeben ist.Orange: Mennige, Zinnober und ein wenig Schütt- gelb. Erhöhe mit Mennig allein.Oel zum Auflegen von Blattgold.Rp. Leinöl koche auf dem E’euer ungefähr eine Stunde lang, füge ein oder zwTei reine, aufgeschnittene Knoblauchstücke und in Menge einer Nuss geriebenes Blei weiss, dann eine rein geschälte und in Schnitten geteilte Zwiebel hinzu und lasse dieses */2 Stunde zusammen sieden.Reibe gelben Ocker und ein wenig Umbra auf dem Marmor mit Wasser, lasse trocknen, reibe dieses mit dem obgenannten Oel und male die Verzierungen, um das Gold darauf zu legen, sobald die Farbe so trocken ist, dass der aufgelegte Finger nicht mehr beschmutzt wird.Italienischer Firnis.Rp. Terpentin und Terpentinöl, gleiche Teile, mische zusammen und erwärme in einer Flasche, füge ein wenig Sanderac hinzu, lasse schmelzen und erkalten.Grundierung von Leinwand.Ueberstreiche sie zuerst durch Aufeuchten mit dem Borstenpinsel mit starkem Leim, dann streiche mit dem Messer darüber; lasse eine Nacht trocknen. Trage Bolus 2 Pf., Umbra 2 Unzen, mit Oel gerieben, auf und grundiere. Trockne in 2 oder 3 Tagen. Endlich Oerusa 1 Pf., Umbra 1 Unze, lasse trocknen. Kein Mennig.Die höchsten| Wolken].(194)(194 a)(194 b)Taugt nicht. Springt. Mit Bimsstein soll die Leinwand überrieben werden, wenn alles trocken ist.17*(Ms. p. 90verso)(Ms. p.91)— 261 —Auf Holz.Rp. Geriehene Kreide mit Leim angemacht, d. h. Leim 114, in 2 Pf. Wasser aufgelöst, und wenn alles zergangen ist, füge soviel Kreide hinzu, um einen Ueberzug zu bilden, dann mache ihn glatt und gleiche ihn mit dem Messer ab. Dann trage Oerusa und Umbra mit Oel gerieben auf und lasse trocknen.Diese Farben verblassen:Mennig.Grünspan.Wenn eine Farbe verblassen soll, merkt man es in einem Monat.Vor dem Einlegen der Pinsel in das Oel soll man sie eine Viertelstunde in Wasser tauchen, so werden sie viel weicher und besser zu handhaben.Nach dem Arbeiten soll man seine Pinsel stets in Oel auswaschen und gut reinigen.Wenn du auf längere Zeit die Arbeit auszusetzen hättest, tränke sie mit Olivenöl.[Form und Anwendung der Palette.]Der Leinenlappen soll nur mit dem kleinen Finger gehalten werden.Die Pinsel hält man in der vollen Hand.Der Leinenlappen sei zur Hand, um durch Auspressen die Pinsel zu reinigen.Die rechte Hand stützt sich auf den Malstock, und nicht der Arm.Die Pinsel werden so weit als möglich [rückwärts] angefasst.Der erste Platz auf der Palette dient zum Aufsetzen der Farben.Der zweite, sie mit dem Oele zu vermischen.Der dritte zur Vereinigung und Mischung [der Töne].Wenn man fertig ist, soll die Palette sorgfältig gereinigt werden.Reiben der Farben.Bleiweiss und Zinnober sind zuerst in Wasser zu reiben, dann zu trocknen und endlich mit dem Oele zu mischen.Umbra ist auf Kohlenfeuer zu brennen.Das schöne Masticot soll nicht auf dem Stein verrieben werden, sonst wird es weiss wie Papier.(I»4c)(11)5)(11)6)*(197)Todtfarben.u263*(Ms. p. 91verso)<*4(Ms. p. 92)Mennige werde auf dem Stein, ohne Wasser, mit Oel verrieben.Nach der Jahreszeit trocknet Umbra im Sommer in 2 Stunden.Bleiweiss in 2 oder 3 Tagen.Zinnober in 3 oder 4 Tagen.Braunrpt, gelber Ocker in 4 oder 5 Tagen.Schüttgelb in 5 oder 6 Tagen.Lack in 5 oder 6 Tagen.Schwarz trocknet ohne Beigabe nicht.Das Elfenbeinschwarz [werde vermischt] mit Grünspan.Lampenschwarz mit anderen trocknenden Farben.Aschblau in 3 oder 4 Tagen.Smalte in 8 oder 10 Tagen.Massicot in einem Tag.Massicot und Aschblau trocknen im Sommer in einem Tag.Das Gemälde ist mit Kreide aufzuzeichnen, dann mit.dem Sacktuch oder durch die Puste oder durch Schneller mit dem Finger abzublasen, so dass die Striche nur schwach sichtbar sind.NB. Durchpausen der Stücke und sie mittels eines mit Kreide bestrichenen Papieres durchdrücken.Arbeit für Rot [u. s. w.]Man muss zuerst die „Todtfarben“ auftragen, d. h. die erste Anlage mit Zinnober und Lack machen, dann trocknen lassen. Dann soll man mit schönem Lack lasieren und da-rüber mit. Lack vertiefen und an den tiefsten Stellen mit Elfenbeinschwarz, das wie oben [erwähnt] mit Grünspan und Zinkvitriol präpariert ist, die Lichter mit Zinnober und ein wenig sehr schöner Mennige erhöhen, oder mit Zinnober und ganz wenig Bleiweiss.Das Aschblau, welche es sei, selbst das schönste, das mit Grünspan gemacht wird [?], verbleicht trotzdem und ändert sich, so schön es auch sei.Der destillierte Grünspan, wie er genannt wird, ver-blasst niemals und ist sehr schön, zum Lasieren eines Teppiches, eines Gewandes, oder einer Draperie, nachdemes zuvor mit Schüttgelb oder Massicot oder Aschblau ge-macht [untermalt] ist, vertieft und erhöht, wie es sich geziemt; wenn es dann trocken ist, gibt man die Lasur,welche andauernd hält.Der Lasurstein (wie der grüne Azur) und auch das schöne Aschblau werden auf Statuen, Waffen und auf erhabene oder in Relief gearbeitete Sachen aufgestreut,nachdem man vorher eine Lage von Bleiweiss gegeben; darüber streut man das Farbenpulver und bläst das Ueber-flüssige ab. Es verdirbt niemals und ist sehr schön.Der gelbe Ocker wird durch Brennen rot.Er soll zur äussersten Rotglut gebrannt und in sehr starkem Weinessig gelöscht werden.T.M. Vortreffliches Gelb: Das Turbith-Mineral [Mer-curius praecipitat.] gut gewaschen, welches seine Farbe im Feuer erhöht, wenn es sie verloren hat.Vortreffliches Weiss ist Wismuth, wie du weisst.Item. Der weisse, gut gewaschene Niederschlag [desselben].(196a)(197)Todtfarben(197 a)265Das niedergeschlagene und gewaschene Zinn.Sehr schönes Orange: Der gewöhnliche Niederschlag, aufs feinste gewaschen.Grau-Schwarz. Antimon. Wismut.NB. Bei jeder Arbeit ist die erste Anlage, Todtfarbe, in dicker Art aufzutragen, und wenn diese getrocknet ist, sorgfältig auszuarbeiten.Schöne Art karmesinfarbige Seide [zu malen], welche ich auf alten Gemälden der Könige von England, Heinrich VIII., seines Sohnes Eduard und seiner Tochter Marie gesehen habe: Lege Blattsilber auf, und auf diesen geglätteten und wie brüniert gleichenässigen [Grund], lasiere mit sehr schönem Lack und mache, wenn dies trocken ist, darauf die Falten mit Lack und schattiere mit dem gleichen und ein wenig Schwarz. Ich glaube, das Gleiche liesse sich mit destilliertem Grünspan auf Silber und Gold machen. Das ist eine sehr schöne Arbeit des Malers Holbein.(Ms. p. 92 Lampenschwarz, das nicht gebrannt ist, wird gelb V01SO und verdirbt mit Oel aufgetragen.Gebrannt und mit Bleiweiss vermischt gibt es ein schönes Blaugrau, fast wie [mit] Indigo.Schatten für Fleischteile werden vortrefflich mit Erdschwarz, welches nicht gebrannt zu werden braucht.Item mit Asphalt, welcher rein, sehr schwarz und zerreiblich ausgesucht sein soll.Die gebrannten Auripigmente geben ein sehr schönes Gelb-Orange, aber meines Wissens trocknet es nicht.Das Gummigutt gibt ein sehr schönes Gelb für Illuminieren.Habe acht darauf, wie Ziegel oder ein sehr rot gebranntes irdenes Geschirr, welches aus Erde besteht und leicht trocknet, sich verhalten;und wie die weissen Ziegel , die bei dem Lichtzieher [Krämer] verkauft werden;die weisse Erde der Fayence-Geschirre [Gaolin] um dem Blau Körper zu geben, welches mit Kalk, Sal armo- niae, Grünspan gefärbt wird;wie die Stücke der kleinen roten Lampen der alten Römer; endlich alle Arten von Erden [sich verhalten].Schönes Blau zur Oelfarbe bereiten.Reibe Smalte mit Wasser zu unfühlbarem Pulver. Lasse trocknen. Es wird weisslich, aber mit Oel gemischt, wird es wieder sehr blau.Sehr schwarze Kohle bereitet man aus dem Holz von Buschwerk.Erhärtete Pinsel zu entfetten. Lasse sie lange Zeit in schwarzem Seifenwasser liegen, dann reibe sie, wasche sie und reinige sie gut. Sie sind so gut wie früher.(Ms.p.93) [Angaben von] Mr. Milens, vortrefflicher Maler.Arbeit mit Schwarz.Das beste von allen Schwarz, welches sich am besten ausbreiten lässt, und mit dem man selbst lasieren kann, ist das Elfenbeinschwarz, oder das aus den Fussknochen der Schafe bereitete. Diese legt man stückweise in einen Tiegel,(1!>8)(199)(ÄOO)(SOI)18. September 1629.Das gebrannte Hirschhorn, mit Wasser auf Stein gerieben, wird braun wie eine Erde oder Ocker. Mischt du dasselbe267*(Ms. p. 93verso)<>1(Ms. p. 94)welchen man gut mit einem Ziegel oder Backstein bedeckt, die Fugen so dicht verklebt, dass keine Luft eindringen kann, und gibt das Ganze in starkes Feuer, nicht länger als eine Stunde (sonst würden die Knochen gebleicht) und so wird die Masse zu vollkommenem Schwarz gebrannt. Dieses Schwarz werde genauestens auf dem Porphir oder Reibstein mit Nussöl oder Leinöl gerieben und zu einem Pfunde Schwarz der vierzigste Teil (etwa eine viertel Unze) Grünspan hinzugegeben. Dies ist zu verstehen, wenn du eine sehr grosse Arbeit zu machen hast. Sonst reibe nur so viel du für den momentanen Gebrauch nötig hast. Denn je frischer dieses Schwarz gerieben ist, desto besser ist es und desto besser lässt es sich aufstreichen. Achte darauf, dass der Grünspan genauestens unter jedes Schwarz vermischt werde. Verwende es nach den Regeln der Kunst. Es trocknet, allerdings nicht so schnell wie die anderen Farben, welche aus den verschiedenen Erdarten entnommen sind.Wenn es drei oder vier Tage gerieben ist, verdicktes sich und ist voll kleiner Häutchen, welche die Ausbreitung der Farbe verhindern, deshalb benutze es frisch.Um es hauptsächlich auf Lederhaut anzubringen, muss das Leder zuerst mit deinem Trockenöl getränkt und dieses nur halb trocknen gelassen werden ; dann bringe dein Schwarz an, das Oel wird sich einsaugen und das Schwarz bleibt auf der Oberfläche matt und nicht glänzend, was sonst nicht der Fall wäre, wenn man das Oel ganz trocknen Hesse,Aber selbst, wenn die erste Lage so trocken wäre wie ein Brett, so besteht das Mittel, alle Arten von Farben einsaugend zu machen, ihnen Mattigkeit zu verleihen und den Glanz zu verhindern, darin, sie auf der Palette mit Leim- oder Nussöl zu vermischen, welchem auf ein Pfund nur eine viertel Unze Spicköl zugegeben wird. Vergl. Vansomer, [Anweisung] für Azure und Fleischfarbe.Trockenöl.Lasse Leinöl mit Glätte und Mennig auf schwachem Feuer sieden, ohne es überlaufen zu lassen, es wird wie ein Syrup; stelle es an die März-Sonne in verschiedenen Gläsern (oder ein offenes Gefäss) und lasse es stehen bis es sich geklärt hat und so schön wird wie Kanarischer Wein.Helles und feines oder sehr flüssiges Leinöl.Gib Oel mit Wasser in ein Glas (Becken oder Schüssel) und füge weissen Sand hinzu, schlage es 3 oder 4 mal im Tage durch, so dass es wie Milch wird, und lasse es fortwährend in der März-Sonne stehen. In einem Monat wird es klar wie Wasser, und jedesmal, wenn die Sonnenhitze es vom Wasser scheidet, wird es gereinigter und endlich vollständig gebleicht.Die März-Sonne taugt mehr als die Sonne des ganzen übrigen Jahres, denn da sie mild ist, verdickt sie [das Oel] nicht.[Angaben von] M. Vansomer.Das Oel ist es, was die Farben tötet; ist es aber gut bereitet, dann schadet es keiner Farbe, welche es auchmit Oel auf der Palette, so gibt es ein schönes Schwarz wie Jait, wie ich es gesehen ; es hat die gewöhnlichen Beigaben zum Trocknen nötig; denn es trock- nicht von selbst.NB.(202)Vielleicht brauchtes andauerndere Sonne als im März. Aber je mehr Hitze das Oel hat, desto dicker wird es.(203)(204)•269sei. Man soll es im Monat März bereiten, solange die Sonne weniger heiss ist, sonst verdickt es sich sogleich und taugt nichts.Rp. Leinöl, soviel du willst, habe einen Topf mit gelöchertem Boden, gib ein feines Leinen über die Löcher, fülle ganz trockenen Sand darein und filtriere dein Oel in ein grosses Gefäss oder Becken, in dem Wasser ist; stelle es unbedeckt an die Sonne bei heiterem Wetter drei oder vier Wochen lang Tag und Nacht. Es klärt sich wie Wasser. Schütte es ab, bevor es sich verdickt, und benütze es.Arbeit für Blau: Azur, Ultramarin, Aschblau und andere mit ein wenig Spicköl gemischt, verbleichen nicht.Jede Farbe, die schnell in die Leinwand eindringt und trocken scheint, verblasst nicht.Zu wissen ist, wie man das Blau leicht verarbeiten kann. -—1Ultramarin [kommt] von Lapis lazuli. Smalte von Kobaltglas und Feuer. Asehblau von einem blauen Stein, der in den Silberminen von Ungarn, welcher der beste ist, und in Ostindien gefunden wird. Ich sah auch gleiche in Schwatz. —Schüttgelb und Masticot zusammen verblassen. Ma- sticot allein verblasst nicht.Grün entsteht aus Gelb und Blau. Indigo wird mit Oel gebraucht, aber es verblasst ohne Firnis. Mit Weiss (Ms. p. 94 gemischt macht man ein Blau, verso) Grün mit Sohtittgelb verdunkelt, man ziehe einenFirnis darüber und es ist dauerhaft. —Fucus [F. marinus, Lakmus] mit Bleiweiss gemischt, ist dauerhaft und verblasst nicht. [?] —Alle Erdfarben verblassen nicht.Für Gesichtsfarbe soll mit Weiss und Rot, noch Blau, oder Azur gemischt werden, dann verblasst sie nicht.Zum Schattieren [dient] Asphalt oder Mumie, welcher zum Trocknendmachen ein wenig Zinkvitriol beizumischen ist. —Zinnober verblasst und tötet die anderen Farben. In Antwerpen ist Jemand, der dreimal so roten Zinnober macht als der gewöhnliche und das Pfund um 10 Silber- Gulden verkauft.Durch wiederholte Sublimierung und durch Zugabe von Schwefel oder dergl. Präparation, wie Schwefelblume etc.Unvergleichlicher Firnis.Rp. Sehr klaren venetian. Terpentin, helles Terpentinöl, gleiche Teile, gib in ein Gefäss über schwaches Feuer, und wenn du am Rand Blasen aufsteigen siehst, ziehe es schnell vom Feuer weg, da der Firnis von selbst brennend würde. Lasse erkalten und verwahre ihn in einer Flasche. Dieser Firnis kann auf allen Farben aufgetragen werden, besonders auf Grünspan, auf Fleischfarbe und alles andere. Er erhält alle Farben, welche nicht verbleichen und durch die Luft nicht verändert werden können.Er trocknet in drei Stunden und das Gute daran ist, dass man nachher darauf arbeiten und malen kann.(Ms.p.95) Grundierung der Leinwand für Landschaft.Gib zuerst zwei- oder dreifache Lage von Bolus und Umbra-Erde. Die letzte Lage bestehe aus Smalte oder Bleiweiss und ein wenig Lack. —*„Verditer“ ist eine Art von Blau, wie das Asehblau, und gibt mit Pink oder Schüttgelb ein schönes Grün.(205)(806)271 —(Ms. p. 95verso)Der Asphalt lässt sich nicht reiben. Aber man bereitet ein Trockenöl mit Silberglätte und gibt den pulverisierten Asphalt in das Oel, in einem Glasgefäss oder Pomadetöpfchen, das mittels eines Bindfadens befestigt ist. Man setzt dies ans Feuer, und das Ganze schmilzt wie Butter. Sobald es zu sieden beginnt, zieht man es schnell vom Feuer ab. Das ist eine vortreffliche Farbe zum Schattieren und lasiert wie Lack, verbleicht auch nicht. —Syrischrot. Rote Farbe wie Zinnober, die im Feuer beständig ist und nicht verblasst. Es scheint ein Queck- silber-Präoipitat von sehr hoher Färbung; auf der Metall- platte [erhitzt], verflüchtigt es nicht. Es verbindet sich leicht mit allen Arten von Farben. —Vortrefflicheres Schwarz als alle anderen: Dattelkerne in einem Schmelztiegel gebrannt.Arbeit mit Smalte: Decke mit einem Borstenpinsel oder sehr weichen Pinsel von Schweinshaar in grossen Zügen, dann vermale gegen den Strich von oben nach unten weicher. —Schöne Arbeit für Blau: Mache es mit Smalte und Bleiweiss (je mehr von diesem genommen wird, desto besser breitet sich die Farbe aus), decke das Ganze mit diesen Farben. Schattiere mit Lack. Lasiere darüber mit Ultramarin. —Smalte wird mit Lack schattiert.Schöne Arbeit für Blau: Nachdem deine ganze Draperie mit Smalte und Bleiweiss gemacht ist, schattiere mit Lack wie oben, und wenn alles noch frisch ist, streue Ultramarinpulver darüber und entferne das Ueberflüssige mit einem sehr weichen Pinsel. Die Schatten bleiben erhalten, und das ist vortrefflich.I Schüttgelb.Lack.Elfenbeinschwarz.Mennig,t Zinnober.I Masticot.I Aschblau.' Smalte.Braunrot, Lack, Schüttgelb zusammen gemischt, geben eine Farbe, die nicht verblasst.Um zu erproben, welche Farben verblassen: Stelle das Bild in der Nähe des Abort, kehre es derart um, dass es weder der Luft noch der Sonne ausgesetzt ist; in 2 oder 3 Tagen ist verdorben, was verderben kann.Syrieon.(207)Trocken öl für Lack, Schwarz, an Stelle von Grünspan, Umbra und Zinkvitriol.Rp. Goldglätte (Silberglätte) gut pulverisiert, gib Nussöl oder Leinöl darüber, und rühre es auf dem Feuer um; wenn es zu sieden beginnt, hebe es vom Feuer, undwenn die Wallung vergangen, bringe es wieder ans Feuer und dies 5 oder 6 mal. Lasse es absetzen und bewahre es, um einen oder zwei Tropfen davon mit deinen ge-riebenen Farben auf der Palette zu mischen. Dieses Oel klärt sich gut und wird hell. Mitunter bildet sich eine Haut darüber, die man entfernen soll.(208)Dioses Oel ist nur für Schwarz gut, und verdunkelt den mit Farben vermischten Lack, denn es verdirbt die anderen Farben. (Ms.p.96)(Ms. p. 96verso)273(Ms. p. 96)6I(Ms. p. 96verso)Verditer, Berggrün, soll mit ein wenig Schüttgelb aufgetragen werden.Ein Loch in einem Tafelbild zu kitten. (äO»iReibe Kreide mit Mennige sehr dick, gib etwas auf das Loch, welches damit ausgefüllt alsbald trocknet.Versuche mit Kreide und Mennig zu grundieren oder mit Kreide, Bolus und Cerusa für die erste Schichte und hierauf mit Mennig und Bleiweiss.Aragon ist. der englische Name für jene rote Erde, welche wie Ocker aussieht und für Gesichtsfarbe an Stelle von Zinnober dient.Eine Leinwand vortrefflich zu grundieren.Leime zuerst stark. Dann [gib eine Lage] von Bolus und Umbra; dann Oerusa und ein wenig Umbra. Schabe es mit einem Bimssteim und entferne alle Knötchen. Wenn alles gut getrocknet ist, Rp. Bleiweiss, ein wenig Umbra oder Lack und Smalte auf dem Stein zu unfühlbarem [Pulver) gerieben, miteinander vermischt. Trage es sehr gleichmässig auf und glätte mittels eines Borstenpinsels oder eines feinen Pinsels. Das trocknet in weniger als einem Tage und ist ein sehr schöner Grund für Landschaften.Niemals [gebrauche] Mennig zur Grundierung, denn es verblasst und verdirbt alle anderen Farben. -Das helle Molmsamenöl ist sehr klar und trocknend, denn es bildet sich eine Haut darüber. Ein Maler liess sich viel für Mr. le Myre bereiten und sagte, dass es die Farben nicht verdirbt.Nussöl taugt besser als Leinöl.Alle Farben lassen sich durch Waschen [i. e. Schlemmen] in verschiedene Sorten bringen. Was sich zuerst mit dem Wasser gleichmässig vermischen lässt, ist die feinste Sorte, das zuletzt geschlemmte, die gröbere. Dies ist der Fall beim Aschblau, Masticot, Mennig u. s. w.Das Bleiweiss, das zuerst mit Wasser gerieben, dann gewaschen wird und sich gesetzt hat, bildet, sobald das trübe Wasser abgeschüttet wird, einen sehr schönen Rückstand und verblasst weniger als das übrige.Schüttgelb soll niemals mit Weiss vermischt werden, denn es verdirbt letzteres ganz und gar.Wenn man mit Blau arbeitet, soll man einen besonderen Pinsel haben, der mit den anderen Farben nicht in Berührung gebracht wird, und soll man ein wenig Spiköl oder Steinöl darunter mischen und sobald [die Farbe] trocken ist, sogleich den Firnis darüber legen.Der Firnis ist als Ueberzug für das ganze Bild sehr vorteilhaft; so werden die Farben erhalten und verblassen nicht.Es ist notwendig, dass die „Todtfarben“ ebensogut sind, wie die zweiten, sonst wird alles verdorben, und wenn man die lebhaften Farben aufträgt, soll man für jede einzelne immer einen neuen Pinsel nehmen.Die Pinsel werden durch Oel niemals vollkommen gereinigt, wohl aber sehr gut mit Seife.(«10)Taugt nichts; seibrüchig.(2111(211 a)18-275»I(Ms.p.97) Stifte von allen Farben, hauptsächlich für (£18)Gesichter.Eine [dazu geeignete] Materie ist die Kreide, mit ABMr?No’i»ati8° welcher man die Farben vermengen muss, Zinnober, Lack,Umbra, Lichtocker; und mit Milch wird alles angerieben, um Stifte daraus zu machen.Die zweite ist die Erde, aus welcher Tabakspfeifen gemacht werden [Pfeifenthon] und welche mit Wasser gemischt wird. Diese Sorte ist dauerhafter und weniger zerbrechlich, breitet sich auch gut aus. Für Lack, der so trocken ist, dass er sich schwer auf dem Papier aufstreichen lässt, soll man den Thon mit in Wasser gelöster venetian.Seife mengen und vermischen.Wenn die ganze Mischung auf dem Marmor recht gut verrieben ist, so wie man die Farben reibt, mache deine Röllchen und egalisiere sie auf der Palette oder einem glatten Stückchen Holz, lasse sie dann an der Sonne oder im Schatten an einem reinen Platze trocknen.Es gibt zwei Sorten der Pfeifenerde. Die eine ist weiss, das ist die bessere, die andere blau.Merke und versuche die weisse Erde, aus welcher man in Paris das Emailgeschirr macht.Vom Schwarz.Das gute und vorzügliche Schwarz soll aus einerweissen, äusserst dichten Knochensubstanz bereitet werden.Sieh’ zu, wie sich die Zähne vom Pferd oder vom Rind,Hund, Eber oder (Fuchs?), die steinharten Knochen desKalbes und des Pferdes [verhalten]. Alles in einem sorg-fältigst geschlossenen Gefäss gebrannt.Die schwarze Kreide. Die Achate.Das Lampenschwarz, fest gepresst, zwei Stunden lang(Ms. p. 97 der Rotglut in einem gut geschlossenen Tiegel gebrannt,verso) trocknet von selbst, was keine andere Sorte von Schwarzthut.(Ms.p.98) Kurzer Traktat über die Art, das Malen zulernen und die Farben mischen zu können.Zu diesem Zweck, die Namen der Farben:Bleiweiss.Gerusa.Zinnober.Lyoner Lack verschiedenerSorten.Der gewöhnliche Lack.Chinesischer Lack.Rosette.Englisch Braun.Gelber Ocker.Rost Ocker.Mennige.Masticot.Schüttgrün.Grünspan.Grüne Erde.Türkis Grün.Grüner Azur.Lasurstein.Aschblau.Feine Smalte. Lazurblau.Indigo.Umbra-Erde.Bister.Elfenbeinschwarz.Rebenschwarz.Kohlschwarz.Weidenschwarz.Lampenschwarz.Russchwarz.Tournesol.(£18a)(£13)18*■m(Ms. p. 98 Von der M a n i e r, die Lei n w a n d, Kartons, Holzverso) und andere Dinge, auf welche man malenwill, zu präparieren, und von den Vorberei-tungen zum Grundieren vor der Malerei.Gap. 1.Bevor von der Handhabung der Oelfarben gesprochen wird, wird es nicht unangebracht sein, einiges über die Grundierung zu sagen, von welcher, je nachdem sie gut oder schlecht ist, die Schönheit und Lebhaftigkeit der Farben abhängt. Was die Vorbereitung anlangt, die zu treffen sind, um auf Leinwänden die Grundierung zu Zwecken der Malerei anzubringen, so [merke: sie] werden in ganz flüssigen Leim getaucht und darin getränkt (dieser Leim soll aus Abschnitzel von Handschuhleder bereitet sein), damit die Leinwand mehr gestärkt werde; und besser wäre es, wenn man sie aufspannte, und wenn wegen deren Grösse sie nicht in den Leim getaucht werden könnte, soll man sie mit ganz kleinen Nägeln aufspannen und dann den gelösten oder heissen Leim einsaugen lassen und sie mit Leim (Ms.p.99) ganz bestreichen. Sobald dieser gerinnt, überfährt man [die Oberfläche] mit. einem Horn oder Schabmesser, um die kleinen Löcher der trockenen Leinwand zu schliessen, damit die Grundierung nicht durchdringen kann. Einige geben Leder- weiss [Kollerkreide?] hinzu, aber dieses verändert die Farben und macht sie sprüngig. Wenn man auf Holz malen will, so ist es üblich, dasselbe zu weissen, und dazu benützt, man dieses Weiss. Man soll ein wenig Honig, auch auf dem Leinen, hinzufügen, um das Springen zu verhüten; aber nach meiner Meinung ist es am besten, das Holz wenig zu leimen und eine gute und starke Oel-Grundierung mittelst eines Messers oder einer Hornspatel darüberzustreichen, um die Poren des Holzes auszufüllen. Wenn man auf Mauer malt, soll zuerst, ohne zu Leimen, die Mauer zwei- oder dreimal mit Oel mittelst eines Borstpinsels getränkt, werden, wobei zum besseren Trocknen ein wenig Mennige oder Ocker hinzugefügt werde. Der Leim taugt nicht an solchen Plätzen wegen der Feuchtigkeit, weil er fault, auch das Kreidenweiss wegen des Springens nicht, ebensowenig taugt es zu irgend einer guten oder 'weichen Grundierung. Malt man auf Taflet, Seide, Wollenstoff oder Tüchern von Seide, um Paramente daraus zu machen, werden diese. Tücher leicht aufgespannt, und ohne Nägel zu gebrauchen, auf dem Spannrahmen und mit Nadel und Faden [befestigt], man bezeichnet [resp. grundiert] nur die Stellen, auf welchen man malen oder vergolden will, und das übrige lässt man zur Zierde leer, und wenn an den Rändern zu arbeiten ist, dann grundiert man leicht und reinlich mit dem Pinsel oder einem Borstpinsel, und wenn dies geschehen, arbeitet man in gewohnter Manier.(Ms. p. 99 Die beste Grundierung, die es gibt, besteht aus Blei- verse) weiss und sehr wenig Ocker, Mennig oder anderen erforderlichen Farbe. Man soll jedoch beachten und wissen, dass die gen. Mennige, Grünspan, Russchwarz und Lampenschwarz wie Gifte sind und die Farben verderben, welche darauf gesetzt werden, und deshalb soll man es vermeiden, damit zu grundieren. Diese Grundierung wäre als letzte Lage gut, denn wenn man sparen will, kann man die erste mit Ocker geben, die andere wie oben. Die zweite Lage [aber] mit Bleiweiss und Kohlschwarz.(214)(Ms.p. 100)(Ms.p. 100verso)(Ms.p. 101)(Ms.p. 101verso)279 —Wenn man auf Leinwand malt, und die erste, mit dem Schabmesser aufgetragene (was die bessere Manier ist) Grundierung getrocknet ist, dann soll man die Knoten der Leinwand mit einem gut geschärften Messer abschueiden und mit einem Bimsstein darüber reiben.Von d e rn Entwerfen der Bilder und derenersten Aufzeichnung.Nachdem, wohl genügend von der Grundierung gesprochen ist, handelt es sich jetzt darum, das Gemälde aufzuzeichnen; nun, es ist ein Grundsatz, dass die erste Aufzeichnung, damit sie sich leicht wieder auslöschen lasse, mit Kreidestift oder gelben Ocker oder mit Weidenkohle oder mit einem anderen weichen Material gemacht werde, das sich leicht entfernen lässt. Ist dies geschehen, dann soll man überlegen und des langen und breiten nachsinnen, denn die allgemeine Zeichnung des Bildes soll freimütig entworfen werden, ohne irgend einen Strich zu fixieren. Erst wenn man es genau überdacht hat, dass kein Fehler oder ungeschicktes Verhältnis, oder eine dumme und alberne Bewegung vorhanden ist (die Maler des Jahrhunderts betrachten es, um ein richtiges Urteil zu haben, von ferne), dann fixiert man die Züge. Die einen machen dies mit weicher schwarzer Kreide; vor dem Malen ist es jedoch nötig, das Bild rein abzuwischen, damit die genannte Kreide nicht die Farben berührt und beschmutzt. Die anderen zeichnen mit dem Pinsel und schwarzer Oelfarbe nach. Aber es soll das genannte Schwarz mit ein wenig Grünspan vermischt werden, damit es bald trocknet. Andere wieder ziehen die Striche mit gewöhnlicher Tinte nach, womit man schreibt; dabei ist es nötig, ein wenig Ochsengalle oder die Galle eines anderen Landtieres oder die Galle des Hechten oder irgend eines anderen Fisches hinzuzugeben, und diese Manier ist die bessere. Andere endlich ziehen ihre Striche mit gewöhnlichem Lack nach, und dieses ist die beste Manier von allen oben genannten.Von der Manier die Bilder anzulegen, und inerster Linie von Landschaft, Architektur etc.Ist das Gemälde so gezeichnet und die Figuren gut hingestellt und nach dem Augenmass proportioniert, dann erübrigt, es anzulegen. Beginnen wir also mit der Landschaft und den Lüften.Wir sagen, der Himmel, die Luft und die Ferne wird mit in Caux [hergestellter] Smalte oder mit Aschblau, je nachdem die Sache es erfordert mit Weiss vermischt, gemacht. Die Lüfte werden verschieden gemacht, etwa mit Lack und Weiss, jegliches mit einander vermischt, indem man zu diesen, aber gesondert, ein wenig Massicot mischt. Die Wolken macht man von Purpurfarbe, mehr Blau als Rot, aus Smalte und Lack gemischt, und fügt für die Lichter ein wenig Weiss hinzu. Man macht manchesmal die Wolken mit Grau, das ist Schwarz und Weiss miteinander gemengt, mitunter fügt man ein wenig Lack hinzu, um sie unterschieden zu machen. Nota den Purpur [s. oben]. Merke, dass es gut ist, wenn das Grau mit Kohlschwarz [Kreidenschwarz] oder mit Muschel oder Mandelkernschwarz(215)(216) (Ms.p. 102)* [unleser-lich; in derXL Ab-schrift desMs. fehltdieseStelle.](Ms.p. 102verso)** [in derII. Absehr.:pasle.]281(Ms.p. 102)(Ms.p. 102verso)gemacht wird, ähnlich wie- inan auch beim Leinenzeug dieSchatten und dunklen Töne mit einem Purpurbraun macht,d. h. es ist fast kein Weiss darin. Man macht auch einDunkelgrau, welches aus Weiss und Asphalt oder Schwarzgemischt ist.Die ganz fernen Berge, Flüsse und Bäume macht manmit Blau, d. h. sehr hellen Azur, welcher mit Weiss ver-mischt ist, oder nach dem Verhältnis, wie weit die Dingedem Blicke näher stehen, mit Beigabe von ein wenigSchuttgrün oder Massicot („hineinspielen“ ist der. be-sondere Kunstausdruck dafür, das will soviel sagen wiemischen), und um nur ganz wenig Grün anzubringen, legtman die Bäume mit Grün an, welches aus Azur und Schütt-grün gemischt ist, man erhöht die Lichter mit dem Gründurch Zumischung von ein wenig Weiss oder gewaschenenMassicot. Wenn die Bäume oder Berge entfernter sind,macht man sie dunkler.Den näheren Vordergrund macht man entweder mitSchüttgrün oder dunkeim oder gelbem Ocker oder Umbra-Erde, indem inan irgend eine hellere Farbe wie Weissnach Bedarf der Sache beifügt.Die Stämme und Aeste der Bäume macht man mitdenselben Färben, indem man Schwarz zum Schattierendazu nimmt.Die Felsen macht man mit Grau, ebenso die Gebäude,durch Hinzufügen von ein wenig Umbra oder Ocker, odereiner anderen Mauerfarbe, welche ins rötliche spielt.Das Grüne und Pflanzen macht man, merke, wie dieBäume. Merke auch, dass bei entfernten Gebäuden undStädten, welche man mit Blau macht, je nachdem sie demAuge sich nähern, Weiss und ein wenig Lack hinzugemischtwird, welches gemacht wird, um die Landschaftvorzubereiten.Ist dies geschehen, dann kommen die Figuren daran;wir fangen jetzt mit den Draperien an.Andere Manier. (816a)Die entfernten Gründe macht man mit Grün, Weissund ein wenig Azur.Die näheren dunkel Grün mit Gelb und Umbra-Erde.Die Bäume vertieft man mit dunkel Grün, erhöht siemit hellem Grün und manchmal mit Gelbgrün oder grünemAzur, und etwas [In der Nähe gebraucht man] oftUmbra, Schüttgrün und ein wenig rote Erde.Die Berge macht man mit Azur und ein wenig Lack;erhöht mit ein wenig Gelb und Weiss, und einige Vorder-gründe macht man mit Gelb und Weiss, Felsen mit Umbra,vertieft mit Schwarz, erhöht mit Weiss, Ocker und Lackund Urnbra-Erde. Helle auf mit [etwas] Braunrot. Ueber-gehe den Azur mit Umbraun, helle mit blassem Lasurund Weiss auf, oder mit hellem Grün. Weiss zu arbeiten. (817)Zuerst macht man das Leinenzeug mit Kohlschwarz oder gebrannten Muschel- oder Mandelkernschwarz vom Hell ins Dunkel, d. h. man soll die Schatten dunkler oder blasser machen je nachdem man es für nötig erachtet, und um weisse Leinenfarbe zu machen, fügt man ein wenig283(Ms.p. 103)(Ms.p. 103verso)gewöhnlichen oder gelben Ocker hinzu, und dabei ist zu wissen, dass bei jeder Art von Malerei drei Dinge ge- nauestens zu unterscheiden sind: das helle oder volle Licht, der weiche [Halb-]Schatten und der dunkle Schatten.Die Arbeit für Blau macht man mit Smalte oder Aschblau, vom Licht zum Schatten durch Zumischung von ein wenig Indigo oder gebranntem Kohlschwarz, zum Schattieren, wenn es nicht genug dunkel ist.Man kann auch auf dem Azur Indigo und Weiss vermischt anlegen; aber wenn von Azur gesprochen wird, sind Smalte oder Asohblau ohne Unterschied zu verstehen, denn jede Sorte von Azur-Oelfarbe kann auf diese beiden obigen Bezeichnungen zurückgeführt werden.Arbeit für Purpur.Purpur wird bei Draperiep mit Azur gemacht, d. h. Smalte oder Aschblau mit Lack vermischt, für das Licht fügt man ein wenig Weiss bei. Man kann auch ein Purpur auf Azur lasieren, und muss bemerkt werden, dass Aschblau kein so schönes Purpur gibt als die Smalte.Arbeit für Rot.Rot macht man mit Zinnober. Das weichere [Rot] mit Burgundisch Rot [Auxerre, Stadt in Burgund] oder von Caux, mit Englisch Rot, oder einem anderen dunkeln Rot. Für die dunkleren [Schatten] fügt man Asphalt oder Schwarz, oder aber Zinnober und Schwarz vermischt, vom Licht zum Schatten [übergehend] hinzu.Arbeit für Mennige.Die Arbeit für Mennige geschieht in der gleichen Weise wie für Zinnober.Arbeit für Lack.Die Arbeit mit Lack geschieht mit dem genannten Lack und Weiss vom Licht zum Schatten, und bei der ersten Anlage soll ein wenig Mennige zum Zwecke des leichteren Trocknens beigefügt werden; dann kann man Lasieren und auf die Lasur kann man Lichter erhöhen und Schattieren.Man lasiert auf zwei Arten, nämlich:Mit einem reinen Pinsel oder aber mit einem feinen Tuch mit Wolle darin, und auf die Lasur kann man wieder erhöhen oder vertiefen. Lasieren kann man mit Grünspan, Weiss, Zinnober, Lack, Schüttgrün und irgend einer Farbe, aus welchen die genannten Farben hergestellt werden können.[Arbeit für Grünspan.]Für Arbeit mit Grünspan soll derselbe zuerst mit Essig gerieben und gemischt werden, ebenso der Zinnober, sie sollen gut gereinigt und getrocknet sein. Das genannte Grün kann zu diesem Zweck nur benützt werden, wenn es ganz rein ist. Sobald man ans Lasieren geht, werde der genannte Grünspan mit Terpentinöl oder Spiköl je nach Bedürfnis gut gerieben, und das nemliche hat mit den obgenannten Farben zu geschehen, falls man sie mit den genannten Gelen reibt.(»IN)(»1«)(«ÄO)(»»1)(»**) (Ms.p. 104)* (In derII. Absohr.:„verd degris porpursur ledoux“j* * [II. Abschrift : n’est por assez brun](Ms.p. 104verso)* [II. Ab-schrift:rehaus-sant](Ms.p. 105)285(Ms.p. 104)(Ms.]). 104verso)(Ms.p. 105)Arbeit für Grün.Das beste Grün, das für Draperien oder [....?] zu gebrauchen ist, macht man mit Azur oder Schüttgrün, oder Masticot vom Licht zum Schatten, auch lässt es sich lasieren wie es von den anderen [Farben] gesagt ist. Ein anderes Grün mischt man aus Grünspan und Weiss im Licht, Grünspan ganz pur für die weichen [Uebergänge] und Grünspan mit Schwarz oder Asphalt für die Schatten; oder an Stelle des Weiss mag man Massicot nehmen, das ist schöner.Die grüne Erde kann man als Oelfarbe durch Beigabe von Grünspan behandeln, und alle diese Grün werden mit Grünspan und Scbüttgriin vermischt lasiert.Arbeit für Gelb.Das schönste existierende Gelb ist gewaschener Massicot fürs Licht, gelber Ocker für die Uebergänge oder aber mit Oel. geriebenes Schüttgrün, oder beide gemischt mit dem genannten Massicot vom Licht zum Schatten. Das Schüttgrün ist im Schatten dauerhaft; aber es hält sich nicht an feuchten Stellen, und zum Vertiefen der Schatten ist es nicht genügend, man muss ein wenig Lack, oder Braun, oder Asphalt anbringen.Andere Arbeit für Gelb, in der Art der Goldbrokate.Man macht auch ein anderes Gelb aus gelben Ocker fürs Licht-, mit den oben beschriebenen Schattierungen, und dieses Gelb durchzieht man gewöhnlich mit Schwarz oder Lack nach der Art der Goldstoffe, dann hernach setzt man die Lichter mit Massicot auf.Andere Arbeit für Goldgelb.Für das Licht ist Massicot und Mennig zusammen zu nehmen, für den zweiten [Ton] Schüttgrün und Mennig, für den dritten Schüttgrün und Lack, für den vierten Umbra-Erde und Lack und zum Aufsetzen des Lichtes aufs Trockene nehme man ganz reines Massicot, nur im Licht.Vergoldung malt man mit Umbra und Schüttgrün gemischt, die Uebergänge mit Schüttgrün und Massicot, lässt es trocken werden [?] und erhöht die Lichter mit reinem Massicot.Arbeit für Lohbraun.Das ist die gleiche Farbe wie Gelb, indem man ein wenig Mennig zufügt entsteht ein sehr schönes Lohbraun, und die genannte Mennige soll ebenso im Licht wie im Schatten zugegeben werden.Arbeit für Schwarz.Die Lichter des Schwarz macht man aus einem Grauschwarz, das heller ist als das Schwarz und manchesmal, wenn man es ganz eben [als Lokalton] angelegt hat, erhöht man darauf die Faltenzüge mit ein wenig Weiss.Von einigen groben Farben, wie Holz undähnliches.Man macht auch etliche Arten von gröberen Farben nach Belieben, wüe gewisse Grau, welche für derartige(333)(834)(385)(336)(337)(838)(339)— 287 —Objekte geeignet sind, indem man ein wenig Umbra oder gelben Ocker und dergleichen nimmt, und ebenso alle Holzfarben, die gleichfalls mit gelbem Ocker angelegt werden. Durch Zufügen von Weiss für das Licht macht man noch beliebig viele andere Arten von Farbe.(Ms. Die Farben, mit welchen die Staffiermaler in vornehmenp. 105 Häusern das Getäfel und ähnliche Dinge in Braun oder Holzverso) farbe bemalen, werden gewöhnlich mit rotem Ocker, und Gelb und ein wenig Schwarz gemacht.Arbeit von schillernden Gewändern.Es gibt in der Draperie verschiedene wechselnde [changierende] Farben, welche ich keineswegs übergehen will. Aber ich muss vorerst erwähnen, dass fast alle Changeants wie eine einfache Farbe behandelt werden, und wenn sie trocken sind, erhöht man sie mit einer anderen Farbe, wie zum Beispiel:Eine Arbeit aus Lackrot erhöht man mit Aschenblau im Licht. Eine andere mit Lohfarbe im Schatten und Massicot im Licht.Eine andere von Purpurfarbe kann auch mit Aschblau erhöht werden, man kann auch abwechselnd Schüttgrün im Schatten und Aschblau im Licht anwenden.Eine andere [besteht aus] Grün im Schatten und Massicot im Licht, und Azur oder Purpur für die Schatten und Fleischfarbe für das Licht. Fleischfarbe oder Inkarnat (Ms. nennt man Weiss mit Zinnober oder Mennig, oder Lack.P' Eine andere Art macht man mit Grün im Schatten oderInkarnat im Licht.Ein weiteres Changeant macht man aus reinem Weiss im Licht, und irgend einer Farbe, welche dem Schatten eine Färbung gibt, wie Azur, Purpur, Lack, Grün, Schütt- grün und andere mehr; einige Changeants macht man ganz in einem Zug, wenn man will, wie Purpur and Aschblau, ohne die Farben zu verderben und dies geschieht, wenn die Lichtfarben die Schattenfarben nicht beschmutzen.Das Ganze hängt von der Geschicklichkeit ab, die Farben in Uebereinstimmung zu bringen, als wäre es ein und dieselbe Färbung, was am besten durch den Verkehr mit tüchtigen Malern und durch das Anschauen guter Bilder, vor allem aber durch Uebung besser als durch irgend ein anderes Mittel erlernt werden kann.Arbeit für Gelb.Das schönste existierende Gelb ist gewaschener Massicot etc.[Wiederholung der gleichen Angaben von Ms. p. 104, 104 verso; s. Nr. 224, 225, 226 dieser Ausgabe.](Ms. Krepp oder durchscheinende Leinwand.verscd Einen Kreppstoff macht man, indem man Weiss sotrocken, dass es nirgends körperhaft deckt und alles durchsichtig lässt, darüberzieht; gewöhnlich werden nur (Ms. die Züge und Falten des Ueberganges angedeutet und dasp. 107) andere leer gelassen oder aber so reinlich lasiert, dass die Falten durchscheinen; mitunter fügt man im Schatten irgend ein Grau hinzu, das man ebenso überzieht und lasiert, das nennt man „klar lasieren“, wie auch ohne Zugabe von Oel, wie bei Grünspan oder Lack, mitunter trocken lasiert wird. (830)(831)(338)— 289Manier, dasNackte und Gesichter zu machen.Nachdem die Landschaft und Draperien einigermassen skizziert ist, erübrigt uns einiges von Gesichtern und dem Nackten zu sagen, was in Wahrheit die Hauptsache der ganzen Arbeit ist. Selbstverständlich ist es wohl, dass die Gesichter entweder nach Gefallen oder nach der Natur, wie man ja jeglich sichtbares Ding nach der Natur abzeichnet, gemalt werden. Beginnen wir also mit den Gesichtern, die nach Belieben [i. e. nach der Phantasie] gemacht werden, sowohl von Männern, Frauen und kleinen Kindern. Die Karnation wird gewöhnlich gemacht mit Bleiweiss oder Cerusa mit Zinnober oder Blei-Mennige, oder Lack, oder gelbem Ocker, je nachdem man es will und wie es die Arbeit sowohl für die männliche oder weibliche Fleischfarbe erfordert; man kann mit einer der folgenden Farben schattieren, mit Gelb-Ocker, Umbra-Erde, oder auch mit Schwarz, (Ms. Lack, oder mit Asphalt. Diese Farben können, mit Weiss P- 10^ oder Karnationsfarbe vermischt, heller oder dunkler ge- versö) maoht, werden, wie es gewünscht wird. Die Haare und den Bart macht man nach Belieben mit dunkel Ocker, Umbra und ähnlichen, und wenn das Licht derselben aufgesetzt und vollendet ist, tuschiert man weich und leicht, wo es nötig ist, mit ein wenig Zinnober und Lack vermischt, darüber. Damit die Fleischfarbe oder Karnation dauerhaft ist, macht man sie mit Weiss und Lack oder Zinnober und gutem Ocker; die Kniee, das Gesicht, Ellenbogen, Hände und Füsse sollen etwas röter gehalten sein als der übrige Körper.Man erhöht die gewöhnliche Lichtfarbe mit noch stärkerem Licht an allen Dingen, je nach der Beleuchtung, die durch Licht und Schatten geworfen wird.[Anordnung der Palette.](Ms. Ueberdies ist zu bemerken und darauf zu achten, dassp. 108) beim Aufsetzen der Palette jedesmal, ohne Ausnahme, die hellsten Töne zu oberst Platz haben und die dunkleren weiter unten, wie auf dieser anderen Palette. Die einfachen Farben sollen hier neben den zur Arbeit gemischten aufgesetzt werden, jede für sich geordnet auf der genannten Palette, wie man hier das Beispiel sieht:19' 290 (Ms. p. 108verso un-beschrie-ben)(Ms.p. 108verso un-beschrie-ben)(Ms.p. 109)(Ms. p. 109 verso)291 —[Anordnung der Palette.]Von der Manier, die Bilder-Umrahmung zumalen und zu vergolden.Die Umrahmungen werden gewöhnlich mit Braun, englischem oder Burgunder-Schwarz gemalt, unter Zugabe von ein wenig Mennig zum Trocknen oder von ein wenig Grünspan beim Schwarz, auch um die Trocknung zu fördern.Für Vergoldung.Was die Bordüre eines Bilderrahmens, der mit Oel- farbe gemacht ist, betrifft, so legt man die Goldfarbe oder den Grund der gen. Bordüre mit irgend einer fetten F'arbe an, wie es die Reste vom Pinselputzen sind; denn dieses Abgewaschene ist gewöhnlich fett und muss einigermassen rot oder gelb oder lohfarben sein. Ist die gen. Grundierung trocken, so legt man das gen. [Blatt-]Gold auf, und mit einer Gänsefeder oder einer anderen Feder reibt man leicht darüber, um das überflüssige und über das Grundierung wegstehende zu entfernen.Von der Vergoldung mit Tempera.Wenn man mit Tempera vergoldet, d. h. in Glanzgold, so macht man dies auf [einem Grunde von] armen. Bolus, welcher auf weisser geleimter Kreide aufgetragen und mit dem Schabmesser oder mit Schachtelhalm gut geglättet ist. Wenn in dieser Weise die letzte Schichte von Bolus mit dem Hundezahn gut glatt gemacht ist, dann befeuchtet man es nur mit klarem Wasser uud sehr schwachem Leim aus Lederschnitzel mit dem einen Ende eines zweiseitigen Pinsels und mit dem anderen legt man sein Gold auf. Ist dies getrocknet, so poliert man es mit dem Zahn. Dieses Gold taugt nicht für feuchte Plätze, ebensowenig für Regen.Um Farben für Illuminieren zu mischen, soll man Gummiwasser und Kandiszucker nehmen.(*34)(«3«)(«3«)19’293(Ms.p. 110)(Ms.p. 110verso)Methode, Firnisse zu machen.Den groben Firnis für Vertäfelungen der Häuser macht man aus gewöhnlichem Terpentinöl, Sandarac oder Schreiberfirnis, ungefähr den 5. oder 6. Teil [des ersten], und soll man den Sandarac gerieben in den genannten Bürnis geben, wenn er zu kochen beginnt.Beim Firnisbereiten ist zu merken, dass man dazu Kohlenfeuer gebrauchen muss, um zu verhüten, dass er sich entzünde und das Haus in Gefahr gerate.Guter Firnis.Der beste Firnis für alte Gemälde wird bereitet aus Spiköl, venetian. Terpentin und dem besten und kostbarsten Mastix; er wird wie der andere gemacht.Je weniger Firnis man anwendet, desto besser ist es, denn er macht die Bilder springen.Andere Art.Rp. Ebensoviel vom reinsten Spiköl als vom reinsten venetian. Terpentin gib in eine Glasflasche, und dann diese Flasche in ein irdenes Geschirr mit Wasser gefüllt, und lasse dieses sieden, bis die zwei darin befindlichen Materien sich vermischt haben und das wird ein guter Firnis.Trocknender Firnis.Rp. Reines Spiköl zweimal so viel als Sandarac setze in einem glasierten Topf [ans Feuer?] bis der Sandarac gelöst ist und rühre tüchtig um.Firnis [nach] Mr. de Courcelle.Rp. 1 Unze Spiköl und J/2 Unze Mastix lasse zusammen erwallen, und wenn du darauf arbeiten wolltest, soll ein wenig Nussöl dazugemischt werden, damit [die Farbe] nicht so schnell trocknet.Andere Art.Rp. Weingeist, der ganz verbrennt [d. h. sehr rektifizierter], dann 1 Unze vom weissesten und reinsten in feines Pulver gestossenen Sandarac, eine Mandel gross venetian. Terpentin: gib zuerst das Pulver und den Terpentin in eine Flasche und dann den Weingeist. Dann setze die Flasche auf ein sehr gelindes Feuer, bis das ganze gelöst ist, und um es noch schöner zu machen, kann man es durch Leinen filtrieren.Anderes Siccativ. Mr.de Vinter.Rp. Spiköl, venetian. Terpentin und Sandarac. Den Terpentin koche man in Wasser bis er beim Erkalten bröckelig wird, dann nehme man ihn aus dem Wasser und reibe den Sandarac, dann lasse alles zusammen sieden.Ein Bild zu reinigen.Man soll Seifenwasser mit sehr fein durchgesiebter Asche nehmen und mit einer Bürste das Bild abreiben, und hernach mit reinem Wasser waschen.(337)TM.Rp. Gewöhnliches Terpentinöl 2 Pf., Oolophonium 112 Pf., Sandarac 4 Unz., mit Glätte bereitetes Leinöl (Trockenöl) 6 Unz., wie oben an- gozoigt.(£38)(£39)Zu allen gewöhnlichen Firnissen füge ein wenig Nussöl oder an der Sonne gebleichtes Leinöl bei; dies verhindert das Reissen und macht sie gegen Wasser und Luft wiederstandsfähig.(340)(341)(343)(343)Eine Art Kolopho-nium.(»44)Schlecht.295Firnis vom Bilde abzunehmen.Rp. Gesiebte Asche mit Wasser, reibe es mit einer ziemlich rauhen Bürste ab und reinige es hernach.Je weniger man Firnis gebraucht, desto besser ist es; in der Feuchtigkeit, verdirbt er die Bilder, wenn nicht Oele [dem Firnis] zugegeben sind.Auf Oelbilder mit Muschelgold zu vergolden.Man soll das Bild mit Harn waschen und das gen. Gold darin mit Wasser vermischt anreiben.Auf Zinn zu vergolden.Man soll das Zinn [i. e. Zinnfolie, Staniol] rein abschaben, und es mit Leim von | Buchbinderkleister?] bestreichen und dann das Gold aufiegen und gut trocknen lassen, dann brünieren.Mittel, das Pergament in Leder zu verwandeln, um es zu Bucheinbänden zu benützen.Man soll die Haut 24 Stunden in reines Wasser legen, dann sie gut waschen und auswinden und mit einer Holzwalke die Hautseite bearbeiten und hernach gut in Wasser (Ms- waschen, so dass es ganz rein davon abfliesst. Dann 11' ) schmelze Alaun mit Wasser und Olivenöl ausammen, tränkedie Haut darein, und dabei soll sie tüchtig mit der Hand gerieben und auseinander gespannt werden; hernach mag sie mit einer beliebigen Farbe gefärbt werden.Unterlage [Assis] zur Vergoldung auf Perga-ment, Papier und andere Dinge.Reibe auf dem Marmor gleich viel Bleiweiss, Kandiszucker und Gummi arabicum zusammen, vermische dies mit gewöhnlichem Wasser, und wenn die „Assiete‘‘ aulgetragen ist, lasse sie derart trocknen, dass der nahegebrachte Finger nicht mehr darauf haftet; dann lege das Gold auf und wenn es gut getrocknet ist, soll es mit dem Zahn, wie es Brauch ist, geglättet werden.Bemerkung.Ich glaube, dass dieses Bleiweiss oder Mennig und Kandiszucker mit Oel gerieben [für Oel-Vergoldung?] guten Effekt machen würde.Andere „grosse“ Unterlagen.Reibe armen. Bolus und Eierklar und mache deinen Auftrag, welchen du trocknen lässt, dann bringe das Gold darauf und brüniere nach dem Trocknen wie oben.Um Braun noch besser als Braun zu machen. Erhitze den Ocker im Feuer, ohne ihn rot zu glühen.Umbra-Erde so gut wie die beste zu machen.Rp. Ocker und reibe ihn mit Oel, dann glühe ihn im Feuer.(Ms. Durch Brennen von Weinreben entsteht eine sehr gutep. 111 Kohle, uin Schwarz und Grau daraus zu machen, verso)(»45)Schlecht.(«4«)(347)(348)(34»)(350)(»51)(353)297[G r u n d i e r u n g.]Merke: Um eine Grundierung, die nicht reisst, zu machen, nimm alte [Oel-]Parbe, Honig und Terpentin, und merke, dass man an einem und demselben Bilde nicht mit alten und frischen Farben vermischt malen soll. Sondern wenn du ein Gemälde mit alten Farben begonnen hast, dann soll es mit den gleichen weiter gearbeitet und vollendet werden, ebenso wenn du mit neuen begonnen, beende es mit neuen und frischen Farben.[Aus] Blattgold Muschelgold zu bereiten.Es soll gut gerieben und mit Honig, Wasser und Salz geschieden werden, dann gut in reinem Wasser gewaschen werden. Der Essig verwandelt das in den Muscheln oben [stehende Gold] in das gleiche wie innen.Nussöl zu klären.Lasse es mit reinem Wasser sieden und wenn es kochend wird, hebe den aufsteigenden Schaum ab und gib es (das Oel) in ein Glas, schliesse es gut und stelle es an die Sonne, und es ist fertig.[Abgüsse zu machen.]Nimm 1 Pf. Gips, 2 Unz. Ziegelmehl und eine Nuss gross Federweiss und wasche, was du abformen willst, mit Weingeist.(Ms. XJm Sand zu bereiten.p. 112)Gips werde mit Eierklar angemacht und daraus nebstzwei Unzen gestossenen Salmiak eine Paste gemacht, danngebe man alles zusammen in ein gut verklebtes Gefäss undsetze es im Feuer der Rotglut aus, bis es kalciniert ist.Ein Oel für Malerei auf Weiss, Azur und andereArten von Farben zu machen, welches nichtgelb wird.Nimm weissen Mohnsamen, presse das Oel darausund mische es mit den Farben.Ein anderes für das gleiche.Rp. Behenöl, dessen sich die Parfümeure zum Par-fümieren des italienischen Kernöles bedienen.Alle Farben auf Glas anzubringen.Rp. Terpentinöl und nichts sonst, und reibe die Farbenmit gen. Oele und in Ermangelung desselben Terpentinölmit ein wenig Mastix.Auf Glas zu vergolden.Rp. Eierklar in Wasserfarbe.Der Firnis ist gut, Email auf Silber nachzuahmen, und sollen die Farben mit dem Firnis vermischt und dann getrocknet werden. Zuerst sind die Farben mit Spiköl abzureiben und jede für sich in kleinen Fläschchen zum Gebrauch aufzubewahren.(253)(254)(255)(25«)(257)(258)Aber dies Oel trocknet schlecht; versuche durch Einweichen von Glätte und Bleiweiss abzuhelfen.(259)NB.Raggia i. e. weisses Pech, welches von der Tanne kommt; nur verflüchtigt dieses Oel und deshalb soll ein wenig Tro- ckenöj, mit Glätte bereitetes Lein-, Nuss- oder Hanföl genommen werden; oder aber ganz wenig Terpentin. 298(Ms.p. 112verso unbeschrieben)(Ms. p. 122)*) Das in Klammer gesetzte ist duroh-striohen.(Ms. p. 122verso)[Ms. pp. 113 bis 121 verso enthalten eine Wiederholung des „Kurzen Traktates über die Art, das Malen zu erlernen etc.“. Diese Abschrift ist mit der ersten (p. 98 verso bis 108 incl.) völlig übereinstimmend; einige Fehler der Orthographie und Grammatik der ersten Abschrift sind hier verbessert ; die kleinen Abweichungen sind oben vermerkt. Die Numerierung bezeichne deshalb mit 213a—233a und setze hier fort:]299Kleine Bilder zu firnissen. (£60)Rp. 2 Unz. helles Terpentinöl, 1 Unz. vom hellsten und reinsten ausgesuchten Mastix, in Pulver, auf dem Feuer mit dem gen. Oel gemischt.(Ms.p. 112versounbeschrieben)(Ms. Von den Farben.p. 122)Massicot und Indigo verschiessen mit Oel und ver-schwinden aus dem Bilde, wenn es der Sonne ausgesetztwird; es sind Farben, die man nur wenig gebrauchen soll.Gelbe Draperie und Gold sollen mit gutem gelbenOcker und Weiss gemacht werden, manchesmal setze manauf Seide, um den Glanz anzugeben, die Lichter mit einwenig Massicot auf, aber nur spärlich soll man dieses aufeinem Gemälde, das dauerhaft sein soll, gebrauchen.Der Zinnober taugt nicht für Oelmalerei und zehrt dieanderen Farben, wenngleich er auch sehr schön ist.Ein schönes Rot. Nimm sehr reinen gelben Ocker,gib ihn in einen Schmelztiegel (denn wenn er so auf dasKohlenfeuer käme, würde er zu Asche werden), setze denTiegel in ein sehr starkes Feuer und mache ihn zumwenigsten zwei Stunden lang glühend, damit dein Ockerdurch das Feuer ganz rot werde, entferne den Tiegel undlasse erkühlen, so hast du rote Farbe fast wie Zinnober,ausgezeichnet für Karnation und Draperie.Umbra-Erde lässt sich auch brennen und gibt einsehr treffliches Dunkelbraun (dessen man sich auch zuGesichtern und Karnation im Schatten bedient), nicht ver-blasst, aber die anderen Farben schädigt.Ocker de Rouil ist der Rost des Eisens, dessen mansich zur Karnation gleichfalls sehr erfolgreich bedient.(Ms. Die schwarzen Erden, welche man mit Oel gebrauchenP- kann, sind die schwarze Kreide, die Kölner-Erde, und wennV 01’SO)' man das schottische Kohlschwarz beifügen will, kann es auch dienlich sein.Von Gelben Farben: der gelbe Ocker, der dunkle Ocker, welcher [gebrannt] ein sehr schönes Rot gibt; das Sohüttgelb oder Pink kann auch unter die Erden gezählt werden, weil seine Körperhaftigkeit von Kreide stammt, obwohl seine Farbsubstanz aus der Pflanze Wau kommt und mit Alaun niedergeschlagen und mit Kreide geknetet wird.Siehe auch die Harpentis-Erde bei Blois, welche ein gelber Bolus ist.Zum Schattieren von Gelb dient Umbra-Erde, welche gebrannt eine sehr schöne und sehr gut trocknende braune Farbe gibt.(£61)M. Adam, holländ.Maler.NB.Ad Smalte.Mytens.Ein Brief}' souiel einer auff ein bogen gemeiner Hand-schrifts schreiben mag, in einer Zanslücken [zu]verbergen.Nimb einen Schinnen bei einem Goltschlagere der von einem oehsendarm aufgespant ist., den mag man eineim 112 bogen gross haben, mach ihn wiederumb nass, span ihn wiederumb uff ein bretlein, lass Ihn trücken werden, schreib mit einer kleiner schrift und gemeinen dinten darauff. Nimbs vom Bretlein ab, legs ganz genau zusammen auf ein Röllin, schlag ein grün wachs darumb, vnnd legs in die Zanlücken, oder stoss in ein ohr, oder klebs an ein Wehr, so lang bis du durch die Feind kommes, ist sehr ein fein kunstlein damit du viel andre ding zuwegen pringen kannst.Wie man gelt in ein Wezstein bringen mag.Es ist bei uns ein gemein Sprichwort dass man sagt, der hat sein gelt in Wezstein vernehet, ist der warheit ungemess, und ein feines kunstlein, da ich auss Portugal durch einen solchen weg grosse stucks diamant körner, (die mag besucht vnd lesst sie sonst nit heraussfüren,) dam[it] bringen wollt, auch macht man köstliche kleinott also einkütten, und in sorglichen strassen also hiendurch pringen, aber ohne noth viel Exempel zusezen dieweil du ihm selbst fein wirst wissen nachzudenöken, aber diesen Vorhaben nachzukommen. Nimb einen gemeinen grauen Wetstein, zerschlag in zu stücken, zerstoss in zu Meel in einem Mörser zu einem Pulver, lass durch ein härin Siblin lauffen, thue das Pulver in ein Pfändlein, sez im ein wenig schwarz Pech zu, das ob dem feuer ein muess darauss werdte, so hastu furwar ein köstlich hart Kiith, das auf wasser hellt. Nachmals mach dir von holz ein Tröglein, wie ein verlenget schächelein, in form eines geviertte [viereckigen] Wetsteins, geuss ein wenig des Kütts drin, darnach leg das Gold in diss küttlein auf ein heufflein zusammen gesetzt, vnnd ubergeuss abermal mit dem vbrigen Küts, lass erkalten, nimbs auss dem Kestlein, vnd reib ihn ab, wie man einen andern Wetstein abreibt, so magstu eben soviel mit Wezen alls Vorhien.Wan du daz golt, kleinot, oder Edelgestein willt wieder herauss thun, leg ein eisen plech auf ein Kolfeuer, vnd auf dasselbig plech den Wetstein, lass gemach wiederumb(Ms. p. 124 verso)(Ms.p. 125)— 301 —Für Rot, die rote Kreide, Rubrica fabvilis, das eng- PfüreGrundierungn’ lische Rotbraun [Englischrot], und vor allem der in einem Tiegel zu völligem Rot gebrannte gelbe Ocker.Für Weiss ist kein anderes als Bleiweiss überall [zu gebrauchen]; versuche den sehr weissen gut gewaschenen Mergel und den aus Kiesel-[Wackel-]stein im Feuer gebrannten Kalk. Den weissen Bolus von Malta und die Erde von Mont Deny in Piemont, eine Art Bolus.Für Grün: ein grüner Bolus, der aus Italien kommt und wenig Körper hat, er dient zum Lasieren und ist gut für Landschaften. Was das Verditer betrifft, so macht man es aus Kreide, die mit dem grünen Scheidewasser, welches bei der Separation von kupferhaltigen Metallen entsteht, getränkt ist. Es ist eine Farbe, die wie Grünspan vergeht. Sieh’ zu, ob anstatt der Kreide der Staub des gelöschten und gewaschenen Kalkes dienlich sein könnte.aufgiesen, so felts letslich selbst herauss, du sollt aber auch mercken, da du das keinot oder Edelstein woltest vermachen, daz du dieselben vorhien in ein blechen gefess verwahrest doch da es satt eingemacht würdt, damit sichs. nicht inwendig beweget.Wie du durch die Musica oder per tonum ein iedes (264) ding wägen magst.Ich will sezen, es were noch kein wäg erfunden, dennoch möcht man ein iedes ding allein durch den Tonum wägen, denn Thue also: Lass dir zwen Troth [Drähte] eines metal durch ein Loch mit Heiss vnnd gleich ziehen, die müssen gleicher Lenge sein, vngeferlich einen zweien eien lang, lass an einem ieden Troth oben ein ringlein, vnd vnden ein Wagschalen machfen], heng sie bei dem ringlein, an nagel oben auf, leg das so du wegen wilt in die eine schallen, schlag mit einem eisern stäblein an den Eisendratt, so gibt er ein resonanz vnnd mercks denselben Tonum ganz fieissig, leg nachmals soviel gewichts in die andere schalen, vnd schlag mit dem eisern stäblein and demselben Troth, ist er dem ersten Tono zuerwieder, so leg soviel gewichts in die schalen, bis die Toni gleich werden, so sind auch die gewicht gleich, das du gewegen hast, Vnd ist sehr ein schöne erfindung, die hab ich genommen auss dem 10 buch vnd 15 Oapitel Euclidis, da er beschreibt von bereitung vndgebrauch der Werffung oder schlenkerung mancherlej ge- »schoss, damit man grosse Tre[ger?], Balcken und durch- zug in die Stätt geschossen hat, ist solche anspanung durch zwey stareke slegl beschehen, wo diese beide sind ein gleichen Tonnum gehabt, haben sie auch eben zugeschlossen.Das im Lufft die Metallen gleicher schwere, aber im (265)wasser vnqleich sein.Wan du zwen goltgulden gleicher schwere hast, vnd beide Wagschellein vnder ein wasser tauchest, so weigt sich das Schellin, da der goltgulden am meisten sein golt hat, im Wasser zugr'undt.302(Ms. p. 125 verso)Von mancherlei/ Wegen.Item wiltu den luft wegen oder das watter, ob der luft drüber sey, Nimb ein druckene Wellen [Wolle], wieg sie vff einer Probierwag, leg sie ein stundt oder 2 an lufft, vnnd wieg sie wiederurnb, findestu sie schwerer so ist der luft trüeb, findestu sie leichter, sö ist der luft geleitert, vnd gereinigt, du magest auch den Sonnenglanz durch Weizen oder Gerstenkörner, so von gleichen sammen seind abwegen.(Ms.p. 126)(Ms.p. 126verso)Vergülden auf ein Trinckglass.Willtu gewers [Verse] oder Buchstaben umb ein drinck- glass schreiben, oder Vergulden, nimb Leinöl ein Nussschalen vol gross, vnd 3 Tropften fernis, 3 Erbesgross gestossen Mastix, ein rohrkugel [d. i. Flintenkugel] gross Bleyweiss, vnndt soviel Bleygell, reibs wol under einander, schreib oder mal damit auf ein glass, wan es schier drucken ist, leg golt daran; wass nicht geschrieben ist, wischt sich mit eim Baumwollen hienweg, doch muss dass glass vor- hien sauber gewischt sein, damit sich daz golt in der foll- dung [(Füllung] nit anlege.Meltal aus der Federn zuschreiben.Item feyl dir metal es sey Kupfer, Messing, Zynk- leinden, Wissmut, stoss in einem Mörsere zu Pulvere reibs mit Gummiwasser auff einem glass oder Marmolstein, damit nit etwas vom Stein darunter kombt, fast klein, schwems und machs darnach mit Gummiwasser an , schreib damit vnd Planiers.Von mancherlei] Küetten.Ein Sleinkütt.Nimb wachs vnnd Leinöl eins so viel alls dass andrer, vermengs mit gips, vnd Scherwollen auff einen gluet durchein ander, es soll aber nit auf einem feuer geschehen, mit solchem Kuöt bestreich die Stumpfung, were aber sehr guet, was du kiieten wollest, das es vorhien warm were.Ein ander guet kilet.Nimb 2 h. Ziegelmeel vnd 2 h. Weinstein, reib es klein untereinander, thue es in ein plannen, vnd seud es mit weissem harz vber ein gluedt, vnd ktiet damit warm.Ein kessleim.Nimb kallch vnnd keess eins soviel als des andern,auch mit einer milch abgerieben, vnd gar einwenig weiss meel, misch vndereinander, so hastu ein gar güten kessleym.Ein Leim damit man iedes ding leimbt.Nimb harz vnd wachs, eins soviel alls des andern, zerlasses vndereinander in einer Pfannen, Qder in einem Scherben vber einer glüet, thue dem über ungelescht zer- stossen kalchmeel, auch zerstossen glass, vnd Ziegelmeel, auch eins soviel alls des andern, doch in solcher mass, dazs der Leim daz ist harz vnd wax fein dün bleib, damit mans mit einem bensel möge anstreichen.(266)(267)(268)(269)(27«)(271)(272)1 303(Ms.p. 127)(Ms. p. 127 verso)(Ms.p. 128verso)Wie man einen ieden Menschen auch ein iedes Irre- guliertes gefess visieren vnd seinen Inhalt erkennensol[l].Diese kunst ist genommen auss dem 9 buch vnnd 3 Ca- pitel Vitruvy [IX, 9—12], denn als Hiero der Syracusener in seiner königlichen Maj. von seiner Tefflichen guthat, vnd redlichen handluug wegen, hoch erhaben, vnd fast mechtig ward, hat er verschafft, aus Verliebnus ein ganz güldene krön zu der Verehrung der Götter in ein Tempel zu geben, vnd verschafft dieselbig fast künstlich vnd in grossem Werth zumachen, vnnd dem golltarbeiter dass gollt zuge- wegen, als um zu bestimbter Zeit, das wercks verfertigt, was fast künstlich und subtiler Arbeit, hat er solche krön für den König getragen, vnnd in dem Gewicht, allss er das golt empfangen wiederumb zugewegen, vnnd also diss- mal den könig vergnügt. Alls aber hernach gemerckt worden, wie von dem golt etwass entzogen, von Werck- meister, vnnd soviel Silbers hienzu gethan worden, hat solcher betrug den könig hart versmahet, aber doch solchen diebstall nit eigentlich beweisen mögen, derhalber den Arohimedem gebetten, dass er solcher Sachen mit ffeiss nachtrachtet. Alls aber Archimedes fleissig speculirt nach diesen dingen ist er ungefähr in ein Bad kommen, sich zu reinigen vnd zu baden, alls er aber in ein Wannen oder Badbuden gestiegen, hat er vermerckt, dass soviel sein leib raum darin nam, von wasser sich soviel vbergoss, alls er aber die Ursach desselbigen ersucht, ist er nit lang plieben, sondern verfrurden aufgefahren, vnd fröhlichs muts gesprochen, Ich hab es gefunden! Ist allso eilents hien- gangen, vnd auss solcher erfindung verursacht, hat er 2 kuegelein in gleicher schwere, doch in solchem gewicht, alls viel die krön hiellt, ein von gollt die andre von Silber, Namb allso ein gefess vol wassers bis zum obersten bord ganz gestrichen voll, thut er schleichen die silberne Kuegell hinein, soviel nun dieselbige raum namb, soviel wassers lieff über, alls er sie wieder herauss thet, füllet, er das geschirr wieder, wie es vergestriohen voll gewesen, hatt also erstlich funden, wie schwer wasser zu einer gewissen schwere des Silbers ubergeloffen was, vnd in welcher Proportion sich solche beide gewicht gegeneinander hielten. Alls er nun dasselbig erfahren, hat er den klumpen oder klozen gollts, auch also in das wasser gesenckt, und gleichergestalt auss der wiederfüllung gemerckt dass des wassers nit allso viel aussgeloffen was, sondern vmb soviel weniger das der klumpen des golts kleiner war, dan des Silbers, ob sie gleich in einem gewicht wahren. Allso er aber die ganz krön in solches geschirr vol wassers gesenckt, hat er befunden, das mehr wassers ubergeloffen ist, von dem klumpen golts, von solchem vberflüss hat er verstanden und eigentlichen erfunden, wieviel des Silbers under solchem Werck der Cron zugesetzt worden, vnnd allso der diebstal öffentlichen bezeugt. Auss solcher historia und künstlichen Speculation haben die allten ihre Silber vnd gold probiert, wie man noch heutiges tages sagt, Man habe vor Zeiten durch wasser probiert, denn sie haben ihre besondere Tröglein derzu gehabt, die sie in einander gesetzt, vnd von einer ieden Methal den Überfluss gemerckt, vnd gegen einander gehalten. Ich aber wil nit glauben,(27») 3Ö4 —(Ms.p. 129)(Ms. p. 129 verso)(Ms.p. 130)(Ms. p. 130 verso)dass es wasser gewesen seye, dan es ist zu schwer und unfflüissig, dass siehest du wol wan man ein glass ein- schenckt, und es voll ist, so geht das wasser über das glass, wie ein stückh von einer spera, derohalben achte ich es sey honig oder oel der am flüssigsten sein gewesen.Nimb ein hand oder fuess auch ein ander gefess zu under suchen wieviel wasser oder Wein darin'gehe, nimb ein lehres schaff vnd sez ein andres schaff voll Wassers darein, thue deinen fuss in den schaff mit wasser, was uberlaufft so viel'geht in den fuss, vnd dergleichen von andern gefessen solt-u auch verstehen, ist zu viel eigennuz.Vom Gieps giessen.Zerschlag den Gips' zu stücklein, wie die ganz oder halben welsche niiss, vnd brenn in tag vnd nacht in einem Backofen, darnach zerstoss oder mahl in zu einem Pulver, an diss mei geuss halb lauter, vnd starckh leim wasser, das also warm sey, daz du derein leiden magst, denn wan es kalt würdt so gestehts vnd lesst sich nimmer giessen.Wiltu netten gips giessen, so mus das wasser von Presilgen holz gesotten [sein], vnd thue es under das Leymwasser, allso magst auch mit andern f'erben thun.Den Niederlendschen gips zumachen.Nimb lauter Semelmeel vnd gerieben kreyden, vermeng beide Meel mit einem Leymwasser, damit trückt man allerley weisse Mödelein and die Gläser und Trülein.Schwariz in Schwartz malen oder zuschreiben.Meister Lucas Cheufs, Mahler zu Wittemberg, hat under andern auch diss lob gehabt, dass er den besten Sammit soll gemalt haben, darumb daz er in schwarz noch schwarzer, vnd allerschwarzst hat mahlen können, dem Thue allso.Nimb bei einem Oompostenmacher 1 h. helfenbeinenAbschnitten, thue es in ein glet soviel helfebein,deckh ein stüzzlein darüber, verkleibs mit Leimen auf das aller genaust, gibs einem hafner, dass ers mit andern häfen die er brent einseze. So es nun auss dem offen wie andere hafen genommen wurt, brich die stürzen herab, heb dieselben gebranten stücklein helfenbein auf, stoss in einem Mörsner zu Pulver, wan du es zum schreiben oder mahlen brauchen willt, reibs under leinöl, so würstu sehen, daz schwerzer ist dan kein schwarz.In ein Glass Inschreiben.Heiss dir ein Glassmahler ein glass mit lutt [i. e. Lehmkitt] anstreichen, darin schreibt man mit einer Federn ganz rein wie auf Perment, heiss darnach schmelzen oder braunen, und bleibt die schrillt ewig darinnen, vor hiz oder wasser verwart.Pappier schwarz zuferben,Nimb gebeutelten kienruss bey einem Buchtrücker, reib in an mit güter dienten, darnach mach in an mit Permenter Leimlein mit Abschabig gesotten, vnd ferb ein bogen Papier oder Perment, oder dergleichen, darauff du mit ferben oder golt grün &c. schreiben willt.(»74)(»75)(»76)(»77)(»78)sitätsbibliot 305 —(Ms.p. 131)(Ms.p. 131verso)(Ms.p. 132)(Ms. p. 132 verso)Das Edelgrünferblein vonn Mciister Hansen SiebenmanHaröffenschläger den ein E[xc.] Rath lange Jahre miteinem herren Tisch im Spital erhalten hatt.Nimb viel kupfere geschabte feine blechlein, hengs an ein fedenlein, nachmals thus in einen grossen disculierkolb [mit] zwer mass scharpffen disculierten essig, heng die blechlein an dem fedenlein in den disculierkolben, daz dieselben blechlein ob dem essig schweben, vnnd doch den essig gar nit anrüren. Alls dan vermach eben den kolben fleissig zu, das kein seure darvon geth, sez also vierwochen an die wärm hiender den ofen, so würstu fein sehen, wie die blechlein alle grün worden seindt, desselbig grün thue herab, in ein Muschelin, willtu damit schreiben oder mahlen machs mit Gummj wasser an, willtu mehr grün machen, so thue ihm wie vormals, allein daz du die blechlein von neuem schabest.Perment Leim.Nimb das abschabig oder die spen von Perment, ein gute handtvoll, thue es in ein haffelein, geuss brunnen wasser daran, wasch auss einem wasser, 4 oder 5 mahl daz keine weisse molcken mehr darvon geth, seihe es ab, geuss daran ein Mass brunnen wasser, lass umb zwen zwerch finger einsieden, seyhe es durch ein duch in einen andern hafen, sez es in ein keiler, so . . . würdt es kald sein, diss leimlein braucht man zum goltgrund, vnd allerlei färben.Leym von hausenblasen.Nimb hausenblasen in ein häfelein oder Mahltiegelein, geuss daran brunenwasser 3 oder 4 Zwerchfinger hoch, lass tag vnndt nacht erweichen, nachmals sez neben ein glüetlein, vnd lass zu einem Teiglein einsieden, diss ist ein edler klarer vnd starker leym, damit man metal und holz auch stein leder aneinander leymen mag.Ynd sonderlich soltu mercken, wenn du einen zerbrochenen Wappenstein hast, so magst in mit diesem Leym- lein wiederumb aneinander leymen. So du under diesen Leym ein wenig gestossenes Venedisch glass, vnd ein wenig furniss vermischt, würdt. ein guter glass Leym darauss.Andere nützliche Leim.Nimb kittenkern, geuss ein wenig rohrwasser daran, lass tag vnd nacht stehen, so hastu einen reinen Leym, den brauchen auch die goltschmit, wenn sie golt vff golt lötten sollen.So du mit diesem Leimwasserlein auf einen rosen oder Negeleinbletlein Buchstaben oder Zügelein machst, so lassen sie sich fein vergülden oder versilbern, wie man solche schmecken bey den bülerischen studenten findet.Daz die kinder leichtlich zanen.Nimb schmir der Kinder Wänglein damit,macht leichtlich vnd ohne schmerzen den Kindern die Zäne zu wachsen.Krebs zufahen.Nimb habermehl thue es in ein hafen vnd giess wasser daran, lass es sieden biss es wohl brennselt wurdt(379)(380)(381)(383)(383)(384)20 306(Ms.p. 133)(Ms.p. 134)(Ms.p. 134verso)(Ms.]). 135)leg den bafen ins wasser derein Krebs seinds, so kriech sie derein.Wan eim ein geschossener Pfeil im Lieb ist plieben.Nimb Zwibel, brat die schneidts von einander, vnd lass 3 tage vberm loch liegen, so begibt sich das eisen herfür.Wan eim das Zäpflein nil abgefallen.Nimb eissen abfeillig, thue es in ein Secklein, leges auff den Kopf, so ziehet es wiederumb hienauff.Pour marqueler de l’yuoire, blanc & noir.Jette sur vostre yuoire auec vn Aspergés de la Oire fondue, icelle refroidie trempés vostre yvoire dans de 1’eau forte de bile, la plongeant, & retirant incontinent: puis jettés vostre piece dans la teinture noire tresbonne des teinturiers & l’y laissés tout que besoing sera. Ostés, laués, essuyés ostés la Oire & brunisés.Voyés eet artifice que m’a baillé Joseph Petitot, qu’il a eu d’vn tourneur de Londres.Pour faire de baslons, escritoires, boestes comme lepapier de Turquie ä ondes auec gomme Laqué.Faites en de toutes couleurs, puis jettés en des mor- ceaux dans de Feau fort chaude, la laqué s’arnollira de sorte, qu’en la roulant entre deux mains vous la pouués estendre aussi menue qu’vn filet. Mettés de ce filets de diuerses couleurs Fvn touchant Faultre sur vne platine de cuiure ou d’estain qui plongerés dans vn bassin plein d’eau tres chaude de sorte que vos filets de cire s’y paissent amollir, alors auec vn poingon ou baston pointu formés vos ondes comme vous voudrés, tirés vostre platine hors de 1’eau, laissés tout ref'roidir, seichés bien Fhumidité. Mettés la platine sur vn rechauld, tant que la cire se fonde doulcement, sur laquelle ondée connne dessus roulés vos bastons, escritoires, manches de cousteaux & semblables. Le ciment estant froid, esgalés le & 1’vses, puis polissés auec tripoly & potée, frottant auec vne piece de buffle.Daz ein ey an einem spiess aufsteigl.Thu in ein lehres ey & ma.chs wol mit waxdz nichts herausläuft steils in mittag an der sonnen zu einem spiess so steigts vbersieh.Für ein wultenden Hundsbiss.Nimb Terra Sigillata mit essig angemacht, vnd mit rosenoel getrempiert dauon getruncken ist gut so einer von einem Wüttigen hundt gebissen wurdt, auch für schlangen vnd spinnen biss vnd andres gifft, im leib ver- treibts, auch so ein Mensch dünne im leib were, das ver- stopfft es auch, vndt vertreibt die Pestilenz.(Ä85)(28«)(280)(200)(201)(202) (Ms. p. 133 verso unbeschrieb.)(Ms.p. 134)(Ms. p. 134 verso)Zu Blutsiellung vnd Wundenheillen ist Aichenlaub zerbissen in dem Mundt vber den schaden gelegt sehr gut.Ein lieclit das vnder dem Wasser brennt.Rp. %] .... carbon .... gvj. Misce pone in penna calamu scripturis, appende lapillu ut aggravet in aq. accende & aq. immitte.Um Elfenbein, weiss und schwarz, zumarquetieren.Schütte auf das Elfenbein mittelst eines Sprengwedels geschmolzenes Wachs und wenn es erkaltet ist, tränke das Elfenbein in starkem Q-allwasser, tauche es ein und ziehe es gleich wieder heraus: dann werfe dein Stück in gute schwarze Farbküpe und lasse es darin solange als nötig. Nimm es heraus, wasche, trockne es und entferne das Wachs und glätte es.Sieh’, dies Kunststück hat mir Joseph Petitoi mitgeteilt, der es von einem Londoner Drechsler bekommen hat.Stöcke, Schreibzeug, Kästchen, wie türkischPapier wellenartig mit. Gummilack zumachen.Mache es in beliebig verschiedenen Farben, dann werfe Stücke davon in sehr heisses Wasser; der Lack erweicht sich derart, dass du ihn durch Kneten mit den Händen so fein wie einen Faden ausdehnen kannst. Lege von diesen Fäden verschiedener Farbe so, dass einer den anderen berührt auf eine Kupfer- oder Zinkplatte und tauche sie in ein Becken voll heissen Wassers derart ein, dass deine Wachs- [resp. Lack-] Fäden sich erweichen können; dann mache mit einem Stile oder gespitzten Holze deine Wellen wie du willst, ziehe deine Platte aus dem Wasser, lasse alles erkalten und trockne alle Feuchtigkeit. Setze die Platte auf ein Rechaud, solange bis das Wachs leicht schmilzt, und rolle über das schmelzende wie oben deine Stöcke, Sohreibzeuge, Messergriffe und ähnliches. Ist der Kitt trocken, mache es dann eben, glätte es [mit dem Bein], dann poliere mit Tripelerde und Zinnasche und frottiere es mit einem Stück Büffelleder.[Ms. p. 135 Fortsetzung der Rezepte aus deutscher Quelle.](387)(388)(38»)(390)308(Ms. p. 135versounbe-schrieb.)309(Ms.p. 135versounbe-schrieb.)(Ms.p. 136)(Ms. p. 136 verso)Bleichen von Leinöl. Mr. N[orgate].27. Dezember 1632.Nimm ein Quart Leinöl und gib es in ein irdenes Geschirr, dann füge ein Stück in Krumen geschnittenes schwarzes Brot mit einer Quantität Sägespänen von Holz-dielen und gepulvertem Bleiweiss hinzu, gib alles zusammen in das Geschirr, welches mit diesen Materien bei heissem Wetter 4 oder 5 Tage in die Sonne gestellt werden soll; und mit einem Holzstöckchen rühre und mische alles 5 oder 6 mal im Tage durch einander, und gib acht, dass kein Schinutz oder Unreinigkeit in den offenen Topf falle. Ist dies so geschehen, so wirst du das Oel klarer und heller befinden, und wenn das Geschirr noch einen Tag ruhig gestanden, so sinken alle obigen Materien zu Boden, und du magst das geklärte Oel sorgsam von dem [übrigen] ab-giessen und in einem reinen Glase zum Gebrauch bewahren. Helle und sehr klare Oele. Mr. Norton, ein guter Maler, sagte mir, er habe Leinöl in einer gut mit Kitt [?] und Pergament verschlos-sener Flasche acht oder neun Monate der Sonne und demMonde ausgesetzt, und dieses Oel sei darauf sehr klar und hell wie Wasser gewesen, ein wenig dicker als das ge-wöhnliche, aber nichtsdestoweniger gut zur Malerei.Mr. Lanyre Hess alte aber nicht ranzige Nüsse ent-schälen, sie von der Schale reinigen [Fehlstelle . . . .[, und machte so das aus den Nüssen gepresste Oel sehr hell undsehr klar.Ich glaube durch Tränken der Nüsse in ziemlich warmem Wasser wird sich das Häutchen leicht ablösen, und hernach trockne man die Nüsse im Backofen, nach-dem das Brot herausgenommen ist, oder auf dem Herde,und presse dann das Oel aus.Trocknende Oele[werden bereitet] ausLein,Nüssen,Hanf,weissem Mohn.Versuche die OelevonHaselnüssen,der Frucht von. , Kirschen,Kicmus, / Pfirsichk nun n TTAn \Kerne von Eicheln,Siehe auch Lingua Avis.IBsr*(893)(894)(395) 310(»®«)(Ms.p. 137)(Ms. p. 137verso undp. 138unbe-schrieb.)(Ms. p. 138verso undp. 139kleineseinge-klebtesBlatt)(*»«)(Ms.p. 137)(Ms.p. 137verso undp. 138unbe-schrieb.)(Ms.p. 138verso undp. 139)(Ms.p. 140)311 —Rezept zum Bleichen des Leinölesvon Sgr. Cavaliere Antonio Vandyck.Siehe die folgende Seite [der Vermerk bezieht sich auf Rp. 299, p. 140 d. Ms.].Man nehme von zwei Eiern die Dotter und schlage sie gut mit einem viertel Becher gewöhnlichen (dreifachen) Weingeist, so dass es sich mit obigen Eidotter vermischt; dies gebe man in eine Flasche und füge einen Becher Leinöl hinzu, verrühre das Oel mit den Beigaben bis alles trübe wird: das macht man mit einem F'ederbrech [in vier Teile gespaltener Federkiel]. Man schliesse die Oeffnung der F’lasche und nachdem es zur Ruhe gekommen, wird es in wenigen Tagen ganz hell etc.Klarer Firnis.Nehmt ’/* Lot guten klaren Mastix in einen neuen Topf, lasset ihn langsam auf dem Feuer schmelzen, darnach nehmt von dem allerbesten cyprischen Terpentin 2 Lot,macht ihn in einem anderen Topf auch heiss, giesset den-selben dem geschmolzenen Mastix bei, rühret wohl um, nehmt es vom Feuer und giesst 2 Lot besseres Oel, das schön ist, dazu unter stetem Umrühren und giesst es in eine Glasflasche durch ein Tuch.Klares Oel.Nehmt J/2 Topf Leinöl, l/2 Topf Regenwasser, ein Teil Alaun, ein Teil Salz, ein Stück Roggenbrotrinde, lasst es heiss werden, dass das Gelbe des Oeles aufsteigt undrührt es um, dann werfet eine handvoll Sägemehl von Pinienholz hinein, während ihr langsam über dem Feuer rührt. Stellet dann den Topf 8 oder 10 Tage an die Sonne,so scheidet sich das klare von dem trüben Oel, und lasst es dann in ein Glas über Bleiweiss und grobe Brocken von Roggenbrot destillieren [d. h. filtrieren]. Will man esdann noch klarer machen, dann treibt man es durch einen Destillierhelm, nach der Art der Destillation und es wird dann wie Brunnenwasser.Leinöl im Schatten zu bleichen.|s. oben 296.]Mische Branntwein mit dem Gelben von Ei (ich sage gewöhnlicher Branntwein und nicht Weingeist, welcher die Eidotter durchsetzt und sogleich verdickt) und stelle die^e Mischung mit dem Oele im Glase in den Schatten und schüttle das Gelass oftmals. Lasse dies stehen bis das Oel gebleicht ist, dann seihe es durch, um es so von dem übrigen zu separieren und benütze es.Sieh’ zu, ob es gut ist, die Eidotter mit dem Oele zusammenzuschlagen und dann den Branntwein hinzuzugeben. ln diesem Falle könnte man es mit Weingeist versuchen, aber ich glaube, der Branntwein ist besser. Adam sagte mir, dass er gewöhnlichen Branntwein nehme und dass man die Flasche nur auf einem Untersatz im Schatten stehen lassen soll, und dass in drei Wochen oder längstens einem Monat das Oel vollkommen gebleicht sei.Es gelingt nicht mitEiklar, Eigelb ist zunehmen.(*#»(*»8)(*»»)315(Ms. p. 141verso)auftragen, je dicker die Farbe ist, desto besseren Halt wird es bekommen und um so besser die Leinwand gespannt.Wenn ein Bild abspringt, das mit wenig (303) dichter 0 e 1 f arbe gemalt ist.Streiche auf die Rückseite mittels des Borstpinsels Nussöl oder Leinöl (oder am besten mit Glätte bereitetes Oel), welches mit einer leichten Farbe angemacht ist ; aber das mit Glätte oder Mennige bereitete ist am besten. (Versuche das zur Hälfte eingekochte Nussöl.) Ist das Oel eingedrungen, dann lasse es zur Hälfte trocknen, breite über der Malerei ein mit Kerzentalg bestrichenes Papier aus und beschwere es mit irgend einem schweren Gewicht, um die Verbindung gut herzustellen, dann lasse es ganz trocknen.Wenn ein zu stark grundiertes Bild lange (304) Jahre gerollt gewesen und zu befürchten ist, dass es beim Auseinanderrollen brüchigwir d.Nähere es langsam dem Feuer und in dem Masstabe, als es sich erwärmt, rolle es mit Geduld auseinander, und sobald es weich genug ist, spanne es recht gut und fest auf einen Rahmen.Wenn du es in den Keller bringst und die Feuchtigkeit [angezogen] ist, dann hat es gleichen Erfolg.Künstliche Fenster aus Seide zu machen, (305)die wie Kirchenfenster von Glas scheinen.Zuerst erfunden von dem englischen MalerGreenbury, dann verbessert von dem hollän-dischen Maler Portmann in London.Spanne zuerst deinen weissen Taffet, so eben als man ihn spannen kann, auf einen Rahmen, grundiere [den Taffet] mit sehr klarem Leinöl, dem ungefähr der 8. oder10. Teil von weissem gesiebten Wachs beigegeben sei, derart, dass die Salbe viel weicher sei als die Butter im Sommer, aber merke, dass dein Oel trocknend ist, d. h. an der Sonne präpariert und durch die Zeit gebleicht, entweder durch sich selbst, oder mit Hilfe von Bleiweiss, nach den Regeln der Kunst. Diesen Grund trägt man im Sommer auf, wenn die Sonne klar und heiss scheint, und dieser setzt du auch deinen Rahmen aus, bis [der Taffet] ganz trocken und sehr durchscheinend ist. Trage auf den so bereiteten Taffet die zu malende Zeichnung, die auf Papier vorgezeichnet ist, auf; indem du die Striche dieser Zeichnung durch den Taffet scheinen siehst, pause die Züge mit einem englischen Blei oder Kohle durch oder womit du willst. Die Farben, deren man sich bedient, sollen alle transparent sein, wie die, mit welchem man lasiert, also Indigo, Lack, Schüttgrün, der destillierte Grünspan,Kreide und zum Schattieren sowie zur Herstellung des Schwarz dient wegen seiner Dichte das Bleiweiss. Die genannten Farben sollen mit Trockenöl gemischt werden, da sie sonst niemals trocknen, und so werde nach den Regeln der Kunst gearbeitet, durch Mischung der Farben verschiedene Töne erzielt, wie es Kunst, Handwerk und Erfahrung des Malers ihm eingeben können. Zur Karnation— 318 —Andere Art.Nimm ein Gefäss mit ziemlich breitem Hals, gib in dasselbe Wasser und durch Lagern gut gereinigtes Oel, schlage sie zusammen, und lasse das Oel sich oben wieder sammeln. Nimm die fein zerbröckelten Krumen von altgebackenem Weizenbrot (das weisse ist gut, aber Air. Adam gebraucht stets das schwarze), breite es mit den Fingern streuend auf das Oel, und wenn es das Oel passiert, nimmt es allen Schmutz mit. Schüttle es jeden Tag einmal tüchtig durch und lasse das Gefäss zu jeder Jahreszeit auf einem Untersatz im Schatten 'Seines Zimmers stehen. In ungefähr einem Monat wird das Oel gebleicht und so klar wie Wasser.Sieh’ zu, ob das Oel sich nicht schneller bleicht, wenn es im Sommer an die Sonne gestellt wird. Jedenfalls verdickt es durch dieses Mittel und wird viel trocknender, aber weniger gut zum Malen und um die Farben damit zu verwenden.Versuche in ein Glas mit langem und wie für ein Destillierglas geraden Hals zuerst die fein gebröckelte Brotkrume hineinzugeben, dann das Oel darauf zu giessen, das ganze gut zu schütteln, und eine Nacht stehen zu lassen, dann das Wasser in das Glas zu schütten, es zu schütteln, und dasselbe in eine Ecke zu stellen, wo man es alle Tage bequem zum Schütteln herabnehmen kann, und wenn die gewünschte Klarheit des Oeles eingetreten ist, dann trenne man es von dem Wasser durch einen Heber [Trichter] und bewahre es in einer gut geschlossenen Glasflasche auf.Sehr guter Firnis des Mr. Adam. Hell wie Wasser und in drei Stunden trocknend. Rp. Sehr klaren venetian. Terpentin, IJ/2 Unz. (welches das beste Verhältnis ist, obwohl er manchmal bis zu l3/* oder 2 Unz. nimmt), stelle ihn in einem Glasgefäss in ein Becken mit heissem Wasser auf einen kleinen Ofen, und wenn der Terpentin geschmolzen und warm ist, nimm 1/2 Unze gut gereinigte, zu Pulver gestossene Mastixkörner, werfe dies in den Terpentin, und rühre so lange um, bis der Mastix geschmolzen ist. In einem anderen Gefäss habe 4 Unz. sehr helles und klares Terpentinöl, mache es ebenso, [d. h. im Wasserbad] das Gefäss mit einem Glasdeckel geschlossen, warm, schütte den Terpentin mit dem geschmolzenen Mastix darein, rühre sorgsam um und entferne es vom Ofen.Beim Gebrauch werde das ganz reine [d. h. staubfreie] Bild an die Sonne gestellt, bis es sich erwärmt, dann trage den Firnis warm darüber auf und lasse trocknen.(Ms. Für ein durch zu starke Grundierung ver- P- 141) dorbenes Gemälde.Ziehe eine Schnur ringsum, und spanne es sehr fest auf einen Rahmen, nachher nimm Weiss oder Grau oder Ocker oder irgend eine Wasserfarbe, die Körper hat, wie Kreideweiss, mische die .Farbe mit Leim (engl, size), und reibe dein Gemälde von rückwärts mittels eines Borst- pinsels ein. Lasse es trocknen. Das zieht die Leinwand und macht sie gerade, so lange die Farbe darauf ist. Wenn es nötig ist, kannst du die Farbe 2 oder 3mal(Ms. p. 140 verso)(300)Ich habe diese Rezepte von einem hol- länd. Maler mit Namen Adam, wohnhaft in Oooiman Street.*(301)Ich habe es gesehen, vortrefflich.(308)317(Ms.p. 142)(Ms.p. 142verso)können Lack, Schüttgrün in verschiedener Mischung dienen. Sieh’ auch, ob der Asphalt dazu dienlich ist etc. Die Umbra-Erde, Englisch Rot und ähnliche Farben.Für Blau oder Azur lasiere Ultramarin, aber da es so äusserst kostbar ist, so „ist das Spiel die Kerze nicht wert“, deshalb wird Indigo genügen. Man könnte versuchen, das Ultramarin mit destilliertem Verdet und Salmiak nach den Regeln der Kunst gemischt zu imitieren. Das gen. Verdet zweimal lasierend auf'getragen, verbleicht nicht, besonders wenn man, nachdem die Formen alle gemacht sind, einen wasserbeständigen Firnis darüber zieht. Wenn es sich darum handelt, bei Gebäuden und nackten Körpern kleine sehr helle Lichter aufzusetzen, so bestreicht man sie zuerst mit Kreide und hebt mit dem Pinselstiele die Lichter heraus, gibt die letzten Striche mit Geschmack, um das ganze Bild zu beleben, wie die Lichter des Fleisches und auf den Baumspitzen etc.Man lässt dann alles nach Bedarf trocknen. Ist das Bild trocken, so widersteht es dem Wasser und lässt, wenn es gereinigt werden soll, sich abwaschen, wie jedes andere Oelgemälde.Zur vollkommenen Darstellung des Glases und um zu vermeiden, dass die Eisenstangen oder Gitter oder selbst das Blei der Glasung sichtbar wird, wenn die Sonne gegen die Fenster scheint.Spanne auf einen anderen Rahmen [Seiden-JTaffet oder sehr weisse und feine Leinwand und präpariere sie wie oben mit deinem Oel und Wachs. (Sieh’ zu, ob die einfach gewachste weisse Leinwand taugt und ob die Sonne sie nicht flüssig macht oder erweicht, was dann Ansammlung von Schmutz veranlassen würde; versuche auch eine zuerst geleimte und dann mit recht durchsichtigem Firnis überzogene Leinwand.) Befestige diesen Rahmen zwei, drei oder vier Zoll von dem Bilde entfernt und richte alles herum kunstgerecht her.Um auf derart präpariertem Taflet zu malen, muss man das Gemälde gegen das Licht stellen und so siehst du, was du mit den Farben arbeitest.Merke: alle Farben sollen mehrere mal übergangen werden und wenn getrocknet, soll helles Leinöl, das mit Bleiweiss oder mit Feilstaub von Blei sehr trocknend gemacht ist, darüber gestrichen werden.Helles Oel, das sich nicht verdickt und sehr klar ist, womit M. Feliz nach seiner Aussage die Äzure malt. Es trocknet alsbald.Rp. Leinöl (oder JSTussöl); vgl. auch Mohnöl. Schütte es, abseits vom Feuer, in einen neuen glasierten Topf über den sechsten Teil seines Gewichtes sehr fein pulverisierter Goldglätte, rühre es mit einem Stäbchen etwa eine halbe viertel Stunde tüchtig um, dann schütte auf das Oel und die Glätte das doppelte Quantum Brunnen- oder Regen wasser, lasse es langsam auf dem Feuer während einer guten Stunde zum mindesten oder zwei sieden, verhüte das Ueberlaufen und schäume sorgsam ab. Hebe es vom Feuer, lasse es sich setzen und schütte die Flüssigkeit ab, separiere das Oel vom Wasser und bewahre es zum Gebrauch.Sieh’ zu ob das Zink-weiss taugt.Es taugt nicht, denn es schwärzt sich an der Sonne.(30G)T.M.(307)Zu 18 (16) Unzen Oel8 Ünz. Glätte.(Ms.p. 143)(Ms. p. 144verso)— 319 —Vortrefflicher Firnis.Mache den gewöhnlichen Malerfirnis mit sehr hellem oder aber doch möglichst wenig gelben venetian. Terpentin, den du finden kannst und mit hellem Terpentinöl, das zur Verbesserung wieder destilliert oder das erste mal mit Wasser gereinigt wurde. Das soll im Sandbade geschehen, ohne eine lange Verdunstung der Dämpfe zu gestatten, aus Furcht, dass es sich zu sehr verdicke. Hebe es vom Feuer ab und verwahre es. Zum Gebrauch mische gleiche Teile dieses Oeles mit dem oben beschriebenen hellen und trocknenden Leinöl oder Nussöl. Trage es erwärmt und dünn auf.Mr. SoreauMaler. 31. Aug. 1637.Um auf leichte Weise mit Tinte auf einer mit 0 e 1 grundierten Leinwand zu schreiben.Schlage ein Eiklar in Wasser und streiche mittels eines Schwammes auf deine Leinwand eine [Art] Palimpsest. Lasse trocknen Schreibe darauf. Obschon die Tinte lange Zeit trocken ist, lässt sie sich doch leicht entfernen.Auf Oelmalerei zu vergolden.Reibe sie mit Eiklar ein, lasse trocknen und male dein Blattwerk oder Grotesken oder Schriften mit [Gold]- farbe darauf. Lasse trocknen, wie es sich gehört, trage dein geschlagenes Blattgold auf und drücke mit ein wenig Wolle fest. Wenn alles gut getrocknet ist, wasche es mit einem sehr weichen in Wasser getränkten Schwamme rein ab, und alles überflüssige Gold wird weggenommen, so dass die schönsten und feinsten Striche deutlich erscheinen. Das Eiklar verhindert, dass das Gold an der Oelfarbe an anderen Stellen, als wo sich die Goldfarbe [or couleur] befindet, anhaftet.Von Eiklar auf Oelmalerei.Es zehrt und verdirbt mit der Zeit die Farben und haftet so hartnäckig, dass selbst, wenn du das Gemälde öfters ab waschest, doch immer etwas zurüokbleibt.Man müsste versuchen, ob sich nicht aus Fischleim ein guter Firnis herstellen Hesse, aber er muss geschmolzen und heiss aufgetragen werden.Sehr klares und helles mit Glätte bereitetesO e 1.Setze Lein- oder Nussöl in einem neuen glasierten Topf ans Feuer, erhitze es nicht so, dass es koche, wohl aber zu wallen beginne. Hebe es vom Feuer und schütte dann gut gewaschene und gut getrocknete Glätte hinzu und rühre ziemlich lange mit einer Spachtel oder Stückchen um. Decke den Topf zu und lasse 15 oder 20 Tage ruhen. Das Oel wird vollkommen geklärt und sehr trocknend werden.Sehr helles und gut entfettetes Lein- oderN u s s ö 1.Nimm Regen wasser und löse darin Salz auf, mische es mit dem Oel und schüttle durch zwei oder drei Tage(308)M. Beicamp(309)(310)(311)(313)(313)321(Ms.p. 144)(Ms.p. 144verso)(Ms.p. 145)längere Zeit mehrmals durch. Das kann in einer Flasche mit einem Zapfen am Boden geschehen, die beste Art der Waschung geschieht aber durch Schütteln der Flasche. Entferne das Salzwasser und ersetze es durch neues und wiederhole das obige 12 oder 15 mal. Dann wasche 3 oder 4mal mit weichem Regenwasser. Um es gut zu entfetten, füge man Brotmolle hinzu, welche beim Durchpassieren des Oeles zu Boden sinkt und allen Schmutz, der noch vorhanden ist, mitnimmt. Separiere das Oel [vom Wasser] und bewahre es in einer gut verschlossenen Flasche. Es wird so hell wie Wasser sein.[Von allerlei Farbenmischung. Firnis.]Der Auftrag von Firnis geschieht am besten an der Sonne, damit der Firnis schneller trockne.Die Cerusa oder Bleiweiss bleichen das Oel ebenso gut als die Glätte, aber sie machen es fetter und verdicken es. Die Mennige ist besser.Kreide mit ein wenig Cerusa oder Bleiweiss und Oel gemischt trocknet sehr gut und schält sich nicht ab.Das Eiklar schadet hauptsächlich den Farben die keinen Körper haben, wie bei Lack, Grünspan, Indigo, Schüttgelb und Elfenbeinschwarz.Das Lampenruss-Schwarz hat, auch wenn es gebrannt ist, etwas ftiessendes und ist nicht gut zur Mischung von Fleischfarbe.Wenn die Mennige auch so unfühlbar fein ist, als man sich es vorzustellen vermag, so trocknet sie mit der Spatel auf der Palette vermischt nur schwer und langsam. Wenn du sie aber vor dem Gebrauch auf dem Stein reibst, trocknet sie sehr bald.(314)Sorrow [engl.],im Deutschen Sorg.Indigo, der nicht verbleicht.Nimm vom besten (Guatemala) in Brocken, lasse ihn an der Sonne in einem Topf oder irdenen Geschirr mit sehr starkem Essig überschüttet zwei oder drei Tage stehen. Pottz.Schütte den Essig, der allen Schmutz uud Unreinheit mit sich nimmt, ab, und trockne die Paste, dann bediene sich ihrer zur Oelmalerei. Das gleiche erreicht man mit Urin, aber das Einweichen hat 5 oder 6 Tage an der Sonne wie oben zu geschehen.Vortreffliches Mittel, Indigo, Schüttgrün und Lack als Oelfarbe zu festigen.Brenne Alaunstein in einem sehr reinen Schmelztiegel derart, dass er sehr weiss und leicht wird. Reibe dieses Pulver mit den obigen Farben und Nussöl auf dem Stein,oder auf der Palette und male damit. Die Farben werden dadurch viel kräftiger und verbleichen nicht, wenn sie der Sonne, Regen oder Wind ausgesetzt werden. Dies ist sonst gewöhnlich in der Sonne in wenigen Stunden der Fall.(315)NB.19. Juni.Fettz hat es versucht und billigt es sehr.Nussöl, hell und klar wie Quellwasser.Rp. Nussöl oder gewöhnliches oder ohne Feuer be-reitetes [d. i. kalt gepresstes] Oel 1 Pfd., gib in einen Topf oder eine Flasche, schütte darüber Menschenharn ebensoviel als Oel, stelle es an die Sonne, ohne den Topf,(316)1(142.Elias Fettz von Konstanz.323das irdene Geschirr oder das grosse Glasgefäss zu bedecken. Lasse es zumindest. 4 Tage, wenn es länger steht, umso besser. Im Sommer bei warmem Sonnenschein geht es schneller. Das gebleichte Oel werde dann durch einen Glasheber vom Harn gesondert und aufbewahrt. Es gilbt niemals, wenn es auf diese Weise entfettet und mit Harn behandelt ist.T.M. Versuche, wenn mehr Harn in einem breiten Glasgefäss ist, und das Oel nur in der Dicke eines Testen [alte franz. Münze] aufgegossen ist, ob es sich nicht besser entfettet und bleicht, als wenn das Oel in grösserer Schichte angewendet wird.Trockenöl mit Glätte.Rp. Nussöl, soviel du willst, und ebensoviel kaltes Wasser. Gib es in einen Topf, worin sich auf je ein Pfund zwei Unzen gepulverte Goldglätte befinden. Setze das Ganze auf gelindes Feuer, rühre mit der Spatel um, bis es zu sieden beginnt. Höre mit Rühren auf, und lasse langsam eine halbe Stunde sieden. Wenn es länger ist, macht es nichts, es verdickt sich nicht. Seihe es wie den Firnis durch und es wird klar wie Wasser.(Ms. p. 145 verso)Ein Oelgemälde zu reinigen.Reibe und säubere es gehörig mit weicher Seife und einem sehr feinen Schwamme, und lasse sie mehr oder weniger lang je nach dem Schmutze darauf stehen. Nachher wasche mit Urin und endlich schwenke es mit viel Wasser durch Gegenspiilen ab. Das Wasser sei anfänglich ein wenig heiss, dann spüle man es mit dem Wassereimer.[Angaben von Hein. Mart. Sorg.|Das Eierklar, mit dem einige ihre Oel-Bilder firnissen, ist etlichen Farben sehr schädlich und tötet sie, wie die Azure.Die zu stark gerollten Gemälde verderben, wenn sie zu stark grundiert sind, so dass sie durch Aufrollen brüchig werden. Stelle sie für einige Tage in den Keller, dann erweicht sich die Leinwand, spanne sie noch weich auf ihren Rahmen.Der Mond belebt die Farben nicht weniger als die Sonne, wenn du nach dem Reinigen und Waschen das Bild zwei- oder dreimal in der Nacht seinen Strahlen aussetzt.Leinöl in einem Monate zu bleichen.Gib es in eine Flasche mit Wasser und Alaun zusammen. Setze es der Sonne aus und schüttle zwei- oder dreimal täglich.Den Schmutz von einem alten Oelgemälde zu entfernen — hauptsächlich von den Ge-sichtern und Draperien.Zerlasse starken gewöhnlichen Schreiner-Leim, der sehr dick sei, und schütte die heisse Lösung über das Bild. Lasse ihn nachdem er erkaltet ist, noch einen Zeitraum von auf dem Gemälde, dann entferne ihn, in einem Stück; das nimmt allen Schmutz mit fort. Versuche, ob es sich herabnehmen lässt, ohne das Bild zu beschädigen.Dieses Oel dient zum Anreiben und Mischen aller Farben, des Weiss, des Blau und trocknet leicht. Man kann es an Stelle jedes anderen gebrauchen.(317)Dieses Trockenöl kann als Firnis die-nen ; mit Farben ge-mischt verdirbt es sie nicht.(318)M. Sorg, Maler. (319)Capit. Sale.(320)Sorg.Idem.Id.(320 a)21*325(Ms.p. 146)(Ms. p. 146 verso)(Ms.p. 147)Leinöl bleicht in ganz wenigen Tagen, wenn du zu einem Pfund desselben ein Viertel zu feinem Pulver gestossenen ungelöschten Kalk gibst. In einem Destillierglas, oder in einer Phiole mit langem Hals täglich ziemlioh lange Zeit durchgeschüttelt, bleicht das Oel und verdickt nicht.Leinöl zu bleichen.Nimm ein Quart Oel und zwei handvoll [was zwischen die Finger geht] gewöhnlichen ungelöschten Kalk, gib es in einen glasierten irdenen Topf, lasse es drei oder vier Tage darin und rühre täglich 3 oder 4 mal um. Dann schütte das Oel vorsichtig in eine Glasflasche über und schliesse sie gut; stelle sie ein oder zwei Stunden desMorgens und ebenso lange des Abends an die Sonne,ungefähr drei Wochen lang, und es wird gereinigt sein.M. Adam Susinger, ein guter Maler, mischt zuerst den Kalk mit Oel und lässt es einige Tage zusammen,dann schüttet er das Wasser darauf, schüttelt jeden Tag öfters durch und lässt es im Schatten in einem Zimmer stehen. Er versicherte mich, dass das Oel gebleicht werde, aber ich glaube, dass dies an der Sonne besser undschneller der Fall ist.Sieh’ zu, ob starke filtrierte Kalkmilch mit Oel gemischt, das ganze der Sonne ausgesetzt und oftmals im Tage, bis es gebleicht ist, aufgeschüttelt, dazu taugt.Der Kalk vom Kiesel-(Wackel-)stein ist der beste.Dietrich Keuss, Maler von Hamburg, bleicht das Leinöl auf zwei Arten:1. In ein breites Gefäss gib mit Oel gut geriebenes Bleiweiss, schütte dann durch Lagerung gut gereinigtes Oel darüber, setze es ans Feuer und erhitze es sorgfältig ungefähr eine Stunde lang, ohne dass das Oel koche, und rühre mit einer Eisen- oder Silberspatel um. Hebe es vom Feuer und lasse absetzen; am nächsten Tag ist es gebleicht.2. In Deutschland hat man Schnitzel oder Hobelspäne aus einem weissen Holz, deren man sich als Flinten- Zunder bedient; gib dein Oel in einem kleinen Fässchen darüber und lasse es lange Zeit stehen. Das Holz zieht alle Gilbheit aus dem Oele und bleicht es.Bei allen Farbenhändlern in Italien verkauft man ein Dicköl, das sie venetianisches Ambra-Oel nennen. Es ist sehr trübe, aber sie haben einen Kunstgriff, es entweder mit gestossenen Ziegel oder mit Brotkruste zu klären und zu bleichen. Wenn dieses Oel auf der Palette mit schon in gewöhnlichem Lein- oder Nussöl geriebenen Farben gemischt wird, macht es sie flüssig, verhindert, dass sie sich einsaugen und einschlagen, und macht sie mit vortrefflichem Effekt glänzend. Ich glaube es ist das nem- liche, von dem mir Genlileschi sprach und dessen sich dieser bedient. Es wird nicht ranzig.Kunststück, die Temperabilder aufzufrischen und sie den mit Oel gemalten gleich zu machen.Erfunden von T. de Mayerne 1632.Wenn die Gemälde alt und voll Schmutz sind, soll man sie vorerst mit einer feinen oder zumindest weichen und alten Leinwand sorgsam abreiben, dann mittels derNicht an der Sonne sondern im Schatten.(321)Matthieu, Gold-schmid der Königin.T.M.(«5fS4)(323)327 —(Ms. p. 147 verso)(Ms.p. 148)Molle von altgebaokenem Schwarzbrot den Schmutz so gut es möglich ist, ohne etwas zu beschädigen, entfernen. Nachdem man sie mit einem Faden umsäumt oder mittels eines ringsum genähten Bandes gefestigt und mittels Bindfaden an einen Rahmen gespannt hat, werde mit einem grossen (aber weichen und biegsamen) Borstpinsel von rückwärts sehr flüssiger Fischleim, jedoch von mittlerer Stärke, aufgetragen, derart, dass die Flüssigkeit durch das Bindemittel der Farben (deren Leim mit der Zeit kraftlos geworden sein kann) ganz hindurchdringe; hiedurch werden die Farben von neuem an die Leinwand befestigt, und auch einigermassen lebhafter erscheinen. Lasse diese Schichte trocknen, trage auf diese eine zweite vom gleichem Fischleim, nur etwas stärker und mehr eingekocht als die erste, lasse diese trocknen und streiche dann mit einem breiten, langen und weichen Pinsel eine Lage des flüssigen, hellen und klaren Leimes, aber ziemlich kräftig, geschickt über die Farben selbst, und bedecke ohne eine Stelle mehrmals zu berühren, nach und nach das ganze Gemälde. Dieser Leim sei mehr als lau, d. h. in dem Grade der Wärme, in welchem er wasserflüssig gelöst wurde. Lasse trocknen und streiche endlich eine zweite Schichte sehr starken Leimes darüber, welche langsam und völlig trocknen gelassen werde. So wird das Gemälde zur Aufnahme des Firnisses geeignet. Beim Ueberstreichen des Leimes erschrecke nicht, wenn die Malerei sich mit einem weissem Schaum überzieht, welcher das Gemälde zu verderben scheint. Wenn es trocken wird, verschwindet alles wieder. Der hellste Firnis, den man machen kann, werde mit einem weichen Pinsel ganz leicht aufgetragen und nach Bedarf trocknen gelassen. Wenn irgend etwas an der Malerei verdorben ist, kann es auf dem trockenen Firnis mit Oelfarben kunstmässig verbessert werden und nach dem allen gibt eine zweite Lage von Firnis dem Ganzen den Glanz.Um das Gemälde sehr dauerhaft zu machen, versuche auf der geleimten Rückseite, wenn es nötig ist, eine dritte Lage aufzutragen. (Diese besteht aus mittelflüssigem aber stets sehr starkem Fischleim und feinem Weizenmehl oder Stärke) und dann folgt die folgende Mischung:Reibe Umbra-Erde mit Leinöl fast so flüssig wie das Gel, lasse diese Mischung auf schwachem Feuer sieden und rühre um, bis es Syrup-Konsistenz erreicht hat, trage dies mit dem Pinsel auf, das trocknet alsbald und verhindert, dass die Leinwand, sogar gegen eine feuchte Wand gelegt, faule. Bleiweiss taugt sehr gut mit ein wenig Umbra gemischt und sehr flüssig aufgetragen. Lasse nach Bedarf trocknen.Merke: Der Fischleim ist so fest, dass, auf Taflet für Insignien, Fahnen oder Wappenbilder aufgetragen, die angebrachten Oelfarben darauf trocknen, ohne die Stoffe zu beflecken.Derselbe Leim auf Farben angebracht, verhindert aus dem gleichen Grunde, dass der Firnis sie irgendwie verändere oder sie dunkler werden, sondern dient nur dazu, sie herauszuholen.Merke, dass der Firnis, hauptsächlich an feuchten Plätzen oder in feuchter Luft, bläuliche Flecken bekommt, als ob(383 a)Mitens.329(Ms. p. 148 verso)man darauf gehaucht hätte; dieses lässt sich mit Leinwand leicht reinigen, aber erscheint nicht, wenn das gefirnisste Bild für einige Stunden an die Sonne gebracht, stehen gelassen wird, oder wenn eine zweite Lage des nemlichen Firnisses aufgetragen wurde. Der allgemein auf Holz aufgetragene Firnis ist glänzend wie Glas und beleidigt das Auge. Um dem abzuhelfen, mache das gewöhnliche Verhältnis 1:2:4, aber bei warmer Verwendung füge noch ein achtel Terpentinöl, oder nötigenfalls nur ein Siebentel hinzu.Um Firnis gut aufzutragen, soll er ein wenig warm gemacht werden, so dass er flüssiger wird, und das umsomehr, je frischer er ist; und das Gemälde soll ganz eben auf zwei Schemel gelegt werden, nicht geneigt oder gerade auf der StaffelenUm ihn [d. i. Firnis] dauerhaft und gegen Wasser unempfindlich zu machen, füge dem bereiteten Firnis ein achtel Teil gebleichtes oder an der Sonne trocknend gemachtes Leinöl bei.Für Temperamalerei.Da die mit Leim, Eiklar oder Gummi angemischten Farben im feuchten Zustande viel dunkler sind, als sie auftrocknen, soll man, nachdem die Leinwand grundiert ist, sie von rückwärts befeuchten und darauf malen. So wirst du nicht getäuscht werden.Auch beim Ausbessern [i. e. Uebermalen] eines Temperabildes befeuchte das Gemälde von rückwärts, damit das Auge sich nicht täusche und die Ausbesserung nicht unegale Stellen behalte, so dass die durchdringende Feuchtigkeit die Farben auf der Leinwand so erscheinen lasse, wie sie in den Töpfen und Muscheln sind, und dann male, wie du es für nützlich hältst. So wird die ganze Arbeit nach dem Trocknen gleich und übereinstimmend sein.Erinnere dich der Blechpalette mit verschiedenen Vertiefungen gemacht, welche Bleyenberg für Tempera benützte.Was die Flüssigkeit zum Auflösen der Farben betrifft, so sei ausser dem Fischleim und dein Leim von Abfällen des Handschuhleders, noch auf Eiklar, das mit Feigensaft flüssig gemacht wird, bedacht, dessen sich die alten Maler bedient haben. Dieses ist noch stärker oder zumindest ebenso stark als Fischleim und bleibt stets flüssig.Methode, um Illuminierung zu firnissen.Dazu ist vor allem eine klebrige Flüssigkeit nötig, die Körper hat, aber transparent ist, so dass sie in keiner Weise die Farbe verändert. Diese Flüssigkeit kann hauptsächlich sehr heller und klarer, zu dicker, starker Konsistenz gekochter Fischleim sein. Sieh’ zu, ob der gewöhnliche starke flandrische Leim taugt, der klar und hell ist. Item die starke Gelatine von Hirschhorn. Item Gummi Traganth, in irgend einem destillirten Wasser, wie (wenn es die Arbeit wert ist) Rosenwasser gut aufgelöst. Item das Eiklar. Item Gummi arabic., Pflaumenharz, Kirschbaumharz, in Syrupkonsistenz aufgelöst, aber besonders der arabische Gummi.Idem.(324)(324 a)331(Ms.p. 149)(Ms. p. 149 verso)Diese Flüssigkeit werde in eine Schüssel, in ein Becken oder einen Zuber gegeben und die Illuminierung leicht durchgezogen oder wenn das Stück gross ist, werde es schräg über ein genügend grosses Becken gelegt und die Flüssigkeit geschickt mit einem grossen Löffel übergossen, derart, dass die Flüssigkeit auf einmal darüber fliesse und dann werde das Stück alsogleioh zum Trocknen auf eine [Tisch]platte gelegt und trocknen gelassen,Wenn man einen sehr grossen und langhaarigen Eichhornschwanzpinsel hätte, könnte er dazu dienen, aber es muss auf einen Zug und auch sehr leicht gemacht werden. Ich glaube, die andere Art des Uebergiessens ist die sicherere.Ueber das gut getrocknete Stück streiche einen Firnis, der sehr gut trocknend sein soll, wie die ohne Terpentin, mit Gummi, Mastix, in Weingeist gereinigter Benzoë und sehr hellem und reinem Terpentinöl und Spiköl bereiteten es sind.Einen sehr guten und starken Grund macht man, wenn Gummi-Traganth eine ganze Nacht lang auf warmen Kohlen in klarem Wasser geweicht und aufgelöst wird. Nimm sehr weisses Stärkemehl und löse es in klarem Wasser sehr flüssig auf, als ob man Stärke zum Wäschestärken machen wollte, zu dieser Mischung füge deine Lösung von Gummi-Traganth, und koche es, stets umrührend, bis zur gewünschten Konsistenz ein. Die Stärke wird sehr weiss und klar, sie macht die Wäsche sehr weiss, aber macht sie brüchig und verdirbt sie stark; für unser Kunststück ist es aber nicht so und kann gute Dienste leisten.Willst du den Leim sehr flüssig haben, so füge ein wenig der oben zerlassenen Stärke, viel gelösten Gummi- Traganth bei, koche einfach bis zur Syrupdicke, das lässt sich leicht mit dem Pinsel aufstreichen und haftet sehr fest.Damit die Farben sich erhalten und nicht sobald durch Wasser oder andere Feuchtigkeitgeschädigt werden. (Für Illuminieren.)Der Alaun hat diese Eigenschaft. Löse ihn in sehr reinem Wasser und streiche ihn sehr leicht über die Illuminierung mit einem sehr weichen Eichhorn- [Feh-] haarpinsel, ohne ein zweites mal überzustreichen. Lasse trocknen, so festigen sich die F'arben und können den Firnis ertragen. Aber ich glaube, dass sich dies noch besser machen liesse, wenn man nach dem Alaunwasser eine leichte Lage Fischleim gäbe, welche verhindert, dass der Firnis irgendwie die Farben verändert.Guter und billiger PMrnis. Hell und flüssig, fürFarben auf Holz oder .die sonst mit Leim aufge-tragen werden, für Rahmen etc.; gegen Wassernicht beständig, in 24 Stunden trocknend;[auch für] Kästchen etc.Auf vier Pfund sehr hellen venetian. Terpentin füge 4 Unzen sehr gutes und reines Spiköl bei; das Glasgefäss [werde] in heisses Wasser gestellt und [alles] gut vermischt. Wenn du destillierten Grünspan mit diesem Firnis(324 bi(325)Mr. Huskins, vortrefflicher Illuminieret zu London.Lasse trocknen und ziehe eine zweite Schichte von -Alaunwasser über die Illuminierung. Der Pinsel sei lang und sehr weich.(325 a)333mischest, und auf Papier aufträgst, so wird er nach dem Trocknen so durchscheinend, [wie] sehr helles und feinstes Velin.Firnis, der gegen Wasser beständig ist.M. Portsmann, flämischer Maler, glaubt, dass alle Firnisse, wie Mastix, Sandarac oder andere Gummiharze, welche Wasser nicht vertragen, ohne weiss zu werden und zu verderben, dieses ohne Nachteil doch können, wenn zu dem Firnis ein wenig fettes in der Sonne gebleichtes Oel, wie oben angegeben, hinzugefügt wird. Dieses werde mit Spiköl, das sich leicht verflüchtigt, gelöst und flüssig gemacht, so dass das getrocknete Oel alles übrige konserviert.T.M. Versuche, ob das verdickte, oder mit Glätte gekochte, oder einfach gesottene und zur Hälfte verdampfte Oel mit Essig, Wasser und Alaun, oder mit Wasser oder Essig in die Sonne gestellt, gebleicht werden kann, wie das einfache Lein- oder Nussöl, welches nicht an die Sonne gestellt wurde.(Ms. Um die aufgepulverten Azure zu erhalten.Trage auf diese Arbeit mit Oel geriebenes Bleiweiss auf und darauf streue noch frisch den Azur oder gewöhnliche Smalte, hauptsächlich aber das schöne Aschenblau. Lasse trocknen, und durch Abblasen oder mit der Hasenpfote schlage alles ab, das nicht haftet. Schlage Eierklar oder Fischblasenleim oder' irgend einen unserer obengenannten Leime mit dem Pinsel darüber, lasse trocknen und bedecke es dann mit einem sehr trocknenden Firnis.Der Cavaliere Peter Paul Rubens.Der Signor Cavaliere Rubens sagte, dass es nötig sei, alle Farben schnell zu reiben und mit Aqua di Raggia zu verarbeiten (d. i. mit dem Oel, das aus dem weichen und weissen Harz, so von den Föhren gesammelt wird und wohlriechend ist, durch Destillieren mit Wasser wie helles Terpentinöl gewonnen wird), welches besser ist und nicht so glänzend als Spiköl.Um die Smalte schön und hell zu machen, ist nötig, sie mit Firnis schnell zu vermischen, sie dünn und nicht mühsam aufzutragen, die Farbe im nassen Zustande nicht zu sehr zu vermengein, denn diese Bewegung verderbe die Farbe. Aber wenn die Arbeit trocken ist, mag man darauf nach Gefallen arbeiten.Ebenso kann man mit Aschblau, Cendre d'Azur verfahren. Der Ultramarin und Ultramarin-Asche seien vortrefflich um die Fernen zu vollenden.Ambra-Firnis.Obwohl ich diesen Firnis oben habe, beschreibe ich denselben hier dennoch, weil Madelle- Carlile, eine tüchtige Dame, die sehr gut malt, mir die Niederschrift des Mr. Lanire, eines trefflichen Musikers, der sich mit Malerei befasst, übersandte. Dieser sagte ihr, dass in Italien die Maler mit diesem Firnis die erste Anlage der Malerei, welche man „Todtfarben“ nennt, sobald sie getrocknet sind, ganz leicht überstreichen, um zu verhindern, dass die(Ms.. 150erso)(386)NB.(387)Port9mann.(328)(329)M. La Nire,Mrs. Carlile,1634 November.335Farben einschlagen. Diese Firnisschicht lassen sie trocknen und malen dann darauf; man soll ihn aber dadurch geeigneter machen, dass man mit einem Teil des genannten fertigen Firnis drei Teile sehr guten, sehr reinen und klaren Nussöles vermengt, und wenn dieses ohne Wärme gepresst ist, dann wird es noch besser sein.„Nimm Bernstein, auch Ambra genannt, in sehr klaren Stücken, stosse sie zu Pulver, setze es in einem kleinen glasierten Topf auf das Feuer, umgebe diesen ganz mit Kohlen und rühre stets mit einem Eisenstäbchen um, bis [der Ambra] geschmolzen und gelöst ist. Wenn er geschmolzen ist, giesse ihn auf Papier und bewahre ihn so; er wird hart und glänzend. Wenn du Firnis daraus bereiten willst, dann habe reines Leinöl in folgender Art entfettet bereit: Man schütte es in ein glasiertes Gefäss und gebe Brotrinden mit Stücke Blei hinzu, und wenn du willst, füge Goldglätte soviel wie eine Erbse hinzu; letzteres befördert die Trocknung. Um zu erkennen, ob das Oel entfettet ist, soll man eine Feder nehmen und sie in das Oel tauchen, solange es kocht; wenn die Feder verbrennt, ist es ein Zeichen, dass es noch nicht entfettet ist, aber wenn sie nicht mehr anbrennt, soll man das Oel durch Leinen filtrieren, dann den präparierten Ambra, zu Pulver gestossen, in ein geschlossenes Gefäss mit dem Oele auf gelindem Feuer kochen und solange umrühren, bis er gelöst ist.Dann habe man eine Leinwand bereit, um es noch heissdurchzufiltrieren. Du kannst es entweder dünner oder dicker machen, durch Zufügen von mehr Oel oder mehrdes präparierten Ambra. Dann kannst du ihn bewahren,solange du willst. Dieser Firnis ist sehr rot und derjenige der Lautenmacher.“(Ms. Da ich selbst hernach den gen, Mr. Lanire überP- den Gebrauch dieses Firnisses befragte, sagte er mir, dassman zwei Teile sehr helles Nussöl mit. einem Teil des obgen. Ambrafirnisses mischen und auf gelindem Feuer gut untereinander vermengen soll; dass man beim Gebrauch mit einem in den Firnis getauchten sehr weichen Schwamm leicht die Todtfarben übergehen und sogleich darauf malen soll; dass dies die Farben fliessend mache und ihre vollkommene Verschmelzung bewirke, derart, dass, wenn die Arbeit trocken ist, und mit Firnis wieder eingerieben wird, die Arbeit sehr bequem zu machen sei, wenn immer man es bedarf. Er habe dies gehört und das Rezept von der Sigia Artemisia, der Tocher des Gentileschi erhalten, welche sehr vortrefflich malt und von welcher ich mehrere grosse Gemälde sah.Sehr heller Firnis des M. Feliz.(330)In Marseille findet man einen Gummi oder Harz, das aus Indien in runden Klumpen in Haselnuss- oder Nussgrösse, wie der Gummi arabicum kommt; von diesen suche man die hellsten und wie Krystall durchsichtigen Stücke aus. Sie sind mit einer gelblichen Kruste bedeckt (welche die äussere der Luft ausgesetzte Partie ist), aber das innere ist so durchsichtig wie venetian. Glas. Man nennt es Charabe oder Carabé. Nimm dieses Harz, lasse es ohne weitere Zugabe in einen silbernen Löffel auf gelindem Feuer schmelzen, jedesmal, soviel als nötig ist, was nicht so1. Dea. 1641.Ich halte es für Copaloder ?. In gleicherArt habe ich den in-dischen Bernsteinbefunden.T.M.Ich habe diesen Firnis gemacht. Der Gummi schmilzt nur schwer, wird rot, und trocknet nicht. Der meinige ist besser. NB.Hell und sehrtrocknend.337leicht auszuführen ist. Wenn das Harz geschmolzen und flüssig geworden ist, schütte es in eine Flasche oder Glas- gefäss, das du dicht dabei stehen hast. Das Helle fliegst ab (das Gefäss muss aber erwärmt sein) und die schmutzige und gelbe Kruste bleibt im Löffel zurück, wenn du langsam schüttest. Stelle das Gefäss auf hinreichend heissen Sand und schütte auf den Gummi das doppelte helles, im Wasserbad extrahiertes Oel von venetianischem Terpentin, erhitze, so dass dieses alles koche oder vielmehr leicht erwalle, und sich alles gut miteinander vereinige. So ist der Firnis bereit, den du sorgfältig verwahrest. Br dient zum Firnissen, und ebenso zum Mischen mit den Farben auf der Palette.(Ms.p.151verso un-beschrie-ben)(Ms.p. 152)(Ms. p. 152verso un-beschrie-ben)(Ms.p. 153)M. Janson, guter Maler.Von Auripigment.Zum Goldmalen sind zwei Sorten nötig, die eine ist gelb, die andere rot. Sie müssen zuerst in Wasser ge-rieben werden, und wenn sie getrocknet sind, dann lassensie sich leicht mit Oel vermischen, entweder auf der Palette, oder wenn man mehr braucht, auf dem Stein, aber mit Oel wird es niemals schön gerieben. Das beste Oel zur Misch-ung und um es trocknend zu machen, ist Oel mit Glätte gekocht.Gelber Ocker ist ein Untergrund hiefür, wenn er nicht zu hell ist, aber der englische Ocker ist, wie ich glaube, geeigneter, hat mehr Körper, ist brauner und für den Gold-grund [besser]. Auripigment wird auf jeder Farbe gut sein, ausgenommen auf Grünspan, aber keine Farbe kann auf ihn gut angebracht werden, weil er alle tötet, ob ernun auf die übrigen Farben aufgetragen oder mit ihnen gemischt wird, ausgenommen gelber Ocker oder solche ähnliche Gelb, um die Schatten zu brechen; die Schattenwerden jedoch am besten mit anderen Farben gemacht, und dieses Auripigment diene nur für Lichter.Wenn man Bleiglätte oder Auripigment mit Oel reibt und [die Farbe] mit dem Messer abnehmen wollte, so werde keines von Eisen oder Stahl, sondern von Holz oder Beingenommen. Ich würde es aus Bux machen.Sr. Anton Van Dyck, Ritter.Sehr ausgezeichneter Maler. 30. Dezember 1632.NB. Das Oel ist die Hauptsache, wonach die Maler suchen und darnach trachten sollten, es gut, hell und flüssig zu haben; denn sonst, wenn es zu fett ist, verdirbt es auch die schönsten Farben, besonders die Azure und alles was aus ihnen gemacht wird, wie die Grün.Das Leinöl ist das beste von allen; es überragt sogar das Nussöl, welches viel fetter ist, und das Mohnöl, das es wird und sich leicht verdickt.Auf meine Bemerkung, dass die genannten Farben, der Azur und das Grün, mit Gummiwasser oder Fischleim(3*1)(333)London.a tempera aufgetragen und hernach gefirnisst, gleich gut seien, wie die mit Oel aufgetragenen, sagte er mir, dass er in seinen Gemälden sehr häufig diese Farben mit Gummi-wasser auftrage und nachdem sie trocken sind, den Firnis darüber ziehe. Aber das Geheimnis bestehe darin, die Tempera-Farben auf der öligen Grundierung haftend zu machen und sich mit dieser zu verbinden. Dies geschieht am sichersten, wenn man die Grundierung mit Knoblauch-oder Zwiebelsaft einreibt. Wenn dieser trocken ist, werden die Wasserfarben angenommen und festgehalten etc. Versuche ob die Fischgalle oder eine andere nicht die gleiche Wirkung hat.Dieses Gespräch war eine Folge seiner Erzählung, dass Sgr. Oentileschi, ein guter Maler aus Florenz sich eines sehr vorzüglichen aus einem Kraut bereiteten Grünbei seinen Oelbilder, vermutlich in der obgenatvnten Weise bediene. Sieh’ hier oben unter den Grün die Bereitung des Saftgrüns mit Weinstein und Gummigutt, welches nicht verblasst.(Ms. Arbeit für Gelb. Er gebraucht Auripigment, welches P- ^3 das schönste Gelb ist, das man haben könnte, aber es '61 so-* trockne sehr langsam und mit jeder anderen Farbe ver-mischt, verderbe es dieselbe.Um es trocknend -zu machen, soll man ein wenig gestossenes Glas beigeben. Und beim Gebrauch soll es nur allein verwendet werden, nachdem die Draperie (für welche allein es sehr gut ist) mit anderen gelben Farben gemacht ist, und wenn diese gut getrocknet sind, sollen die Lichter mit Auripigment aufgesetzt werden. Auf diese Weise wird die Arbeit ausgezeichnet schön.Er sprach mir von einem exquisiten Weiss, neben welchem das schönste Bleiweiss grau erscheine, M. Rubens hätte es auch gekannt.Ebenfalls von einem Manne, der den Ambra löse ohne ihn zu brennen, derart, dass die Lösung hell, gelb und transparent ist.Bei der Bereitung des gewöhnlichen Malei’firnisses (welcher aus dem hellsten klaren venetian. Terpentin-Oel und dem Terpentin selbst im Wasserbade bereitet wird) sei man darauf bedacht, dass der Terpentingeist sich in keiner Weise abscheide, da sonst der Firnis nicht so gut und nicht bald trockne. Diesen mache man deshalb am bequemsten in einem Gefäss zum Destillieren oder einem Destilliergefäss mit sehr langem Halse.Um ein Oelgemälde, das sich ablöst zu reparieren und es gegen die Feuchtigkeit der Mauern zu schützen, soll es von rückwärts mit in Oel sehr dünn geriebener Umbra- Erde, die bald trocknet, bestrichen werden. Diese Erfindung ist bei Bildern nötig, deren Grundierung mit Leim und Wasserfarben gemacht ist.NB.Auripigment.NB.Siehe im Vorher-gehenden.Van Sommer.(Ms. Grundierung von Leinwand, die dicht ist, P- und niemals springt..Nachdem die Leinwand gut aufgespannt ist, überstreiche eine Lage Leim; ist diese getrocknet, gleiche sie mit dem Bimsstein ab, dann gib eine zweite Lage von Leim, lasse trocknen und gib endlich auf die Leinwand einen Ueberstrich mit nicht zu sehr gekochtem Trockenöl(333)Mr. Portman,Malor.22*(mit Glätte bereitet). Darauf grundiere mit Ocker, Blei-weiss und ein wenig Schwarz. Vergl. darüber auch was in dem „Petit livret“ [enthalten ist].Um auf einer Ziegelmauer oder auf Stein mit 0 e 1 zu malen.Die Ziegelsteine werden mit Trass-Mörtel verbunden und die Oberfläche genau geebnet, dann sei ein Ueberzug aus Trass-Mörtel gemacht, und wenn dieser getrocknet ist, Leinöl heiss so oft darüber gestrichen, als der Mörtel und die Steine es einsaugen. Wenn alles getrocknet ist, werde mit Ocker, Bleiweiss etc. der Grund gegeben.Der Trass-Mörtel dient auch zur Verbindung der Steine, welche weich, hell und gleichmässig ausgewählt werden, damit auch die Oberfläche in gleichem Niveau geebnet sei.Dann soll man das Oel überstreichen und darauf die Grundierung beginnen.Trass ist. eine Erde oder eine Art Zement, welcher in einem Gefäss mit Wasser stets bedeckt gehalten wird, um zu verhindern, dass er schnell trockne, was sehr leichtder Fall ist, wenn er angewendet wird. Man gebraucht ihn bei Wasserbehältern und zum Mauern der Steine und Ziegeln an Quais, Bogen, Brunnen und irgendwelchen Stellen, die Wasser führen oder damit in Berührung kommen.Dieser Zement springt nicht und ist für Wasser undurch-dringlich.(Ms.p. 154verso un-beschrie-ben)(Ms. Or Couleur [Goldfarbe].1 ' ’ Rp. Bleiweiss nach Belieben, je nachdem du es licht oder dunkel haben willst, möglichst rot gebrannte und sehr trocknende Umbra und Braunrot, welche gebrannter gelber Ocker ist. Reibe diese sehr lange und unfühlbar fein mit gewöhnlichem Leinöl zusammen und sei bedacht, dass die Farbe sehr dick sei. Jede Farbe soll für sich gerieben und dann auf der Palette miteinander vermengt werden, dann werde Trockenöl beigegeben, so dass die Farbe nicht zu dick ist, sich gut verarbeiten und mit dem Pinsel auftragen lasse. Mache so dein Blattwerk und die Einteilung.Lasse 3 oder 4 Tage trocknen, je länger desto besser, Selbst wenn die Farbe gut getrocknet ist, hört sie doch nicht auf ein wenig klebrig zu sein und das Gold haftet sehr gut darauf. Dieses wird in die erforderliche Grösse geschnitten, auf einen Horngriff gelegt, oder mit dem Messer genommen, und wenn man das Horn entfernt, bleibt [das Gold] an dem Oele haften, worauf man es mit Wolle andrückt. Das Kunststück hiebei besteht in dem guten Reiben der Farben und in dem guten Trocknen des Oeles.Mit der gleichen [Goldfarbe] lässt sich Zinnfolie oder Kupfer befestigen. Um deren Glanz zu erhalten und zu vermeiden, dass die Luft sie verdirbt, ist es notwendig, einen sehr hellen, wasserbeständigen Firnis darüber zu legen.Sobald das Gold befestigt ist, entferne das Ueberflüssige mit Wolle oder einer Hasenpfote.Merke, wenn du deine Einteilungen mit Or couleur auf Schwarz oder einer anderen dunklen Farbe machen willst,(334)(335)M. Adam Susinger. Gold auf Blau. Bestreiche deinen Rahmen oder andere Arbeit mit Bleiweis in Oel gerieben, und alsbald streue den Azur darüber, indem du den Staub mit einem Pinsel überall hinbringst, dann lasse trocknen. Mache das Blattwerk mit Or couleur, lasse 4 oder 5 Tage trocknen, lege Gold oder Zinn auf und firnisse darüber ohne den Azur zu berühren.Idem.343(Ms.p. 156)(Ms. p. 156 verso)soll zuerst das Schwarz, mit Leim gemischt, überstrichen werden, und darauf mache dein Blattwerk mit Oel. Lasse trocknen wie oben, lege das Gold auf, entferne das Ueber- üüssige und firnisse zum Schluss [das Ganze], dann wird dein Schwarz wie Ebenholz scheinen. Gewöhnlicher Firnis mit ein wenig Spiköl zum Trocknen (ist dazu geeignet).Betrachtung über die Imitation von Gold mittels Zinnfolie, um Bilderrahmungen, vergoldetes Leder, Verzierungen von Lamperien, Getäfel, Kabinets und anderen Dingen zu machen. Ebenso um es auf Medaillons und Gipsstatuen anzubringen.Zuerst wähle die hellste, glatteste Zinnfolie aus, die man machen kann und die wenigsten Löcher hat; diese werde auf der Arbeit mit einem Leim befestigt,1, der aus drei Teilen sehr feinem Weizenmehlkleister und einem Teil Fischleim bereitet ist. Der letztere werde genügend dick gelöst und mit dem anderen gut vermischt. Diese Mischung werde ganz dünn mit einem Haar-Pinsel oder sehr weichem Borstpinsel aufgetragen und sogleich die mit einem scharfen Messer nach dem verlangten Verhältnisse geschnittenen Folien aufgelegt, ein Blatt Papier mit der Hand oder Leinwand oder auch einem Elfenbein- oder Buchsglätter aufgedrückt, damit es sich ohne irgend welche Runzeln anlege. Lasse vollständig trocknen.Um es auf Gips aufzutragen, ist es nötig, da diese Masse sehr stark und sehr schnell Feuchtigkeit aufsaugt, sie vorher mit Leim zu bestreichen, die Figur mehrmals mittels in Wasser mit einem Feigenstäbchen geschlagenen Eiklar zu tränken, dann trocknen zu lassen und wie oben den Leim aufzutragen. Du kannst auf Holz oder auf Gips (aber nicht auf Leder) mit dem Hundszahn brünieren.Manchesmal, wenn das Holz uneben ist, gleicht man es mit einer oder zwei Lagen von Alabastergips mit Leim gemischt aus, und wenn dies trocken ist, trägt man den obgen. Leim von Kleister und Hausenblase oder auch Leim mit ein wenig Eiklar auf, und darüber werde das Zinn gelegt. Um die Abteilungen, Blumen und andere Arabesken oder dergl. zu machen, kann man die Goldfarbe [or couler] oder gebrannten Ocker so dick als man will anwenden, und auf dieses halbtrocken das Zinn auflegen und mit Baumwolle anpressen, damit es überall haftet. Sobald die Arbeit ganz trocken ist, wird das Ueberflüssige mit einem Federwisch, Hasenpfote oder dem Taschentuch entfernt.Der Gummi Ammoniac in Essig aufgelöst ist eine sehr gute Unterlage für Blattgold auf Holz und Pergament, und könnte in gleicher Weise auch dazu dienen, das Zinn in Abteilungen auf einen dunkelgrünen, rotbraunen oder schwarzen Grund zu legen.Für die Farbe des Goldes könnten drei Dinge dienen: die Safrantinktur, mit Weingeist extrahiert und bis zur Konsistenz von Julep, Syrups oder flüssigen Honigs verdickt, je nach dem Grad von Gold, das man darstellen will; die reinste und durchsichtigste und beim Reiben am meisten gelbe Aloë in Blasen, die man haben kann, und Gummigut. Die Aloë löst sich gut im destillierten Essig, und bleibt, in der Hitze gelöst, aber in der Kälte schlägt sie<1i— 345 —(Ms.p. 157)(Ms. p. 157verso un-beschrie-ben)sich zu Boden und gerinnt. Es ist besser, sie in sehr gutem Weingeist zu lösen und dieser Lösung ein wenig Safrantinktur zuzugeben und sie in warmem Zustande mit einem breiten und sehr weichen und feinen Borst- oder Haarpinsel sehr gleichmässig aufzutragen, um die Streifen zu vermeiden.Das Gummigutt gibt ein zu blasses Gelb, das mit Beigabe von ein wenig Safrantinktur sehr vorzüglich ist.Der Misstand, der sich beim Aufträgen dieser Farbe zeigt, besteht darin, dass das Zinn eine gewisse Fettigkeit hat, welche die Farbe „perlen“ macht und das Weisse erscheinen lässt. Dies wird vermieden, wenn man die Zinnfolie, sobald sie trocken ist, mit sehr fein gesiebter Holzasche reibt und poliert, oder wenn alle die Farben mit sehr gutem Branntwein oder Weingeist gemischt werden.Um farbige Einteilungen zu machen, muss man auf die weisse Folie die Striche ziehen, die mit Russchwarz und schottischem Kohlschwarz oder schwarzer Kreide mit durch Glätte trocknend gemachtes Leinöl oder mit sehr trocknendem Firnis vermischt sind. Wenn die Striche trocken sind, wird der Grund zuerst mit der obgen. Goldfarbe vergoldet, dann werden die Einteilungen oder Blumengeranke mit venetian. Lack, mit sehr schöner Smalte oder mit destilliertem Grünspan gemalt. Die beiden ersten werden mit flüssig gemachtem Eiklar, der letzte mit destilliertem Essig angerieben. Mit Gummigutt und Indigo kann man eine andere Art Grün machen, welches einigermassen transparent ist, wie es auch der Indigo in dünner Schichte ist. Die anderen Farben sind nicht genug durchscheinend, obschon das Schüttgrün nicht sehr opak ist und zu irgend einem Grün dienlich sein könnte. Die aufgetragenen Farben lasse man gut trocknen und hernach ziehe man einen guten, hellen, transparenten Firnis darüber, der einen kleinen Teil von gebleichtem Leinöl enthält. Diesen Firnis trage man mit einem langen und weichen Borstpinsel oder einem breiten Haarpinsel sehr dünn, leicht und geschickt auf. Dann lasse die Arbeit nach Bedarf trocknen. Die eingedickte geriebene Ochsengalle ist sehr gelb und durchsichtig; es wäre besser, ein wenig Safrantinktur dazuzugeben.Jene, welche Leder für Tapeten vergolden, machen nicht so viele Umstände. Sie begnügen sich damit, die Silberfolien auf das Leder aufzulegen, malen ihre Einteilungen, d. h. die Zeichnung mit Schwarz, drücken ihr Muster mit dem Eisen ein, setzen auf die Grundflächen Grün, Blau oder Rot auf, und wenn alles trocken ist, ziehen sie einen Firnis darüber, der aus mit Glätte gekochtem und mit Aloë gefärbtem Leinöl zusammengesetzt ist, und dessen Bereitung anderen Ortes gegeben ist.Für Gelb. Das Schüttgelb oder Pink lasiert sehr gut, und um es gelber zu machen, kann man ein wenig Lack, je nachdem die Farbe erscheinen soll, auf der Palette oder auf der Arbeit beimischen. Versuche das Schüttgelb mit ein wenig Safrantinktur, in Weingeist extrahiert, gemischt.Für Oelfarbe.347 *f>tMs. Stifte in allen Farben zur Malerei auf Papier P- 15$) zu machen.Die Farben werden genommen und sehr fein auf dem Steine gerieben, und überlege, eine wie grosse Beigabe von Gips eine jede Farbe vertragen kann, ohne sich zu sehr zu ändern. Die einen gestatten mehr, die anderen weniger, wie Lack, welcher sehr wenig verträgt. Bei einigen [genügt] die Hälfte, ein Viertel, ein Drittel, bei anderen der fünfte und sechste Teil. Zu diesen so hergerichteten Farben füge bis zur völligen Weisse gebrannten Alabastergips hinzu, und mache mit ganz wenig gewöhnlichem Wasser, das genaue Mass haltend, Pasten, die du mittels der Handfläche in Stiftenform bringst.Das Papier zum Bemalen soll irgend eine Farbe haben, die das Weisse des Papiers, wenn du solches nimmst, abdämpfe. Zu diesem Zwecke löse Ofenruss in Wasser und ziehe das Papier hindurch, lasse trooknen und male darauf. Sonst nimm blaues oder graues Papier.Leonard, jungerflämischer Maler,Gehilfe des M. Cary,Schüler des Mr. VanDyck, 31. Juli 1634.T. M. Damit die Farbe auf dem Papier anhafte, muss das gen. Papier gut aufsaugend sein, und soll man eine sehr schwache Lösung von Fischleim, oder Gummi arabicum, oder geschlagenes Eiklar mit viel Wasser gemischt nehmen, und auf die Oberfläche derselben [Flüssigkeit], die in einen Trog oder Becken gegossen ist, werde das Blatt mit der Rückseite gelegt, indem man es an den beiden Enden halte, ohne es irgendwie zu bewegen. Das klebrige Wasser dringt durch das Papier, befeuchtet die Farbe, ohne sie zu verwischen, und wenn es trocken ist, haftet [die Farbe] an dem Papier fest.Zum Firnissen. Wenn es Gewänder sind, werde ohne weitere Präparation der Illuminiererfirnis geschickt mit einem weichen Pinsel übergestrichen [d. h. wohl von rückwärts]. Für Gesichter streiche sehr dünnes Fischleimwasser, oder Gummi arabicum-Firnis über. Lasse trocknen, dann firnisse.Meiner Meinung nach ist der schon gebrauchte alte Gips, der schneeweiss ist, wenn zu sehr feinem Pulver gestossen, besser, und er bindet nicht so stark wie der frisch gebrannte, aber er muss mit Milch oder mit gefaultem Leimwasser vermengt werden, damit die Pastell-Stifte sehr dünn geformt werden können.Versuche, ob es mit weissem Mergel gemacht werden Materion.kann. Mit weissem Bolus, mit Kreide, welche ich dazu am geeignetsten halte, mit tot gelöschtem Kalk, der gut gewaschen und trocken ist etc.Die Erden wie der Bolus, der doppelt [gebrannte]Ocker oder Trippelerde, das Englischrot, Terra di Umbra und ähnliche, die keinerlei Beigabe bedürfen, ebenso wenig wie schwarze Kreide, vorausgesetzt, dass sie weich ist,[sind hiezu geeignet].Ich würde den Gips oder die Kreide mit einem Absud irgend einer Pflanzensubstanz präparieren, welche sich bezüglich der Farbe der gewünschten nähert, wie für Lackfarbe mit Brasilholz, für Massicot mit Orleans [Orseille] oder Gummigutt oder Safran und ebenso bei den anderen.Das Grün, [das] aus Aschblau oder Indigo mit Schüttgrün oder Massicot [hergestellt, wäre zu bereiten] mit Schwertel-J3496ioder Blasengriin [i. e. Saftgrün] und dann wie oben zu vermischen.Für Schwarz. Tränke die Kreide, Gips oder gelöschte Kreide mit sehr schwarzer ungummierter Tinte. Trockne und pulverisiere es. Davon nimm zwei Teile und einen Teil sehr weicher schwarzer Kreide, Lampenschwarz drei Teile. Mische es mit Milch oder gefaultem Schnitzelleim an.(Ms. Künstliche Crayons von Mr. Aulmoni, treff- p. 159) licher französischer Pastellmaler undIlluminiere r.Die Materie, mit der man den Crayons Körper gibt, ist der Gips. In den grossen gebrannten Stücken desselben finden sich zwei Substanzen, die eine hart wie Kieselstein im Vergleich zum Rest, welcher die Stifte sehr weich und [d. h. Farbe] abgebend wie Rötel macht. Die andere etwas geringer, aber nichtsdestoweniger sehr gut, welche wie die Körner des Meersalzes glänzt. Diese Substanzen nimm und trenne sie vom übrigen, reibe sie zu unfühlbarem Pulver, aber nur wenn du damit arbeiten willst, sonst verdirbt der gestossene Gips, wenn er alt ist und durch die Luft verändert, er verlöscht und bindet nicht. Nimm deine Farben, reibe sie auf dem Stein mit Wasser, so dass alles so dünnflüssig wie Wasser ist, und wenn es gut gemischt ist, streue den Gips in genügender Menge darauf, so dass er gebunden wird, und vermenge sie tüchtig mit der Spatel, dem Messer oder dem Reibstein, bis sich alles gut vereinigt hat. Schichte die Paste geschickt in eine längliche und genügend dicke Form, um Stifte daraus zu schneiden. Lasse die Paste anziehen und trocknen, dann schneide die Stifte nach Gefallen mit einer feinen und sehr dünnen Säge und reihe sie in einem reinen Kästchen an trockenem Ort aneinander.Wenn die Stifte durch die Erhärtung des Gipses keine feinen Striche abgeben sollten, dann müssen die Farben mit Wasser, in welches ein wenig weisse Venetianer Seife geschabt ist, gerieben werden. Zu beachten ist, keine zu grosse Menge davon zu nehmen, was daran zu erkennen ist, dass in diesem Falle die getrockneten Stifte glänzen, als ob sie poliert wären, wenn sie aber richtig gemacht sind, sollen sie matt, weich sein und wie die weichste Kreide, die zu haben ist, markieren.Die Farben, die durch Alaun niedergeschlagen werden, wie der Lack und Schüttgrün, sind viel härter und brauchen mehr Seife als die anderen. Das Mittel beim Gebrauch des Lackstiftes zum Begrenzen des Mundes, um die Augen einzusäumen und die nötigen Schattenzüge zu machen, besteht im leichten Befeuchten des Stiftes mit der Zunge, (Ms. oder man habe ein leicht befeuchtetes Sacktuch zur Hand, p. 159 jn welches man ganz kurze Zeit die Spitze des Stiftes verso) wickelt und ihn gleich darauf benützt.Ein schönes Grün macht man aus gutem Aschblau und Schüttgrün ; willst du es dunkler haben, dann mische Indigo bei, oder nimm Indigo und Schüttgrün allein nebst Gips.Um die Farben haftend zu machen [i. e. zu fixieren], nimm nicht zu stark geleimtes Papier, das Wasser annimmt. Tauche es in reines Fischleim-Wasser, lasse trocknen und mache deine Zeichnung. Dann nimm das Papier an den(338) 350(Ms.p. 160)(Ms. p. 160verso un-beschrie-ben)351beiden Enden, lege es mit der Rückseite - über reines Wasser derart, dass die Feuchtigkeit von der anderen Seite eindringt. Hebe es geschickt ab und lasse trocknen. Deine Zeichnung wird dauerhaft sein.Die zur Herstellung von Tabakspfeifen präparierte Erde wird ganz feucht verwendet, man füge die Farben nach Belieben hinzu, forme Stifte in gewünschter Länge daraus und lasse nach Bedarf trocknen. Diese Masse findet man vollständig fertig bei allen Arbeitern [Töpfern].(Ms.p. 160)(Ms. p. 160verso un-beschrie-ben)(Ms.p. 161)Gespräch mit einem holländischen Maler bei Milord Neivport. 16. Sept. 1633.Sehr starkes Trockenöl. Lasse sehr getrocknetes oder halb gebranntes Zinkvitriol auf einem eisernen Ofen kochen und gib davon ein kleines Quantum zum Leinöl, lassesieden, seihe durch und bewahre es. Dieses Oel bildet eine harte Haut ist aber darunter sehr flüssig und rötlich, beinahe lohfarben, wie ich es gesehen habe. Vergleiche diese Bereitungsart mit denAngaben von Oapitain Sale zu Anfang dieses Buches. Der Maler sagte mir, dieses Oel trockne in zwei Stunden, und iim Lack schnell trocknend zu machen, gebe es nicht-s Besseres. Die Farbe wird viel lebhafter und verdirbt keines-wegs. Desgleichen kann man es auf der Palette mit allen anderen Farben, die schwer trocknen, vermischen.Schwarzen chinesischen Firnis macht man mit dem genannten mit Zinkvitriol gekochtem Oel und fügt Gall-äpfel bei. Diese Mischung wird sehr schwarz und soll aufeiner Unterlage von Russchwarz kunstgerecht aufgetragen werden. Vergl. die Manier von Hatier.Er sagte, die Chinesen legen den Lack sehr dick auf ihre Arbeit, nachdem sie ihn vorher in einer besonderen eigentümlichen Manier erweicht, haben. Nachher gleichensie ihn ab und polieren. Sieh oben die Methode des Capi-tain Saléj welcher ihn mit dem Finger aufstreicht und dann mit Zinnasche und Tripel poliert.Sein gewöhnlichér Bilderfirnis ist bereitet aus sehr hellem Terpentin, sehr klarem Terpentinöl und Mastix. Er ist sehr flüssig und sehr schön. Vergl. den von AdamSusitiger.Dieser Firnis wird benützt bei Figuren, deren Farben in die Leinwand aufgesogen wurden, um sie wieder hervor-zuholen und zu sehen, was man gemacht, und um dieArbeit zu vollenden, was man ja nicht sehen kann, wenn die Farben eingeschlagen sind.Das Nussöl allein genügt ebenso gut.Vergl. den Firnis von Norgale.Ambra-Firnis.Man nehme sehr reinen Weingeist, extrahiere die Tinktur oder den unlöslichen schwefeligen Teil des hellsten und reinsten Ambra, den man finden kann, und zwar nach mehrfacher Infusion auf dem Sandbade. Schütte ihn in Regenwasser oder in einfaches reines Wasser, oder für wertvollere Arbeit in destilliertes Wasser. Lasse einigel)r. Pridion,London.(339)(340)Gemacht zu LondonSept. 1638.George Crudosius,deutscher Apotheker.— 353 —Tage ruhen. Schütte die geklärte Flüssigkeit durch Neigen ab, oder aber trenne sie vom Ambra durch Filter- zungen [d. i. lange Stücke Filz] und lasse das zurück-bleibende Pulver auf weissem einsaugenden Papier oder auf Kreide trocknen und bewahre es dann an trockenem Orte.Dieses Pulver löst sich gut in Spiköl und in ziemlicher Menge, es bildet einen trefflichen Firnis, der sich mit dem Pinsel ausbreiten und auftragen lässt, sehr gut trocknetund herrlich glänzt. Die Lösung geschieht je nach der Menge in einem Löffel oder auf dem Ofen über sehr gelindem Feuer, wobei man sehr acht habe, dass es nicht Feuer fange; mit einem sehr reinen Eisenstäbchen rühre man fortwährend um.Ich würde ein wenig Leinöl beifügen, und wäre es sehr gut, wenn das Oel trocknend wäre, wie das an der Sonne mit Bleiweiss geklärte, oder das mit Glätte bereitete,oder mit kalciniertem weissen Vitriol gekochte. Aber mit Spiköl allein wird der Firnis auch sehr schön.Versuche ihn mit Terpentinöl, mit Steinöl etc., mit Terpentinspiritus im kalten oder im warmen Zustande.Der Firnis ist gelb, und ich glaube, wenn du dein Terpentinöl oder ein anderes der obgenannt.en mit Aloë oder Safran oder mit Gummigutt oder Curcuma oder durchZugabe von etwas schwarzem Pech nach der Art des Pater Cherubin färben würdest, gäbe das eine schöne Farbe auf Silber oder Zinn.Diese Extraktion des Harzes macht man ausser mit Benzoe, Storax, möglicherweise auch mit Mastix oder Sandarac oder mit Juniperus. Vei’suche auch Gummilack(es geht) und Guajak Gummi, Coprica [?], Cordamum, wenn du wohlriechenden Firnis haben willst, mit Gummi Ammo-niak oder indischem Bernstein etc.Schnell trocknender Firnis von Mr. Beicamp. Vidi. Nimm sehr hellen Sandarac 1Ja Unze, pulverisiere ihn fein, gib ihn in einen glasierten Topf mit 1 Unze sehr hellen venetian. Terpentin. Setze den Topf auf Sand inein Gefäss oder irdenes Geschirr über ein gutes Feuer, mache tüchtiges Feuer an, bis der Sand ins Glühen kommt (ich glaube jedoch, das ist nicht nötig) und das Juniperus-Harz [i. e. Sandarac] geschmolzen ist, was in Wasserbad nicht der Fall ist; füge dieser Mischung 2 Unzen sehrhelles und feines Terpentinöl bei, mische und vollende den Firnis, den du zum Gebrauch aufbewahrst.Er ist gut, aber gelb.T. M. Die Beigabe von 1/ä Unze auf ein Pfund sehr trocknendes Leinöl oder Nussöl würde diesen Firnis oder jeden anderen, der an der Luft oder durch Nässe verblasst oder sich abschält, sehr fest und widerstandsfähig machen.Mr. Beicamp macht diesen Firnis in einem gläsernen Geschirr oder Behälter und sagt, der Terpentin dringe durch irdene Geschirre durch und fange Feuer, während das Glas durch die Hitze nicht zerbreche. Er fügt das Oel erst hinzu, nachdem der Sandarac geschmolzen ist, und abseits vom Feuer. Du kannst die Lösung des Sandarac oder den Firnis ein wenig auskühlen lassen, und dann das Glas in heisses Wasser geben, und solange der Inhalt noch flüssig ist, das Oel beigeben und gut vermischen.(Ms.p. 161verso)(»41)NB.Sieh’ oben die Beschreibung des Firnisses, welchen mir Beicamp zeigte und mich auch den Effekt durch Zugabe von hellem, trocknenden Leinöl sehen Hess.23 354(Ms. p. 162unbe-schrie-ben)schrieben)(Ms. p. 162verso und163)(Ms. p. 163 verso unbeschrieb.)(Ms.p. 164)[T r o c k e n ö 1.]Rp. Glätte x/ä Pfd., Leinöl 4 Pfd., lasse 4 Stunden auf schwachem Feuer sieden. Lasse absetzen, schütte das Klare ab. Gib dies in einen Bisentopf von der Grösse, dass er nicht mehr als halb voll wird. Koche es auf starkem Feuer, bis es so stark raucht, dass du es mit einem Holzspan entzünden kannst. Wenn es brennt, dann hebe es vom Feuer ab und stelle es an einen Platz ausserhalb des Hauses (wegen der grossem Sicherheit, da es überlaufen könnte), aber so, dass kein Regen oder Feuchtigkeit daran komme. Während es so brennt, tauche einen Eisendraht hinein und lasse einen Tropfen auf eine Austernsohale fallen, um zu versuchen, ob er für deine Zwecke dick genug ist. Um es dann abzulöschen, musst du den Topf mit einem eisernen Deckel, der auf den Topf fest schliesst, eine gute Weile zudecken, denn sehr oft entzündet es sich von selbst wieder, wenn man [den Deckel] zu früh öffnet.Endlich seihe es durch, wenn etwas schwarzes darin ist.(342)Die Farben, die auf Leinwand, Seide etc. aufgetragen werden, sind Zinnober, Umbra-Erde und grüne Erde. Die anderen taugen nicht. Siehe das Englischbraun. Diesos Oel ist sehr trocknend und kann als Firnis auf Holz dienen, taugt aber weder auf Leinwand noch aufTaffet, denn der Stoff springt ab. Um jeden Stoff ausser Leder gut weich zu machen, koche das Oel ohne Glatte wie oben und seihe es durch.Mr. Wolefins, ra. p.An HerrnHerrn Ritter von Mayerne, Baron d’Aubonneund erster Arzt des Königs, wohnhaft in St. MartinsLanezu London.Mein Herr!Nachdem ich ergebenst Ihre Hände geküsst, sollen diese Worte dazu dienen, mich ehrerbietig der Ehre der besonderen Gewogenheit wieder zu empfehlen, welche ich Ew. Gnaden bitte, mir ferner zu bewahren, und deren ich meinerseits würdig zu sein trachten will. Die unendlichen Verbindlichkeiten, die ich von Ihrer Seite empfangen habe, können mich keines anderen belehren und wünschte ich, dass ich die Mittel hätte, die Dankbarkeit, welche ich Ew. Gnaden schulde, zu bezeugen; ich habe kein anderes Verlangen als dass Sie, wenn es Ihnen gefällig wäre, die Gelegenheit fänden, um über mich zu befehlen. — Mein Bruder schrieb mir aus Paris, dass Sie die Methode zu wissen wünschen, wie ich die gefirnisste Leinwand anfertige; ich will hier mitteilen, wie ich es zuerst machte.Ich nehme einen Kessel fast voll gefüllt mit Oel und setze ihn auf gut brennendes Feuer, bis es kochend wird und wenn es gekocht ist, entzünde ich es, hebe es gleich vom Feuer ab und lasse solange brennen, bis es dick genug geworden ist. Dann lösche ich das Feuer mit einem eisernen Deckel aus, bis er halb erkühlt ist, füge darauf die gestossenen Droguen, d. i. Iris, Spicknarde und Gewürznelke und dergleichen Wohlgerüche hinzu, eine Zwiebel beseitigt auch gut den Oelgeruch und bevor es erkaltet, lasse ich es durch ein Sieb laufen. Nachdem es erkaltet ist, füge ich Umbra- Erde oder eine andere Farbe hinzu. Was die Umbra betrifft, so lasse ich sie in gutem Essig erweichen, und nehme(343;Oel zum Ueberzug für Stoffe und Leder, welche dem Regen widerstehen, nach meiner Anweisung, die ich M. Joseph Petitot gegeben.T. V.23*857sie nur heraus, wenn ich sie reiben will. Ich nehme sie eine Stunde zuvor heraus, um sie ein wenig zu trocknen, dann reibt sie sich viel besser und selbst viel kräftiger, als wenn sie ganz trocken wäre. Ich habe gefunden, dass es die beste Farbe ist, und viel trocknender und biegsamer als alle anderen. Ich versuchte Schafsknoohen, aber dies trocknet nicht schneller als Umbra, auch Bimstein ebensowenig. Dieser braucht etwas lange zum trocknen ; wenn man ihn auch wässerig anmacht, braucht er fast 3 Wochen dazu, es sei denn er stände den ganzen Tag in der Sommersonne. Wenn man Mennig oder Bleiweiss oder Bleiglätte beigäbe, würde es viel schneller trocknen, aber dies macht die Stoffe schwer und nicht biegsam. Vor allem müsste man einen besonderen Platz an der Sonne im Freien haben. Ich habe es auf jede Weise versucht, und das Folgende am besten gefunden. Davon habe ich ungefähr 60 Ellen in dieser Weise gemacht, für Mäntel und Kapuzen, verso) welche sehr biegsam war und von denjenigen für gut befunden wurden, welche sie in Flandern und zu Rom gesehen haben. Wenn ich dafür guten Absatz fände, würde ich mich darauf einrichten, eine grosse Quantität davon zu machen und auf diese Weise bringt man es besser zu grösserer Vollkommenheit, denn die Erfahrung ist hierbei ein Hauptpunkt. Ich habe auch an etwas anderes für einen feinen Stoff gedacht. Wenn man einen sehr weichen Leim erfinden könnte, um die Leinwand damit zu imprägnieren, bevor man den Firnis darüber streicht, würde sie viel leichter werden, weil die Leinwand soviel der Farbe einsaugt, dass sie zum Tragen schwer wird, und man würde viel an Farbe ersparen. Vielleicht könnten Sie, Monsieur, unter den vielen Rezepten, die Sie haben, etwas geeignetes finden? Ich bitte Sie inständig, wenn Sie einen ähnlichen Leim hätten, mir die Erfindung anzugeben, Sie würden mich äusserst verpflichten, denn ich erachte dies für eine grosse Sache und grosses Ersparnis dabei. Ich versuchte vor einigen Tagen, an Stelle des Leimes von dem ich spreche [etwas anderes]: Ich befeuchtete meine Leinwand und liess sie fast halb trocken werden, bevor ich den Firnis auftrug, das verhinderte ein wenig, dass die Leinwand so viel Farbe einsaugte, aber man müsste etwas haben, das die Zwischenräume schliesst. Ich glaube, es müsste eine Menge Leute in England geben, welche derlei jetzt von wegen des Krieges anfertigen, und wenn Sie diese um die Methode befragen, wird man sie Ihnen nicht verweigern, ebenso wie jene, welche Ew. Gnaden mir gesandt haben, sehr gut ist, ganz besonders für das gebrannte Oel, aber andere Manieren sind wieder verschieden, und auf diese Weise könnten wir das Geheimnis immer vollständiger erhalten. — Eine Hauptsache bei diesem Firnis ist, dass er umso- besser wird, je älter er bereitet ist: dies ist alles was ich bis jetzt bei der Arbeit erfahren habe. Wenn ich etwas anderes, was es auch sein möge, entdecke, werde ich nicht ermangeln, Sie davon zu benachrichtigen. Wenn Sie etwas in Bezug auf vergoldetes Leder erfahren haben, bitte ich Monsieur, mir Ihre gewohnte Gunst zu bezeugen und mich durch die Mitteilung noch mehr zu verpflichten. Mein Freund, von dem ich oben geschrieben, hat mich gebeten, Ihnen über seinen gegenwärtigen Zustand zu berichten,Ich glaube, dass das feine Stärkemehl mit einer leichten Auflösung von wenig Fischleim gemischt, oder Schnitzelleim von Handschuhleder sehr gut für diesen Zweck wäre.359(Ms.p. 166 und 164verso)(Ms.p. 167 unbe- schre- ben)(Ms. p. 167 verso)und sagte, dass er noch etliche mal einige schwache Schmerzen am Rücken und Arm verspüre, aber nicht so stark wie früher, dass er einige Purganzen nach Ihremihm gütigst erteilten Rat genommen habe, möchte aber wissen, welches Purgativ am besten im Frühjahr zu nehmen ist. Wenn Sie, Monsieur, uns die Bitte gestatten, unsgefälligst, wenn es nötig wäre, mit einem Worte Rat zu erteilen, so wären er und ich Ihnen aufs äusserste verpflichtet und bitten wir tausend mal um Vergebung für so vielUngelegenheit, welche ich Ihnen fortwährend verursache. Sie bittend, meine unterthänigsten Handküsse gütigst für Ihre Person [wie] auch für Madame de Mayerne und für alle Ihre heben Kinder entgegenzunehmen, flehe ich zuGott, dass er Sie mit viel Glück und Wohlstand be-schenke und Ihnen ein glückliches und langes Leben gebe, wie es der Wunsch ist Ihres ganz unterthänigsten undgehorsamsten und dankschuldigsten Dieners Joseph Petilot.Genf, den 14. Januar 1644.Monsieur Tretorant bat mich, Sie von seiner Seite zu grüssen und seine Ergebenheit auszusprechen; wir freuen uns sehr, Sie am Ende des vergangenen Sommers gesehen zu haben.Kunststück, Stoffe gegen Wasser wider-standsfähig zu machen, so dass sie weich sind und. weder brechen noch sich ab-blättern. Von Mr. Wolffen.Er sagte mir, dass, nachdem er alles, Glätte, Mennig, Blei u. s. w., versuchte, um ein Trockenöl zu machen, er gefunden hätte, dass nichts so gut ist, als reines Oel, das einfach zur halben Dicke gebrannt wurde.Die beiden besten Oele sind Leinöl und Nussöl, mit dem Unterschiede, dass das Leinöl zuerst an der Oberfläche trocknet und eine Haut bildet, das übrige viel länger zum trocknen braucht, dass dies aber nach längerer Zeit dennoch geschieht. Aber das Nussöl trocknet durchaus, und in kürzerer Zeit, etwa in drei oder vier Tagen, viel besser an der Luft und in der Sonne, als im Schatten.Die Manier, das Oel zu brennen, besteht darin, es in einem Topf oder Eisen- oder Kupferkessel auf das Feuer zu stellen (wenn man einen eigenen kleinen Ofen zu diesem Zweck hat, um so besser), der dritte Teil oder die Hälfte des Gefässes soll leer bleiben, und das Oel soll mässig kochen, bis es sich von selbst entzündet (man kann es auch mit einem brennendem Papier oder mit einer angezündeten Kerze anzünden). Lasse es solange brennen, bis ein Tropfen, auf den Nagel oder einen Teller gebracht, so dick wie Syrup oder Honig ist, aber nicht so, dass es sich mit dem Pinsel nicht leicht ausbreiten lasse. Ist es in diesem Stadium, dann verlösche die Flamme mit einem Deckel, und hebe das Gefäss vom Feuer ab; lasse das Oel abkühlen, aber nicht ganz, und seihe es durch einen Sack oder genügend dicken Canvas und bewahre es zum Gebrauch.(344)2. Januar 1640.Nach seinen eigenenWorten. Wolffen.361(Mw.p. 168)(Ms.p. 168verso)Lasse dich nicht verleiten, den Deckel' abzunehmen, be-vor die grosse Hitze vergangen ist, denn das noch kochende und dampfende Oel entflammt sich wieder, wobei Gefahr ist, dass es verbrennt und das Haus in Brand steckt, wenn du es in einem Zimmer machtest. Es ist besser auf der freien Erde, in irgend einer Küche unten oder im Garten. Eine Gefahr ist es, wenn das Oel übersteigt, so länge es auf dem Feuer ist. Dann muss man es abheben, die Wallung vorübergehen lassen und wieder zurückstellen. Es sind nur drei Farben, die sich leicht mit diesem Oele verbinden und sich sehr gut auf den Stoffen auf-stroichen lassen. Hauptsächlich auf Seidenstoffen, nämlichZinnober, Grüne Erde, aber vor allem Umbra-Erde, ge-brannt oder ungebrannt, welche auch die Trocknung er-leichtert. Versuche auch andere, gut, gewaschene leichteErdfarben. Die Farben, welche Blei enthalten, trocknen gut, aber sie haben zu viel Körper und sind zu schwer.Das mit Glätte gekochte Oel trocknet, entweder zu stark und macht die Stoffe brüchig und wenig biegsam, oder bleibt klebrig und haftet in überlästiger Weise.Die Mennig macht das Oel viel trocknender als die Glätte. Es fragt sich, ob das Oel nur gekoekt und nicht entzündet, bei längerem Kochen sich genügend verdickt.Es wird sehr trocknend, wenn beim Kochen weiss ge-brannte 'Schafsknochen hinzugegeben werden, entweder allein oder das genannte Pulver mit Bimstein vermischtund man es fortwährend umrührt. Lasse es absetzen und seihe es durch Canvas durch.Vorzügliches Rot, mit welchem dieses hier geschrieben wurde.Die Acker-Melte hat Beeren, welche wie kleine Maulbeeren aussehen und einen milden den Erdbeeren ähnlichen Geschmack haben, bei voller Reife Mitte Juli, von korallenroter Farbe. Man sammle davon die schönsten und rötesten, zerstosse sie in einem Marmormörser mittels eines reinen Stössels von Buchsbaumholz und füge ein wenig Citronen- oder Limonensaft bei. Den anderen Tag ist alles zu Saft gelöst, ausser dem ganz kleinen Samen, der dem des Psyllium gleicht. Seihe den Saft durch Leinen und bewahre den Samen zum Anpflanzen. Die Pflanze wuchert mehr als man will. F’üge diesem Saft etwa ein Drittel von gutem Weingeist zur Konservierung und ein wenig Gummi arabicum bei.Ich glaube, die Flüssigkeit könnte zum Färben von mit Alaun bestrichener Seide dienen, wovon ich zwei Stückchen kalt gefärbt habe, eines von Taflet,, das andere von Atlas. Die Farbe ist sehr schön taubenfarbig [zwischen rot und violblau], welche nach dem Waschen verblasste, aber dennoch ist eine schöne Pfirsichfarbe geblieben.Warm behandelt, mit leichtem Aufwallen wird die Farbe ohne Zweifel besser halten.Versuche als Fixierungsmittel entweder durch Bereitung der Seide mit Weinstein oder Alaun, Salmiak, Galläpfel, oder durch Beifügung von Cochenille, Misteca oder Kermeskörnern zum Färbebad [zu verwenden].Illuminierbuch.(345)26. Juli 1641.Sie ist nicht dauerhaft, obschon sie sehr gut und sehr schön ist für diesen Zweck.363(Ms.p. 169unbe-schrie-ben)(Ms.p. 169verso)I Ms.p. 170)Auf Leinwand hält die Farbe nicht, denn in einfachem Wasser gewaschen, vergeht sie ganz.Um Farben haftend zu machen.Nimm Saft von ausgepresstem Pferdemist, und wenn du genug hast, füge eine Bohne gross Alaun und ebenso viel Gummi arabicum bei und mische damit welche Farbe du willst; diese haftet auf Holz, wenn sie getrocknet ist.Fresko-Malerei.Zuerst macht man den Karton, der mit Farben angelegt ist, in der Grösse des Werkes und lässt nur soviel Mörtel auftragen, als man an einem Tage arbeiten kann. Im Falle du kein Freskoweiss haben- kannst, magst du gut gelöschten Kalk nehmen, ihn mit Marmorstaub [zusammengemischt] trocknen und diese beiden Dinge gut zusammen reiben, sie bilden ein gutes Weiss.Alle Arten von Farben kannst du an wenden, ausgenommen Lack, Zinnober, Mennig, Massicot, Schüttgrün.Mit Bierklar und Kohlschwarz soll man einen Firnis [zur Retouche] bereiten, und an Stelle von Lack nimm Moreliensalz, welches eine Farbe oder eine Erdart ist, die in Italien allgemein zu haben ist. Merke, dass alle Farben ausser Morellensalz und Braunrot ein wenig verblassen.Firnis, um die Farben hervorzuholen.Zum Retouschieren des Fresko, wenn die Malerei gut getrocknet ist, nimm geschlagenes Eiklar mit Wasser vermengt und retouschiere damit die Farben, welche du willst.Nimm rote Mohnblüten, stosse sie, bis es dir genügend erscheint, gib ein wenig ungelöschten Kalk hinzu, mische alles zusammen, gib es in ein irdenes Geschirr und lasse es im Keller ungefähr 15 Tage faulen; nach dieser Zeit nimm die Masse aus dem Topf, stelle sie an die Luft und du findest, eine sehr schöne Pupurfarbe, welche man Tour- nesol nennt.(34«)(347)M. Moillon ausItalien.(348)Sehr schönes Indigoblau. (340)Nimm die gereiften Beeren von Schmink-[Weiss-] Wurzel lasse sie mit starker Lauge sieden, dann entferne die Schalen oder Häutchen (die Kelche der Blumen), welche oben schwimmen, mit einem Löffel oder Abschäumer, dann lasse es weiter kochen bis die Hälfte eingedampft ist. Dann gib in irgend ein Holzgefäss, etwa in eine aus einem Stücke gedrechselte Schüssel, Cerusa oder Stärkemehl und ein wenig Alaunstein, schütte von dem genannten Wasser soviel zu, bis du siehst, dass es ganz blau ist und lasse es über dem Stärkemehl oder der Cerusa 4 oder 5 Tage stehen. Ist das geschehen, dann schütte das Wasser durch Neigen ab, und lasse das Stärkemehl oder die Cerusa, welche du auf Ziegel gebreitet hast, trocknen. Wenn die Materie nicht blau genug ist, schütte von dem Wasser wie zuerst darüber und auf diese Weise machst du es so hell oder dunkel als du willst.Schüttgrün wie Goldgelb zu machen.Nimm Regenwasser zu allen Laugen von dürrgebrannter Weinhefenasche [wie die Färber sie brauchen]. Auf drei Pinten Wasser kommt ein halbes Pfund Asche. Wenn die Lauge gut gekocht ist, lasse sie absetzen, und wenn es sioh geklärt, dann schütte das klare Wasser durch Neigen ab. Dann nimm Ginsterblüten, soviel du willst, gib sie in das Wasser, mit Terra merita- [Curcuma-] Beeren, lasse es gut sieden und gut Farbe bilden, ziehe das Wasser [d. i. durch Filter] ab, und nimm Cerusa, gemischt mit ein wenig Alaun, gib dies in eine Holzschüssel, schütte das gefärbte Wasser darüber und lasse 3 oder 4 Tage ruhen. Dann bringe es auf Ziegelsteine zum trocknen und wenn dieFarbe nicht genug feurig ist nach deinem Wunsche, schütte mehr des gen. Wassers darüber und mache deine Paste so dunkel als du willst. Und du wirst einen schönen Er-folg erzielen.(350)[Finis.]" |
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