Teil III: Quellen die Niederländer. Quellen für die Maltechnik in den Niederlanden., Mayerne Manuscript MS Sloane 2052 (1620-1646), edition Berger
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sdo:abstract "101(Ms. p--4) Nur wenige Farben hat der Maler in der Malerei mit Oel nötig und aus der Mischung dieser wenigen entstehen oder macht man alle übrigen.Bleiweiss.Schwarz. Erdschwarz oder schwarze Kreide. Schwarze Kreide, die leicht zerreiblich ist. ist fett und streicht sich gut; sie taugt mehr als das gewöhnliche Kohlschwarz, woraus man Blauschwarz oder Schwarzblau macht, um Seide und ähnliche Dinge zu malen.Man muss es unter Wasser aufbewahren, da es sonst in zwei oder drei Tagen eine Haut bekommt und auf der Palette läuft.Lackrot.Zinnober.Englischrot.Gelbocker. Preussisch Ocker, der beste.Schüttgelb, engl. Pinke. Sehr gelb und fett.Massicot (Bleigelb).Smalte.Bergblau, Aschblau.Ultramarin.Umbra-Erde.Grüne Erde (ausser der gewöhnlichen, welche in der That grün ist) ist eine blaue Farbe, deren man sich in Mischung mit Schüttgelb bedient, um Grün zu machen.Sie ist dem Aschblau sehr ähnlich.Alle Arten von Grün lassen sich aus verschiedenen Mischungen von Schüttgelb, gelbem Ocker, Aschblau, Blei-weiss und Erdschwarz herstellen.Der Grünspan (dessen man sich nur zum Lasieren bedient) ist allen anderen Farben derart feind, dass er sie alle verdirbt, besonders das Aschblau; selbst wenn manmit einem Pinsel arbeitet (obschon er rein erscheint), der in dem Oele gereinigt worden, das mit dem Grünspan in 4 Berührung gekommen, oder wenn man Farben auf eine Palette setzt, auf der er gewesen, wird alles verdorben; wer mit Grünspan arbeiten will, muss deshalb eigens Pinsel, Palette und Oel zum Reinigen derselben haben.Mennige wird matt und ist nicht gut zur Oelmalerei; um Orange zu machen, ist Zinnober und Schüttgelb zusammen zu mischen und nach Bedarf etwas Blau und Lack.Wenn man mit Blau arbeitet und dem Aschblau etwas Spiköl hinzufügt, so verblasst die Farbe nicht.NB. Die erste Anlage (welche man „die Todtfarben“ nennt) wird mit ebensoguten Farben hergestellt, wie die letzte, sonst schädigen die ersteren die übrigen, besonders die schönen Farben, wie die Azure etc.Indigo taugt nicht mit. Oel und verbleicht alsbald. Masticot ist nicht dazu geeignet, mit Blau ein Grün zu machen, weil es eine trockene Farbe ist, die sich nicht gut aufträgen lässt und mit anderen Mischungen leicht verdirbt.*) Die Kapitelnummern stimmen mit den Nummern der Noten überein.(Ms. p. verso)(No. 1*) •Lampen(russ-) schwarz oder schottisches Kohlschwarz. Schwarz von Weinrebenkohle ist bläulich.Es' gibt eine Sorte von grüner Erde, die wie ein Bolus ist. Diese ist schmutzig grün; man nimmt sie in der Oelmalerei.103(Ms. p. 5) Grundierung der Leinwänden mit Oe 1.Nachdem die Leinwand gut auf einen Rahmen ge-spannt ist, gib [eine Lage] von nicht zn schwachem Schnitzelleim oder [gemeinem] Leim (vorausgesetzt, dassvorher alle hervorstehenden Fäden ahgeschnitten sind). Ist der Leim trocken, dann grundiere mit Braunrot oder dunklem Englischrot ganz leicht. Lasse trocknen undglätte mit dem Bimstein. Nachher grundiere eine zweite und letzte Schichte mit Bleiweiss, gut ausgesuchter ge-brannter Holzkohle und ein wenig Umbra-Erde, damit esschneller trockne. Man mag auch eine dritte Lage davon geben, aber zwei genügen; [die Grundierung] bröckelt nie ab und reisst nicht.Er sagte mir, dass er mehrfach ohne Leim grundierte, indem er die Leinwand vorher nass machte, dann die erste Lage auftrug, diese trocknen liess und im trockenenZustande mit Bimstein abschliff; endlich gab er eine zweite event. dritte Lage wie oben. Die Leinwand ist sehr weich und springt niemals. Mr. Elias Fettz, ein KonstanzerMaler, sagte mir, er habe es zu öfteren Malen versucht, aber gefunden, dass viel Farbe dabei verbraucht werde.Gebrannter Ocker, der im Feuer rot wird, ist auch zur Grundierung gut. Gebranntes Braunrot wird im Feuer reiner, viel dunkler und trocknet gut.Die Form des Messers zum Grundieren.(Skizze des Messers.)NB. Wenn eine verbogene oder zerknitterte Leine-wand wieder aufzuspannen und gerade zu richten ist, so tauche man sie in laues Wasser, ziehe sie hernach mitden Fingern heraus, spanne sie auseinander und lasse trocknen. Sie wird wieder [recht]. Noch besser ist es, wenn du (bei zu starker Leimung) die Rückseite feuchtmachst, d. h. die ganze Leinwand von einer Seite zur anderen mit dem Bimstein abschleifest und hernach eine (Ms. p. 5 leichte Lage von Grundfarbe, bestehend aus Bleiweiss und verso) K0hle, gibst. Eine sehr biegsame Leinwand werdet ihr erhalten, wenn ihr in dem zum Anfeuchten dienenden Wasser Zucker auflöset, dann die Grundierung auftragt und sie trocknen lasset, aber ich billige weder den Zucker noch den Honig. Versuchet es.Ein Bild oder eine Leinewand wieder in Stand zu setzen, wenn die Grundierung wegen zu starken Leimens gesprungen ist.Wenn es klein ist, ziehe es über die Kante eines Tisches von Eichen- oder anderem harten Holz solange, bis der Leim gleichmässig zerborsten ist, und nirgends sich noch Risse zeigen; das ist in einem Augenblick geschehen. Das Gleiche kann auch nach und nach an einer grossen Leinwand unter Beihilfe mehrerer Leute(*)Vom Grundierer Walion, wohnhaft zu London, ge-nannt . . .Die Klinge einen Fuss lang.(3)Vidi. (Ms. p.(Ms. p. verso)105Sans eau, meurt dedans gemacht werden. Diese Erfindung ist unversehens in meiner Gegenwart am 24. Dezember 1641 gemacht und an einer Landschaft von Abraham La Tombe, sowie an einem ganz gesprungenen Porträt des Grafen de la Suze ausgeführt worden. Aber man darf diese Leinwänden nicht rollen, sondern muss sie aljsogleich auf die Rahmen aufspannen.T. M. Ich würde auf die Rückseite der gut angespannten Leinwand ohne jede Zugabe bis zur Hälfte eingekochtes Oel streichen und trocknen lassen.Andere Manier. Lege die gesprungene Leinwand auf einen Tisch, befeuchte sie von rückwärts und trachte, mittels Bimsteines den Leim zn entfernen. Wische mit Leinen rein; dann dreht man die Leinwand um und legt auf die gesprungene Stelle doppeltes Papier und poliert oder glättet ziemlich fest mit einem Messerheft oder Polierer von Elfenbein oder Glas.T. M. Die Leinwand werde mittels eines Schwammes dem Bedürfnis entsprechend angefeuchtet, dann ausgebreitet und an dem Rahmen befestigt, trocken gelassen und wie oben eingeölt.(Ms. p. 6) Gewöhnliche Farben zur Oelmalerei. (4)Bleiweiss.Kohlschwarz [von sehr weicher Sorte] soll vorerst in Wasser gerieben werden, und wenn getrocknet, mit Oel.Lampenschwarz. Es soll in einem gut geschlossenen oder zugedeokten Schmelztiegel gebrannt werden, bis aller Rauch vergangen ist, und hernach wird es ausgenommen und verwahrt. Man kann es auch brennen, ohne zuzudecken, und wenn der Rauch sich verzogen hat, den Tiegel zudecken, das Feuer wird erlöschen, und wenn man will, kann es allsogleich mit dem Oel gemischt werden.Um Schwarz und alle übrigen Farben wie Lack trocknend zu machen (aber es macht sie ein wenig verblassen), nimm Oel mit Bleiglätte eine halbe Stunde oder eine Stunde auf dem Feuer gekocht, und bewahre dies Oel zur Mischung mit den Farben.Das tiefste Schwarz wird aus Elfenbein in einem gut mit Lutum und Salz verschlossenen Eisengefäss gebrannt. Dieses Schwarz hat fast keinen Körper, es kann über ein anderes, wie Lampen schwarz, als Lasur gesetzt werden und gibt dann ein äusserst tiefes Schwarz.Bleiweiss sei vorerst mit Wasser gerieben, dann, wenn trocken, mit Oel. So du es zwei- oder dreimal, mit Wasser bedeckt, an die Sonne stellst, wird es viel weisser, wie auch die Wäsche bleicht.Lackrot, zum Lasieren und Malen.Vermillion, Zinnober. Reibe es zuerst mit Knabenharn, dann getrocknet mit Oel auf der Palette.Braunrot. Englisch Rot reibe nur in Oel.Kein Schwarz wird in Wasser gesetzt.Sei stets in Wasser.Ohne Wasser.ln Wasser verdirbt es und bleicht aus.Werde in Wasser gesetzt.Gelber Ocker, gebrannt, gibt ein gutes Rot für Gesichter und alles andere.Gelber Ocker, mit Oel gerieben, trocknet nicht so leicht und ist nicht so schön, wenn er in Wasser gethan wird. (Ms. p. 6 Schüttgelb. Pinke. Schüttgrün reibe nur mit Oel.verso)Ohne Wasser, er verdirbt sonst in einem Tage.Ohne Wasser, es verbleicht in Wasser107Massioot in drei oder vier Sorten, heller und dunkler, wird nicht gerieben, sondern nur auf der Palette gemischt.Umbra-Erde, natürlich und gebrannt. Die gebrannte gibt eine schöne Färbung wie Umbraun mit Lack vermischt; aber sie hält besser und ändert sich kaum. Man brennt sie im Feuer bis zur Rotglut.Aschblau. Azurblau (Bergblau) mischt man nur auf der Palette, und durch Beigabe von mehr oder weniger Weiss erhält man verschiedene Arten.Smalte, ganz ebenso.Ultramarin, aus Lapis Lazuli [bereitet], Verditer scheint ein wenig grüner als Aschenblau, es muss gerieben werden, bleicht etwas aus, wird zu Mischungen von Fleischtönen gebraucht und bildet mit Pink ein Grün. Es ist der Rückstand des filtrierten Scheidewassers.Kölnische Erden gibt ein rötliches [d. h. warmes] Schwarz; es trocknet nicht leicht.Mennige, wird in Oel gerieben, verbleicht von selbst, aber ist sehr trocknend; wenn man auch ganz wenig mit Lack oder Zinnober mengt, macht es diese schneller trocknen.Destillierter Grünspan dient nur zum Lasieren auf Weiss und Schwarz oder auf Masticot, sowie allen anderen Farben; ein wenig mit schwarzen Farben vermengt, macht diese trocknend, aber habe Palette, Pinsel und Oel separat für diese Farbe.Um zu verhindern, dass diese Farbe verblasst, muss, sobald sie getrocknet ist (was in 2 oder 3 Tagen geschieht), ein firniss darüber gelegt werden, der weiter unten angezeigt wird.Sieh’ zu, mit was sich die blaugrüne Farbe nieder- schlagen lässt, welche aus dem Filtrationswasser abgeschieden wird und Verditer heisst. Ich weiss nicht., ob, wenn man Kreide hinzufügt, die Farbe hiebei aufgesogen wird und Körper erhält, oder etwas anderes. Versuche das Pulver von ungebranntem Alabaster, gelöschten Kalk, gestossenen Talk, Bryangoner Kreide.(Ms. p. 7) Um die Palette zuzurichten, die sonst kaum ein Jahr währte, das Oel einsaugt und die Farben vertrocknen macht.Tauche sie in gut aufgelösten Leim in einer grossen Pfanne und lasse sie über dem Feuer, bis die Flüssigkeit das Holz durchtränkt hat; nachher lasse sie unter einem beschwerten Brett trocknen, damit du das Schwinden nicht zu befürchten hast. In acht Tagen, wenn du ein wenig mit derselben gearbeitet hast, wird sie sehr gut.Das Oel wird gebleicht, wenn es über Bleiweiss geschüttet, an der Sonne stehen gelassen wird; aber es wird auch fetter und verdickt sich.Oel.Das beste ist das Leinöl; es hat die Eigenart, dass, wenn die Malerei nachgegilbt ist, und das Gemälde an die Sonne gestellt wird, die Farben stets wieder aufzuhellen. Dies ist nicht der Fall beim Nussöl, auch nicht beim Mohnsamenöl.In Wasser.ln Wasser.In Wasser. Der Körper der grünen Plrde ist, was man in England Spanish Wbit nennt, d. h. die Hälfte ist Kreide.In Wasser.In Wasser, sonsterhärtet es.Ohne Wässer.Das is das Spanish Weiss, aus dem man Stärke in Brodform zum Anweisen der Häuser mittels Leim macht.(5)Van Sommer.(«iAndere ziehen das Nussöl vor.109Das Mohnöl ist gut für das Weiss und für das Blau, wenn inan Himmel, Lüfte eto. macht.Wenn du bei der Arbeit mit Weiss oder mit Blau ein wenig Spioköl zu den Farben gibst, so verblassen sie nicht im mindesten; das ist ein grosses Geheimnis.Um trocken gewordene Pinsel zu reinigen (deren sich ein guter Maler nicht mehr bedienen würde), tauche man sie in Seife einen Tag und eine Nacht oder weniger, ausFurcht, die Seife könnte den Borsten schaden, nachher wasche man sie in warmem Wasser und reinige sie mit Spicköl, Terpentinöl und Steinöl.Alle Farben lassen sich firnissen.Guter Firnis. Rp. Helles Terpentinöl zwei Unz.Denten und hellsten Terpentin eine Unze. Sandarac, sehr wenig. Schmelze langsam den Terpentin, allein; ist dieser im warmen Wasser [Wasserbad] zergangen, füge das [Terpentin-]Oel hiezu, und wenn alles gut vereingt ist, nimm es aus dem heissen Wasser heraus. Der San-darac sei für sich mit ein wenig des genannten Oeles ge-mischt und dem übrigen hinzugesetzt, solange alles noch warm ist. Das Oel nimmt davon auf, so viel es vermag.Andere Art, die man für besser hält: Rp. Terpentinum vom besten 1 Unze, Steinöl 2 Unzen; im heissen Wasser [Wasserbad] vereinige es und gib acht, dass nichts anbrenne; der Firnis blättert niemals, wird nicht weiss und zeigt dir genauestens deine Arbeit.Der Terpentinfbalsam] trocknet mit der Zeit, das Terpentinöl oder das Steinöl verflüchtigen und können Wasser nicht vertragen. Der beste Firnis, der gegen Wasser widerstandsfähig ist, wird gemacht aus an der Sonne über Bleiglätte (vergl. auch über Bleiweiss) einge-dicktem Trockenöl, ohne irgend zu sieden.Wie man Leinwänden grundiert, um zu ver-hindern, dass sie springen und brechen.Zur ersten Lage von Leim füge ein wenig Honig dem Leim bei.Dies taugt zu nichts, denn die Leinwand wird leicht feucht und schlaff; und stellst du dein Bild gegen die Wand, so blüht ein weisses Salz über der ganzen Malereiheraus wie Salpeter.Zur Unterlage von Blattgold oder -Silber.Reibe Gelbocker mit Oel, soviel du magst, füge etwas Mennig hinzu und mache die Farbe ziemlich flüssig an, setze sie ans Feuer, und füge etwas Knoblauch dazu; jelänger du sieden lässt, desto dicker wird es. Den Knoblauch gib in kleinen Stücken [nach und nach] hinein, und die „Goldfarbe“ wird im Glase aufbewahrt. Male mit demPinsel. Lasse trocknen. Ist es getrocknet, dann lege das Gold an, welches an dem Oel haftet, und so wird es schön.Weiss zu arbeiten.Ms. p. 8 Man macht es mit Weiss und Schwarz, item mit Umbraun und Weiss; Ocker und Weiss. Schüttgelb und(«»)Ich Hess einen Pinsel von Schweinshaar oder Borsten in star-ker Eichenlauge kochen. Das Haar hat sich erweicht, verbogen und war ganz verdorben. Die weiche Seife taugt besser.(?)Um diesen Firnis gut zu bereiten, bringe die Materien in einen geschlossenen irdenen Topf über heissem Sand, und wenn es zu sieden beginnt, ziehe den Topf vom Feuer und bewahre es. In dieser Art trocknet der Firnis sehr bald, andernfalls nicht. Belcam.M. Rubens.NB.S. im folg. Capitain Sallef’s Angabenl.111Weiss. Man schattiert mit Schwarz und anderen [dunkel] braunen Farben, man setzt die Lichter auf mit reinstem Weiss. Alle Farben verbinden sich schliesslich mit Weiss.Schwarz zu arbeiten.[Man nimmt] Kohlschwarz oder Lampenschwarz und W eiss. Man schattiert mit Elfenbeinschwarz und hellt auf mit Schwarz nebst ein wenig mehr Weiss.Arbeit mit Blau.Mit Weiss wird es lichter gemacht, drei oder vier Farben werden durch das Blau selbst abschattiert, oder man mischt ein wenig Lackrot in die erste Lage.Das Ultramarinblau ist die einzige blaue Farbe, die über Smalte lasiert wird.Das Aschenblau ist nach dem Ultramarin das schönste Blau, es mischt sich mit Weiss etc.Die Smalte lässt sich genau wie Aschenblau oder Bergblau verarbeiten.Purpur zu arbeiten.Purpur macht man mit Smalte und Lack, für die dunkelsten [Partien]; damit es trocknet, muss ein wenig mit Bleiglätte bereitetes [Trocken-]Oel hinzugefügt werden, oder aber man reibe seine Smalte mit Wasser und füge in getrocknetem Zustande dann etwas davon der Farbe bei. Es macht sie gut trocken, ohne sich zu ändern.Schattiere mit Smalte, Lack und ein klein wenig Schwarz zum tiesten Ton, sonst sind Smalte und Lack genügend dunkel. Um Lichter zu machen, füge etwas Weiss hinzu.Man macht Purpur auch mit Aschenblau und Lack und kann diesen BMrben Zinnober, gelben Ocker und andere je nach Belieben zumischen.Rot zu arbeiten.[Nimm] Lack und Weiss, und wenn du willst, lasiere mit Lack; die Arbeit wird sehr schön.[Oder] Lack, Zinnober und Weiss. Du kannst es mit Lack lasieren, oder ohne Lasur stehen lassen.Braunrot mit Lack und Weiss. Schwarz zum Schat-tieren.Merke, dass das Schwarz bei keiner Arbeit hinzu-gefügt werden darf, es sei denn alles soweit bereit, um die letzten Dunkelheiten darauf zu tuschieren.Gelb zu arbeiten.[Hierzu dient] Massicot mit Schüttgelb abschattiert, indem etwas Mennig zum Trocknen und um etwas Körper zu geben beigefügt wird. Wenn du Umbraun hinzugäbest, würde der gelbe Lack verdorben. Für die dunkleren Töne nimm Schüttgelb, Lack und Umbraun. \ erlichte es mit dem hellsten Massicot.Massicot und Mennig bilden die erste Lage für Gold. Lichter setze mit Massicot allein auf.Mennig und gelber Ocker geben Goldfarbe. Erhöhe die Lichter mit Massicot.Schüttgelb und Weiss geben ein Gelb. Schattiere mit Umbra.(10 a)(10 b)Nicht über der Aschenfarbe. Ueber Indigo lässt es sich am besten machen.113M. u-entileschy excellent peintre flo- rentin adjouste sur Gelber Ocker, [und] Weiss, [geben Gelb; schattiere mit] Umbra-Erde.• Orangefarbe [mache] mit Zinnober, Mennig, Schüttgelb und ein wenig Massicot, oder allein, oder mit Zinnober gemischt. Beim Firnissen ändert sich [die Farbe] niemals;aber merke, dass die Farben gut trocken sein müssen, be-vor der Firnis darüber gelegt wird.Grün zu arbeiten.Schöngrün. Aschenblau und sehr helles Massicot.[Mit] Aschen und Schüttgelb schattiere das oben-genannte Grün.Je nachdem man die Grün gelblich haben will, füge man mehr Massicot bei.[Wenn] mehr grünlich, so gibt man mehr Schütt-gelb dem Aschenblau bei.[Wenn] mehr blau, so gibt man mehr Aschen.Heller macht man die oben genannten, indem man Bleiweiss hinzugibt u. s. w.Sohüttgelb, mit Hinzufügung von ganz wenig Aschen-blau, [ist] Lasurgrün.Etliche lasieren ihren Baumschlag mit Grünspan, aber vergiss nicht, Firnis dazu zu thun!Anderes Grün. Massicot, Weiss und Aschen, schattiert mit Massicot und Aschenblau; zu den dunkelsten Schatten füge ein wenig Schwarz, Aschblau und etwas Schütt-gelb bei.Aschblau und Ocker gibt ein stumpfes Grün; man kann etwas Weiss hinzumischen.Für die Baumstämme: Aschblau und Lack, mit Gelb-ocker, oder Umbraun oder Schüttgelb.Welke Blätter: Schüttgelb, Lack, ein wenig Umbraun, oder ein wenig Mennig, tuschiere hie und da mit etwas Zinnober.Wenn man eine zweite Farbensehichte auf die erste, die glänzend ist. legt, so schlägt die Farbe, nachdem sie getrocknet ist, alsbald ein und verbleicht nicht.(Ms. p. 9 Wenn man den Himmel malt, muss man das Blau auf verso) einmal machen, mit Smalte und Weiss oder mit Aschblau und Weiss, je nach Bedarf Lack, Zinnober und andere: Farben hinzumischend. Dann lässt man trocknen, und wenn man mit Gelb, Massicot etc. [weiter] arbeiten will, muss dies ganz gesondert geschehen. Denn bräohte man diese mit dem Blau in Berührung, würde die Farbe verderben.NB. Die Smalte verschiesst leicht, und wenn sie beim Ankauf auch schön erscheint, und sich höchst fein anfühlt, kann man doch kein Urteil haben, bevor sie mit Oel und Bleiweiss gemischt wird; man sieht erst im getrockneten Zustand, ob sie nicht dunkler wird. Die gewöhnlichen käuflichen Smalten dunkeln nach und verbleichen.Ich habe von der schönen blauen gemeinen Smalte genommen, sie aufs ieinste mit Wasser gerieben und getrocknet und mich ihrer mit bestem Erfolge bedient.7'. M. Verderblich für die Farben ist es, wenn das oben schwimmende Oel trocknet und eine Haut bildet, die an der Luft sich schwärzt: Es gibt einige Farben, und unter(10 fl■ Ein französischer Maler: Das Grün verblasst nicht, wenn man beim Arbeiten auf der Palette einige Tropfen Steinöl oder Spiköl oder sehr klares Terpentinöl hinzugefiigt.Das macht die Farbe einsohlagen und was sich einsaugt, wird keineswegs ver-blassen.GDDie Smalte darf nur ganz leicht mit dein Weiss auf der Palette gemischt werden, denn wenn sie viel mit dem Messer verrührt wird, verschiesst sie leicht. Zum Schattieren vermischt man zu derselben etwas gelben Ocker und etwas wenig Lack.Spekulation.M. Gentileschi, ein vortrefflicher Flo-rentiner Maler, ftigt115(Ms.p.10)anderen die Smalfcen, welche sich nicht leicht mit dem Oei verbinden und sich stets ohne Bindung zu Boden setzen, und so versohiessen resp. sich leicht schwärzen.Nota. Die Beigabe von Spicköl zum Weiss und zum Blau, wodurch sie niemals verblassen, wieder-hole ich hier, denn es ist ein grosses Geheimnis.Um zu versuchen, ob die Farben versohiessen, nach-dem sie auf Leinwand oder auf Holz aufgetragen sind, stelle man [das Gemalte], wenn es trocken ist, in die Näheeines Kamins, und man wird es bald sehen.auf der Palette nur einen Tropfen venetischen Ambra-Firnis hiuzu, mit dem man Lauten firnisst, und zwar hauptsächlich bei Fleischpartien, damit das Weiss sich ausbreitet und leicht ineinander malt und auch schneller trocknet. Durch dies Mittel arbeitet er, wenn es ihm beliebt, ohne auf das völlige Trocknen der Farben zu warten; und obsclion der Firnis rötlich ist verdirbt er doch nicht das Weiss. Vidi.NB. Damit deine Farben sich leicht ausbreiten lassen, M- Subeus- und infolgedessen sich gut vermischen und nicht versohiessen, wie bei den Azuren, aber auch bei allen übrigen Farben, tauche deinen Pinsel während des Malens dann und wann ein wenig in helles venetianisches Terpentinöl ein, das Terpentinöl, im Wasserbade bereitet ist, und mit dem gleichen Pinsel mische die Farben auf der Palette.Pinsel.(13)Durch Mottenfrass können Pinsel verderben und zu Staub zerfallen; das kann man verhüten, wenn sie in Hopfenblüte, in bitteren Kräutern wie Absynth, Tausendgüldenkraut, Wetter-Röslein, Tabaksstaub,(dessen Geruch in Kleidungsstücken eingedrungen, diese Tiere tötet und nicht entstehen lässt, aufbewahrt werden. Tauche deine Pinsel in Spicköl und die Motten werden nicht hineinkommen. [Versuche] Russisch-Leder.Wenn du deine Oelmalerei verlässt, tauche die vorher gut gereinigten Pinsel in Olivenöl, und wenn du sie wieder benötigst, wasche sie mit schwarzer Seife im warmen Wasser aus.Landschaften legt man mit den weichsten Schweins- borstenpinseln an, die man bekommen kann, und wenn man die Arbeit unterbricht, legt man sie ins Wasser, damit sie nicht trocknen. Wenn sie trocken sind, braucht man sie nur in weicher Seife zu, waschen und sie sind so gut wie je.Um die Blätter der Bäume zu machen, d. li. die grössten, muss man Pinsel mit breiter Spitze und vollhaarig, aus Fisch[otter]-Haaren haben.Eine Landschaft soll in einem Zuge angelegt werden, dann nach dem Trocknen sucht man sorgfältig alles zu übergehen.Bestreiche den Rand deines Behälters ringsum mit Schnitt-lauch, und niemals werden Motten sich finden; nach einem Pinsel-Händler.Ein Stückchen par-fümiertes Spaniscli-Leder in den Be-hälter gegeben.Weiche und zarte Borstpinsol. Je nach den Haaren und Schweinsborsten, aus welchen sie gemacht sind, muss man die Pinsel weich machen, durch den Gebrauch oder Reiben auf einem Ziogol. Wird dies fortgesetzt, so bekommst du so feine und weiche Pinsel, als du magst. Dieses Reiben geschieht der Länge der Haare nach und der Ziegelstein soll feinkörnig sein. Die Pinsel sind feucht zu halten und kurz mit dem Daumen und Mittelfinger, während der Zeigefinger auf den Pinsel drückt; sobald dieser genug weich ist, muss er mit einem Faden an der Spitze festgebunden werden, damit der Pinsel straff und zugespit zt bleibt.117Um gut zu arbeiten, ist es nötig, dass die erste An-lage mit ebenso guten Farben gemacht werde, wie das übrige, denn wenn die erstgemalten Farben verblassen,verblasst die darauf aufgetragene Lage auch. Abhilfe da-gegen ist, zwei Schichten von Farben auf die verblassten zu legen, dann die Arbeit zu übergehen und zu vollenden: so wird sie sehr gut werden.Die Grundierung ist von der grössten Wichtigkeit.Sgr. Antonio Van Dyck versuchte mit Fischleim zu grundieren, aber er sagte mir, dass die Arbeit sich abschält und dass dieser Leim in wenigen Tagen die Farben verdirbt. Deswegen taugt er zu nichts.In Bezug auf meinen guten Firnis, den ich ihm gegeben, um damit zu arbeiten, indem man ihn auf der Palette zumischt nach der Art des Gentilescki, sagt er, dass er sich zu sehr verdicke und die Farben dadurch weniger fliessend mache. Auf meinen Einspruch, dass durch Zufügung von ein wenig Terpentinöl oder eines anderen, das sich verflüchtigt, hier Abhilfe geschaffen werden kann, antwortete er mir mit Nein. Das hängt vom Versuch ab. Sieh zu, ob helles Mohnöl, Spicköl oder ein anderes dienlich sein können.Er versuchte das Wismuthweiss mit Oel und sagte, das gewöhnliche Bleiweiss, vorausgesetzt, dass es gut gewaschen ist, sei viel heller, jenes habe nicht genug Körper. Es taugt nur für’s Illuminieren.Mytens versuchte das Wismuthweiss und sagte mir, dass es an der Sonne sich schwärzt, und wenn es mit Bleiweiss gemischt werde, dieses verdirbt; deshalb taugt es nicht für Oelmalerei, nicht einmal für Tempera, wenn diese der Luft ausgesetzt wird. In einem Buche, zum Illuminieren ist es gut.(Ms.p.li) [Angaben des] Abraham Latombé von Amsterdam.Bereitung der Leinwänden.Man muss sie zuerst mit Leim von Kalbsfellen oder Ziegenfellen leimen, darin besteht das ganze Kunststück. Denn, wenn der Leim zu stark ist, springt sie und reisst leicht. Nachdem der Leim auf die Leinwand gestrichen, lege sie noch feucht auf den Marmor-Reibstein und mit dem Reiber drücke alle Fugen und Unebenheiten nieder, dann lasse trocknen. Hernach grundiere mit Bleiweiss und ein wenigUmbra. Eine Grundierung genügt, wenn man aber zwei Lagen davon gibt, wird die Leinwand gleichmässiger.Um Landschaften zu malen, [merke, dass] deine Grundierung hellere Farbe habe.Ir.Abraham Latómbé.(18)20. May 1633 zu London.(14)NB. Ich fand bei einem Gemälde des Abraham, das mehrere Jahre an einer feuchten Wand war, die Farbe von der Leinwand ganz getrennt, von wegen des Leimes; deshalb soll man mit Trockenöl, mit Bleiglätte bereitet, grundieren, und wenn dies trocken ist, mit U m- bra-Erdo oder irgend einer, welche du willst.Oder: Mache die erste Lage mit Umbraun und Bleiweiss, in Oel angerieben, und die zweite mit Weiss und Ocker oder Bleiweiss und Schwarz, wie du willst.D i e U möra-Erde v er- dirbt die Farben. Benütze Braunrot, gelben oder roten Ocker, Bleiweiss und Kohlschwarz.119[Bereitung] für die Holztafel. Grundiere zuerst mit obengenanntem Leim und Kreide; wenn trocken, schleife und gleiche es ab mit dem Messer, dann gib eine leichteLage von Bleiweiss und Umbraun.Das Nussöl ist besser für Weiss, Smalte und Asch-blau, andere Farbe trocknet es zu schnell; für jene schönen Farben ist es das beste und reiner als das Leinöl.Leinöl trocknet nicht so schnell wie Nussöl.Für die Blau füge man etwas Spicköl bei, zwei oder drei Tropfen; so dringt, die Farbe durch ohne zu glänzen, ohne ein Oelhäutchen auf der Oberfläche zu haben, verblasst niemals, sondern bleibt immer schön.Gebräuchliche Farben.Bleiweiss, Lampenschwarz,Aschblau (Bergblau),Smalte, Massicot, 1 und 2, Schüttgelb, Gelbocker, Mennig, Zinnober, Braunrot, Lack, Umbra-Erde.Bleiweiss. Das beste ist jenes, das sich leicht brechen und sehr weiss schaben lässt. In der gewöhnlichen Oerusa ist die Hälfte Kreide darin. Reibe es aufs allerfeinste mit Leinöl, thue es in einen kleinen glasierten Topf und halte stets Wasser darüber, indem du es von 4 zu 4 Tagen wechselst.Lampenschwarz mischt man je nach der Menge, deren man eben bedarf, mit dem Messer auf der Palette. Um es besser trocknend zu machen, muss etwas Umbraerde hinzugegeben werden mit Leinöl.Aschenblau und Smalte müssen sehr leicht auf der Palette mit Nussöl gemischt werden. Wenn man sie stark reibt, so dunkeln sie beim Trocknen nach.Massicot muss leicht auf dem Marmor gerieben werden, wenn es zu grob ist, und zwar um Grün zu machen und zum Auflichten der Bäume in Landschaften; wenn es schön und sehr fein ist, mag man es so mit Leinöl verwenden. Gib es in Wasser.Schüttgelb reibe mit Leinöl und gib kein Wasser darüber. Diese Farbe verträgt weder Luft noch Regen, noch weniger als der Lack; sie verflüchtigt, verblasst und vergeht.Gelber Ocker. [Reibe] mit Leinöl, gib ihn nicht in Wasser, sonst bleicht er, und wenn nur ein Tropfen davon daran kommt.Der italienische Ocker kann in Wasser gesetzt werden. Gebrannt gibt er ein sehr schönes Rotbraun, Mittelfarbe zwischen dem gemeinen Rotbraun und Lack.(15)Nur wenig auf ein-mal kaufe man, weil es sich verdickt.Je älter e9 ist, desto besser. Nota. Das Blau kann k tempera mit Leim auf der Oelgrun- dierung aufgetragen werden (reibe sie mit Knoblauch ein), und wenn dies trocken ist, verwende einen guten, feinen Firnis, der gut trocknet. So wird das Blau nie versterben.121Mennige soll vom schönsten und feinsten ausgesucht werden und ist aufs leichteste auf dem Steine mit Leinöl zu reiben. Wenn es zu stark gerieben wird, verliert es und verblasst. Gib es in Wasser, es verstirbt nicht.Zinnober sei vorerst in Wasser gerieben, dann zum Trocknen auf Kreide gelegt, welche das Wasser aufsaugt. Will man es gebrauchen, werde es auf der Palette mit Leinöl gemischt. Es :inag in Wasser gegeben werden. , (Ms.p. 12) Braunrot reibt man mit Leinöl und bewahrt es in Wasser.Lack reibt man sehr stark mit Leinöl, damit es fein wird, man gibt es niemals in Wasser, zum [besseren] Trocknen fügt man ein wenig aufs allerfeinste gestossenes Glas hinzu.Umbraun wird gebrannt, dann ist es brauner und rötlich, und ungebrannt verwendet, je nach dein Bedarf des Arbeiters. Man reibt es mit Leinöl und setzt es in Wasser.Wasserist gut für: ist nicht gut fürBleiweiss LampenschwarzMasticot SmalteMennig SchüttgelbZinnober Gelber OckerBraunrot Lackrot.Umbra Ital. Ocker Aschenblau. Pinsel.Nötig sind Borstenpinsel von sehr weichem Schweins-haar. Kurze und weiche sind die besten, um ein Gemälde anzulegen.Damit sie nicht trocken werden, legt man sie nach dem Malen in Wasser. Sind sie trocken, dann reibt man sie mit Seife ab, wäscht sie und schwenkt sie in warmenWasser aus.Für Baumschlag und zum Anlegen, was die heikelste Arbeit ist, nimmt man Fisoh-[Otter-JPinsel, länglich und fest; für das übrige Pinsel von Eichhörnchen-Schwänzen,dick und kurz; für Baumstämme und zum Ziehen langer Linien, lang und fein.Nach dem Malen reinige deine Pinsel gut und bewahre sie in Leinöl.Die Paletten seien von Birnbaumholz.(Ms. p. 12 NB. Die Mehrzahl der Farben versterben nur infolge verso) (jer mangelhaft gewaschenen Pinsel. Deshalb sollte einMaler, der ein Werk von Bedeutung, insbesondere einPorträt nach der Natur malt, stets neue Pinsel haben.Eigene Pinsel soll man auch für Blau haben und sie nie mit anderen Farben in Berührung bringen; nach der Arbeit sind dieselben auch stets in Wasser zu bewahren. Die übrigen Pinsel sind nach dem Gebrauch gut zu reinigen und in Oel aufzubewahren, resp. stets fett zu erhalten.Die Schweinsborsten-Pinsel sollen nicht zerzaust sein, sondern auf der Spitze vereinigt, besonders wenn sie nass waren, müssen die Borsten wieder gleich gestrichen werden.NB. Ulas.(17)Versuche von Horn[gemachte].123123Jeder gute Pinsel soll fest sein Und sich wieder vereinigen, wenn man ihn mit der Fingerspitze auseinanderbreitet; die ausgebreitet bleiben, sind weich und taugen nichts.[Landschaft e n zu male.n.](Ms. p. 13)(Ms. p. 13verso)InderLand-schaft ist zubeachtendie Luft die Erde, j Bäume auf welcher' Gebäude zu malen Felder dassind ' Figuren Ganzegesehen ruhigesfliessendes vondas Wasser bewegtes 1 gefrorenes, Schnee derEntfernungdemMittelgrunddem Vorder-grund undder nächstenNähej bei SonnenaufgangI zur MittagszeitDie Luft malt man entweder)bei Sonnenuntergangl klar/ nebelig, regnerisch.Bei Sonnenaufgang malt man den unteren Teil, der sich der Erde nähernden Luft hellgelb mit Lichtocker und Weiss; ein wenig höher das Gewölk mit Smalte, Lack und ein wenig Ocker; und unterhalb des Gewölkes, welche die Sonne beleuchtet mit Weiss, Gelbocker und ein wenig Lack, etwas mehr oder weniger von dem einen oder dem anderen, je nach den Reflexen der Sonnenstrahlen.Zur Mittagszeit: Zu oberst Blau mit Smalte und Weiss, dann nach abwärts immer heller werdend. Das Gewölk am hellsten, wo die Sonne streift ganz weiss. Nach unten soll der dunkle Schatten mit Smalte, Weiss, Gelbocker und Lack gegeben sein.Am Abend, wenn die Sonne untergeht: Unten nächst der Erdpartie ganz rot mit Mennig, Weiss und Lack gemischt. Um die Wolken zu schattieren Smalte, Weiss, Lack und Gelbocker.Stets, morgens und abends, soll die höchste Himmelspartie blau sein, mit Smalte und Weiss. Das übrige sei der Tageszeit angepasst.Klarer Himmel [ist zu malen] einfach mit Smalte und Weiss, immer hellerwerdend je näher man zur unbewölkten Erde kommt.Nebeliger Himmel: Fast kein Blau, wenig W eiss. Für bewegtes und dunkles Gewölk, mehr oder weniger von der Farbenmischung von Smalte, Gelbocker, Lack und etwas weniges Weiss.(18)Die Erde oder Terrain.In der Entfernung: Das schönste Aschenblau und Weiss mit sehr wenig Lack.Etwas näher [zur Mittel füge zu diesen Farben Aschenblau, Weiss und Lack noch ein wenig Massicot.Ganz nahe, Aschenblau, gelber Ocker und etwas Schüttgelb*(19)Bezügl. der Bäumeist es ebenso wie beidem Terrain zuhalten. 125Ganz im Vordergrund, Aschenblau, Schüttgelb und ein wenig Lack.D i e W e g e.Die entferntesten: Aschenblau, Weiss und ein wenig Lack. ,Die näheren: Aschenblau, Braunrot und Weiss.Die nächsten von allen: Braunrot, gelber Ocker, Weiss und ein wenig Aschenblau.Um die tiefsten Stellen zu schattieren: Schwarz, Umbraun und ein wenig Weiss.Die Felder.In Entfernung: Aschblau und Massicot; von Aschblau sehr wenig, [aber] vom schönsten, mehr von Massicot. Zum Schattieren mehr von Aschblau als von Massicot. Etwas näher: wenig Aschblau, mehr Massicot, ein wenig Schüttgelb.(Ms.p. 14) Ganz nahe [dein Beschauer]: Wenig Aschblau, vielSchüttgelb, das ein schönes und kräftiges Grün gibt.Zum Schattieren: Aschblau, Schüttgelb, Umbra und etwas weniges Schwarz.Für ein Kornfeld: Viel Massicot, wenig Schüttgelb.G e b ä u d e.Braunrot, Weiss, wenig Massicot.Zum Schattieren: Aschblau, Braunrot.Die Dächer: Braunrot, ein wenig Lack, ein wenig Aschblau, etwas Weiss.Rauch: Aschblau, Braunrot, Lichtocker.Weisses Stroh, beleuchtet: Hellocker und Weiss.Holz.Gelbocker, Ascliblau, Weiss und etwas Massicot.Schattiert .mit Aschblau, Braunrot und Gelbocker.Wasser.Smalte und Weiss. Mitunter und besonders noch vorne Aschblau und Weiss. Zum Schatten, welcher von Bäumen und anderen Dingen erscheint: Aschblau, Massicot und Lack. Wenn eine ausgebreitete Wasserfläche zu malen ist, soll der Schatten und die Wolkenfarbe sich darin zeigen [Spiegelung].Der Schnee sei umso weisser, je näher er ist. In der Entfernung mehr bläulich.(Ms. p. 14 Abhandlung über die Reinigung von Gemälden verso) ,jes König Karl, die von Italien nach London in einem mit Korinten befrachteten Schiff verschickt wurden, auf dem auch einige Fässer sublimierten Quecksilbers befanden, dessen Dämpfe durch die G ä h r u n g der Korinten verursacht, alle, sowohl Oel- als auch Tempera-Gemälde wie Tinte schwärzten. Diese sind wieder gereinigt und auf ihre frühere Schätzung gebracht worden durch einen Maler Namens (?)Ich glaube wohl, dass zur Entfernung des obersten Schmutzes und der hauptsächlich auf den Bildern ange-(I9a)(11) I»)(!»«•)(19 <l)(19 e)(19 f)(ÄO)Die Oelbilder sind wieder hergestellt, die anderen nicht. Man sagt, dass es durch Waschen mit Milch geschehen ist.127häuften Unreinigkeiten Milch, Eigelb, weisse Yenetianer Seife gute Dienste leisten, aber um alles zu entfernen ohne die Malerei zu schädigen, bedarf man wässeriger Flüssigkeiten, denen das Oel Widerstand leisten kann, weder zu dichte, noch zu flüssige, damit die mineralischen Farben nicht beeinträchtigt und andere verwischt werden könnten. Dazu muss man entweder das gewöhnliche Scheidewasser oder eine Lösung von Salz und Alaun benützen. Oder Vitriolöl oder Schwefelöl, welche Flüssigkeiten gelöst und mit sehr viel Wasser vermischt zum Reinigen dienen, indem man mit einem feinen und weichen Schwamm reibend darüber geht, dann mit reinem Wasser sorgsam wäscht und mit einem reinen Leinentuch abwischt. Zu merken ist, dass keine Schärfe auf dem Bilde zurückbleibe, was du durch die Zunge erproben kannst.Was jene Dämpfe des Sublimates, welches aus Salz und Vitriol bereitet wird, angeht, so glaube ich, dass ein Extrakt aus diesen beiden hergestellt, das beste Gegenmittel wäre; denn Gleiches steht zu Gleichem.Eigelb über ein Oelbild ausgebreitet und einige Zeit darauf stehen gelassen, dann erst mit warmem und hernach mit kaltem Wasser gewaschen, entfernt allen Schmutz, mit Ausnahme des Firnisses, der durch weiche Seife zu entfernen ist. Sieh zu, [ob] die Tuchwalkererde [tauglich ist].(Ms.p. 15) JJm ejn Oelgemälde, dessen Farben mit der Zeit verdorben sind, zu reinigen.Wasche es oder vielmehr reibe es mit Senf ein, und wenn es genügend gereinigt ist, spüle es mit. Wasser ab.Ein mit Staub beschmutztes Bild soll einfach mit einem nassen, ausgedrückten Schwamm gewaschen, dann für eine oder zwei Stunden in die Sonne gestellt werden. Der Himmel und die entfernten Landschaftspartien, die mit Smalte, Aschenblau, Massicot und Bleiweiss gemalt sind, werden durch dieses Mittel heller. Aber die Stellen, wo Schüttgrün und Lack im Himmel oder Wasser verwendet ist, verderben gleichzeitig, deshalb sollen diese Teile des Bildes durch aufgeklebtes Papier [gegen die Sonne] geschützt werden. Die Bäume und anderes Grün, welche mit Schüttgelb und Massicot gemacht sind, sind auch hierin begriffen.Die klare Aschenlauge aus Weintrester (Pottasche) reinigt auch sehr gut ein Bild. Ebenso der Urin. Nachdem das Oelgemälde gut gereinigt ist, nimm Eiklar, zu Wasser mittels eines Stäbchens oder ins Viertel gespaltenen Feigen- stöckens geschlagen, tauche einen weichen Schwamm darein, überziehe damit das Bild. Lasse in staubfreiem Raume trocknen. Wenn durch Rauch oder in anderer Weise das Gemälde schmutzig geworden ist, hat man es nur mit reinem Wasser zu waschen, es gut abzuwischen und das Eiklar wieder darüber zu ziehen. So werden die Bilder stets so gut erhalten bleiben, als ob sie eben gemalt wären.Um Oelgemälde zu reinigen und wieder zuerneuern.Nimm gesiebte Holzasche, bestreue damit das Gemälde, tauche einen weichen Schwamm in reines Wasser und reibe und reinige das Bild. Nachher wasche es und spüle cs(20 a)Fortin.Der nämliche, denman isst.Abraham Latombé. NB. Rp. Scheide- wassor 1 T., Quellwasser 3 oder 4 T. und. wasche sorgsam mit einemSchwamme reibend das Bild. Wenn alles rein ist, wasche mit reinem Wasser und entferne alles Scheidewasser. Das Bild wird vorzüglich erneut sein. Tch habe es gemacht.Der Traganthgummi in Kleisterdicke aufgelöst, ist ein vorzüglicher Firnis au Stelle des Ei klar.Sieh’ zu, was Schwe-felöl und Vitriol(Schwefelsäure) mitviel Wasser ver-mengt, taugt.Scheide wasser alleinfrisst die Farben ausund nimmt sie fort.(*DDie Asche schadetden Farben.129mit Wasser gut ab. Ist das Gemälde trocken, nimm Gummi arabicum in mittlerer Dicke in Wasser gelöst und mit dieser Art von Firnis, welcher denselben Effekt hat wie das Eiklar, befeuchte das Bild mit einem sehr feinen Schwamm oder einem langen, weichen und zarten Pinsel. Lasse dann trocknen.(Ms. p. 15 Blaue Farbe, aus dem aus Indien kommenden verso) Stein, aus S überminen bezogen, woraus man das Aschenblau macht.Ich habe [den SteinJ genau so wie den Lapis Lazuli zur Ultramarinbereitung behandelt, aber bei der längeren Verarbeitung der Masse in sehr heissem Wasser hat sich nicht das geringste abgelöst. Diese Malaxation wurde ausgeführt in starker Lauge, darauf loste sich ein Teil des Farbenstaubes, und ich glaube, dass nach längerer Zeit alles extrahiert worden wäre.Versuche die Lauge mit körniger Asche zu bereiten oder aber die Waschung mit starker, flüssiger und weicher Seife zu machen, aber es muss ein Wasser sein, das die Seifenzugabe gestattet, wie etwa [weiches] Flusswasser.Das gleiche trat ein mit Lapis Armenus, von Schwatz, welcher in Deutschland Bergblau genannt ist.Merke: Zum Reiben dieser Materien auf dem Steine eignet sich kein anderes Oel als Leinsamenöl.(Ms.p. 16) Um das Oel schön, hell und wasserklar zumachen.Rp. Sehr reine Goldglätte 1/2 Unz.. Mennig 2 Drachm., Nussöl eine englische Pinte: lasse es auf schwachem Feuer eine Stunde lang zusammen sieden.Mitunter verdickt sich das Oel derart, dass du es mit dem Messer schneiden könntest , demungeachtet wird es wieder klar und flüssig.Nachdem du es von den Unreinheiten gesondert hast, setze es in einem Glasgeschirr der Sonnenwärme aus; diese bleicht und klärt das Oel vollständig.NB. Die März-Sonne ist die beste des ganzen Jahres zu diesem Zwecke, und bleicht am meisten. April und Mai sind nicht schlecht, und besser als das ganze folgende Vierteljahr.Um Oel dicker zu machen, und klar dabei, sehr trocknend, geeignet zur Mischung mit körperlosen Farben, um ihnen Körper zu verleihen,damit sie nicht im Oel zu Boden sinken.Rp. Heisse reine Eichenasche, eine Handvoll auf den vierten Teil der Oelmenge. Schütte darüber eine Pinte von Nussöl.Lasse dies beisammen 8, 12, 14 Tage, so hast du deinen Zweck erreicht.(Ms. p. 16 Mr. Mytens sagt, je mehr das Oel erhitzt wird,verso) desto besser ist es verfeinert und viel mehr geeignetzur Farbenmischung.Versuche gebrannten Kalk, von nicht kreidiger Beschaffenheit, zu nehmen, der fein gepulvert ist (bedenke,NB. Die Filterwasser der Niederschläge 2 von dem Praecipitat des Wis- muth-Weiss, welches ein stark reinigendes Salz enthält, oder ähnliches thun guton Dienst.(33)(33)Vidi.Mr. Mitens, hervor-ragender holländ.Maler. 1622.(24) 131dass an der Luft gelöschter nicht, gut ist), gib ihn in einen kleinen Beutel von reiner Leinwand. Unter diesen fülle einen gleichen mit Schafsknochen oder Hirsch- oder Gems- horn, die weiss gebrannt seien. Und zu unterst einen dritten voll Kreide oder sehr feinem Sand. Lasse das Nussöl durch diese drei Dinge durchpassieren und versuche, was daraus wird.Sieh zu, ob das genannte Oel oder Leinöl sich durch den Destillierkolben oder die Retorte mittels Wasser destillieren lassen.Viele glauben, dass alle durch Pressen erhaltenen Oele sehr schwierig oder ganz und gar nicht destillierbar sind.(Mps..17) Stark trocknendes Oel, das wie ein Firnis ist,ohne Körper.Man bereitet es gleicherweise aus Nussöl und aus Leinöl; aber das aus Nussöl ist besser. Nimm vom Oel einhalb Sextier, Pariser Mass, das ungefähr zwei Pfund wiegt, gib es in einen neuen glasierten Hafen, und werfe darein eine halbe Unze feinst pulverisierte Goldglätte, verrühre es ein w-enig mit der Holzspatel und lasse es auf schwachem Feuer sieden, unter einem gedeckten Ofen oder im Hofe in freier Luft, zwei Stunden lang. Das Oel verringert sich, aber wenig. Lasse es sich gut setzen, schütte das verdickte Oel durch Umneigen ab, und bewahre es zu allerlei Gebrauch.Das ist ein kräftiges Trockenmittel, derart, dass alle schwer trocknenden Farben mit ein wenig von diesem Oele gemischt, trocknen.Wenn man damitWaffen bestreicht und sie einen Sommernachmittag der Sonne aussetzt, wird das Eisen sicherlich (wie ich es gesehen) nicht rosten und verleiht ihm ausserdem eine schöne Färbung, als wenn man Fftnis über Holz streicht. Zu anderer Jahreszeit trocknet der Firnis von selbst in ein oder zwei Tagen.Mit diesem Oele kann man Leder tränken, um es gegen Wasser widerstandsfähig zu machen, wie man weiss.Ebenso kann man Leinwand oder Taffet damit bestreichen, um Mäntel, Kapuzen, Parapluis und andere Dinge zu machen, die dem Wasser widerstehen. Aber (Ms. p. 17 man muss zuvörderst die Leinwand oder den Taffet dazu 'PIS01 vorbereiten und die Poren und Lücken mit Fischleim oder mit Leim von Handschuhleder, dem man zur Vermeidung des Springens etwas Honig zugegeben, überdecken. Auf diesen gut getrockneten Leim trägt man das Oel mit einem Borstenspinsei auf und lässt trocknen. Man kann auch zwei oder drei Lagen davon geben, wenn man mag. Und schliesslich sei etwas Farbe hinzugefügt, die mehr oder weniger Körper hat, wie man es beliebt.Desgleichen kann man die Leinwand für eine Karosse oder Sänfte bereiten. Item um ein Zelttuch zu machen oder eine andere Decke, die wasserdicht sei; für einen Koffer, Felleisen, Briefpackete (für welche der Taffet einzig ist), um Briefschaften von Bedeutung in die Ferne zu senden.Für ein Zeltdach, Carosse oder Sänfte, wo das Gewicht nicht mitspricht, mag man zum Oel irgend eine Farbe(35)M. Sallé beiM. de Soubise.Um sehr trocknen-des Oel zu machen,nahm derselbe fernerzu 2 Pfd. Leinöl,reinste Goldglätte(diese ist gewaschenam besten) 4 Unzenund zur Lösung2 Unzen Spicköl.Nimm vom stärkstenfür diesen Firnis.Zum Ausbessern vonalten Bildern ist die-ses Oel einzig unddient als Firnis.Vergl. die Manier desMitens um es ebensoklar zu bekommenwie OanarischenWein, durch dieMärzsonne, mit Blei-glätte und Mennigebereitet.Auf 2 Pfund Leim4 Unzen Honig.Besser ist es die Farbe auf den Taffet, Leinen oder Oalico zu streichen, und dann das gut trocknende Oel darüber zu geben.9*133mischen, wie Umbra-Erde, Ocker oder ähnliches; es wird besser und hat mehr Widerstandsfähigkeit.(Ms. p. 18) Farben, welche keinen oder sehr wenig (26)Körper habe n.Der Lack hat keinen.Verdegris (Grünspan) hat keinen.Beide dienen zum Lasieren.Schüttgrün hat sehr wenig.Wismuth-Weiss hat sehr wenig.Smalte hat wenig.Russschwarz, das vor dem Reiben auf einem Ofen oder im Schmelztiegel gebrannt werden muss, hat nur wenig. Elfenbeinschwarz oder Beinschwarz (von Schafsknochen) ist viel besser wenigstens bezüglich des Körpers. Man füge beim Reiben den vierzigsten Teil Grünspan hinzu.Indigo hat (Körper) aber nicht genug.Farben, die nicht trocknen, werden es, wenn man (2'?)Grünspan beifügt., oder weissen Vitriol, oder fein pulverisiertes, oder gebranntes und in kaltem Wasser gelöschtes Krystallglas, das getrocknet und zu feinem Pulver gestossen ist.Lack trocknet niemals von selbst, man muss Grünspan hinzufügen.Mandelkernschwarz und Elfenbeinschwarz trocknen nicht ohne Zugaben.Dem Lampenschwarz füge per Unze eine nussgrosse Menge von weissem Vitriol bei.Wenn diesen allen ein wenig Trockenöl hinzugefügt wird, so trocknen die Farben sehr gut und in kurzer Zeit.(Ms. p. 18 Nach den Versuchen des Kapitain Salle über die^erso) Präparation von undurchdringlichen Oelen,welche er für Dr. de Soubize machte.Zu einem Schoppen oder 1 % Leinöl nimm 2 Unzen gewaschene Goldglätte (die besser taugt, obschon er sie ungewaschen nahm), lasse zwei Stunden über gelindem Feuer sieden, gib sorgsam acht, dass es sich nicht entzündet oder überläuft, und rühre stets mit einem Stäbchen oder der Holzspatel. Wenn du deinen Topf vom Feuer nimmst, füge der Mischung nach und nach 1 Unze Spicköl hinzu. (Er hat zwei hinzugegeben, aber das ist zuviel.) In diesem Verhältnisse bereite das Trockenöl in der gewünschten Menge; z. B. Oel 2 %, Goldglätte 4 Unz., Spicköl 2 Unz.Willst du es gebrauchen, mache das Leder ein wenig über dem Ofen warm, oder indem du es über helles Strohfeuer hältst, und überstreiche das Oel mit einem Borst- pinsel zwei oder dreimal. Lasse in Müsse trocknen.Nota: Wenn du eine grössere Menge des Oeles bereitest, so trocknet der Rest, dessen du dich bedient hast, sozusagen, auch 10 Jahre später. Füge neues, kochend- heisses Oel hinzu und lasse es absetzen, so wird das Oel besser. Die Glätte setzt sich zu Boden.Dieses Oel dient zur Restaurierung und zum Firnissen alter Gemälde, was ein guter Maler für ein grosses Geheimnis erachtete.(28)Die folgenden [Reu.] sind von Cap. Salle.iSIussöl ist besser.Wenn du 4 Unzen Spicköl beifügtest, wird die Eindringung grösser und dor Geruch stärker, dor den des Leinöles verdrängt.NB.135Um schwarze Farbe auf Leder zum Zwecke der Verwendung für Lehrstühle [Kanzleistühle] anzubringen, nehme man Lampenschwarz, das heisst das Pariser Schwarz, das sehr fein ist, nicht das flandrische, das zu schwer ist, und brenne es über dem Ofen oder im Schmelztigel, wie man verschiedentlich weiter unten sehen kann.(Ms.p. 19) Wenn das Oel mit ziemlich viel Bleiglätte, wie 3 oder 4 Unz. auf ein Pfund, bereitet ist, und mit dem Schwarz vermengt wird, trocknet es unfehlbar, ohne jede andere Beigabe. Versuche das Schwarz mittels Fischleim auf das Leder aufzutragen oder das Leder zuerst trocknen zulassen, und gib dann das Trockenöl zwei oder dreifach darüber.Je mehr Glätte hinzugefügt wird, desto weniger darf das Oel gesotten werden; und bleibt desto dicker.Nussöl oder Leinöl durch ein Filter von Weinreben- asche gegeben, wird klar. Versuche mit heisser Asche.Gedenke des gelben Ambra-Firnisses und versuche ihn mit Steinöl auf lindem Feuer zu machen, denn „Naphta fängt Feuer“.Für Leinwand, Oalico, Taffet, Bougran [Grosgrein?], Zwillich, Serge [eine Art Zeug] und andere Stoffe für Kapuzen, Reitermäntel, Seidenstrümpfe, Handschuhe, Decken für Sänften, Wagen; zum Einpacken der Briefpaokete und Schriften; Gepäckshüllen, Koffer, Felleisen, Bilder etp.Genannter Kapitain Sallé, dem ich Taflet zeigte, der sehr weich und so dicht präpariert war, dass kein Wasser eindringen konnte, sagte, dass es nach seiner Ansicht nur gekochtes Oel mit kräftiger Glätte eingedickt, ohne jeden Leim wäre.Jedesmal ist diese Erwägung beigefügt:Nimm Fischleim oder Schnitzelleim eine grosse Kanne (Ms. p. ly v0fl, die zumindest zwei Pfund enthält. Dieser Leim sei 'llS0'* schwächer [angemacht], als die Stärke zum Stärken. Füge dieser Menge von auf schwachem Feuer gelöstem Leime, etwa 4 Unzen Honig bei und mische vollständig zusammen. Breite es mittels dem Borstenpinsel aus, dann lege die Stoffhaare, wenn solche vorstehen, mit einem Messer nieder. Lasse nach Bedarf trocknen; dann ziehe dein mit Glätte [bereitetes] Oel darüber.Ist der Stoff weiss und du willst ihm Farbe geben, so trage diese mit dem Leime auf, nach dem Trocknen übergehe mit dem Oel.Auf meinen Einwand, ob der Honig trockne, antwortete er mir mit Ja, denn Maler, die Fahnen und Abzeichen für Kriegszwecke machen, benützen ihn ebenso, aus Furcht, dass der mit Leim überzogene Taffet (um das Ziehen der mit Oelfarbe aufzutragenden Farben zu vermeiden) sprüngig wird, und Knitterung und Brüche zeige.Starkes Trockenöl, sowohl für Farben, alsauch um Stoffe gegen Wasser zu dichten,selbst ohne Leim zu verwenden.Rp. Aus sehr gut in Wasser geriebenem Bleiweiss mache Kügelchen, die über Kreide, an der Sonne oder auf einem reinen Dachziegel zu trocknen sind. Bringe die(29)Sallé.(30)loh sah Kameelhaar- zeug aus Lille, Ziegenhaarzeug, Serge, Barchent mit dem Oel getränkt, welche dem Wasser aufs kräftigste widerstanden.Die mit Fischleim und ein wenig Honig geleimten Stoffe saugen besser, und sind Aveicher als die anderen, sie springen in keiner Weise und halten die Brüche nicht.(31)NB.Capitain Sallé.NB.Weiche deine wohlriechenden Gummi mit dieser Mischung an der Sonne ein, für den letzten Ueber- zug. 136(Ms. p. 20)(Ms. p. 20 137Kügelchen in einen Bleitrog und giesse darüber Nussöl, so dass es darüber steht. Stelle es an die Sonne und lasse es, bis es sich, so stark du magst., verdickt hat, und klar wie Wasser geworden ist. Wenn es ziemlich lange an der Sonne gestanden, wird es so dick, dass es sich ziehen lässt und geschnitten werden kann.Merke, dass mit diesem Oel Auripigment trocknet, das sonst sehr schwer zu trocknen ist.(Ms.p.20) Man sagt, dass das Leder einer toten Kuh, die in einer Grube eingelegt und gut hergerichtet, zu Schuhen und Stiefel verarbeitet wird, Wasser nicht durchlässt.Um den üblen Geruch des Oeles zu verbessernund die Taffets für Kapuzen und selbst Schuheoder Stulpen und Handschuhe, Leinwand und ähn-liche Stoffe zu parfümieren.Wenn man viel Glätte, oder Mennige, oder Bleiweiss zum Oel gibt und diese zusammen in einem Gefässe oder Flasche von Steinzeug im Mistbeet, oder lange Zeit im Wasserbad stehen lässt, dann glaube ich, verdickt das Oel sich sehr. Und noch mehr, wenn man es über lindem Feuer sieden lässt, und die Glätte u. s. w. stets umrührt.Füge der Mischung oder zum Schlüsse der Einkochung, beim Wegnehmen vom Feuer wohlriechende Gummi, welche etwas fettig und nicht so trocken wie Benzoë sind, bei. Am besten sind der Storax calamitus, Ladanum, Cardamom. Erinnere dich, dass dickes Pech, aus der Fichte durch Rindeneinschnitt gewonnen, das von weisser Farbe ist, in Savoyen verkauft wird und gut riecht, hiefür gut ist; man gibt es auch in die Seifenlauge, um Wäche wohlriechend zu machen. Auch kann man Rosenholz dazu geben.Nota: Eines Tages rieb ein schlechter Parfümier graue Ambra mit Spicköl und überstrich damit ein Ziegenleder für einen Kragen. Der Geruch war durch seine starke Penetranz abscheulich. Er warf es in eine Kiste und [das Leder] wurde einige Jahre später, nachdem das Spicköl sich verflüchtigt hatte, vortrefflich und viel besser als das gewöhnliche.Versuche, ob in gleicherweise Storax in grosserund Ladanum in kleiner Quantität sich mit Spicköl in Honigdicke reiben lassen, um sie mit dem Pinsel über die Arbeit auszubreiten; diese wird, wenn verwahrt, den schlechten Geruch verlieren und den guten behalten.(Ms. p. 20verso)Oel, das noch trocknender ist, als alle anderen.Rp. Weissen Vitriol, soviel du magt, brenne ihn auf einem rotglühenden Ofen, so dass er nach dem Zerstossen und Kochen trocken ist und zu Pulver zerfällt.Rp. Leinöl 1 Pfd., so kalzinierten Vitriol 2 Unz., siede auf lindem Feuer, etwa eine Stunde, rühre stets um. Schütte das Oel ab; es ist nicht so schwarz, wie das mit der Bleiglätte [gekochte] und trocknet pünktlich in 2 bis 3 Stunden.Mohnöl ist ein sehr helles Oel, dessen sich in den Niederlanden die Maler bedienen, die sehr zierliche Arbeiten machen, und lebhafte Farben brauchen, wie zu Blumentöpfen, (.. .?) und ähnlichem. Dieses Oel trocknet nicht leicht von selbst; aber man reibt es mit Venetianer Glas undMan muss es auf derPalette mit dem Orp.mischen, mit Was-ser reiben undtrocknen lassen.Ein Sattler hält diesgeheim.(32)T.M.(33)NB.Capit. Salle.Sieh’ am Ende diesesBuches die Methodeeines flämischenMalers.[No. 339.1Oleum papaverisalbum.M. Miteus.Das Mohnöl bleicht und wird trocknender, wenn man es in einer grösseren Zinn-139setzt es mit diesem in eine Flasche, die von 4 zu 4 Tagen 3 oder 4 Wochen lang geschüttelt werde, der Sonne aus. Zum Gebrauch schüttet man das klare Oel durch Um- neigen ab und lässt den Rest über dem Glasfpulver] stehen.Um Leinöl oder N u s s ö 1 in einem Monat zubleichen.Schlage das Oel längere Zeit mit Alaun, füge Wasser hinzu, stelle es an die Sonne, schlage dies Oel alle Tage, bis es durch das Schlagen weiss geworden ist. Dann stelle es wieder fortgesetzt an die Sonne, bis es hell, klar und durchsichtig geworden ist.Wenn ein Gemälde auf Leinwand durch fehlerhaften Grund gesprungen ist, befeuchte es ein wenig, obwohl es ohne Befeuchten auch zu machen ist, spanne es so fest als möglich auf einen Rahmen und streiche nachher von rückwärts ziemlich dick irgend eine Temperafarbe, wie Spanisch-Weiss, das zur Hälfte aus Kreide und zur Hälfte aus Bleiweiss besteht, Ocker, Mennige, mit Leim gemischt. Lasse alle Sprünge etc. trocknen und sie werden sich wieder schliessen. Die Farbe kann mit dem feuchten Schwamme entfernt und nach Belieben wieder erneuert werden.(Ms.p.21) Verbesserung von Nussöl, das in der folgen- denArt bereitet, nicht verdirbt und an Stelle von Butter zu Saucen und zur Nachspeise gegessen werden kann.Vergleiche, welche Verwendung es in der Malerei haben kann. Bei der Bereitung von Leder und Stoffen.Ebenso in der Lampe zum Brennen mit keinem oder geringem Rauch.Koche es am Feuer, bis es sehr heiss geworden, dann schütte nach und nach kaltes Wasser zu. Es macht einen grossen Lärm oder Gezische. Gib wieder Wasser zu und das so oft, bis es keinen Lärm mehr macht. Trenne das Oel vom Wasser mittels des Trichters.Leinöl zu bleichen, so dass es für Malerei geeignet ist, ohne die Farben zu verändern.Nimm von dem Oel beliebig viel, gib es in einem grossen Gefäss ans Feuer mit Sägespänen (ich glaube, ein Holz, das sich nicht schwärzt und leicht ist, wie Tannenholz, [das möglicherweise durch seinen Harzgehalt die^Un- reinlieiten besser anzieht] Weidenholz oder ähnliches ist das beste), lasse es ziemlich stark während einer Viertelstunde sieden, dann entferne die obenauf schwimmenden Sägespäne mit einem Schöpflöffel. Habe ein der Oelmengo entsprechend grosses Glasgefäss zur Hand, lege einen Schnitten von Brodrinde auf dessen Boden und schütte das Oel darüber. Lasse das Geschirr an der Sonne stehen, bis das Oel sich bleicht und ein Bodensatz der rötlichsten Partie sich bildet, während das klare und helle oben bleibt; dies kann man leicht vom übrigen trennen, wenn zwei oder drei Finger hoch vom Boden ein [besonderer] Ausfluss angebracht ist, wo ein Federkiel und [geeignete] Vertiefung Platz hat. Das ist vom Maler Jean Jivet.Schüssel mit einemBlech- oder Glas-Deckel bedeckthöchstens 3—4 Tageder starken Sonneaussetzt.M. Vannegre, Maler.Walon versichert,dies Oel trocknesehr bald.(34)Maler Portman.(35)(36)Jean .Jivet, Maler. 141(Ms. p. 21verso)(Ms. p. 22)Indischer Firnis. Lack.Der Gummi-Lack löst sich ganz von selbst in Spiköl; man breitet ihn mit dem Finger aus, worauf man will und wo man ihn nötig hat. Das ist der Firnis für Weiss. Die Einteilungen, Arbeit und Malereien macht man darunter, dann legt man den Lack darüber.Damascinerie. Lege, wo du es nötig hat, Gold oder Silber in dünnen Blättchen auf. Brüniere es. Lege darüber Azur oder irgend eine andere Farbe, mit Eiklar angerieben, miflels eines Pinsels. Kratze die Zeichnung mit einem spitzen Bein oder einer Pfrieme aus, überstreiche den Lack mittels des Pauschens. Das Spiköl verflüchtigt mit der Zeit.Willst du es unternehmen, die Farben mit dem Laek- firnis zu vermischen, so nimmt der Gummi den Glanz wieder. Färbe zuerst, dann firnisse.Eiklar wird wie Wasser flüssig, indem man es mit einem in vier Teile gespaltenen Stäbchen durcharbeitet, oder mit einem Gänsekiel. Es entsteht zuerst ein Schaum, welcher sich in kurzer Zeit in Flüssigkeit, zu Boden setzt.Diese Flüssigkeit vermische man mit der gleichen Menge gewöhnliches oder Rosenwasser, und wenn die Farbe auf dem Marmor mit Wasser gerieben ist, füge man etwas von dem Eiklarwasser hinzu und trage die Farbe mit dem Pinsel auf der vergoldeten und brünierten Arbeit in mittlerer Dicke auf. Lasse es von sich selbst trocknen. Mache deine Figuren und Umrahmungen mit Kreide oder Englischem Stift. Kratze sie mit einem spitzen Bein oder einer Nadel vom Stachelschwein ein, entferne [den Grund] und vergrös- sere [die Zwischenräume] mit dem Anlegepinsel und reinige alles aufs reinste, dass das Gold klar zum Vorschein kommt. Nimm Leim von Handschuhleder-Abschnitzeln, nicht zu stark aufgelöst, gehe damit leicht über die ganze Arbeit mit dem Pinsel (ohne abzusetzen). Lasse dann trocknen. Trage den Firnis mit dem Pinsel darüber. Lasse langsam [von selbst], oder im Trockenofen, in der Backstube, an der Sonne trocken werden.Um gutes Aschen-Blau aus Indischem Bice-Stein zu machen.Man muss es zum feinsten Pulver auf dem Porphyrstein reiben, nicht in Metall [Mörser], weil es schwarz wird, wie unter anderen das Zinn.Wenn der Stein auch schwarz wird, nach dem Waschen wird derselbe blau.Stosse, reibe und mische ihn mit Essig; das Pulver ist anfangs grün, dies Grün geht mit dem Essig weg und das Blau bleibt am Boden zurück.Mit Honig lässt es sich sehr gut machen, indem man längere Zeit auf dem Stein verreibt, aber man muss ihn durch Auswaschen ganz entfernen.Mit Fischleim ist es gut und lässt sich vorzüglich waschen.Versuche mit sehr starkem Gummi wasser.So macht man die schönen Aschen-Blau.(37)Capit. Salld.Diese Auflösungmacht man nach Be-darf im Keller, in derKälte, in längererZeit. Versuche, obdadurch, dass manden Lack durchTränken in Wein-geist erweicht, dieLösung nicht beför-dert wird.(38)NB.Ich habe es machengesehen.Wenn du Farben anreibst , die keinen oder wenig Körper haben, wie Lack, so musst du etwas Kreide beimischen, um Körper zu geben, damit sie der Spitze des Stiftes widerstehen, sonst springt es ab.V ergl. m. Bemerkung über die Firnisse auf den folgenden Seiten.(39)M. Norgate. 143[M]40an to . A u s d en B lä tte rn dor gelb en L ev k o y e, C heiri g en an n t, m ac h t m an ein seh r s ch ö n es G rün, in d em m an sie mit Alaun in gerin ger Menge s tö s s tu n d den Saft aufbew ahrt.(4ite D ik ta t ist b esser als das erste. Man muss auf 1 U nze S aftg rü n , w ie sie fer­tig in dem Laden k äu flich ist, l /a D rachme weissen tro c k e ­n e n , fe in st g esto s­ sen en W einstein , n ic h t d en flüssigen n eh m en . D ie k leb ­rige B eschaffenheit desselben m a c h t dein G rü n g län zen d u n d b e w a h rt es v o r dem V erblassen. Man soll ein v m i g G um m i- G utt-G elb zu m A uf­h e lle n dazu th u n , u n d m it einfachem G rü n o hne llu m m i- G u tt sch attieren .Die H e rste llu n g s a rt is t m ir n ic h t ge­lungen.B e tra c h tu n g ü b e r das Blau.41)M. F a b ry sah es in d er P harm aco p. Cella.V on d em selben.(4a)Idem .R eibe 2 oder 3 S tu n ­den.Verschiedene, einfache und zusammen­ gesetzte Grün.Schwertlilien-Grün, in Pastetenform und in Leinen- tüchlein [Pezetten], Blasengrün [Saftgrün] macht man gewöhnlich aus dem gereinigten Saft der Kreuzbeere oder Schlehdorn, welche wie Wein gesotten wird und sehr rot wird. Durch Zufügen von etwas Alaun wird es grün und sehr schön, aber die Farbe hat Neigung zum Verblassen.Wenn du an Stelle des Alauns per Unze des Saftes nur ein Unze feinst gestossenen Weinstein (von dem flüssigen) beigibst, erhält [die Farbe] einen schönen Glanz und verblasst nicht. Sie ist sehr gut zum Schattieren von andern Grün, und auch allein beim ersten Auftrag ziemlich dick genommen sehr klar.Blaues Verditer, mit gelbem Lack oder Schüttgelb gemischt, gibt mehr oder weniger verschiedene Grün, bald hellere, bald dunklere.Der gelbe Lack, mit Indigo gemischt, gibt ein gutes Dunkelgrün zum Schattieren; aber es ist fürs Auge kein angenehmes Grün. Für Schattenpartien is es gut.Gelber Lack oder Massicot mit Asohenblau, in Eng­land Bice genannt, gemengt, gibt auch verschiedene Grün, je nach der Verschiedenheit der Mischung.Das Verditer-Grün ist selbt eine grüne Farbe, hell wie Weidengrün oder Meergrün.[Man sagte mir, dass diese Farbe (unvermutet) von irgend jemand entdeckt wurde, der starkes Königswasser [Aqua regalis] auf Bleiweiss (andere sagten auf Kreide) fallen liess, welches sogleich grün wurde. Andere sagten mir, dass es bei der Scheidung von Kupfer, Silber und Gold gebrauchtes Scheidewasser sei.]Das Eau celeste mit ungelöschtem Kalk und Ammoniak- Salz in kupfernem Gefäss ist sehr blau. Wenn man dem kupferhältigen Scheidewasser Salmiak hinzufügt, wird es blau. Möglicherweise dass dieses auf Bleiweiss oder Kreide gebracht, sie in ein dem Aschenblau ähnliches Blau ver­wandelt.Sehr schönes Blau zum Illuminieren. Nimm Lauch- Blüten, aber nur solche von sammet-violetter Farbe, schneide alles Gelbe mit der Schere ab, drücke den Saft aus und dicke ihn ein, indem du ihn in der Blase verwahrst wie das Grün. Das ist eine sehr ansprechende Farbe, vortrefflich auf Papier.Sieh zu, ob nicht ein wenig Alaun hinzugefügt wer­den soll.Sehr schönes Blau zum Schreiben mit der F'eder:Tournesol [oder] Lackmus, mit ganz wenig Indigo, in Weingeist aufgelöst.Rote Tinte. Reibe Zinnober aufs feinste mit Urin, diese Flüssigkeit macht es dicklich. Gib es in ein Glasgefäss ohne irgend welche Zuthat. Es bildet sich wie eine Masse, die erhärtet. Wenn du es gebrauchen willst, mache ein Löchlein mit einem Werkzeug und löse es mit ein wenig dickem Gummi arabicum auf.145(Ms. p. 22verso)[Das inKlammergesetzte istim Ms.durch-strichen.]Ein sehr schönes dauerhaftes Gelb, das nicht verblasst und sich vorzüglich auftragen lässt, ist das Gummi-Gutt. Ich glaube, mit Blau lässt sich ein vortreffliches Grün erzielen. Es hat nur sehr wenig Körper.Du kannst damit schattieren oder grundieren, indem du es mehr oder weniger dick aufträgst. In sehr dicker Lage gibt es ein Orange.Das Gelb von Avignon wird aus den unreifen Kreuzdornbeeren durch Zumischung von etwas Alaun bereitet.Oder man lässt die genannten Beeren trocknen und bewahrt sie auf.Vor dem Bedarf stösst man sie und gibt sie in eine Lösung von Alaun in Wasser.Von den gleichen Beeren, die sehr reif und schwarz sind, zieht man in der Nähe von St. Martin einen Saft, der Häute und Pergament rotbraun oder kastanienbraun färbt.So kommen von derselben Frucht zu verschiedenen Zeiten drei Farben: Gelb, Grün und Braun.Aus dem Saft der weissen Rose, in welchem ein wenig Alaun gelöst wird, entsteht eine vorzügliche gelbe Farbe zum Lavieren und Illuminieren.Parkinson p. 421.Gérard sagt, man müsse die weissen Blüten der Muskat-Rose [Bisam-Rosen] nehmen, sie auf einem Holzblock nebst einem Stückchen Alaun stossen und den Saft in einem Glasgefäss extrahieren; die Farbe ist im Schatten zu trocknen und gibt sorgsam aufbewahrt eine sehr schöne gelbe Farbe, nicht nur zum Illuminieren und Lavieren, sondern auch zum Färben von verzuckerten Pasten und Sulzen.Sehr gutes Rosarot, das nicht braun wird.Koche Brasilienholz mit ganz wenig Beergelb von Avignon in weissem Weine, der einen Fingerbreit überstehe, auf gelindem Feuer, ohne zu sieden, bis nur der dritte Teil übrig geblieben ist; dann füge nur soviel Alaun hinzu, als nötig ist, um ein Ei zu salzen. Weder Salz noch irgend etwas, ausser ein wenig Gummi [füge bei]. Diese Flüssigkeit ist schön und dauerhafter als das gewöhnliche.[Cyanblau. Die Kornblumen, die im Felde gefunden werden, geben ein sehr schönes Blau, wenn man ohne jede Beigabe deren Saft auspresst und ihn mit Alaun mischt. Die Farbe verändert sich nicht, ist auch ohne Beigabe schön, wenn man sie benützt, aber nach dem Trocknen wird sie blässer. Wenn du einen Tropfen Weinsteinöl dazu gibst, wird es ein schönes Meergrün, das für den Moment hervortritt, aber ein wenig später verdirbt und ein schmutziges Gelb wird, wie schmutziger Ocker.Ich habe von dem Saft genommen und darüber Lackmus oder Tournesol geschüttet; zu Anfang hat es sich ein wenig gerötet, später aber ein Blau wie Indigo, weder zu tief noch zu hell ergeben, das zum Grundieren für das erste Pflanzensaftblau sehr gut ist.Wenn du über das erste Blau ein wenig Weinsteinöl giessest und dasselbe BlaU vorerst mit ein wenig Alaun gemischt war, dann gibt es ein vortreffliches Grün, wie wenn es Verdat (Verd de gris) wäre.[M](43)Um es zu gebrauchen, musst du nur den Pinsel mit (xummi- Wasser befeuchten und auf dem Gummi- gutt abreiben, der sich durch die Feuchtigkeit löst oder reibe ihn auf dem Steine, wie du weisst.(44)Zum Lavieren eine vortreffliche Farbe und für Karten, für Buchschnitt an Stelle des jetzt gebräuchlichen Auripigment.(45)p. 1087.V ersuche, was mitden gelben einfachenund gefüllten Rosenzu machen ist.(46)M. Fabry.(47)10147147Das erstere Blau gibt mit Gummi-Gutt gemischt ein schmutziges Grün, gut zum Schattieren.Nimm Safrantinktur einen Teil, Kornblumenblau drei Teile, mische dies und füge einen oder zwei Tropfen Weinsteinöl bei, so gibt es ein starkes, lebhaftes Grün, wie Saftgrün, welches nichtsdestoweniger im Trocknen dunkler wird und zum Grundieren gut ist.]Das Cyanblau taugt nichts und verblasst sofort. Nicht so schnell auf reinem Papier, wenn es von dem Saft [allein] bereitet ist.Der Saft der Schwarzbeere, welche die Deutschen Heidelbeere und die Engländer Billberries oder Hurtleberries nennen, wird extrahiert, indem man [die Beeren] in einem doppelten Gefäss mit Wasser siedet und sie auspresst. Es ist eine sehr schöne und leuchtende rote Farbe. Durch Alaunzugabe entsteht ein sehr schönes Purpur, je nach der Menge des Alauns mehr oder weniger dunkel.Vitriol und Galläpfel verderben es.[Farbenprobe.] [Farbenprobe.]Gérard spricht in seinem Pflanzenwerk von Vaccinia rubra, welche von der anderen nur durch die Farbe der Beere unterschieden ist, und sagt, dass aus dem Safte derselben nebst Alaun eine Farbe bereitet wird, die dem Ostindischen Lack, d. h. wenn er hart ist, nicht nachsteht.(Ms.p.24) Verarbeitung dieser Farbe.4. November 1646. Ich gab in ein Zinngefäss auf gutem Feuer eine Quantität von Schwarzbeeren, die von aussen violettrot und unter der Haut von der Farbe der Rainbeere oder Liguster waren; ich Hess sie in reinem Brunnenwasser sieden, bis mehr als die Hälfte des Wassers verbraucht war. Die Abkochung blieb sehr gefärbt, und wurde durch einen Seiher durchgegeben; auf Papier gebracht, gab es ein nicht zu brillantes Violett, wie man auf dem folgenden Blatt A. A. A. etc. sieht. Mit dieser Flüssigkeit ist dies geschrieben.Davon nahm ich einen Löffel voll und fügte dazu ein wenig Alaunstein, welcher die Farbe stark blau machte. B. B.Dieses Blau verdunkelte sich nach Beigabe von ein wenig ungelöschten Kalk wie Indigo. 0. 0.Versuche, was andere Beigaben verursachen.In einem Silbergefäss ist die Farbe wie Veilchenviolett.(Ms. p. 25 u. 26)(Ms. p. 27 u. 27 verso)(Ms.p.28) Tournesol nach einem alten Manuskript.Um Wein zu färben.Nimm wilde Maulbeer (Brombeer?), deren Schale rot ist, d. h. bevor sie zeitig sind. Und Schlehen, ebenso nur(48)Vaccinia nigra.(49)(50)(51)10* J 48149rot, bevor sie schwarz werden. Stosse sie zusammen, oder jedes für sich in einem Steinmörser, und gib den Saft in mehrere Gefässe (Becken, Schüssel oder Terrine); koche ihn bei vollem Feuer bis der Saft wie ein abgeschöpfter Honig eingedickt ist. Schäume den Saft während des Kochens ab. Nimm dann reine Leinenstücke, in verschiedener Grösse, wasche sie aus und trockne sie; lasse sie in Alaunwasser sieden und wieder trocknen, dann gib sie in deinen Maulbeersaft und lasse sie mit diesem zusammen kurze Zeit sieden. Ziehe die Leinenstücke aus der Flüssigkeit, lasse das Ueberflüssige in das Gefäss abtropfen, breite sie auf einen Tisch oder über eine Schnur und lasse sie im Schatten trocknen. Tauche sie abermals ein und trockne ebenso wie zuvor und wiederhole diese Arbeit so lange, bis die Leinwand keinen Saft mehr aufnehmen will (4 oder 5 mal). Bewahre sie an trockener Stelle. Merke: wenn dein Wein sauer (unreif) schmeckt, muss die Hagbeer, d. h. die Schlehdornfrucht in die Mischung des Tournesol gegeben werden.Prob e.Nachdem ich die genannten noch ganz roten und harten Maulbeeren gekocht und sie in einem Korb 0 oder 7 Tage stehen gelassen, wurden sie dunkel, als ob sie von selbst gereift wären. Der ausgedrückte Saft war dunkel violett und gab, mit ein wenig Alaun vermischt, ein treffliches violblau. Versuche, was aus dem Kernfleisch (der Frucht) oder dem Saft wird, wenn man ihn mit Alaun in geringer Menge verdickt und Kügelchen davon macht, wie für Tournesol aus Heliotrop, tricup.(Ms n. 28 Verdicktes mit Glätte bereitetes Trockenöl verso) zum Firnissen von Holz und Eisen, sowie zum Grundieren von Leinwand, die nicht N springt und sich nicht abschält.15. August 1633.Ich nahm vier Unzen sehr gutes, nicht stinkendes Nussöl und gab darein eine Unze gut gereinigte Goldglätte, hielt es in einer Pfanne über einem gelinden Feuer, bis sich die Glätte vollkommen gelöst und mit dem Oele verbunden hatte. Dann fügte ich 4 oder 5 Löffel voll Wasser zu, was in kaltem Zustand ein grosses Zischen verursacht und heiss hinzugegossen werden soll. Dann wurde das Feuer verstärkt und die Materie bei stetem Umrühren gekocht, bis infolge der Verdampfung des Wassers das Ganze durch die Einkochung in die Konsistenz einer zur Sommerszeit wie Honig oder wie flüssige Salbe dicken Butter gebracht war. Diese Mischung ist nicht übelriechend und kann zum Firnissen von Eisen dienen, um das Rosten zu verhindern.Auf Holz über dunkle Farben wie Schwarz oder Umbra ist es gut, [auch] auf Leder, Taflet, Leinen und ähnliche Dinge.Zum Grundieren von Gemälden: Reibe gelben Ocker mit dieser Salbe oder dem Oel. Der Ocker sei vorerst mit Wasser gerieben und gut getrocknet, und diese Mischung trage auf eine gut auf Rahmen gespannte Leine wand auf, ohne irgend einen Leim oder derartigem, was die LeinwandTM.Sept. 163(52)T.M.(58)151springen oder sich abschälen macht. Lasse trocknen, dann schleife mit Bimsstein ab und gib eine zweite Lage mit deinem Oel und Ocker, indem du es nach den Regeln der Kunst mit dem Spatelmesser ausbreitest und wenn die Leinwand trocken ist, wird sie genügend grundiert sein.Um diese Mixtur noch trocknender zu machen (aber man sehe zu, ob die Leinwand nicht zum Springen neigt) kann man 4 Unzen Glätte zu 12 Unzen Oel nehmen, je nach dem Effekt auch mehr und mache es wie oben.Merke, dass der Ocker das Gute hat, alle Arten von Farben aufzunehmen, wie Weiss, Blau, Lack, ohne sie irgendwie zu verderben, wie es die Umbra-Erde thut. Denn auf dieser ändern sich die Farben und verblassen mit der Zeit. Versuche auch den Gebrauch und die Anwendung dieses Oeles mit Ocker und Bleiweiss. Betreff des gebrannten Lampenschwarz, von Mitens gemacht, [siehe] am Ende des kleinen Büchleins [Le petit Peintre].(Ms.p.29) Auszug aus einer Unterredung mit Mr. Hus-kins, einem trefflichen Illuminierer,14. März 1634.Vortreffliches Weiss macht man mit zwei Teilen Bleiweiss, das in der Weise, wie sie Ouppers Neffe in gleichem Buche beschreibt, gereinigt ist, und einem Teil Mondweiss (Mondmilch), die zusammen nach den Regeln der Kunst gerieben werden. Diese Farbe hat genügend Körper und ist so vollkommen weiss, dass es Bleiweiss beiweitem überragt. [Es ist] das Beste, das man finden kann.Um den zu grossen Glanz und das Schimmern des Wismutweiss, das nur zum Lasieren geeignet ist, zu entfernen, soll man es ohne zu Reiben und Waschen wie die Azure behandeln, indem man den Schaum wegwirft und nur den Bodensatz zurückbehält.Silberweiss. Rp. Den Rückstand von der Scheidung des reinen Silbers löse in salpetersäurehaltigem Wasser oder in Salpetersäure selbst, schlage durch Salz nieder, wasche mit sehr klarem siedenden Regenwasser, bis alle Säure entfernt ist, trockne und mache Kügelchen.Schwarz. Lampenschwarz, gleichgiltig ob gebranntes oder nicht gebranntes, bei dem geringen Gebrauch, den man davon man macht, ist eine zu starke Farbe. Elfenbeinschwarz, ist vortrefflich, um Sammt zu malen, da es nur wenig Körper hat. Kirschkern gebrannt und in einem gedeckten Schmelztiegel zu Kohle verwandelt [gibt ein gutes Schwarz],Der Lack, der aus Ostindien kommt, ist eine vortreffliche Farbe, wie die schönsten roten Anemonen, die man sehen kann. In einem geschlossenen Schmelztiegel bis zum Schwärzen gebrannt, gibt derselbe ein so gutes Schwarz wie Elfenbeinschwarz und hat mehr Körper. Dieser Lack lässt sich wunderbar auftragen und eine Unze davon ist fast genügend für die Lebensdauer eines Illuminierers, der nur kleine Stücke wie gewöhnliche Porträts macht.Gelb. Massicot ist sein schönstes Gelb. Auripigment ist schön, aber es soll allein verarbeitet werden. Er benützt niemals Safran. Vergleiche Gummigutt und Schüttgrün.(54)Betr. des Weiss sagte ihm Mattheus, dass man es mit Talk oder blättrigem Gips macht, und thatsäch- lich mischt er es in seine Kosmetik, aber nach meiner Meinung taugt es nicht zum Illuminieren.Vide.Unreife Früchte von Schlehdorn, aus welchen der Saft gepresst und mit Alaun zum Gerinnen gebracht wird.153(Ms. p. 29verso)(Ms. p. 30)Grün. Er sagte mir, dass er sehr schönes Grün ausgewöhnlichen weissen Rosen bereitet hat, indem er sie imKupfermörser mit Alaun und etwas Essig stampfte. Esüberragt das gewöhnliche Blasengrün bedeutend.Die Azure wie auch alle anderen Farben werden mitGummiwasser und ganz wenig Kandiszucker angelegt.Huskins gibt alle seine Farben in kleine Elfenbein-Schälchen und sagt, dass sie nicht so schnell trocknenwie in Muscheln.Zur Arbeit hat er eine gedrechselte Elfenbein-Platte,ungefähr 4 Zoll im Durchmesser, welche leicht gegen dieMitte zu gebogen ist. Er setzt die Farben in sehr kleinerMenge, eine neben die andere an den Rand und diesesind vorher mit Gummi wasser gemischt. Wenn er sie ge-brauchen will, befeuchtet er seinen Pinsel nur mit sehrreinem Wasser und nimmt damit die Farben auf.Irgend welche Farbenmischung bereitet er sich in derMitte seiner Platte.Das Weiss und die Blau befinden sich in kleinen Elfen-bein-Näpfchen gesondert.Die modernen Illuminierer bedienen sich keines Weiss,an dessen Stelle sparen sie das Papier oder Pergament fürdie Lichter aus.[Papier für Schreibtafeln.]Papier für Schreibtafeln soll ausgewählt stark undgut geleimt sein, und auf diesem ist die Paste aufzu-tragen, worauf man mit Silberstift schreibt, und wenn manes auslöschen will, braucht man nur mit einem weichen ingewöhnliches oder Rosemvasser getauchten Pinsel tüchtigüber die Paste zu gehen. Nach längerem Gebrauch streicheeinen Firnis darüber, lasse trocknen und schreibe mit[schwarzer] Tinte oder mit Rosettafarbe, was wieder mit inWasser getauchtem Schwamme sich auslöschen lässt.Schweinsknochen zur Weisse gebrannt,Pferdeknochen,Schafsgebein, vortrefflich,Hirsch- und Gems-Horn, sehr gut.Vor allem aber die ungebrannten Eierschalen[sind hinzu geeignet],Reibe sie wie die Farben mit schwach gummiertemWasser ab und trage dies mit dem Pinsel auf.Materie für die Formen, in welche sogargeschmolzenes Metall gegossen werden kann.Rp. Gips, entweder Pariser oder noch besser ausAlabasterabfällen bereiteten, gebrannten, zwei Teile, sehr gutgebrannte und sehr harte Ziegelsteine (von älteren jedoch)einen Teil, Alaun in Pulver '/a Teil. Mische alles Pulvermit Alkohol an und mache daraus mit Flusswasser einePaste und bilde die Formen. Die Figur wird sehr glänzend,von weisser Farbe, mitunter auch sienagelb.Papier zum Sohreiben mit einem Silber- oderKupfer stift in der Art der Täfelchen herzu-richte n.Brenne alle Art Knochen, aber hauptsächlich vom Schwein, Hirsch- oder Gems-Horn, Knochenasche; reibe„gedre cli selte.“NB.(55)TM.feci.(5«)Reinisik jun.Vidi.(57)Man sagt, dass, wenndie Knochen ineinem ganz mit Sandbedeckten Tiegel ge-brannt sind, sie vielwmisser werden.155(Ms. p. 30verso)dies sehr fein mit Gummiwasser und breite es leicht überein etwas starkes Papier und trockne es an der Luft.Wenn du ein wenig sehr fein gestossenes Krystallglashinzufügst, wird die Mischung inniger verbunden und derStrich oder Stift markiert sehr schwarz.Versuche auch sehr weissen Bimstein [als Beigabe],Um das Weiss anhaftender zu machen zumSchreiben mit dem Messing-Stift, wie dieRechentäfelchen, die aus Deutschland kommen.Nimm Gips (gypsum, nämlich den besten aus Alabaster)ausgelesen und durch ein Sieb gegeben und aufgelöst mitLeim von Hirschknochen oder einem anderen Tier, undnachdem es 1 rocken ist, schabe es bis es glatt wird, undgib eine neue Lage Gips wie zuvor, und schabe es ab wiedas erste Mal. Habe hierauf auch feinste geriebenes undgesiebtes Bleiweiss mit NB. gekochtem Leinöl angeriebenund mit dieser Mischung reibe die ganze Tafel ein, lasseim Schatten 5 oder 6 Tage trocknen. Hierauf nimm einin Wasser getauchtes Tuch und nachdem du dieses aus-gerungen hast, reibe die Tafel damit glänzend, lasse sieso 15 — 20 Tage, bis sie ganz getrocknet ist und verwendesie wie du weisst.Vielleicht ist es so besser: Rp. Fussknochen vonSchöpsen, Sehweinskopfkriochen, Hirschhorn oder von derGemse bis zur vollen Weisse gebrannt. Reibe sie zuerstaufs feinste mit Wasser und mache Kügelchen, welche duin genügend starkem Leime lösest. Streiche in geeigneterDicke ein-, zwei- und dreimal auf. Ist das Blatt, oder ge-wöhnliches Papier, oder Pergament trocken, bestreiche esmit Firnis, entweder mit Bleiglätte trocknend gemachtesLeinöl oder Nussöl auf. Dies dient nicht zum Schreibenmit dem Messingstift, sondern für Tinte. Um mit demStift feine Linien zeichnen zu können, halte ich es fürgenügend, wenn Spicköl oder helles Terpentinöl, welcheOele sich verflüchtigen und verschwinden, übergestrichenwerden, ganz wenig venetian. Terpentin zufügend.Esels haut zu bereiten, um darauf zu Schreibenund zu Rechnen.Nimm gut gewaschene Fussknochen vom Hammel, brenne sie bis zur Weisse, reibe sie aufs feinste und temperiere sie mit heissem Leimwasser. Breite diese Mischung über dem Pergament, das stark sein soll, so dick du willst aus. Die Häute sind weiss. Willst du sie gelb haben, streiche Saffranfarbe darüber, indem du deinen Leim mit dieser Tinktur färbest. Ist das ganze trocken genug, so überstreiche einen gelben Firnis von Dantzig, der sehr subtil und dünn gelöst sei und lasse trocknen.Jeder sehr klare und feine Firnis kann dazu dienlich sein und denselben Effekt machen, ebenso das gekochte und mit Glätte bereitete trocknende Nussöl.(58)IAlexius.Leim von Pergamentoder von Resten vonHandschuhleder istgut.Sieh’ den Fischleim.TM.Nach Zugabe vonOel lässt die Materiedas Schroiben mitdem Mes9ingstiftnicht zu, aber mitTinte lässt sich dar-auf schreiben.Die Tinte sei auchaus Russchwarz undGummi bereitet,ohne Vitriol, weil eszu sehr haftet undschwer entferntwerden kann.(59)TM.Bemerkung. Auf Pergament oder auf Brett geleimtem Papier oder auf Rahmen gespannter Leinwand trage mittels eines grossen weichen Pinsels Bleiweiss und Ocker mit Trockenöl oder mit zur Hälfte eingekochtem Leinöl gerieben auf. Lasso nicht ganz trocken werden. Dann streue gebrannte Knochen und aufs feinste geriebene Eierschalen darüber, wie man es mit Aschenblau macht. Lasse es gut trocknen. Darauf kannst du mit Kupfer-, Silber- oder Bleistift schreiben und durch Waschen entfernen. Aber zum Schreiben mit der Feder strei che Firnis Uber.(«O)Illuminierbuch.NB.157(Ms.p.31) Oel, zum Auflegen von Blattgold auf Glas, Stein-gut, Marmor etc. nach türkischer Manier.Schöne Arbeit.Rp. Eine Pinte Spioköl, gib es in eine starke Flasche von Doppelglas, füge vom ausgesucht schönen und klarsten Mastix und Sandarac je zwei Unzen bei. Befestige dieFlasche derart, dass sie den Kessel nicht berührt, auf dessen Grund sich Heu befindet. Fülle Wasser darein, und lasse einen ganzen Tag langsam sieden. Sind deine Dro-guen gelöst, daun seihe das Oel durch ein Leinentuch.Nimm eine Pinte reines und helles Leinöl, zwei neue irdene Geschirre, Goldglätte 2 Unz., stelle eines der Ge-schirre mit dem Oel ans Feuer, und wenn das Oel heiss zuwerden beginnt, gib etwa in Grösse von drei (zwei) Nüssen Gummi arabicum hinzu, und dann nach -Massgabe der Er-wärmung ein Dutzend Mastixkörner. Wenn es siedet, schneide eine Zwiebel von der Grösse eines Taubeneies in vier Teile [hinein], und wenn du siehst, dass das Oel zu sieden beginnt und grosse Blasen wirft, nimm das zweite erwähnte Geschirr, giesse [das Oel] von einem Geschirr in das andere, stelle es wieder ans Feuer, bis es wieder zu schäumen beginnt, und setze dies fort bis das Oel nicht mehr schäumt; wirf dann */2 Unze Kampfer hinein und rühre langsam um, bis er von selbst zergangen ist. Lasse aus-kühlen und seihe durch ein Leinentuch, [stelle es] in einer Glasflasche an die Sonne zum Klären.Schönes Grün. Rp. Yenezian. Terpentin 2 Unz., Terpentinöl l1/s Unz., mische es und füge 2 Unz. Grünspan in Stücken hinzu. Setze auf heisse Asche und lasse lang-sam sieden. Versuche auf einem Glase ob die Farbe dir gefällt. Seihe durch ein Leinentuch.(Ms. p. 31 Um durchscheinend Grün zu machen, das auf verso) einen Grund von Gold oder Silber aufgetragen wird.Rp. In ein kleines Geschirr [gib] Venetian. Terpentin 2 Unz., Terpentinöl U/2 Unz., Grünspan roh auf dem Marmor gerieben 2 Unz. Setze es mit dem Terpentin und dem Oel auf heisse Asche, rühre ab und zu um, bei sehr kleinem Feuer. Nimm ein Stückchen Glas, gib einen Tropfen darauf und versuche, ob die Farbe dir taugt. Dann gib noch ein nussgrosses Stück Terra inerita (Curcuma, Gelbwurz) dazu, lasse es leicht sieden, bis du siehst, dass dein Grün schön geworden ist. Seihe es langsam durch ein Linnen. Um es auf Holz zu verwenden, soll das Holz vergoldet sein.Für durchscheinendes Rot.[Nimm] das schönste Venetianer Rot Unze, Trockenfirnis 2 Unz., reibe diese zusammen auf dem Stein, seihe durch ein Linnen und gib es in ein Glas zum Gebrauch.NB. Alle Farben reibe mit dem genannten Firnis, ausgenommen das transparente Grün.Zum Wiedereinbrennen der Gefässe muss man einen kleinen besonderen Ofen haben und achten, dass keine kalte Luft hinzutritt, sonst würde alles brechen.(61)Bouffault, vortrefflicher Arbeiter, gab mir diese seine Geheimnisse auf dem Totenbette. Trockenfirnis zum firnissen von Holz. Mit diesem Firnis werden alle Farben zum JBlumen-Malen gemischt. Diese seien schon vorrätig gerieben, um sie bei Bedarf aufzulösen. Zum Vergolden auf Holz, Glas, Stein und allem übrigen.Zum Vergolden auf Holz. Rp. Venetian. Umbra, gelber Ocker und ein wenig Bleimennig ; reibe sie auf dem Steine mit diesem Oel und trage es auf.Auf Glas und Stein-gut (Fayence) nimm das Oel allein; nach-her wird das Gold aufgelegt und bei ganz schwachem Feuer wieder ge-brannt, aus Furcht, dass die Gefässespringen.Glanzgold macht man mit Bol. armen, und glättet mit einem Eber- oder Hunds-zahn.(«3)Nach einem Auto-graph Bouffault’s.(62 a)(Ms.p.32) Kupferstiche auf Glas [zu übertragen].Sehr schöne Arbeit.Sobald die Platte abgedruckt und [der Druck] noch frisch ist, lege ihn auf eine ganz reine und ebene Glasplatte und lege ein doppelt gelegtes angefeuchtetes und ein weiteres sehr festes und glattes Papier darüber; reibe mit der Hand darüber, damit die Zeichnung sich aufs genaueste abdrucke. Aber das Glas muss zuerst mit einem durchsichtigen, gut trocknenden Firnis überzogen sein. Sieh’ den Firnis, der auf der zweiten vorhergehenden Seite beschrieben ist.Desgleichen lässt es sich mit Terpentin und Terpentinöl ausführen. Ebenso mit dem einfachen mit Glätte gekochten Oel, das keinen Körper hat und in einem halben Tag an der Sonne trocknet. Dass [nur] dein Firnis vorher gut trocken sei; und wenn der Umdruck geschehen, lasse gut trocknen und bewahre ihn, dass der Staub nicht schadet.(63)Mr. Vostermanu,Maler.Grüner BUrnis, wie Smaragd.Rp. Grünspan, von Kupfer gut gereinigt und feinst gerieben 1 Unz., Schüttgrün oder Schüttgelb 6 Drachmen, reibe diese zusammen mit Leinöl. Ist es gut gerieben, füge Terpentinfirnis und Terpentinöl, das leicht erwärmt sei, zu und rühre alles mit der Spatel um. Es ist fertig. Verwende es kalt auf Papier, Holz oder auf was du willst. Willst du ein noch lebhafteres Grün daraus machen, füge ein wenig Bleiweiss oder Oerusa, welches Spanisch Weiss heisst, bei, das reibe nebst den anderen beiden B’arben mit Oel. Der gleiche Bürnis kann zu allen Farben gebraucht werden.(Ms. p. 32 Für Doubletten,verso)Rubinrot. Rp. Venezianer Lack, den feinsten und schönsten, der zu haben ist, reibe ihn mit Terpentinöl in einem Calcedonmörser, bis er keine Flüssigkeit mehr aufnimmt, und reibe ihn sehr lange, mindestens während 5 oder 6 Stunden; gib acht, dass kein Schmutz hineinkommt. Wenn du ihn genügend gerieben erachtest, sammle ihn in einem reinen Glasbehälter und füge je nach der Menge des Bedarfes Terpentin hinzu, dann erwärme es bis zum Sieden, um die nötige Dicke wieder zu erlangen. Während des Kochens kannst du auch etwas Spicköl beifügen, und wenn der Lack bei der Probe nicht gut befunden würde, musst du ihn nochmals machen, den Lack wie oben reiben, ihn mit dem genannten Terpentin mischen und das ganze im warmen Zustande durch ein Seidenzeug seihen, die Farbe, die durchfliesst, in einem Glasbehälter auffangen, um sie darin zu sieden und einzudicken. Gib aber acht, dass beim Seihen und Kochen nichts Feuer fängt.(«4)Mr. de la Garde.Vidi.Portmann.Di© Anstreicher, d. h. jene, welche Möbel und Getäfel bemalen, reiben den Grünspan mit Leinöl und fügen daun gern einenPirnis heiss bei, rühren gut um und lassen die Unreinheiten sich zu Boden setzen; sie gebrauchen nur das klare und verwenden es warm.(65)P. du Jeil.1622.KB.Par excellence.Vidi.Smaragdgrün. Je nach der Menge des Bedarfes nimm schönen Grünspan, reibe ihn auf Papier oder im Mörser, dann nimm schönen Venetian. Terpentin und mische alles in einem Glasgeschirr zusammen, leere durch ein enges Leinenfilter alles was durchfliesst ab, dann füge ein klein wenig Terra merita bei, die du hinein schabest und lasse— 163zugekehrte Seite mit roter Kreide ein und bevor du es darüber legst, streife das überflüssige Rot mit der Hasen-pfote ab, um zu verhüten, dass die ganze Platte überallgefärbt werde.Ist dies geschehen, dann ziehe mit der Spitze einer etwas stumpfen Nadel auf der nicht roten Seite [des Pa-pieres], was du gravieren willst, und gleichzeitig findest dues auf dem Firnis infolge des auf dem Papier angebrachten Rot abgezeichnet.Ist alles durchgepaust, entferne das Papier und über-gehe mit der Nadelspitze alle Striche und verbessere, wenn irgend einer schlecht oder unvollkommen gezogen war.(Ms.p.34) auf c]ieSe Weise alle Züge übergangen, dann gravieremit einer noch spitzeren und starken Nadel alles auf die Platte, d. h. durch die Firnislage hindurch, so dass die Striche deutlich sichtbar sind, bis du mit einem Worte alles fertig siehst. Ist das geschehen, dann schütte das nachstehende Wasser während zweier Stunden über deine Platte; das Wasser läuft in eine unterhalb stehende irdene Schüssel und giesse es immer wieder darüber, indem du es mittels eines gläsernen Bechers aus der Schüssel ausschöpfest.Aetzwasser.Nimm ein Quarteron [= 2 Pintes] guten Essig, gib ihn in ein irdenes oder anderes Gefäss, füge 3 oder 4 Unzen gestossenen Salmiak hinzu, 2 Unz. gestossenen Grünspan, 1 Unz. Meersalz (du kannst auch keines nehmen), lasse alles sieden bis zum Aufwallen, dann zieh’ es vom Feuer und bewahre es in einer Flasche zum obigen Gebrauch.Wenn du nach 2 Stunden siehst, dass deine Platte gut geätzt ist, nimm sehr weiche [Holz]-Kohle, welche keine Rinde habe und auf der Platte keine Kratzer verursacht, befeuchte deine Platte gut mit Wasser, damit die Kohlenteilchen nichts verderben, und reibe mit der genannten Kohle bis der ganze Ueberzug von der Platte entfernt ist, wische sie mit Leinwand ab und sie ist zum Druck bereit.Druckerfarbe.Rp. Nussöl, soviel zu willst, siede es in einem offenen irdenen Gefäss bis zur Honig- oder Firnis-Konsistenz ein, dann brenne Schwarz, das zum Schwärzen dient, in einem eisernen gut geschlossenen Behältnis bis zur Rotglut, dann reibe dieses Schwarz mit deinem Nussöl und mache es sehr dick, so dass es sich fast mit dem Messer schneiden lässt.Einen Steinmörser fülle mit glühenden Kohlen und lege zwei gut miteinander befestigte Eisenstäbe darüber, welche deine Platte tragen sollen. Nimm dann die Druckerfarbe mit dem eigens zu diesem Zwecke aus fester Leinwand gefertigten Ballen, trage die Farbe auf die Platte und breite sie mit dem genannten Ballen aufschlagend aus. Nimm dann Linnen über deine Hand und putze, nachdem die Platte vom Feuer abgehoben ist, alles ab, so dass nichts als die Striche, worin die Farbe sich befindet, sichtbar bleiben. Ist das geschehen, dann wärme die Platte ein wenig und dann drucke sie ab.grober Sohreinerfir-nis heisst.Rp. Griech. Peoh. Peohharz auf 2x/2 Pfd., Nussöl oder Leinöl 2 Pfd., koche alles J/2 Stunde auf k leinen Feuer.Zusammensetzung des Etzwassers. Rp. Grünspan 6 Unz., Salmiak 6 Unz., gewöhnliches Salz 4 Unz. zu 3 Pinten (Pariser Mass) Essig; die genannten Dro- guen sind gut zu verreiben und einen Wall aufzusieden. Das Verhältnis des obigen Firnisses ist gut für Schreinerarbeit, aber zum Gravieren ist er zu flüssig. Mache ihn so : Bor- [hier fehlt ein Stück] findet ihn sehr tauglich.Rp. Pechharz und schwarzes Schusterpech 2 Pfd. auf'/J Pfd. Leinöl. Schmelze es zusammen, ohne zu sieden.(68)(69)11165(Ms. p. 35)(Ms. p. 35verso un-beschrie-ben)Firnis für Kupferätzung zu bereiten.(Ich sah dies ganze Kunststück zu London im Juni 1632.)Man nehme zwei Unz. Asphalt und zerstosse ihn zwischen zwei Papierstücken, und ein ganz reines Geschirr stelle mitsamt dem Asphalt aufs Feuer und gib acht, dasser weder durch das Feuer anbrenne noch schmelze; dann nimm eine Unze reines (Jungfern-)Wachs, lasse es mit dem anderen schmelzen, bis es sich mit dem Asphalt ver-bunden hat, dann nimm eine Unze Mastix in Körnern, schmelze alles miteinander, und wenn alles gut geschmolzen ist, lasse es durch ein feines Leinen passieren, dann nimm deine gut ohne jeden Fehl geglättete Platte, erwärme sie über gelindem Feuer und bedecke sie mit dem Firnis; achte darauf, die Platte nicht zu sehr zu erhitzen, aus Furcht, dass sich Blasen im Firnis bilden. Dann nimm eine (Geflügel-)Feder und fahre sachte damit über den Firnis, damit die Schichte dünn und gleichmässig auf der Platte ausgebreitet sei. Hernach nimm eine Paraffinkerze und halte sie angezündet unter deine Platte, so dass der Firnis die Schwärze annehme, und wenn der Firnis schwarz geworden ist, nimm dein Papier, worauf die Zeichnung,die du gravieren willst, sich befindet und reibe sie von rückwärts mit Kreide weiss an, befestige sie auf der Platte und ziehe mit einem Stift die Striche nach, die auf demPapier aufgezeichnet sind und beim Aufdecken der Platte ziehe [das Papier] vom Firnis, der die weissen Striche ge-schwärzt haben wird. Uebergehe dann alle Striche auf dem Firnis, um das Kupfer aufzudecken, damit das Aetz-wasser eindringen kann, das darüber gegeben wird, und wenn das Wasser eine Stunde darüber gestanden hat, kannst du sehen, ob das Wasser deinen Wunsche ent-sprechend gewirkt hat; hierauf wasche die Platte in weichem Wasser, um das Scheide wasser zu entfernen, und erhitze die Platte, um den Firnis mit einem Linnen zu beseitigen.In betreff des Aetzwassers, das zum Einfressen über-geschüttet wird, [nehme man] zur Hälfte gutes Scheide-wasser und zur anderen im gleichen Gewicht weichesWasser.Die Platten werden zuerst auf dem Sandstein ge-schliffen, dann fein gemacht mit einem Schleifstein, wie ihn die Uhrmacher zum Schleifen ihrer Plättchen benützen.Der Bimsstein ist viel rauher als der Uhrmacher-Schleifstein.Noch besser ist das Verhältnis von 1 Unz. besten Scheidewassers und 2 Unz. gewöhnliches Wasser. Lang-sames Aetzen und dafür längere Zeit hindurch taugt besserals zu heftiges.Der Firnis lässt sich auf die erwärmte Platte sehr gut auftragen, wenn du ihn in ein Stückchen türkischen Taffet gibst und ihn über das Kupfer streichst. Er dringt durchden Taffet.Auf andere Art, mit Ziegenleder u. z. auf der Aas-seite des Leders wie es De Leon [gemacht].(70)Jaques Mussart, Neffe des P. du Jeil.Dieser Firnis soll nicht beim Power trocknen. Mankönnte nicht, daraufzeichnen.167Firnis.Talg 1 Tel,Terpent. 2 Teilt'.Merke, wenn du dein Aetzwasser flach über deine Platte giessest, hebt es den Firnis ab und wird verdorben.Bei jeglicher Aetzung ist es besser, die Platte immer zu waschen, um den Schmutz oder das geätzte Kupfer zu beseitigen, sonst werden die Striche niemals rein.Für Druckerschwärze. Brenne in einem Bisen- oder irdenen Behälter, welcher das Feuer aushält und gut ohne Luftzutritt verschlossen werde, Lampenschwarz, so viel du magst, erhitze das Gefäss, bis es ganz rot ist, und lasse es dann erkalten.Brenne auch Nussöl (versuche auch Leinöl) in einem eisernen Topf und lasse es so lange sieden bis es dampft und zu rauchen beginnt, dann mache mit einem Schwefelholz Feuer daran und lasse es brennen, rühre so lange um, bis das Oel so dick wird, dass du Mühe habest, es zu reiben.Mache gesondert eine Abkochung von Galläpfel, seihe sie gut durch und reibe dein Schwarz vortrefflich, wie für Illuminieren, sonst werden alle deine Platten streifig; lasse es trocknen und wenn getrocknet, gib von dem obge- (Ms.p.37) nannten Oel soviel als nötig ist, um es ganz dick zu bekommen, jedoch so, dass du es noch reinigen und mit der Hand entfernen kannst.Zu Drucken. Erwärme die Platte und gib mit einem kleinen Holzstückchen da und dort etwas Schwärze darauf, und mit einem Buchdrucker-Bäuschen, nicht dem gewöhnlichen aus Leder, sondern einem gut genähten und aus Leinen geschnittenen (er muss bei jeder Kehrung genäht(Ms.p.36) Bemerkung über den Firnis und Calot’sKupferdruck-Farbe.Zerstosse Kolophonium oder vielmehr das Schwarz-Pech gesondert, mische es in einem Geschirr oder kleinenPfanne, und wenn diese gut geschmolzen sind, füge Leinölhinzu und lasse eine halbe Viertelstunde sieden.Für das Aetzwasser pulverisiere den Grünspan undSalamoniak aufs feinste jedes für sich, ebenso auch dasMeersalz, gib alles in ein glasiertes Geschirr und lasse esnur einmal aufkochen. Dieses Wasser wird um so stärker,je älter es ist, aber es ätzt nicht so deutlich [d. h. nichtso scharf]. Versuche, ob es durch Zugabe von Essig inseinen ersten Zustand gebracht werden kann.Zum Gebrauch setze deine Platte auf ein mit Trockenöleingeöltes und gut getrocknetes Gestell, das über ein Glas-Becken geneigt ist, und mit einer grösseren Glas-Schaleoder Schöpflöffel schütte das Wasser kalt während zweierStunden, anfangs gleiolnnässig über die Platte, wenn dieentfernteren Partien genug geätzt sind, ungefähr nach einer-halben Stunde oder einer Stunde, untersuche mit einerNadel, ob die Aetzung tief genug ist.Trockne diese Partien mit einem Leinen, streiche Talgmit Terpentin zusainmengeschmolzen mittels eines Pinselsüber [diese Stellen] und setze das Begiessen fort, bis deineAetzung tief genug ist.(Ms. p. 36 Merke, wenn du kein Gestell hast, halte die Platteverso) mjt (jei, jjand, das Aetzwasser beschädigt die Hände nicht.169sein), breite die Schwärze aus; solange die Platte warm ist, entferne das überflüssige mit der Hand und lasse sie die Druckrolle passieren.Diese Schwärze ist sehr schwarz und gilbt niemals.Um einen Gegenabzug zu machen, lege ein feuchtes Blatt Papier über den frischen Abdruck und lasse es durch die Rolle passieren, so hast du ihn von zwei Seiten. Papier befeuchtet man so: Uebergehe mit einem feuchten Schwamm jedes Blatt und lege eines über das andere geordnet in die Presse und lasse sie über Nacht darin.Um sich des O ben st ehe n d en zu bedienen: (72)Erwärme deine Platte und ziehe deinen Firnis darüber; dieser soll derart bereitet sein, dass er nicht kochend wird, sondern nur schmelze, in der Konsistenz etwas dicker als Honig, der nur sehr langsam fliesst. Er werde sehr gleich- massig ausgebreitet, mit einem Stück Ziegenleder [entweder] auf der Aasseite oder der Kornseite. Sogleich nachdem das gemacht ist, schwärze die Platte über dem Rauch einer Kerzenflamme und erwärme sie über schwachem Feuer, lasse sie langsam trocknen, bis sie nicht mehr raucht, und beim Kratzen nicht anhaftet und nichts davon abgeht.(Ms. p. 37 Zum Pausen machen. (73)verso)Reibe die Rückseite deiner Zeichnung mit sehr gutem Rotstift ein, übergehe die Striche mit dem Stift oder einem Hirschhornstiele, so dass sie sich auf dem Firnis rot markieren. Arbeite mit verschiedenen Nadeln, die einen spitzig, die anderen von rundlicher Form und mache die näheren Figuren kräftiger, die entfeimteren mehr weich.Stelle deine Platten über ein irdenes Geschirr, so dass sie mit dem Gestell vorgeneigt sind [und verfahre] wie es oben angezeigt ist.Der Ambra-Firnis ist der beste von allen. Am besten ist es, auf dem Papier zu zeichnen und die Hauptlinien durchzupausen; die feineren seien mit sehr weichem Rötel aufgezeichnet.(Ms.p.38) Schöne rubinrote Farbe für Doubletten zu machen. (74)Nimm feinen Venetianer Lack, je nach Bedarf der Arbeit, aber für eine Probe genügt die Grösse einer Bohne, und reibe ihn mit ein wenig Spiköl in einem Caledon- Mörser ungefähr zwei Stunden lang und gleichzeitig nimm vom besten Venetianer Terpentin, den du finden kannst, lasse ihn durch ein feines Leinen oder Taflet passieren, dann ihn in einem ganz reinen Glasgefäss am Feuer zur gewünschten Dicke schmelzen und trachte das drei- oder vierfache an Terpentin zu nehmen, als der genannte Lack zu haben scheint; dann entleere den Lack in das Glasgefäss mit dem heissen Terpentin, damit sich eines mit dem anderen verbinde und ganz weich werde; ist es zu flüssig, dann siede es so lange, bis die genannte Farbe die nötige Konsistenz habe, und habe vor allem acht, dass nichts anbrenne; wird sie hingegen zu dicht, so füge etwas171Spiköl zum Erweichen bei. Bei der ganzen Bereitung muss man sehr sorgfältig und reinlich verfahren.Schöne Smaragdfarben für Doubletten zu machen. (75)Man muss den leuchtendsten [hellsten] Grünspan, der zu haben ist, nehmen und ihn zwischen zwei Papierblättern reiben; dann ihn mit venetianischem Terpentin in einem Glasgefäss vermischen, das über dem Feuer einer Kohlenpfanne ein wenig erwärmt werde, und wenn dies geschehen, ein klein wenig Terra merita, welche du hineinschabest, dazumischen und auch etwas Spiköl dazu geben. Wenn alles vereinigt ist, seihe es durch Taffet oder Armosin [seidenes Futterzeug] am Feuer durch, so dass Tropfen für Tropfen in ein ganz réines Glasgefäss träufelt; und wenn die geseihte Farbe zu weich ist, soll man sie etwas entfernt von der Feuerglut ohne zu starke Hitze kochen, um das Anbrennen zu verhüten; sollte sie hingegen zu hart und zu trocken sein, so füge man etwas Spiköl hinzu und schmelze die Farbe wieder. Auf diese Weise wird dieselbe nach Wunsch und sowohl für den Bedarf im Sommer als im Winter ausfallen.(Ms. p. 38 Schöne Hyacinthfarbe für Doubletten zu machen. (76)verso)Nimm Ochsenzungenwurzel [Alcanna] etwa zwei Unzen, doch nur die obere Rinde davon, und schabe das Holz in ein Zinn- oder Glas-Schüsselchen, werfe das übrige Holz weg und füge zur Alcanna Spiköl, doch nicht zu viel, so dass die genannte Alcanna vollständig feucht werde und ein wenig Flüssigkeit am Boden sei, damit die Farbe um so leichter sich löse, und füge dann noch 1 oder 11ja Unzen Terpentin bei. Dann nimm etwa die Hälfte des Gewichtes von besten Safran (in Blüten), der zu haben ist, reibe ihn nicht allzu fein, gib ihn in ein besonderes Glasgefäss mit Spiköl, damit dieses Oel die Farbe extrahiere, und wenn dies in kurzer Zeit der Fall ist, gib den genannten Safran und das Oel mitsamt der Alcanna zusammen und seihe es zuerst durch ein Leinen, dann abermals durch Taffet, fange die Farbe in einem reinen Glasgefässe auf, und wenn sie nicht dick genug ist, lasse sie am Feuer sieden und hab acht darauf, dass das F’euer nicht zu stark sei, wegen des Anbrennens; wenn sie unversehens zu stark gekocht wäre, ist das Gegenmittel zum wieder Erweichen die Beigabe von ein wenig Spiköl, welches das ganze dem Zweck entsprechend wieder weich macht.Andere Hyacinthf arbe für Doubletten.Etliche nehmen nichts anderes als Drachenblut in Tropfen, welches man leicht beim Droguisten findet.(Ms.p.39) Zement zu machen, der in der Feuerhitze (77)erhärtet.Nimm Fischleim nach der Menge des zu machenden Zementes, mache den genannten Fischleim so dünn wie(Ms. p. 39verso un-beschrie-ben)(Ms. p. 40)(Ms. p. 40verso)— 173 —Papier zurecht und schneide ihn so klein als du kannst. Gib ihn in Weingeist, mache diesen über kleinem Feuer siedend, bis du siehst, dass alles sich gelöst hat und verwende ihn heiss. Wenn du ihn zu lange über dem Feuer lässt, wird er hart, aber durch Beigabe von Weingeist verflüssigt er wieder.Illuminieren.Um Papier zu bereiten, das nicht einsaugendist, und worauf die Farben sich leichtauftragen lassen.Nimm sehr reinen und hellen Fischleim (engl, isinglass, Hausenblase), stelle ihn fein geschnitten mit Wasser auf glühende Kohlen, bis er sich gelöst hat und eine Gallerte bildet. Tauche darin einen weichen Schwamm und überfahre damit dein Papier, das nach dem Trocknen weder aufsaugend ist noch irgendwie einschrumpft.Mr. Norgate benützt zu seinen Farben niemals Alaun, sondern nur Gummi, und zu sehr hellen und kostbaren Farben, wie Venetianer Lack, ganz wenig Kandiszucker. Wenn man von diesem zu viel nimmt, wird er an der Luft feucht und verdirbt die Illuminierung ganz.Was man illuminieren will, soll nur einfach „angetuscht“ sein mit transparenten Farben, die keinen Körper haben, und die Hauptsache der Illuminierkunst besteht in dem guten Aussparen des Weiss auf dem Pergament oder Papier.Welche Farben es auch seien, selbst die festen, wie die Azure und Aschenblau haben, wenn sie gut gerieben und sorgfältig angetuscht („laviert“) sind, beinahe gar keinen Körper.Um Papier zum Illuminieren zu bei'eiten, wennes ein saugend ist.Rp. Hornleim oder Tischlerleim, d. h. starken Leim 2’/ä Unz. (ich würde Fischleim oder sehr hellen Leim von Lederabschnitzel nehmen), setze ihn mit zwei Quart lauwarmen Wassers ans Feuer und lasse gut sieden. Nimm zwei Unzen gut geriebenes und gesiebtes Stärkemehl und füge es dem übrigen bei. Wenn alles gut vereinigt ist, seihe es durch ein Leinen und lasse es massig erkalten. Füge zwei Unzen fein pulverisierten Alaun hinzu und rühre mit einem Stöck- chen um. Beim Bedarf streiche dieses Wasser mittels eines Pinsels über das Papier und lasse trocknen. Presse und schlage das Papier [glatt], dann male herzhaft darauf, ohne Furcht, dass es irgendwie einsauge.Wasser für Papier, das fliesst.Rp. Fischleim (den reinen und hellen, welcher der beste ist, wähle), koche ihn auf mittlerem Feuer mit Rosenwasser so lange, bis er auf einen Teller gebracht, sich stockt. Giesse ihn durch ein reines Leinen; löse Alaun gesondert in Rosen wasser auf, mache deinen coagulierten(78)M. Norgate.NB.(7»)Illutninierbuch(80)Montillet.NB.175{Ms. p. 41)(Ms. [). 41verso)Leim auf schwachem Feuer wieder flüssig und füge sovielder Alaunauflösung hinzu als nötig ist, um ihn flüssig zuhalten. Bewahre ihn in einer Flasche, wo er sich erhält,ohne schwarz zu werden.M u n d 1 e i m.Rp. Hausenblasen i. e. Fischleim, 1 Unz., ein wenigKandiszucker und ein wenig Abschnitzel von sauberemweissen Pergament. Gib alles in einen reinen Hafen, giesseeine Mass lauteres Brunnenwasser darüber, lass es leichtsieden, bis die Hälfte eingesotten ist; seihe es durch undgiesse den Leim in Formen, um nach den Regeln derKunst Stücke davon zuschneiden.Um Pergament zu färben und durchscheinendzu machen.Nimm Pergament oder Velin, das reinste und feinste,das du finden kannst. Wasche es gut in klarer Lauge,wechsele öfters die Lauge und wasche so lange, bis nichtsmehr vom Pergament sich ablöst, was die Lauge trübt.Dann ist es genug. Man muss es hierauf in sehr reinemBrunnenwasser ausschwenken und es mit Sorgfalt aus-winden.Willst du dein Pergament durchsichtig grün wieGlas machen, reibe Grünspan mit sehr starkem weissenEssig und füge zur Mischung etwas Saftgrün, indem dusie gut vermengest, weder zu dünn noch zu dick. Lassedein Pergament in dieser Farbe eine Nacht weichen,schwenke es in frischem Wasser aus, um es zu waschenund alle Unreinheiten oder das Dicke der Farbe zu ent-fernen. Spanne das Pergament auf einen Rahmen odereine Form, und lasse es gut trocknen. Hernach breiteauf beiden Seiten einen sehr guten und durchsichtigenFirnis aus. Setze es der Sonne aus und lasse trocknen.Entferne es dann vom Rahmen.Wähle, von welcher Farbe du das Pergament habenwillst, gelb, rot, blau; verfalle genau wie oben angezeigt,wasche wiederholt dein Pergament, und lasse es immer inder Farbe über Nacht weichen.Aus diesem Pergament macht man die Lichtschützer,die zwischen die Kerze und das Auge gestellt werden.NB. T.M. Die besten Augenschützer macht man ausRindsblase, die lange im Wasser geweicht wird, bis allesdaran befindliche Blut gut ausgewaschen ist, hernach wirddie Blase über einen runden oder viereckig geformten sehrstarken Eisendraht gespannt. Nachdem es trocken ist,werde es von einer Seite mit in Oel geriebenem destilliertenGrünspan, nebst weissem guten FirnisI bemalt. Lassetrocknen und bestreiche auf beiden Seiten mit Firnis.Kommt dem Glase vollkommen gleich.Um ein Papier fenster wie Glas durch-scheinend zu machen.Nimm soviel Schafs- oder Ziegenpergament, als zum Fenster nötig ist, sie seien aber ohne Kalk bearbeitet und aufs feinste geschabt. Dann gib Gummi arabicum in ein Gefäss mit ein wenig abgeschäumten Honig; hernach noch 4 Paar Eier (nehmt nur das Klare davon), welche gut(81)Illuminierbuch.(88)Illuminierbuch,(83)Birellilib. 13. cap. 260.177 —geschlagen werden, und mische alles das zusammen. Dann schneide das Pergament in gewünschter Fenstergrösse zu, gib es in die Flüssigkeit und lasse es darin, bis es durchtränkt ist. Spanne es auf einen Reifen (Rahmen) aus. Lasse so trocknen. Bemale es hernach wie du willst, und überstreiche mit flüssigem Firnis und es wird augenblicklich wie ein Glasfenster aussehen.(Ms.p.42) Verfahren des holländischen Malers Reter- mond aus dem Haag, um auf Pergament zu zeichnen und darauf mit der Feder oder mit Blei zu arbeiten.Zuerst macht er den Entwurf mit schwarzer Kreide auf Papier, und wenn dies geschehen, schwärzt er die Rückseite des Papiers mit Holzkohle an und legt es auf Pergament, das sehr weiss, rein und genügend stark sein soll. Er befestigt das Papier samt dem Pergament auf einem Tisch mittels Nadeln und übergeht mit einem nicht zu spitzen Griffel alle Striche seiner Zeichnung, indem er ein wenig aufdrückt, so dass sich diese Striche genau markieren. Ist dies geschehen, dann entfernt er das Papier von dem Pergament, und zieht alle nur mit Kohle markierten Striche aufs neue mit seinem Bleistift (der aus geschmolzenem Fensterblei bereitet, in Stiftform gegossen und mit dem Messer spitzig gemacht wird). Die Striche lassen sich sehr fein ziehen, und wenn alle gezogen sind, entfernt man mit einem Federflügel die Kohlenstriche, und die Figur bleibt mit Blei gezogen sehr rein stehen. Ist das geschehen, nimm ein grosses Blatt weisses Papier, das dein Pergament von beiden Seiten bedecken und einschliessen kann, und auf der Seite der Figur schneide das Papier kreuzweise durch, so dass du beim Arbeiten hernach nur die Stelle aufdecken kannst, an welcher du arbeiten willst.Die Erfindung des Stiftes aus Blei ist sehr schön. Es macht die Striche fein und rein; nur mit Brot lassen sie sich auslöschen; er nützt sich nicht ab und man kann sich auch auf Papier desselben bedienen, wenn es in folgender Art präpariert ist:Nimm Fussknochen vom Rind, Schaf oder Schwein (die die besten sind), brenne sie bis zur völligen Weisse, reibe sie zu unfühlbarem Pulver, breite davon auf deinem Papier aus und entferne es leicht mit einem Taschentuch; wenn das geschehen ist, dann kannst du leicht mit Blei Striche ziehen. Diese Präparation ist für Pergament nicht nötig, weil der Stift auch ohnedies sich so gut, als man nur wünschen mag, darauf markiert. Wenn du da"s Papier mit Kreide einreibst, so greift das Blei auch sehr gut und schwarz an, aber die Knochen taugen dazu besser.Ich habe andererseits gehört, dass Stifte von Blei und Wismuth miteinander geschmolzen vortrefflich sind und sehr gut markieren. Blei und Zinn, gleiche Teile, werden geschmolzen und in passende Formen gegossen.Versuche mit einem Teil gewöhnlichem sehr reinem Zinn und zwei Teilen Blei.(Ms. p. 42 NB. Mit dem auf der folgenden Seite beschriebenen verso) Ambra-Firnis, der mit Spiköl vermischt wurde (Terpentinöl wird dasselbe thun) hatte Petitot Zinnober gerieben und(84)Retermond, Hol-länder aus den Haag.(84a)V anderstraeten.12179 —diese Mischung auf Leder gestrichen, den Firnis von Hoogstraten getroffen; derselbe trocknet vortrefflich, schält sich nicht ab und ist ausserordentlich weich. Aber er soll an der Sonne trocknen. Vidi 29. April 1641.(Ms.p.43) Der wir kliche' obige A in b r a- F i r n i s, wie er in meiner Gegenwart bereitet wurde und niedergeschrieben, während Joseph P e t i t o t denselben machte, welcher mir ihn gab.Zu 6 Unzen Leinöl gehören 6 Gros i. e. 6 Drachmen Ambra und ls/4 Unzen i. e. 14 Drachmen Sandarac oder Gummi juniperi. Alles muss gut pulverisiert sein. Du nimmst das Leinöl und den Ambra, gibst sie in ein irdenes oder kupfernes Gefäss, das ein wenig hoch sei und einen engen Hals habe (wie jene, in welchen man Erdbeeren trocknet), stelle dein Gefäss über Kohlenfeuer und lasse ungefähr eine halbe Stunde sieden, bis du einen schwarzen und sehr dichten, übelriechenden Rauch aufsteigen siehst. Dann wird dein Ambra geschmolzen sein. Ziehe ihn vom Feuer zurück und lasse ein wenig erkalten, bevor du den Sandarac hinzugibst. Stelle es wieder ans Feuer, solange wie zuvor; dann entferne es vom Feuer. Willst du [den Firnis] dicker haben, so stelle ihn in einer Schale über ein gelindes Feuer und lasse ihn so lange stehen, bis er die gewünschte Dicke habe. Verwahre ihn dann in dieser Konsistenz. Falls du ihn flüssiger wünschest, setze ihn ans Feuer in einer irdenen Schüssel mit etwas Spicköl oder Terpentinöl und mache ihn so klar wie du willst.Er verdickt sich, wie oben erwähnt, in einer grossen flachen Schale, drei Linien hoch aufgeschüttet und 12, 18, 24 Stunden auf heisse Asche gestellt, und der Firnis erhält eine solche Konsistenz, dass er im kalten Zustand dick wird und erhärtet; fasse ihn zusammen und forme Kügelchen daraus, oder mache kleine Kuchen (Pflaster), deren du dich bedienst, wenn du mit Aetzwasser gravieren willst. Erwärme deine Kupferplatte, reibe Firnis darüber und er wird schmelzen. Breite ihn gleichmässig mit einem Federbüschel aus und trockne nach den Regeln der Kunst etc. Siehe oben [67—73].(Ms. p. 43 Der wahre Firnis für Lauten und Violinen, verso)Rp. Bernstein, vom gelbsten, der etwas zum rötlichen neigt, soviel du magst, gib ihn in ein glasiertes irdenes Gefäss, ohne etwas hinzuzufügen. Lasse ihn über ein mäs- siges (brennendes) Kohlenfeuer stehen und rühre ihn mit einem Eisenstab um. Er schmilzt zu einem schwarzen Körper, der wie Kolophonium aussieht. Geschmolzen schütte ihn auf Papier oder einen Marmorstein.Um das Oel zu entfetten, nimm ganz reines Leinöl, setze es in einem reinen glasierten Topf ans Feuer, lasse gut sieden und nachdem es gesotten und gut abgeschäumt ist, nimmt eine Gänse- oder Hühnerfeder, tauche sie darein; wenn die Feder verbrennt, so ist das Oel nicht genügend entfettet, setze das Sieden fort, bis [das Oel] die Feder nicht versengt. Seihe durch ein Leinentuch.Um den Firnis zu machen: Rp. des genannten Oeles eine englische Pinte, oder einen Pariser Schoppen, von (85)NB.Letztes Diktat,fac.(86)M. de la Garde.NB. Von einem aus-gezeichneten Lau-tenmacher stam-mend.Um ihn gut zu bereiten, gebe man in ein Gefäss nur 3 bis 4 Unzen Ambra auf einmal und lasse auf einem massigen Rundfeuer schmelzen, ohne zu brennen, wie oben.Das Feuer sei zu Anfang schwach, dann sehr stark; lasse es nicht ausgehen, manchmal braucht es zwei Stunden oder mehr bis er flüssiggeschmolzen. Rühre häufig um._ Geschmolzen sieht er schwarz aus, nichtsdestoweniger ist er nicht verbrannt, und12<181dem wie oben präparierten Bernstein, fein gestossen etwa geifcht feehaUent° 6 Unzen, lasse das Oel samt dem gepulverten Bernstein auf dnrchscheitiend. gelindem Feuer warm werden, und rühre um, bis sich alles gelöst hat. So ist dein Firnis fertig, der, je länger er bewahrt ist, um so besser wird. Ist er zu flüssig, füge Bernstein bei, ist er zu dick, Oel.Dieser Firnis wird kalt verwendet und trocknet nur an der Sonne. In richtiger Konsistenz bereitet, werde derselbe warm durch ein Leinen geseiht.Das Oel wurde entfettet, indem ein Stück Blei, ein wenig Brodrinde und auf ein Pfund eine kleine Nuss gross Bleiglätte beigefügt, gesotten und mit der Feder wie oben erprobt worden. Der Firnis trocknet in einem Tage.Das Oel entfettet sich so; versuche, ob das Gleichewie beim Leinöl auch bei anderen erfolgt.Setze Olivenöl in einer glasierten Schale ans Feuer,und werfe Bleiplättchen hinein. Decke es mit einer zweitengleichen Schale zu und erhitze es ohne zu sieden. DieFettigkeit steigt in den Deckel, welchen du von einerhalben Viertelstunde zur anderen reinigest. Verfahre indieser Weise zwei Stunden hindurch; stelle [das Oel] her-nach in einer Flasche an die Sonne. Es wird sehr klarwie Wasser.[Es ist] geeignet, Waffen damit abzureiben.Andere entfetten es, indem sie Feuer an dem kochenden Oel anmachen, dennoch wird es sehr klar. Aber merke, dass es sich verdickt, wenn es sehr trocknend sei.Idem.Leinöl wird entfettet, indem man es in einer Glasflasche mit der halben Menge Wasser sehr lange zusammen schägt, und 14 Tage oder 3 Wochen stehen lasst. Es bildet sich ein weisser Schmeer zwischen dem Wasser und dem Oel, welches durch schräges Abgiessen davon separiert wird.(Ms.p.44) Verschiedene Beschreibungen von Firnis. * Ambra-Firnis. Suceinum.Der Ambra löst sich nicht in Steinöl, wie ich es versucht, sondern gerinnt, und wenn er auf irgend etwas auf- gestrichen wird, wird das Oel aufgesogen, der Ambra bleibt frei und ist zu nichts tauglich. Mit Spicköl löst er sich besser, aber die gleichen Misstände treten ein, da er auf der Arbeit wie eine Kruste zurückbleibt, die alles verdirbt.Eine viel dichtere Flüssigkeit ist vonnöten, welche den Ambra geschmolzen erhält und dennoch trocknet und beide auf der Arbeit durchscheinend bleiben.Ich fand die Beschreibung dieses Firnisses in einem Kommentar zur kleinen Chirurgie des Paracelsus, wie hier folgt:„Rp. Den besten gestossenen Ambra, setze ihn in einem gestossenen Gefäss an gelindes Feuer, und zwar so, dass er allmählich flüssig wird. Wenn er anfängt flüssig zu werden, füge den dritten Teil Terpentin hinzu und mische. Dann füge mehr Terpentin bei, und so nach und nach partienweise, immer vermischend, bis in 1 /a Unze Ambra 2 Unzen Terpentin sind. Es wird daraus ein Balsam, der für Geschwüre dienlich ist, warm auf Charpie [zu verwenden]. Wenn er zu hart ist, füge Leinöl hinzu.“NB. Ich habe den Ambra gelöst, mit hellem Terpentinöl bereitet und ungefähr den vierten Teil Terpentin hinzugegeben, und so Firnis gemacht, der sich gut aufstreichen lässt und trocknet, allerdings sehr langsam.Um diesen Firnis nach meiner Meinung gut zu bereiten, sei er wie folgt hergestellt: Nimm den schönsten Ambra,(871T.M.183zu unfühlbarem Pulver gestossenen, und wenn du willst auf dem Porphyrstein mit Weingeist präpariert, 2 Unzen.Giesse dazu 6 bis 8 Unzen helles, reines Terpentinöl, gib dies zur Auflösung in ein mit Blase und Eiklar gut ge- (Ms. p. 44 schlossenes Destilliergefäss auf das Sandbad. Halte die verso) Hitze massig, bis der Ambra geschmolzen ist, füge dem obigem bei fortwährendem Umrühren bis zur völligen Mischung sehr klares gesottenes, oder zur Hälfte eingekochtes Leinöl oder Nussöl hinzu [und] venitian. Terpentin, von jedem eine Viertelunze, Spicköl eine Unze oder zwei.Lasse alles zusammen eine Viertelstunde leicht sieden und verwahre deinen Firnis, der sehr schön und ganz durchsichtig ist.Versuche, ob Bernsteinextrakt nicht ein vorzügliches Präparat für diesen Firnis ist. Man macht ihn, indem man äusserst feines Pulver desselben mit Weingeist überschüttet, und vier Stunden im Wasserbade löst. Entferne den Weingeist, der Ambra bleibt am Grunde in Form eines flüssigen Balsams zurück.Firnis auf Pergament oder Leder. (88)Nimm Leinöl, das lauter sei, drei Pfund, setze es in NB.UUEsmistbgrosse einem reinen Kessel auf einen kleinen Ofen, so dass das Feuersgefahr bei Be- Feuer nicht herausdringen kann, sondern nur den unteren nisses.B Ha beweinen Teil des Kessels erreicht. Mache massig Feuer an, welches eisenen 0fen hiezu, das Oel siedend macht, ohne dass es überlaufe, schäume es sorgsam ab. Wenn es gut verschäumt und durch das Aufkochen gereinigt ist, füge reinen, zu feinem Pulver gestossenen Mastix ein Pfund bei, und zwar nach und nach, stets über dem Feuer umrührend, bis alles zergangen ist. Ist das geschehen, setze das Sieden bei kleinem Feuer fort, stets umrührend (aus Furcht, dass der zu Boden sinkende Mastix nicht anbrenne) bis dass der Firnis sich verdickt. Um zu sehen, ob der Firnis gute Konsistenz hat, gib einen grossen Tropfen davon auf einer Spatel auf eine Schale oder auf ein flaches Eisen. Lasse erkalten, tunke deinen Finger darein und wenn beim Wegziehen sich ein Faden von Firnis zieht, so ist es ein Zeichen des fertigen Siedens. Ist das nicht der Fall, so siede stärker bis der Faden sich ziehen lässt. Entferne ihn vom Feuer (Ms.p. 45) m)Ci ]asse erkalten. Seihe ihn durch ein Tuch in ein glasiertes Gefäss und bewahre ihn verschlossen auf.Damit der Firnis alsbald trockne. (89)Nimm Schafbein, thue die in einen neuen Hafen und verklebe den Deckel mit gutem Lehm. Setze es in ein starkes Feuer 2 Stunden lang, danach ziehe den Hafen zurück und lasse erkalten. Reibe die Knochen fein wie Staubmehl und „beutels“ durch ein feines Sieb. Von diesem Pulver rühr eine Nuss gross in den heissen Firnis, lasse ihn 3 oder 4 mal erwallen, oder mit dem genannten Firnis sieden. Er wird sehr trocknend, worauf immer du ihn streichest.NB. Wenn du kein Leinöl hast, so nimm altes Nussöl oder Hanföl, das lauter und schön sei1, und beobachte Gewicht und Masse wie oben.185Anderer Firnis.Rp. Altes, lauteres Hanföl lasse in einem Kessel wie oben sieden und schäume es sorgsam ab, füge weissen Bimsstein und gebrannte Schafbein hinzu, alles zu feinem Pulver gestossen und durch ein Sieb gegeben. Werfe diese Pulver in das heisse Oel und rühre um. Schäumt es wieder, so entferne den Schaum und lasse gut aufwallen. Darnach heb es vom Feuer und stelle es 2 Tage an die warme Sonne. Willst du stärkeren Firnis, so füge deinem heissem Oele, immer umrührend, 2 Unzen [4 Lot] zu Pulver gestossenen Mastix bei.An derer Firnis.Rp. Glorien, das ist Terpentin, 1 Pfund, Leinöl das doppelte, d. i. 2 Pfund, koche das und schäume es wohl, und füge den Mastix und die gebrannten Knochen wie oben steht bei. Br ist gut.(Ms. p. 45 Firnis für Figuren,verso)Rp. Leinsamenöl, im Glaskolben destilliert, 1 Unze, sehr schönen Ambra 3 Unzen, vermenge und vereinige diese gut auf gelindem Feuer und verwende es warm auf Holz, Leinwand oder worauf immer du willst.Ein anderer Firnis.Rp. Starken Weihrauch und Schreiber-Firnis, das ist Gummi juniperi, aufs feinste gepulvert und gemischt.Rp. Venet.ian. Terpentin, lasse ihn auf schwachem Feuer in einem kleinen reinen Topf zergehen, und füge nach und nach die genannten Pulver hinzu. Verschmelze es gut und koche, dass der Firnis nicht zu flüssig sei. Seihe ihn noch heiss durch. Willst du ihn benützen, so erwärme ihn und breite ihn sehr dünn und leicht aus. Deine Arbeit wird sehr glänzend und trocknet sehr bald.Benzoë-Firnis auf Gold.Giesse auf reine gepulverte Benzoë guten Weingeist, so dass er zwei Finger hoch überstehe. Lasse zwei oder drei Tage stehen und füge einige Safran-Stückchen bei. — Die Benzoë löst sich teilweise im Weingeist auf.Verwende [die Lösung] auf den Figuren, wo sich Goldgrund befindet, mit dem Pinsel. Die Arbeit wird glänzend, trocknet in einem Moment durch die Verdunstung des Weingeistes und wird mehrere Jahrhunderte halten.Um Silber zu firnissen, welches sonst sich schwärzt und an der Luft sich verändert, soll man die helleren Teile von Benzoë, welche „gemandelte“ heisst, nehmen und wie oben verfahren.Dieser Firnis kann auf allerlei Sachen angebracht werden, er trocknet leicht und der Staub setzt sich nicht fest, kann vielmehr mit einem Fuchsschwanz oder ähnlichem entfernt werden.(90)Ibidem.NB.(91)Ibidem.NB.(98)Alexius.NB.(»3)Id.NB.(94)Idem.Fürwahr, sie wirdgelöst und gibt mitWasser vermischteinen Lack [Nieder-schlag].Ich habe es gemacht.Das gleiche wird er-reicht mit Storaxcalamit. 186(Ms. p. 46)[Auf einZwischen-blatt ge-schrieben.]187(Ms. p. 46)(Ms. p. 46verso)Firnis, um vergoldetes Leder zu machen[i. e. für Ledertapete].Rp. Leinöl 3 Pfund, Firnis oder Sandaraca, Griech. Pech, i. e. Kolophonium, je 2 Pfund, Safran in Pulver 2 Unzen, lasse das Oel mit dem Safran ... [s. die Fortsetzung nach No. 98.]Firnis zum Vergolden auf Zinn oder aufversilbertem Leder.Nimm 3 Pfund Leinöl, Vernix i. e. Sandarac, griech. Pech je 1 Pfund, Safran 1 Unze, siede diese auf geschlossenem Feuer solange, bis eine eingetauchte Feder, die sofort herausgezogen wird, sich kräuselt und verbrannt erscheint, dann hebe es vom Feuer nnd füge 1 Pfund gut gepulvertes Aloë-Harz in kleinen Partien hinzu und vermenge mit einem Fichten-Hölzchen. Wenn es gut vermengt ist, rühre fortwährend sorgsam um und seihe es halb erkaltet durch ein Leinen; bei Bedarf verwende es ein wenig erwärmt.Vernix ist der gewöhnliche Firnis, welcher von den Schreinern und Verfertigern von Einlege-Arbeiten (Marque- terie) verwendet wird, desgleichen die Maler, welche Getäfel machen, Kaufläden- und Apotheker-Kästchen bemalen, benützen. Um ihn schneller trocknend zu machen, fügen sie 2 Unzen Spicköl auf ein Pfund bei. Dies trocknet in wenigen Stunden und gibt guten Glanz.Griechisches Pech ist das Kolophonium oder der verdickte Rückstand des Terpentinöles, womit man die Saiten des Violinbogens bestreicht. Wähle das hellste.Firnis, von einigen gemeiner Firnis genannt.Rp. Leinöl (ohne Feuer [d. h. ungekocht]) ein Teil, griech. Pech, i. e. Kolophonium drei Teile (griech. Pech wird Pegola genannt), siede dies, bis alles gut vereinigt ist. Wenn du sehen willst, ob es gut ist, werfe [etwas davon] ins Feuer, und wenn es verbrennt, ohne zu Knistern, und gar kein Geräusch macht, dann ist er gut. Aber er soll hell leuchtend und schön sein.Griechisches Pech.Nimm Pinienharz und setze es in einen grossen Kessel ans Feuer, bis alles flüssig geworden ist, und wenn es anfängt, zu sieden, seihe es von den Unreinheiten, die sich darin finden, ab, und giesse grosse Kuchen daraus. Um künstliche Fackel [i. e. Feuerwerk] daraus zu machen, soll es hell und leuchtend sein und sich leicht zu Pulver stossen lassen.Das [ist] gewöhnliches, reines, helles Pechharz, dessen Pulver ganz weiss ist.TM. Sieh zu, ob es nicht gut ist, das Pinienharz zu schmelzen und durch einen ziemlich dichten befeuchteten Canvas zu seihen, um es von allen Unreinheiten zu säubern, dann in Wasser zu geben und stark aufsieden zu lassen, so dass durch die völlige Verdunstung seines Oeles die Masse in pulverisierbares Kolophonium umgewandelt werde.Aber ich glaube, dass der helle und nicht durch die Zeit rötlich gewordene venetianische Terpentin, zu Kolophonium reduziert, für kleinere Arbeiten besset ist. Für Möbel ist der andere tauglioher.(»5)Idem.d. i. Colophonium.(9«)London. DemLazarmitgeteilt durcheinen Schenkwirt,der dies Handwerkausübt und damitHandel treibt.24. Febr. 1624.(97)Birelli, fol. 544.(98)Ibid. p. 541. 188[Fortsetzung von 95, s. oben.]189[Fortsetzung von 95, s. oben.](Ms. p. 47) . . . und mit dem übrigen in einem glasierten Topf sieden, bis eine darein getauchte und wieder herausgezogene Feder wie verbrannt erscheint. Dann hebe es sogleich vom Feuer weg, und füge nach und nach 1 Pfund fein pulverisiertes Aloeharz, fortwährend mit einem Stäbchen umrührend, hinzu. Merke, wenn die Masse steigt, ziehe den Topf vom Feuer, bis sich alles wieder senkt, stelle ihn wieder ans Feuer, lasse sieden und rühre um. Ist alles gut inkorporiert, hebe es vom Feuer ab, lasse ein wenig stehen und seihe durch ein Leinen in ein Gefäss, das zur Aufbewahrung des Firnisses dient.» Wenn du an Stelle des Aloë-Harzes die Blütenstielevon weissen Lilien nimmst, wird der Firnis besser und schöner.Anwendung. Befestige auf dem Leder j Mit Leim Blätter von Silber oder Zinnfolie mit Leim / von Lederoder Kleister. Streiche den Firnis darüber ; ab- und trockne an der Sonne. Drucke darauf l schnitzeln, oder male, was immer du willst. / Size [engl.].NB. Pergament- oder Fischleim ist besser.Andere Art.Rp. Leinöl 4 Teile, Pinienharz 2 Teile, Ross-Aloe 1 Teil. Diese Dinge sind zu sieden, bis sie Goldfarbe annehmen und dies dient als Firnis.Firnis für Kästchen und Cabin et s.Rp. Oleum abietinuin [Harzöl], welches eine Art sehr heller und flüssiger Terpentin ist, 2 Teile. Sehr helles Steinöl (warum nicht mit Wasser destilliertes?) 3 Teile. Mische diese zusammen und verwende sie warm. Damit dieser Firnis schnell trockne, füge ein wenig Goldglätte bei.Schöner, heller Firnis für Bücher.Rp. Mastix, Sandarac je 1 Unze, stosse zu feinem Pulver. Mache 2 Unzen Spicköl heiss, werfe die Pulver darein und gib ein wenig Rinde von Roggenbrot, welche alle Feuchtigkeit an sich nimmt, hinzu und rühre fortwährend mit einer Holzspatel um. Um zu sehen, ob er genug gekocht ist, ziehe die Spatel aus dem Firnis heraus, er soll dann abfliessen.t (Ms. p. 47 Bemerkung über Firnis zum Illuminieren.verso) Wenn du fetten und öligen Firnis über Wasserfarbenaufträgst, verdirbst du sie. Es ist nötig, zuerst einen Firnis von Gummi arabicum oder Eiklar aufzutragen. Dieser muss leicht und in einem Zuge über die Malerei gestrichen werden, ohne ein zweites Mal darüber zu gehen. Lasse ihn trocknen, und dann überstreiche den anderen wasserbeständigen Firnis, wovon du oben mehrfache Beschreibung hast. Der Gummi- oder Eiklar-Firnis folgt hier bei. (Siehe Illuminierbuch Fol. 3 und 4.) (95 a)Alis einem Buchem. Vaters.(»»)Secreti des Birelli.(lOO)Wacholder.(tOOa)Cap. Said.Vernix.Rp. Eiklar von dreiEiern zu Wasser ge-schlagen. Kirsch-gummi 112 Unze,Gummi arab. 2 Unz.Mische es gut; gleich-viel Rosenwasser istbeizugeben.Erwärmeohne zu sieden. BeimSeihen füge Bohnengross Honig bei.Trage es freihändigauf.Item.Rp. Bier 1 Pfund.Gummi arab. l*/a Un-zen, koche es ein,bis es dick wird.191Abhandlung über die Firnisse.Die Firnisse sollen, um gut zu sein, sehr trocknend, klar, durchsichtig und so wenig als möglich gefärbt sein. Wasser soll sie nicht angreifen, sie sollen sich weder abschälen, noch springen, und ohne weisslich oder dunkel zu werden, waschbar sein, und sollen, wenn sie mit der Zeit dunkler geworden sind, mit denselben einfachen Gelen, aus welchen sie bereitet, wieder erneut werden können.Diese genannten Firnisse sind entweder einfache, wie der Lack [Gummilaok], oder zusammengesetzt aus gewissen • Harztropfen, welche in gewissen Oelen gelöst, sich auf derUnterlage ausbreiten lassen.> Die zur Firnisbereitung geeigneten Oele sind Nussöl,und Leinöl, welche allein mit Bleiglätte oder (was besser ist) mit gebranntem weissen Vitriol trocknend gemacht, auf der Arbeit trocknen und gegen jegliche Flüssigkeit widerständig sind. Wenn die Lösung der Harze mit diesen Oelen gemacht ist, sind die Firnisse schöner und konsistenter.Wenn diese Oele mangeln, kann man im Notfälle Hanföl, auch wenn es grünlich ist, gebrauchen oder falls (Ms.p.48) nian in günstiger Lage, wie im Haideland sich befindet, ist helles Mohnöl sehr vortrefflich und trocknend, wenn es aus dem Samen durch Pressen gewonnen wurde.Es trocknet aber nicht, wenn es nicht künstlich so hergestellt ist.Die gebräuchlichsten Oele für feinere Firnisse sind ( Terpentinöl, Spicköl und Steinöl mit Terpentin selbst,welcher, obschon fett, schliesslich langsam trocknet und den Firnis vor Abschälen bewahrt. Man brauche davon nur sehr wenig, etwa den 10. oder 12. Teil.Die zu diesem Zwecke geeigneten Gummi und Harze sind: Mastix, Sandaraca, oder Gummi von Juniperus, Gummi animae [Flussharz] vor allen anderen, ausgenommen der Gummi-Lack [Schellack], der sehr rein ausgesucht und woraus man den chinesischen Firnis bereitet; gelber Ambra, womit die Lauten gefirnisst werden, sehr reine Benzoë etc.Sieh’ zu, ob der in Steinöl oder Spicköl einmal gelöste Ambra [Bernstein], der durch Verdunstung trocken geworden, geeignet ist, sich leicht in Nussöl, Leinöl oder einem anderen löst.Paracels. Chirurg, p. 306 [sagt]: „Bernstein wird in Steinöl zum Aufwallen gekocht, dann von neuem trocken 1 gelassen.“Idem p. 492: „Ist die Kunst des Firniss erfunden worden, gemacht mit eim gelben Agstein.“Sieh’ zu, ob Bernstein, Benzoë in sehr verstärktem Weingeist gelöst, Gummi animae mit Terpentinöl, Steinöl oder Spicköl auf dem Stein gerieben, nicht geeignet sind, durch eine leichte Auflösung über Kohlen oder im Sandbad bereitet zu werden.Zur bequemen Bereitung dieser Lösung habe man zu diesem Zwecke ein besonderes Destilliergefäss, dessen Fugen mit Harz oder Kalkkitt, Eiklar und ein wenig Mehl geschlossen werden. Stelle es ins Sandbad und anfangs schwach erwärmend, steigere hernach die Wärme, um die(101)T.M.T.M.193(Ms. p. 48verso)[Das in Klammer gesetzte ist im Ms.durohstrichen.](Ms. p. 49)Lösung zu erzielen. Ist dies geschehen, dann sei alles durchgeseiht, um die Unreinigkeiten zu beseitigen, oder das Reine werde durch Abgiessen vom Unreinen getrennt, nachdem vorher mit der Spatel umgerührt und man es 12 bis 24 Stunden hindurch sich setzen Hess.Ambra-Firnis. 8. Febr. 1631.Ich habe sehr fein gepulverten Bernstein genommen und ihn auf dem Marmor erstlich mit Spicköl und ein wenig hellem Terpentinöl verrieben. Da er sich nicht lösen wollte, habe ich ein wenig sehr klares destilliertes Bernsteinöl genommen, welches sogleich die Masse durchsetzte. Das Ganze habe ich mit einem Hornmesser aufgenommen und in einem Schöpflöffel über gelindes Feuer gebracht , fügte ein wenig gereinigten Schreinerfirnis bei, nur um Körper zu geben und die Verdunstung der obengenannten Oele zu verhindern. Nachdem ganz wenig gekocht worden, hat sich der Bernstein vollkommen gelöst, und bei beständigem Umrühren habe ich, vom Feuer entfernt, Terpentinöl hinzugeschüttet und einen genügend flüssigen, ein wenig trüben Firnis erhalten, der sich sehr gut auftragen lässt.Um es gut zu machen, würde ich den Bernstein einige Tage in sehr guten Weingeist einweichen, dann hernach mit seinem eigenen Oele verreiben, allein oder mit Spicköl und Terpentinöl gemischt. Hernach füge man Nussöl oder mit Bleiglätte gekochtes, oder an der Sonne trocknend gemachtes, oder bis zur Hälfte eingesottenes Leinöl bei. Das alles werde gut vermischt aufs Feuer gesetzt und bei leichtem Sieden wird eine völlige Lösung erzielt, welcher man dann nach Gefallen genügende Dichtigkeit geben kann, unter Beigabe von Malerfirnis, der aus gleichen Teilen von venetian. Terpentin und Terpentinöl bereitet ist.NB. Obwohl dieser Firnis sehr trocknend ist, soll er doch nur zum momentanen Gebrauch gemacht werden und nach Massgabe des Bedarfes erneuert werden. Um den Bernstein stets bereit zu haben, bewahre [den vorher in Weingeist ge- stossenen] in einem Glas, benetzt und vollkommen getränkt mit seinem eigenen Oele, welches mit derZeit in seinen Körper dringt und ihn vollkommen öffnet, so dass er hierdurch für die übrigen genannten Manieren viel aufnahmsfähiger wird.Lasse ihn von selbst trocknen, ohne [den Gegenstand] dem Feuer zu nähern. Gut an der Sonne [trocknen zu lassen],Bernstein oder auch gelber Ambra 1 Unze, Asphalt oder Mumie 1 Unze, Benzoë 1js Unze, Gummilack 2 Unzen, Mastix 2 Unzen, Goldglätte 2 Unzen, Terpentinöl 1 Pfund, Sandarac 1 Unze, stosse alles zu Pulver, mische es mit dem Oel, das du ans Feuer setzest, damit die Gummi gelöst werden. Merke, man muss fortwährend umrühren, bis du die Flüssigkeit nicht mehr [abgesondert] siehst, dann lasse es durch ein Stück Leinen-Canvas seihen.Oel zum Goldauflegen zu machen.Nimm Leinöl, nebst einem Knoblauchkopf und Goldglätte, siede es bis der Knoblauch gekocht ist.(103)T.M.Er soll entweder nicht im Weingeist geweicht werden, oder dann getrock-net, -weil er sonst die Oele nicht an nimmt.(103)(104)13195 —NB. Gut. Habe es gebraucht.Rp. Leinöl F/2 Pfund, Gummilack 4 Unzen, gelben Bernstein 3 Unzen, fettes Pech (d. i. von Burgund, das weiss ist) eine Bohne gross.NB. Wenn es gekocht wird, muss man es stets abschäumen und einkochen, bis es die Konsistenz von Firnis hat.T.M. Schmelze den Bernstein gesondert, wie du weisst, und mache das übrige.Um es gut zu bereiten, schmelze den Gummilack mit dem gelösten Bernstein nach der Art des Hatier und mache das übrige nach den Regeln der Kunst.(Ms. p. 49 Chinesischer Firnis. J. M. Fabri.verso)(Ms.p.50) Chinesischer Firnis.(Ms. p. 50 Das Gesicht schützen 1verso) Rp. Eine Pinte (i. e. Pariser Mass) Leinöl, 12 Unz.ungeriebenes Bleiweiss, 4 Unz. Goldglätte, 8 Unz. Umbra- Erde. Diese letztere soll gebrannt und wenn sie aus dem Feuer genommen, in Essig geworfen und in einem Mörser zerstossen werden; die obgenannten [Materien] müssen in dem Leinöl drei Stunden lang bei flammenlosem Kohlenfeuer in einem grossen neuen Topf gesotten und mit einem Stock verrührt werden, ohne den Boden des Topfes zu berühren.Rp. Asphalt 3 Unz., Gummilack 3 Unz.. Kolophonium, auf holländisch Spiegelharz [genannt] 2 Unz. Reibe jedes für sich in einem Mörser mit Weingeist, siebe alles zusammen durch ein Sieb. Lasse dies in einem neuen Topf mit etwa einem Glas voll Terpentinöl sieden, bis es zwei oder dreimal gut erwallt. Schütte das Ganze in einen Korb über 3 oder 4 Blätter Papier, damit es kalt werde.Rp. Mastix 3 Unz., Drachenblut 3 Unz. Stosse sie zusammen zu Pulver, siebe durch ein Sieb und nimm mit diesem Pulver das auf dem Papier befindliche auf. Siede alles zusammen mit einem Schoppen Terpentinöl, lasse 2 oder 3 mal gut er wallen und verrühre es mit einem Stäbchen, so lange es auf dem Feuer ist. Ist es genug gesotten, so hebe den ersten Topf vom Feuer und schütte gleichzeitig, was im zweiten sich befindet, eine Viertelstunde vor dem Ende der 3 Stunden, welche der grosse Topf zu sieden hat, hinein. Seihe das Ganze partienweise durch eine feäte Leinwand in einen anderen Topf. Decke ihn zu. Es hält sich 50 Jahre.(105)Mach’ es mit Golt.Anwendung.Rp. Siede Leim in Wasser, mische Lampenschwarz mit dieser Flüssigkeit. Schwärze, was du firnissen willst, zweimal. Dann nimm von dem obgenannten Firnis soviel als genügt, erwärme ihn in einem kleinen Topf mit ein wenig Terpentinöl und wenn das ganze flüssig ist, überstreiche mit einem Pinsel das Schwarz. Lasse 8 Tage trocknen.13*(Ms.p.51)(Ms. p. ölverso)— 197 —[Firnis.]Einen sehr feinen Firnis für kleine Oelgemälde bereitet man aus gleichen Teilen hellem Terpentinöl, Spicköl und Steinöl, welche man zusammen in ein Glasgefäss gibt und dieses in heisses Wasser setzt, damit sich alles sehr gleich-massig vermischt.. Er werde leicht mit dem Haarpinsel oder einem sehr weichen Borstenpinsel aufgetragen.Firnis zur Verwendung auf Illuminierung, welche wie Oel erscheint.Streiche über deine Malerei ganz leicht und in einem Zuge sehr hellen und reinen Leim von Lederabschnitzeln (versuche Fischleim) oder aber den im Illuminierbuch be-schriebenen Gummifirnis. Ist dies trocken, so überstreiche meinen Magistralfirnis.Flüssigkeit, welche allen Farben und Gemäl-den, die damit gemacht oder mit der Flüssig-keit übergangen werden, Glanz und Leucht-kraft verleiht.(Secreti del Jeronimo Ruscelli Fol. 48.)Nimm Leinöl nach Belieben, gib es in ein gläsernes oder glasiertes Geschirr mit drei Teilen Essig und mische es mit einem Stäbchen tüchtig zusammen; wenn du dasvon Sonnenuntergang bis zur vollen Nacht 14 Tage hindurch machst, und nach dieser Zeit durch ein Filter destillierst, findest du eine wie Brunnenwasser klare Flüssigkeit. Diese bewahre in einer Glasflasche und füge ein wenig gestos-senen Alaunstein hinzu, so wird sie sich lange Zeit erhalten, Gib ja kein Alaunwasser dazu, sonst würde es bald ge-rinnen. Und diese Flüssigkeit hat manche Kraft, die nur von wenigen gekannt ist.Auszug aus Summa de Secreti universali in ogni materia di Don Timotheo Rossello.(Lib. 6, cap. 39 und 40, pag. oder fol. 127.)Vernice liquida zu bereiten.Rp. Gummi-Firnis 1 Pfund (Sandaraca i. e. Gummi Juniperi) und 4 Pfund Leinöl lasse auf dem F'euer gestellt sieden. Und nimm ein anderes Gefäss, gib darein nachund nach 3 Unzen des Oeles und mische es immer mit dem Spatel zusammen; lasse das Oel sieden, bis aller Firnis aufgelöst ist, wobei stets starkes F'euer unterhalten werde.Und willst du wissen, wann der Firnis genug gesotten ist, so gib ein wenig davon auf eine Messerklinge und wenn er klebrig ist und ein wenig zäh, dann ist er ge-sotten; liebe den Firnis gleich vom F'euer und seihe ihn durch ein in Wasser getauchtes Linnen. inVernice liquida e gentile.Nimm 3 Pfund Leinöl und 1 Pfund gelben Ambra und6 Unzen Ziegelniehl; dann mache dir einen Destillierofen mit zwei Oeffnungen und jede Oeflnung habe einen Blase-balg, welcher unbemerkt unten zum Vorschein kommt.Das F'euer sei mit Kohlen und sehr stark geschürt und mache ein Loch, in welches der glasierte Topf hineinge-(»06)(107)(108)NB.(109)NB.Wasser getaucht.(iio)Ambra-Firnis.NB-199hineingestellt werde, gut verkittet um das Ofenloch, damit das Feuer nicht den Topfjrand] erreiche, weil leicht Feuersgefahr entsteht. Und gib den Ambra in den Topf und einen Teil des genannten Oeles, jedoch nur so, dass er bedeckt sei, dann fache mit dem Blasebalg ein tüchtiges Feuer an, bis der Ambra sich löst. Und weil grosse Feuersgefahr vorhanden ist, habe ein Hackbrett bereit, das mit genässten Tüchern bedeckt sei und wenn Feuer entsteht, bedecke es mit diesem Hackbrett. Vorher siede erst das übrige Oel in einem Gefäss auf gleiche Weise, auf schwachem Kohlenfeuer und verhüte, dass es überlaufe; siede es bis zum dritten Teil ein und bediene dich desselben ; ist der Ambra, wie ich gesagt habe, in dem wenigen Oel zuvor gelöst, dann giesse das übrige eingekochte Oel hinzu und vermische es während zweier Miserere, um es gut zu inkorporieren. Dann hebe es vom Feuer ab und wirf das obgenannte Ziegelmehl hinein, vermische es ein wenig, decke es zu und lasse einige Zeit stehen. Es ist dann fertig.(Ms.p.52) Wahre Beschreibung des Ambra-Firnisses und des chinesischen, welche mir Jehan Haitier diktierte.Rp. Leinöl 1 Pfund; wenn du einen schwarzen Firnis, der in Holland Lakework genannt wird, machen willst, nimm in nussgrosse Stückchen gebrochene Umbra-Erde La Pfund; willst du einen goldfarbigen Firnis, dann nimm an Stelle der Umbra-Erde x/2 Pfund Goldglätte, ebenso in kleinen Stücken, nicht in Pulver. Siede dies in einem mindestens zwei Quart fassenden irdenen Topf, so dass drei Vierteile darüber leer bleiben. Lasse eine Stunde lang bei gelindem Holzkohlenfeuer sieden, ohne bis zum Grund umzurühren. Nur wenn das Oel sich zischend hebt, rühre die Flüssigkeit um, ohne den Grund zu bewegen, und ziehe den Topf vom Feuer, damit das Oel sich senkt. Stelle es wieder ans Feuer und lasse es abermals aufwallen. Für die Goldfarbe genügt zweimaliges Aufwallen, für Schwarz ein oder zweimal mehr, im ganzen also 4mal. Nach dem Sieden endlich (um das Schwarz zu machen, auch für die Goldfarbe) entzünde das Oel am Feuer und rühre einige Zeit, um das Oel zu verdicken und zu schwärzen. Dabei gehe vorsichtig zu Werke, aus Furcht, dass das Oel ganz verzehrt werde.Rp. Gelben Ambra 1 Pf., den schönsten und hellsten, der zu finden ist, für den goldfarbigen Firnis, für schwarze oder Lackarbeit nimm den rötesten, schmelze ihn in einem grossen irdenen geschlossenen Topf, bis er wasserflüssig ist, decke, wenn du willst, einen Glasdeckel (oder versuche Zinn) darüber, um das Oel vom flüchtigen Salz zu befreien. Ist es wie Wasser flüssig, so füge dem zurückbleibenden Teil des obigen Pfundes (wovon nur noch etwa 3/i vorhanden sein werden) 1/4, Pf. pulverisierte Gummilack-Körn er bei und verrühre sie mit dem anderen. Es schmilzt und vereinigt sich miteinander. Schütte es auf einen nassen Marmorstein, um Kuchen daraus zu formen.Rp. Von dieser Mischung von Ambra und Gummilack nimm J/* Pf., pulverisiere es oder gib es ungepulvert in den Topf mit dem, wie oben angezeigt, bereiteten Oel, lasse es(111)9. März 1633.201(Ms. p. 52 am Feuer leicht sieden, so dass alles geschmolzen ist, und verso) rühre ein wenig um. Nach dem Schmelzen lasse es halb erkalten und füge soviel rektifiziertes Terpentinöl bei, als nötig ist, um den Firnis genügend flüssig zu machen. Dieser Firnis werde dann in etwas warmen Zustand, so dass es deine Hand noch ertragen könnte, durch einen beiderseitig rauhen i. e. aufgerauhten Beutel von Schafsleder, dessen Haar- und Fleischseite dem Chamoisleder ähnlich sei, (man macht dies durch Kratzen und Entfernen der kleinen Erhabenheiten) geseiht. Niemals fällt nach der Seihung der Lack zu Boden, obschon nach ungefähr einem halben Jahr einiges Unreinigkeiten, durch die Natur der Glätte oder Umbra bedingt, zu Boden fällen, aber das]Ueberstehende ist sehr rein.Um gelben (Lack) zu machen, nimm den gen. Firnis und ein wenig Terpentinöl, vermische sie in einem kleinen Gefäss und füge entweder Gummigutt oder Aloë socotrina in Pulver hinzu, setze es auf schwaches Feuer, rühre um und wenn alles geschmolzen ist, füge den obigen Firnis hinzu, mische gut zusammen und seihe durch das Leder. Du kannst es so farbig machen als du willst.Die Aloë löst sich besser als Gummi[gutt] und ergibt ein schöneres Goldgelb als Gummigutt, welcher bei zu grosser Hitze den Firnis ausscheidet, und Flecken auf der Arbeit macht. Halte dich an die Aloë.Bei Anwendung des schwarzen Firnisses ist es nötig auf deiner Arbeit einen dunklen Grund zu legen mit Lampenschwarz, das auf dem Marmor mit Terpentinöl nebst ein wenig von deinem schwarzen Firnis fein verrieben wurde; eine halbe Pinte Schwarz wird ....[?] Terpentinöl zusammen gemischt, dazu füge einen gewöhnlichen Löffel voll des obgen. schwarzen Firnisses. Ist es getrocknet, reibe die Arbeit, um die Ausblühung zu entfernen, ab, dann überstreiche deinen weichen Firnis, der in kurzer Zeit trocknet.(Ms. p.53) Nach drei Stunden wird eine Haut gebildet sein, so dass der Staub nicht schadet.Das helle Terpentinöl soll in einer Retorte auf Sand oder Asche (im Wasserbad wird es wieder fett) rektifiziert werden. Auf vier oder fünf Pfund bleibt etwa ein viertel Pfund fette Reste zurück. Je besser es destilliert ist, desto trocknender wird es und klar wie Quellwasser. Lässt du es über Weinrebenasche filtrieren, so wird es noch trocknender. Man kann es in ein Kupfergefäss destillieren.Der Mastix löst sich im rektifizierten Terpentinöl, welches Sandarac nicht zu lösen imstande ist; dieses löst sich nur im reinen Spiköl und schlägt sich zu Boden, wenn das gen. Spiköl nur mit wenig Terpentinöl verfälscht ist.Schwarzen Firnis zur Imitation des chinesischenzu verwenden.Um die Poren dos Ho^es zu verkitten, streiche folgende Mischung von Lederschnitzel-Leim, vermischt mit dem vierten Teil Fisohleim und ein wenig feines Mehl oder Stärke (obwohl dies auch entbehrlich ist), in der Dicke einer klaren Brühe darüber. Gib zu mindest zwei Lagen und gleiche mit Hundsleder ab, reibe es mit Schachtelhalm und glätte es mit einem Leinen- oder Tuchstückchen.(IIS)tu»)(114)T.M.203Leinen ist besser. Ist das Ganze gut getrocknet, trage den Firnis auf.Die Mischung [dazu]: Rp. Schwarze Erde, woraus man Kreiden macht, und womit man in Tours die Stiefel schwärzt,3 Teile, schwarzes und glänzendes schottisches Erdschwarz, 2 T., Lampenruss-Schwarz [gebranntes Lampenschwarz] einen Teil. Reibe diese zusammen mit Wasser und mache Brötchen oder Küchlein. Versuche auch die Kölner Erde.(Ms. p. 53 Um allerlei Stücke, Karten, Pläne u. s. w.verso) durchzuzeichnen.Nichts ist durchsichtiger als das Mutterhäutchen der Kuh, der Länge nach durchgeschnitten, ausgespannt und ge-trocknet. Um es aber vor Wurmfrass zu bewahren, würde ich es mit Steinöl einreiben, oder in Absinth, Trifol.odorata (Klee), walisische Hopfenblüte oder ähnliche zu Staub verriebene Kräuter legen.Es taugt nicht.Das Herzfell des Rindes dient dem gleichen Zweck.Das Papier von Lion (Rahmenpapier [d. i. geschöpftes] aus Lion, mit der Schlange gezeichnet) oder venetianisches, das mit heissem Leinöl und Terpentin oder mit frischem Schweinefett eingerieben oder getränkt ist; wenn es durch-sichtig genug ist, soll es trocknen und mit soviel [Sorg-falt] als möglich entfettet werden. Diese Fette werden heiss aufgetragen, damit sie besser eindringen. Versuche mit dem Fett helles Terpentinöl zu mischen, um es flüssig zu halten und es leichter - mittels Borstpinsel oder weichem Schwamme auftragen zu können.Die Manier, diese transparenten Mittel zu benützen, besteht darin, sie auf das Gemälde aufzulegen und die Striche mit englischem Bleistift nachzuziehen, dann ein mitgenanntem Blei geschwärztes Papier zu nehmen, das auf ein weisses Papier gelegt werde und über das erstere dann das mit der Zeichnung versehene Oelpapier; hierauf werden die Striche mit einem Stift oder einem Bein- oder Elfen-bein-Griffel gezogen, welche sich auf dem weissen Papier markieren.Man kann auch das transparente Oelpapier auf ein stärkeres Papier leimen, mit einer feinen Nadel durchstechen und [die Zeichnung] wie oben angegeben durchpausen.Die Haut eines totgeborenen Kalbes, das aus dem Leibe der töten Kuh gezogen oder abortiert ist, und zu Velin bereitet worden, ist auch sehr transparent.(Ms.p.54) Um Azur oder blauen Zinnober zu bereiten.Rp. Salmiak 1 Unz., Schwefel 2 Unz. Pulverisiere jedes für sich, lasse den Schwefel schmelzen und werfe in den geschmolzenen Schwefel den Salmiak und 4 Unz. Quecksilber, mische gut zusammen mit einem Stab und lasse erkalten. Reibe dies zu Pulver und gib es in ein Glas- oder glasiertes irdenes feuerfestes Gefäss (ich ziehe die von Beaunois oder von Wallenburg [Waldenburg] vor), verkitte es zwei Finger dick mit seinem Deckel, der ein Loch in der Mitte habe. Wenn alles gut getrocknet ist, stelle es auf einen Dreifuss, mache darunter ein kleines Kohlenfeuer an und bedecke die Oeffnung oben mit einem Blech, welches du von Zeit zu Zeit abhebest, um zu sehen(115)Mr. Marr, vortreff-licher Mathematiker.T.M.Ich verwahrte solche in einen Portefeuil und in Urin, ohne dass die Würmer daran kamen.en«)Ist falsch; ich hab’s versucht.205(Ms. p. 54verso)(Ms. p. 55)(Ms. p. 55verso und56 unbe-schrie-ben)(Ms. p. 57)ob sich noch Feuchtigkeit zeigt. Ist dies nicht mehr der Fall, schliesse das Loch mit Lehmkitt etc., vermehre das Feuer nach und nach, bis du zuerst einen gelben, danneinen blauen Rauch aufsteigen siehst. Sobald dieser sicht-bar ist, lasse alles erkalten, dann öffne und du findest am Boden guten Azur.Um Rahmen zu machen, ist Kaliko viel besser als Papier, selbst als weisser Seidentaffet; denn er ist gleich-gleichmässiger und fester. Er soll zuerst mit Fischleimgeleimt werden; nachdem [der Stoff] zuerst auf dem Rahmen gut aufgespannt wurde und der Leim getrocknet ist, ist der Firnis, dem ein achtel oder zehntel Teil an der Sonne gebleichtes Leinöl beigegeben wurde, aufzustreichen; so wird der Firnis halten und niemals sich abschälen.Lack, drei Stunden und nicht weniger gerieben.Auripigment, gelb und rot.Indigo.Bleiweiss, das mit Indigo gemischt ein schönes Blau gibt.Zu Grün [dient] Indigo und Auripigment vermischt.Die Farben werden nur mit Wasser gerieben.Wenn du Venetianer Lack mit Oitronensaft reibst, wird die Farbe viel leuchtender und um die Hälfte brillanter.Die Farben, die ausschliesslich auf echtem Gummi-Wasser haften, sind M. Notanda.Gips zum Verkitten von Töpfen, frisch verwendet, macht sie wieder fest. —Kreidenstifte. [Nimm] Schwarze Kreide und Englisches Blei, beliebig viel und der Erfahrung gemäss, knete mit Gummiwasser durch. —Sehr grosse Oclisendärm, in welchen man Gold schlägt, sind sehr durchsichtig. —Seihe durch Sand in einer Rindsblase, deren Grund durchstochen ist, und cohobiere [d. h. wiederhole es mehrere- male]. Helles Leinöl wird hierdurch merkwürdig gut gereinigt, und ebenso alle Flüssigkeiten. —Leinöl zu bleichen: Leinöl 1 Pf., Goldglätte 4 Unz., stärkster heller Weinessig 1 Pf. oder l‘/ä Pf- Mische es in ein glasiertes Gefäss und schüttle es alle Tage. Adam[’s Angabe.]Leinöl zu bleichen. Rp. Oei 1 Pf., ungelöschten Kalk '/*, gib dies in eine Flasche, schüttle es oftmals; es bleicht in einigen Tagen und verdickt nicht. —Helles Oel: Leinöl, Nussöl bleichen in einem Monat, [mit] Alaun und Wasser. —(117)M. Marr.(118)Marc Anton.(in»207(Ms. p. 57 verso un-beschrie-ben)(Ms. p. 58)[Das in Klammer gesetzte ist im Ms. ‘lurch- strichen.](Ms. p. 58verso)(Ms. p. 59 unbe- sohrie-Ein gesprungenes Gemälde zu reparieren. Wasche es gut und schwenke es tüchtig ab. Ueberstreiche rückwärts eine dicke Wasserfarbe, welche du entfernen kannst, wenn du willst. —Trockenöl 6 [Teile], weisses Wachs 1 [T.] schmelze zusammen, streiche es mit dem Messer auf; male darauf mit transparenten Oelfarben. —Mit Scheidewasser waschen verdirbt, mit Wasser ist es gut. (Scheidewasser 1 T., Wasser 4 T.) — Oelgemälde zu reinigen. Cap. Sallé.Reibe und seife es tüchtig mit weicher Seife und einem Schwamme ein, lasse das je nach dem Schmutz darauf. Wasche hernach mit Harn und endlich schwenke es mit viel Wasser ab, indem du es dagegenschüttest. — Das Wasser sei zu Anfang warm, dann kann man mit dem Wassereimer abschwenken.Türkisch Papier.[Nimm alle leichten Farben, wie Lack, Indigo, Aschenblau, Ocker, Schüttgrün, Safran in Fäden, nicht gepulvert, Kreideweiss, und reibe sie fein mit in Wasser gelöster Venetianer Seife; die Farben seien sehr flüssig und jede für sich in einer Muschel oder Töpfchen mit einem besonderen Pinsel.] Zum Gebrauch mische ein wenig gereinigte Ochsengalle bei und rühre sie mit dem Finger gut in die Farbe.Nimm einen Holztrog mit ungefähr 2 Finger hohem Rand, fülle ihn mit einfachem, oder noch besser mit durch Gummi Traganth verdicktem Wasser. Das einfache Wasser ist besser, wenn man nur Wellen beim Marmorieren machen will. Der Gummi ist besser für Papier, das mit Nadeln gemacht wird.Um Marmorfpapier] zu machen, sprenge deine Farbe eine nach der anderen auf, sie mischen sich und spielen von selbst auf der Oberfläche des Wassers ineinander.Nimm im Keller befeuchtetes oder im Wasser-Eimer getauchtes Papier, lasse es über einem Bindfaden [aufgehängt] abtropfen, wie zum Drucken. Nimm es an den vier Seiten, breite es über das Wasser und hebe es geschickt ab. Lasse es entweder über dem Bindfaden, wenn es nicht abläuft, oder auf ebener Fläche trocknen. Wenn das Papier trocken ist, werde es mit dem Glätteisen oder einem Zahn geglättet.Damit die Farben besser haften, wäre es besser, dem Seifenwasser etwas Gummi arabicum beizufügen.Das Geheimnis besteht darin, die Farben aufs feinste zu reiben, und wenn sie genügend flüssig angemischt sind, nur so wenig Galle als nötig hinzuzufügen, damit sie sich nur mässig ausbreiten. Die Farbe breitet sich sonst zu sehr aus und verdirbt alles.Der Weingeist oder sehr reiner Spiritus vini dient nicht zur Ausbreitung, sondern für die Lebhaftigkeit der Farben, welche viel schöner werden und länger halten.(120)Diese Farben taugen nicht.Blasengrün.Die Seife tötet die Farben und taugt nur für solche, welche keine Aender- ung erloiden, wio Indigo.Lack werde mit Ro-sette gerieben. — äöö(Ms. p. 59 Pur Buchbinder [Buchhändler],verso)Zum Lavieren [Tuschieren], Rp. Starken holländischen Leim, der hell, fein, lang und sehr schmal ist, 1 Pf., Alaunstein 2^2 Pf., gib alles zusammen in einen zur Hälfte mit kaltem Wasser gefüllten Kessel, setze ihn ans Feuer und rühre um, bis beide Bestandteile gelöst sind, seihe durch ein Sieb und füge beim Durchseihen soviel kaltes Wasser zu, bis die Flüssigkeit drei Gallonen beträgt.Zum Gebrauch soll das Wasser ein wenig warm sein. Wenn das Papier stark ist, nehme man nur zwei Blätter auf einmal, ist es schwach und einsaugend, wie das deutsche, dann werden vier Blätter zusammen gut eingetränkt.Wenn das Papier eingetaucht, schichte es gleichmässig auf ein Brett, decke es zu und gib es unter die Presse; presse so lange, bis kein Wasser mehr abfliesst; das [ab- fliessende] sammle in einem Gefäss zum weiteren Gebrauch.Breite die Blätter über Schnüre oder Stangen aus, die besser tauglioh sind, weil sie mehr Luft zulassen. Wenn das Papier stark ist, befestige 4 oder 6 Blätter gleichzeitig; ist es schwach, nur zwei, damit sie nicht zusammenkleben können.Man darf die Lavierung nur mit so schwachem Leim vornehmen, dass das Papier kaum gefärbt erscheint, wobei der Fischleim am besten ist, aber man muss Blatt für Blatt vornehmen, ohne es in die Presse zu thun, aus Furcht, sie könnten aneinander kleben, und man muss sie demnach nur aufhängen und trocknen lassen.Zum Linieren [dient] Rosette, welche auf Papier gebracht sich erhält, aber in der Flasche in drei Tagen die Farbe verändert, und deshalb nur nach Massgabe des Bedarfs angemacht werden soll.Rp. Nimm vom hellsten und blässesten Brasil [Rotholz], das zu haben ist; das ist am geeignetsten. Nimm Regenwasser, welches am besten ist, oder in Ermangelung dessen Flusswasser, tränke ungelöschten Kalk darein und lasse ihn solange stehen, bis sich auf der Oberfläche ein Milchrahm bildet, dann ist es stark genug. Schütte dieses Wasser über dein Brasil und lasse zweimal aufwallen. Seihe es ab und benütze es sofort. Alaunzugabe schadet nicht, verdirbt aber die Farbe eher.(Ms.p.ßO) Schwarz auf Kalb- oder Sohafsleder, d. i. Gärber- sohwärze soll vor der Verarbeitung auf dem Leder aufgetragen werden, indem man zwei Lagen davon mittelst Bürste oder Lappen gibt, dann alsbald das Leder in Gebrauch nimmt, und wenn es trocken ist, mit Tinte überstreicht; und wenn ein Buch damit bezogen werden soll, gibt man ein wenig Olivenöl mit dem Finger darauf und spannt es gut aus. Dieses Schwarz ist sehr schön.Rp. Altes Eisen oder Eisenblättchen nimm soviel du magst, gib sie in ein Geschirr und schütte starkes Bier darüber, obwohl das schwache auch genügt. Lasse dies stets eingetränkt, und wenn du es gebrauchen willst, streiche die Flüssigkeit mit einem Borstenpinsel drei- oder viermal über die Porenseite des Leders; wenn die Flüssigkeit gut ist, genügen zweimal. Das Leder wird mausgrau, welches noch schwärzer wird, wenn Tinte, wie oben gesagt, darüber gestrichen wird.(121)Jehan Anceau,Buchhändler vonSedan. 1631.London.(122)(123)Antimon auf dem Schnitt aufgetragen (wie Zinnober und Blau von gebrauch-tem Scheide-Wasser und Kreide bereitet), dann geglättet, gibt eine schöne Farbe wie Blei. Ebenso auch das Zinn. Auripigment auf dem Schnitt vertreibt die Motten, die die Bü-cher zerstören.Grün,aus Indigo und Auripigment berei-tet, ist gut gegen die Motten.211 Wenn die Mixtur frisch ist, füge, damit sie sich unverzüglich schwärzt, ein wenig Kupfer-Vitriol hinzu.Diese Flüssigkeit dringt rasch ein und wird sofort vom Leder aufgesogen.Das gebrannte Russchwarz kann nicht mittels holländ-ischem oder Fisch-Leim angewendet werden. Das Pariser Schwarz ist besser als das Holländische.Das Seidenschwarz ist, nachdem Seide damit gefärbt wurde [d. h. der Rückstand], sehr gut zum Schwärzen von Leder und für Buchbinder.Das Elfenbeinsohwarz hat sehr wenig Körper, man versuche, ob man es verwenden kann.Der Zinnober ist gut für den Schnitt, widersteht auch den Motten, da er aus Schwefel und Quek-silber besteht.Färben von Leder zum Einbinden der Bücher.Ein Gelb. Rp. Curcuma-Wurzel, 4 Unz., werden gut gestossen, in 4 Pf. Wasser bis zur Hälfte eingekocht und die Flüssigkeit durchgeseiht. Das Fell wird eingetränktoder die Farbe mit Pinsel aufgetragen. Aber vorher werden die Felle mit Alaunwasser abgewaschen.Für Rot. Nimm Brasil und lasse es heiss werden, bestreiche damit das Fell, welches zuerst in Alaunwasser gewaschen wurde.(Ms. p. (SO Urn Tintenflecken oder Schmutz vom Papier zu verso) entfernen.(123 a)Le Myre.(124)Streiche vom besten Scheidewasser, das zu haben ist, Dl.° pl®°,keÄ m Jri"mit einer Vogelleder darüber und lasse es eine Zeit lang, leichter aus als die etwa eine Viertelstunde, auf dem Papier (du magst die alten.Probe auf einem besonderen Stückchen Papier machen), dann werfe das Buch oder Papier in ein mit gewöhnlichem Wasser gefülltes Gefäss und lasse bis zum anderen Tage darin. Nachdem du es in der Presse zwischen zwei Brettern ausgedrückt hast, breite es aus und lasse es über einer Schnur trocknen, dann wasche es mit Leimwasser und Alaun und trockne vorn neuen.Wenn ein Buch nass und fleckig geworden ist, nimm es auseinander, entferne sorgfältig die Fäden und werfe die Bogen in ganz reines Wasser, erneuere dieses zwei- oder dreimal, je nach der Grösse und der Art der Flecken. Das erste Wasser fliesst ganz schmutzig ab. Nimm die Bogen wieder zusammen, nachdem sie ein oder zwei Tage eingetränkt gewesen, presse das Wasser in der Presse wieder aus, lasse trocknen. Wasche mit Leim und Alaun und trockne über der Schnur.Gelb für Leder und Pergament. (125)Nimm Harn eines Weintrinkers, setze ihn in einem Zinn- oder Kupfergefäss aufs Feuer, lasse 4 oder 5 mal aufwallen. Habe sehr guten Safran bereit, trockne ihn ohne ihn zu verbrennen, pulverisiere ihn aufs feinste, und wenn der Harn die besagten male aufgewallt, füge den Safran hinzu und lasse nur ein klein wenig aufwallen; dann magst du es verwenden. Heiss dringt die Farbe besser ein, (aber sie lässt sich nicht kalt verwenden) [und] mit einem nur hiezu dienlichen weichen Schwamme, welcher die Farbe gleich- massiger ausbreitet als der Pinsel.14*213Diese Farbe wird auf Pergament und Velin von beiden Seiten, sowohl auf der Fleisch- als auf der Haarseite, auf- getragen. Auf Leder gibt man sie nur auf der Haarseite,und um Glanz zu erzielen, streicht man, nachdem die Farbe getrocknet ist, einen einfachen Eiklarfirnis darüber. Das Leder, das für alle anderen Farben durch Alaun-wasser gezogen sei, hat dies hierbei nicht nötig. Wenn der Safran gut ist und fein gepulvert wurde, löst er sich fast ganz und hinterlässt nur wenig Rückstand.(Ms.p.61) Um Papier von mit Kupfern bedruckten Büchei n, das schmutzig ist, wieder zu bleichen.Lasse es eine Stunde lang im Wasser, worin Stock-fisch gesotten wurde, tränken, und ziehe es vorsichtig wieder heraus. Habe eine Asohenlauge wie folgt zur Hand:Rp. Weinhefenasche, d. h. Potasche 1 Pf., schütte darüber vier Londoner Quart Regen- oder Flusswasser. Ziehe das Papier durch diese Lauge (oder einem Teil der-selben), sofort nachdem du es aus dem Fischwasser her-ausgenommen hast; diesem ist die Lauge entgegengesetzt, das eine ist bindend, das andere • lösend. Alan muss es geschickt durchziehen, und wenn das Papier nicht so weiss ist, als gewünscht wurde, breite es auf dem Rasen oder Stroh aus, und benetze es mit der gen. Lauge, nach Mass-gabe als es trocknet, wie man es mit Wäsche macht. Wenn das Papier die gewünschte AVeisse erlangt hat, dann lasse es einen halben Tag in Regenwasser liegen, um das Salz der Lauge zu entfernen. Lasse es trocknen und ziehe es durch Leimwasser, welches ihm seinen Glanz wieder gibt und das Einsaugen verhindert.Aufschriften auf Papier zu machen, die nicht schmutzen und sich nicht verwischen. Schreibe auf dein Papier, und wenn die Aufschrift trocken ist, ziehe es ganz leicht durch weisses geschmolzenes Wachs. Dieses Papier lässt sich nicht gut mit Leim auf-kleben. Um es zu verbessern, würde ich zwei Papiere mit schwachem und hellem Lein aneinander kleben, darauf die Aufschriften schreiben, das Wachs darüber ziehen, dann die Papiere trennen. Wenn dies trocken, lassen sie sich leicht aufleimen.Aleinem Dafürhalten nach ist ein guter Firnis besser als dies alles.Um solche Aufschriften zu befestigen, bedient man sich in Deutschland einer Mischung von Terpentin 2 Unz.,Pechharz und Wachs je 2 Unz., und damit siegelt man die Briefe.Um Schrift von Velin oder Pergament zu entfernen, lasse es 5 oder 6 Stunden in heissem Harn liegen und wasche dann in Flusswasser aus.Weinsteinöl, Zitronensaft, Lauge, weiche Seife thun es auch.(Ms.p.61 Flüssiger Zinnober zum Schreiben, verso)Reibe den Zinnober zuerst in Urin auf dem Marmor oder Schiefer und lasse ihn trocknen, sammle ihn mit dem Horn[spatelj und reibe ihn abermals mit Urin (man glaubt(13«)Das Wasser sei warm.U. Maro Antonj.(1*7)Le Myre.T.M.Feci.(138)Feci215(Ms. p. 62)der alte ist der bessere, aber ich nahm den meinen frisch), lasse trocknen und wiederhole das gleiche, bis zu sechs Malen. Lasse trocknen und verreibe ihn zu unfühlbarem Pulver, welches du in ein weiss glasiertes Gefäss oder in Glas oder Porzellan gibst, und mache es mit Rosenwasser an, worin eine genügende Menge von sehr klarem, hellem und durchsichtigem Gummi arabicum gelöst ist; füge dazu noch in gleichem Wasser für sich allein gelöste sehr reine Myrrhe und mische es gut. Sehr wenig Myrrhe genügt, etwa in der Grösse einer kleinen gemeinen Bohne oder eine grosse Erbse, um eine Unze von Zinnober zurecht zu machen.Asa foetida hat den gleichen Zweck und ist sein' gut, aber sehr stinkend.Beste Tinte, leicht [zu machen].Rp. Alte, schon sauer gewordene Aloë, 2 Londoner Pinten, 3 Pinten eingedampftes Sumpfwasser, vermische und gib dies in ein glasiertes Gefäss, füge 8 Unz. roh gestossene, schwarze Aleppische Galläpfel, lasse an der Sonne oder bei leichtem Feuer drei Tage lang erweichen, dann koche langsam bis auf 1 Pinte, d. i. den 5. Teil ein, und rühre häufig mit einem eiehernen Spatel um, füge 4 Unz. Ungari-schen grünen Vitriol hinzu und rühre um. Hebe es vom Feuer und füge 4 Unz. Gummi arabicum, der vorher in Alaun oder Wasser gelöst und durch ein Leinen geseiht wurde und 1j2 Unz. Meersalz- hinzu. Vermische es und lasse die durchgeseihte Flüssigkeit an kaltem Ort sich setzen. Eine zweite vortreffliche Tinte kann man machen, wenn zum [zurückbleibenden?] Satz ebensoviel Flüssigkeit wie oben geschüttet wird. Weiche es einige Tage langein, koche wie oben. Füge Vitriol und Gummi hinzu. Vortreffliche Rosetta.Koche 3 Unz. vom besten, sehr roten und dunklen Bresil (Fernambuc) und eine Unze Alaun in einem Quart sehr guten roten Weinessig, bis die Hälfte eingedampft ist.Seihe durch und füge ]/2 Unze vom schönsten und reinsten Gummi arabic, hinzu, das gibt ein schönes Blauviolet; eine Unze des Gummi macht [die Farbe] zu dunkel. Man gebe ihn am Ende der Kochung bei. Seihe die Rosette durch; sie erhält sich jahrelang gut und bildet keinen Niederschlag.Um sie dunkler zu machen, wirf Austernschalen oder andere Muscheln oder Meer-Schnecken, z. B. solche von St. Michel hinein; es wallt durch den darauf wirkendenEssig auf und die Flüssigkeit wird dunkler. Noch glänzen-der und trocknender [wird sie], wenn du ein wenig mit Essig vermischte Myrrhe hinzugibst, wie diese Zeilen zeigen, die mit dieser Flüssigkeit nebst dem Zusatz geschrieben sind.[Fortsetzung von No. 129:]Man kann die Arbeit durch sofortiges Kochen abkürzen, aber das lange Einweichen ist besser.Ich habe es 1/2 Stunde aufwallen lassen, den Vitriol und gepulverten Gummi beigefügt und an die Sonne gestellt, an einem Tage fertig gemacht; [ist] vortrefflich.Mach’ es auf folgende Weise. Die in nicht ganz kleine Stückchen gebrochenen Galläpfel werden gekocht. Ge-(129)Mit dieser Tinte ist das geschrieben.*[* ist vollkommenschwarz geblieben.1(130)An der Luft wird es nicht feucht.217sondert Gummi, Vitriol und Alaun gelöst, die Durchseihung gemacht und die Abkochung hinzugefügt. Alles wird dann zusammengeschüttet; je älter es ist, um so besser.(Ms. p. 62 verso un-beschrie-ben)(Ms. p. 63) Miniaturmalerei.Um auf gut bereitetem und sehr glattem Velin zu illuminieren, soll man zuvor demselben eine dünne Lage Weiss mit Fischleim [angerieben] geben und dann daraufmalen. Diese Lage verhindert das Abblättern der Farben und sie werdén besser haftend. [Nach einer] Unterhaltung [m i t] M. Blondel.Nimm Velin aus der Haut eines totgeborenen oder im Mutterleibe gestorbenen Tieres, und damit diese Haut dünn genug sei, schabe sie so viel als möglich mit frischge-brochenem Glas, das wie Rasiermesser schneidet, durch-scheinend, so dass die Haut wie venetianisehes Glas er-scheint.Erfrage bei den Pergamente™, ob der Essig oder Alaun oder beide zusammen gleiche Durchsichtigkeit er-zeugen können.Item mit was und wie sie das Pergament, und die Sattler das Leder so vollkommen weiss machen.Um das durchsichtige Medium aufzutragen, habe ein Tischchen oder weissen Marmor oder Alabaster oder Por-phyr oder einen ähnlichen sehr glatten Gegenstand, der nicht abfärbt, wie das Kupfer, das die Haut grün macht. Eine ziemlich dicke Silberplatte würde sehr gut taugen. Reibe dein Tischchen leicht mit irgend einer fetten Substanz wie Pomade und lege sogleich sorgfältigst deine Haut gleich-massig ausgebreitet darüber, so dass keine Runzeln entstehen, gib ein reines Papier darüber und beschwere es gleichmässig mit einem Marmor oder einer glatten schweren Platte.Lasse es gut austrocknen.Löse inzwischen sehr reinen Fischleim in reinem (Ms. p. 63 Wasser (Rosenwasser, wenn du willst), und wenn die Haut verso) ganz trocken ist, streiche den geronnenen Leim mit dem Pinsel über alles auf, dann lege sogleich mit einem einzigen Handgriff dein illuminiertes Stück darüber, indem du, wenn nötig, darauf achtest, die zwischen der Malerei und der Haut befindliche Luft auszudrücken, indem du weiches Papier auflegst, das du mit einen Elfenbein- oder Glas- Glätter, oder einem Papiermesser aus gleichem Stoff frottierst. Auf dein so ausgebreitetes Stück lege ein Papierblatt und darüber ein Stück weiches und gleichmässiges Tuch, oder Velin, oder weissen Filz, oder Ziegen-, Gems- oder Büffelfell oder einen derartigen Gegenstand mit der Haarseite, entweder gewöhnlich zugerichtet oder gegerbt, spanisches oder orientalisches Maroquin. Was für eines du nimmst, sei weich, stark, biegsam und gleichmässig. Darauf gib alles unter eine Presse, welche in der Mitte mit einer einzigen Schraube beweglich ist, wie solche zum Leinenpressen dienen. Lasse ein oder zwei Tage gut trocknen, und(131)(138) 219nachdem du dein auf dem Marmor, Porphir oder Alabaster aufgelegtes Stück abgenommen hast, entferne die Fette oder Salbe mit Brodmolle, und wenn darnach noch auf der Oberfläche der Membrane etwas sichtbar sei, kann durch Ablecken mit der Zunge alles vollkommen geebnet werden.Durchsichtige Zwischensätze. (133)Geschabtes und an den Enden aufgespanntes Perga- porgamente^hören ment vom totgeborenen Kalb, abortiert, dsgl. von Ziege, die und sie arbeiten Mutterhaut der Kühe oder anderer Tiere, das Zwerchfell, die gut von den Muskeln gereinigte Peritonitis eines Schweines; die feinen Därme zu Würsten, die Blasen sehr junger Tiere, der Lämmer, Schweine etc., die Abschnitzel der weissen (Ms.p.64) Rindshörner, welche man rot, gelb u. s. w. färbt und Blumen daraus macht [sind dienlich].Mit dem Magistral-Firnis [wird dies gemacht].Alle Ingredienzien des Firnisses seien ausgewählt rein und so hell als sie zu haben sind.Anwendung. Befestige deine Membrane auf mit Salbe eingeriebenen Marmor, wie oben, indem du sie gleichmässig ausspannst. Lasse gut trocknen und streiche deinen in einem Porzellannapf oder silbernen Löffel ein wenig erwärmten Firnis mit einem sehr weichen Pinsel darüber. Lasse nach Bedarf trocknen und decke irgend einen Schaohteldeckel zum Schutze vor Staub darüber. Den gut getrockneten Firnis übergehe mit Zwiebel- oder Knoblauchsaft und lasse trocknen. Dann ziehe deinen Fischleim mittlerer Stärke gleichmässig darüber. Lege sogleich deine Zeichnung unter Beachtung der oben erwähnten Prozeduren darüber und gib es einigeTage unter diePresse. Wenn trocken, werde alles wieder abgehoben, die Salbe ohne Mühe mittels nicht zu frisch gebackener Brodkrumen ganz rein und gleichmässig abgerieben.So wird die Aussenseite der Membrane matt und nichtsdestoweniger sehr durchscheinend.Egalisiere wie oben durch Lecken.T.M. Uebrigens schadet es nicht viel, wenn der Firnis glänzend ist, so er von aussen aufgetragen, vorausgesetzt das Stück ist gleichmässig ohne jede Luftblase auf die Membrane mit Fischleim aufgeklebt.Auf Oelfarbe mit Gummiwasser zu schreiben (134)oder zu vergolden.Ueberstreiche deine Oelmalerei mit Zwiebel oder Knoblauch-Saft oder Fisch-Galle, lasse trocknen und male mit geriebenem Gold oder schreibe mit Tinte. Wenn es trocken ist, streiche den Firnis darüber.(Ms. p. 64 NB zu nierken, dass der Firnis .... welcherverso) überstricheu wird .... auf Illuminierung und Tempera [die Farben] sehr viel schwärzer und dunkler macht, deshalb magst du die Membrane nur mit Firnis ohne Fischleim auf Kästchen und andere ähnliche Dinge anbringen.Aber für Porträts und Landschaften ist der Leim, wie oben gesagt, sehr nötig.(Ms.p.65) Azur auf eine andere Art. Kap. 8. (135)Nimm blätterigen Talkstein und ein neues Geschirr, gib darein eine Lage Talkstein und eine von armen. Salz,— 221eine weitere von gepulvertem Grünspan und fülle das Ge-fäss Lage auf Lage, dann verklebe das Gefäss aufs beste mit Lehmkilt, vergrabe es in frischen Dünger, umgib es mit ungelöschtem Kalk und lasse zwanzig Tage stehen, grabe es dann aus, und du wirst den schönsten Azur erhalten.Desgleichen.Nimm ein neues glasiertes Geschirr, gib darein zwei Unzen armen. Salz und zwei Unzen Grünspan, beides gut gepulvert, schütte darüber soviel Essig als dir gut dünkt.Dann nimm ein viereckiges Plättchen von feinstem Silber, und dieses Plättchen habe ein kleines Loch in der Mitte, so dass cs mit einem Messingdraht etwa vier Finger hoch Uber den Essig aufgehängt werden kann; und mit einem zweiten Topf verschliesse und verklebe den ersten, so dass nichts ausrauchen kann. In den oberen Topf be-festige den gen. Messingdraht [mit dem Silberplättchen] und stelle die beiden Geschirre mit ungelöschtem Kalk umgeben in Dünger, und nach 14 Tagen öffne genannte Gefässe und du wirst das Plättchen mit bestem Azur be-deckt finden; nimm ihn mit grosser Sorgfalt ab, und schliesse die Gefässe wieder; nach acht Tagen wiederhole dasselbe, und wenn Essig mangeln sollte, füge solchen hinzu, und du wirst ein schönes und erprobtes Geheimnis sehen.Andere Art von Azur. Kap. 10. Nimm Quecksilberchlorid 4 Unz., Schwefel, Grünspan 1 Unz., armen. Salz 2 Unz., stosse jedes fein und lasse es in einem Tigel am Feuer sublimieren, wie der Zinober bereitet wird, und wenn du blauen Rauch aufsteigen siehst, dann ist es fertig und werde vom Feuer genommen.Poporina zu machen.Nimm armen. Salz 1 Unz., sehr reinen Schwefel l1/g Unz., Quecksilber 1 Unz., Zinn 1 Unz. und habe ein (Ms. p. 65 glasiertes Geschirr zur Hand, das gross genug ist. um die verso) Quantität, die du hineingeben willst, zu fassen, oder auch grösser und gib gestossene Kreide mit Scheerwolle vermischt in das Innere des Geschirres, stelle es an die Sonne zum Trocknen; und gleicherweise nimm das Salz, reibe es gut für sich allein, und ebenso den Schwefel, dann vermische die beiden miteinander; hierauf gib das Quecksilber in ein neues von Fett gereinigtes Holzbecken, mache das Zinn am Feuer heiss und vermische es im warmen Zustand mit dem Queck-silber in dem neuen Holzbecken; alle diese Dinge inkor-poriere zusammen in dem Geschirr, setze es auf Kohlen-feuer, halte es gleichmässig stark, dass es nicht einmal' stärker sei als das anderemal, gib auf den aus dem Ge-schirr aufsteigenden Rauch acht, dass er sich stets gleich bleibe, denn es würde nicht gut sein, wenn er einmal stärker wäre als das anderemal, und lasse das Feuer 6 Stunden hindurch andauern. Dann ist es fertig.Porporina zu machen. Kap. 40.Nimm armen. Salz, Zinn, Schwefel, Quecksilber je 2 Unz. Der Schwefel sei nicht der in Stangenform. Nimm eine Flasche mit kurzem, breitem Halse, die zur Hälfte und nicht mehr mit Lehm verstrichen sei, und die Materien(13«)(137)(138)(13»)223(Ms.p.66)sollen etwas weniger als die Hälfte des Gefässes ausfüllen.Reibe die Dinge, die zerreiblich sind, in einem steinernen Mörser, und vor allem sollen sie weder in Bisen noch in anderem Metall gerieben werden. Wenn alles gerieben und mit einander sorgfältig inkorporiert worden, setze es zwei Stunden lang auf ein schwaches Kohlenfeuer, dann vei’-stärke das Feuer fünf Stunden lang; ein kleines Stäbchen, das den Zweck hat, den sich verschliessenden Hals des Glases zu öffnen, habe bereit, stecke es einige male in die Oeffnung, damit der Rauch entweichen kann, und wenn du nach 7 Stunden siehst, dass nicht mehr viel Rauch sich bildet und das in den Hals gesteckte Stäbchen Gold-farbe annimmt, hebe es vom Feuer und lasse bis zum Er-kalten stehen, dann zerbrich es und du hast schöne Gold-farbe.Zinn aufzulegen, das wie Silber aussieht.Kap. 41.Nimm Gips und vergipse, was du wie versilbert haben willst. [Zuerst] gib eine Lage Leim, dann vergipse mit Bologneser Gips, hierauf mit Vergoldergips, dann schabees, damit es gut poliert sei, nimm nicht zu starken und nicht zu milden Pergamentleim, benetze den Gips damit und ebenso das weisse Zinn, breite es auf der Arbeit ganzebe/i aus, und wenn sich Blasen zeigen, steche sie mit einer Pfrieme durch, damit es gut ausgebreitet sei, und lasse es fast trocken werden; dann nimm durchgesiebte, auf dem Stein mit Wasser möglichst fein geriebene Asche, verdünne sie wie eine Farbe und benetze das Zinn mit einem Leinentuch und reibe es aufs beste ab, bis es Glanz annimmt und lasse es sodann in Ruhe. Mit einem Leinen-tuch wische dann die Asche weg, damit das Zinn ganz rein sei und mit einem Brunierstein glätte es vorsichtig ab, und wenn es dir nicht aufs erste mal schön genug ist, reibe es ein zweites mal mit der Asche, wie oben gesagt ist, und du hast eine schöne und vollkommene Sache.Vernice liquida zu machen. Kap. 39.[Wiederholung von Nr. 109.]Vernice liquida et gentile zu bereiten.[Wiederholung von Nr. 110.]Azurro in anderer Art.Nimm einen glasierten Topf und gib halb voll unge-löschten Kalk hinein, fülle ihn mit gutem Essig und gib nach Belieben Indigo darauf; schliesse und verkitte ihngut, stelle ihn 14 Tage oder einen Monat in Mist, dann grabe ihn aus und du findest zu unterst Azur.Azur zu bereiten. Kap. 52.Nimm armen. Salz, soviel als eine halbe Kastanie, löse es in soviel Wasser als zwei Finger hoch in einem Glase messen, dann nimm 1 Pf. römischen (Kupfer)-Vitriol, ungelöschten Kalk Vjs Pf., gut miteinander vermengt und lasse dies von dem obigen Wasser einsaugen. In zwei Tagen und zwei Nächten wird es vortrefflich sein.(140)(141)(143)(143)(144)— 225Türkisen zu färben.Nimm Azurro oltramarino, gib ihn in Scheidewasser und lasse ihn einen vollen Tag darin, dann scheide ihn wieder ab, dass dir gleichsam nur ein Mus übrig bleibt, lassedann etwas trocknen und damit reibe den Türkis und putze ihn rein; du wirst ihn schöner finden als zuvor.Auf andere Art.Bearbeite den Türkis mit Speichel [im Munde] eine Stunde lang, trockne ihn, dann gib ihn in ein Scheide-wasser aus gleichen Teilen Vitriol und Grünspan, und diesWasser sei ausgeraucht; tauche den Türkis hinein und lasse so iange stehen, bis er dir [genug] gefärbt scheint, trockne ihn dann ab und bringe ihn eine kleine Weile in destil-lierten Essig, dann gib ihn in frisches Wasser.(Ms.p.67) Schöner und feiner, goldgelber Firnis. Kap. 62. Nimm Leinöl, gelbe Aloë, Pinienharz je gleiche Teile, siede sie zusammen wie folgt: Das Oel gib in einen reinen Kessel und lasse es auf dem Feuer bis es zu sieden be-ginnt, hebe es vom Feuer und gib das Pinienharz hinzu; stelle es wieder ans Bleuer, bis es zu sieden anfängt, hebe dann vom B’euer ab und mische Stets mit einem Spatel oder einem Holze, und wenn der Schaum allzustark in die Höhe steigt, nimm einen reinen Kübel, und halte ihn in den Kessel; damit der Schaum nicht überlaufe, schütte ihn in das genannte Gefäss ab; erwärme dann wieder, bis es zu sieden beginnt und das Sieden überstehe, und wenn du siehst, dass das Harz zergangen ist, gib die gut gepulverte Aloë, stets mit dem Spatel umrührend, hinzu und stelle es wieder von neuen ans Feuer. Aber merke: das B’euer sei stets gelinde und schwach, und wenn sich eine Haut gebildet hat, verstärke das Bleuer ohne mit der Spatel zu mischen, dann lasse es ein wenig stehen und eine Haut bilden, vermische stets mit dem Spatel und lasse abermals eine weitere Stunde stehen, bis es sich gut verdickt hat und eine Haut bildet. Und merke, von dem Zeitpunkt, da es gut gesotten ist, stehe es noch sechs oder acht Stunden, je nach Bedarf, auf dem Ofen. Das Zeichen für die Fertigstellung ist, dass der Firnis schön gefärbt er-scheint; gib von demselben noch warm auf das Zinn, und du wirst eine schöne Wirkung erzielen.Schöner Azurro.[Nicht verständliches Rezept.|Vortrefflicher Azurro.Armen. Salz 1 Teil, Grünspan 2 Teile, mische mit ein wenig Bleiweiss zusammen, vorher seien aber die beiden gut gepulvert, dann verknete jedes mit Weinsteinöl [i. e. konzentrierte Weinsteinlösung] und bilde Brötchen daraus, und wenn diese geglüht sind, dann wird es feiner und vollkommener [Azurro].(145)(14«)(847)(148)(14»)15221(150)(Ms. p. 67 Azur r o dl t r a m a r i n o. Kap. 66.\erso) Quecksilberchlorid gepulvert 4 T., armen. Salz 2 T.,reiner Schwefel ein Teil, pulverisiere sehr gut und gib das Pulver in ein glasiertes, mit Lehm verklebtes Ge-fäss, setze es an schwaches Feuer, und wenn du einengrauen Rauch aufsteigen siehst, erhitze nicht weiter, und wenn das Gelass erkaltet ist, zerbrich es und du findest guten und zu jeder Arbeit vortrefflichen Azur.(Ms.p.68) Die Methode Ultramarin aus Lapis Lazuli zu extrahieren.Wähle den besten Lapis lazuli von möglichst blauer Farbe und mit Goldpünktchen darin. Du magst ihn durch Befeuchten mit Speichel und Abreiben mit einem wollenen Tuch erproben; wenn er gut ist, wird er eine schöne glänzende violette Farbe zeigen. Oder in anderer Weise, mache ihn auf Kohlen eine Stunde lang rotglühend, indem du mit dem Blasebalg zubläst; dann nimm ihn noch glühend vom Feuer. Wenn er nach dem Erkalten bröckelig ist und bei leichtem Reiben zwischen den Fingern zu Pulver zerfällt, wie Erde, dann ist er schlecht und wird zur Erzeugung von Azur nicht taugen. Wenn er aber hart bleibt und die Azurfarbe beibehält, dann ist er gut.Nimm dann von diesem Stein ein Pfund, brich ihn in Stücke so gross wie Lamberts- oder Haselnüsse, gib sie in einen Sohmelztiegel und erhalte diesen in Rotglut eine Stunde lang; dann lösche ihn in weissem Essig (der destillierte ist besser) ab. Siebenmal glühe und lösche [den Stein], damit er genug calciniert oder gebrannt sei, und um so leichter zu Pulver gestossen werde. Schütte dann den Essig ab und lasse dann von selbst austrocknen. Stosse ersteren dann in einem Mörser und reibe ihn mit dem hier weiter unten beschriebenen Wasser eine Stunde lang gut zusammen. Nimm ihn von dem Reibstein, worauf du ihn gerieben, gib ihn in eine breite flache Glasschüssel und lasse im Schatten trocknen, damit die Sonne die Farbe nicht schädigt. Dann bereite das Pulver daraus und bewahre es in ein Leinentuch fest zusammengebunden auf, bis du die Paste oder das Pflaster und die Lauge, welche (Ms. p. 68 den Azur extrahieren soll, bereitet hast. Aber vorerst will verso) jcp (jas wasser beschreiben, welches zum Feinermachen und Reinigen des Pulvers dient.Nimm filtriertes Quellwasser 2 Pf. oder Pinten und zwei Unzen weissen Honig, setze es auf schwaches Feuer, nimm den aufsteigenden Schaum ab, und lasse dann erkalten. Dann nimm Drachenblut in der Menge einer Muskatnuss, verreibe es sehr fein mit ein wenig von diesem Wasser und mische das übrige zu. Dann seihe es durch ein reines Leinen in ein Glasgefäss; so wird das Wasser nicht allzu rot, aber einigermassen nach Pfaufarbe (die Farben der Pfauenfeder) spielen, wodurch der Azur ein wenig Violettfarbe annimmt; mit diesem Wasser muss er gerieben werden etc., wie oben gesagt.Die Paste oder „Pistill“ wird vom Harz der weissen Pinien (oder vielmehr vom weissen Harz der Pinie), griech. Peoh oder Kolophonium, Mastix, Leinöl, Terpentin und Wachs, von jedem 2 Unzen, bereitet. Zuerst schmelze den Terpentin in einem Gefäss auf schwachem Feuer, dann(151)229füge nach und nach das Pinienharz hinzu, dann das Kolophonium, dann den Mastix, alle diese je auf dreimal, und hernach das in kleine Stücke geschnittene Wachs, rühre alles mit einem Holz-Spatel zusammen, bis es gut vermischt ist, und zuletzt gib das Leinöl hinzu; rühre andauernd um, bis es genügend gekocht ist, was nach einer Viertelstunde oder etwas mehr der Pall ist. In dieser Zeit wirst du das Geräusch des Kochens hören. Um zu versuchen, ob es genug gekocht ist, tropfe einen Tropfen davon mit dein Holzspatel in kaltes Wasser, und wenn es sofort fest wird und sich nicht auseinander breitet, auch(Ms. p. 69) nicht an deinen Fingern klebt, wenn du es berührst, dann ^ ist das ein Zeichen des genügenden Kochens. Dann nimmes vom Feuer und lasse es während zweier Pater noster stehen. Sobald es nicht mehr zu heiss ist, presse es nach und nach durch ein hänfenes Tuch, indem du es mit zwei runden Hölzern von Buxbaum, wovon jedes eine halbe Elle lang und fingersdick ist, in ein weiss glasiertes irdenes Geschirr mit genügender Menge kalten Wassers, durchdrückest und seihest. Bevor es hart wird und wenn es nur massig heiss ist, so dass du damit handtieren kannst, nimm es aus dem Wasser und bearbeite es mittels deiner mit Leinöl eingestrichenen Hände, bis kein Wasser mehr darin ist, dann lasse erkalten und es ist fertig.Eine andere Paste. Nimm reinen Terpentin, 4 Unz., Pinienharz 6 Unz., griech. Pech oder Kolophonium 6 Unz., Mastix, neues Wachs je 3 Unz., Bittermandel-Oel oder siebenmal gewaschenes Lein-Oel, 1 Unz. oder l1/* Unzen. ji Im übrigen verfahre wie oben.Das Extrahieren der Farbe. Schneide die Paste in kleine Stücke und schmelze sie in einem irdenen Topf auf dem schwachem Feuer glühender Asche, und damit es nicht anbrennt, füge eine Unze Leinöl bei oder soviel als für eine Portion Salat nötig wäre. Wenn die Paste geschmolzen ist, verrühre sie mit einem mit Leinöl oder Bittermandel-Oel bestrichenen Holzspatel und gib nach und nach in kleinen Partien das Lapislazuli-Pulver hinzu und rühre es zusammen. Andere geben die geschmolzene Paste auf das Pulver. Dann hebe sie vom Feuer, lass ein wenig auskühlen, so dass du damit hantieren kannst.(Ms. p. 60 Dann verarbeite sie mit deinen mit Oel bestrichenen verso) Händen zwei Stunden lang, damit das Lapislazuli-Pulver gut inkorporiert sei. Mache Kugeln daraus und gib sie in reines kaltes Wasser und lasse sie 8 oder 10 Tage stehen; je länger sie stehen, desto reiner wird der Azur.Willst du den Azur extrahieren, so bearbeite diese Kugeln mit deinen Händen in warmem Wasser, bis der Azur herauskommt. Wenn der Azur sich mit dem Wasser nicht extrahieren lässt, oder du keinen mehr herausbekommst, dann schütte das Wasser in ein anderes Geschirr und giesse zu der Paste mit Lapis laz. warme Lauge, aus Weinrebenasche und Wasser, und je nachdem du sie stärker oder schwächer wirkend haben willst, bereitet. Sobald eine mässige Menge von Azur in das Wasser oder die Lauge gelangt ist, schütte es ab und bewahre dies als besten Azur. Dann gib zur Paste frische Lauge, verarbeite wie zuvor und extrahiere die zweite Art des231Azui', und so mit gewechselter Lauge die dritte Sorte.Diese Azure werden im Zeitraum von 8 Stunden extrahiert, und sollen 12 Stunden lang stehen gelassen werden, damit sie sich in der Lauge zu Boden setzen. Dann schütte die Lauge ab und besprenge jeden dieser Azure mit ein wenig Ochsengalle und verarbeite sie gut mit den Händen, damit [die Farbe] von der Paste und allem Schmutz gereinigt werde.Dann wasche sie mit Lauge und trockne an einem schattigen Orte. Besprenge sie mit reinem Weingeist, in welchem (Ms. p. 70) ein wenig Brasilholz erweicht worden und lasse von selbst trocken werden, was in drei Tagen geschehen sein wird.Verwahre jede dieser Sorten von Azur für sich in einem Säckchen von Ziegenleder. Die erste ist die beste und wird meistenteils in der Menge von 4 oder 5 Unzen gewonnen. Die zweiten drei Unzen sind nicht so gut. Die dritte [Sorte] in Menge von etwa 3 Unzen ist die schlechteste von allen.Ein kürzerer Weg Azur zu machen. (158)Reibe den Stein sehr fein, gib dazu von doppelt destilliertem Essiggeist soviel, dass er zumindest 4 fingerhoch das Steinpulver in einem Glas-Geschirr überstehe.Setze das Geschirr auf warme Asche, bis der Essig genügend die Azurfarbe extrahiert habe, und lasse ihn auf heisser Asche verdampfen, oder destilliere ihn ab. Du findest als Rückstand eine sehr schöne Saphirblaue Farbe; das ist die erste [Sorte],Auf das zurückbleibende Lapislazuli-Pulver schütte neuerdings destillierten Essig und lasse längere Zeit auf heisser Asche stehen, bis er gefärbt ist, dann verdampfe oder destilliere wie zuvor und so noch ein drittes mal.Künstliche Azure. (153)Nimm Salmiak 3 Unz., Grünspan 6 Unz., stosse jedes für sich zu feinem Pulver, reibe sie mit Weinsteinöl zusammen und lasse einige Tage stehen. Dann gib sie in ein verklebtes Glas und erhitze in einem Backofen, aus dem das Brot eben herausgenommen wurde, bis es eingetrocknet ist, und so wird Azur daraus.(Ms. p. 70 Andere reiben die genannten Materien mit Weinsteinöl, verso) bises wie ein Kuchen oder Brei scheint, geben es in ein Glas und setzen dies in frischem Pferdedünger 5 Tage lang.Nach dieser Zeit wird sehr schöner Azur gebildet sein.Ein anderer sehr schöner Azur. (154)Nimm ein Pfund vom stärksten destillierten Essig, löse darin zwei Unzen Salmiak. In demselben Essig löse ein Pfund sehr weiss gebrannten Eierschalen-Kalk und eine Unze Kupferfeilspäne. Diese Mischung gibt man in ein Erz-[Messing]-Gefäss mit Messing-Deckel, schliesst diesen, damit keine Luft eindringe, und setzt es einen Monat lang in Pferdedünger. Es gibt guten Azur.Azur aus Quecksilber bereitet. (155)Nimm auf Feuer rotgeglühten [Kupferj-Vitriol einen Teil, Sulphur vivum oder ungeschmolzenen Schwefel zwei Teile, Quecksilber 3 Teile. Diese Dinge werden zu Pulver233gestossen zusammen vermischt, in ein dickes gut ver-stopftes Glas gegeben und 40 Tage in Pferdemist gegraben, und es wird sehr schöner Azur.Ein anderer als ausgezeichnet erprobter [Azur], der feuerbeständig ist.Nimm zwei Unz. Quecksilber, 3 Unz. Schwefel, Sal-miak '18 Teil; andere nehmen !/i Teil. Mische alles mit gewöhnlichem Wasser, nachdem es gut gerieben worden.Gib diese Masse in ein Glasgefäss und setze es 3 oder (Ms.p. 17) 4 Stunden lang auf schwaches Feuer. Und erhalte das Feuer in dieser Stärke bis aus der Glasöffnung ein blauer Rauch entweicht. Sobald du dies siehst, hebe das Glas vom Feuer ab. Und wenn es erkaltet ist, brich das Glas entzwei und du findest ausgezeichneten Azur.Ein anderer [Azur]. Nimm Quecksilber-Sublimat 3 Unz., Schwefelblume 1 Unz., Salmiak ’/s Teil. Reibe alles dies zu Pulver und sublimiere diese in ein Glasgefäss, bis du den blauenDampf siehst.Azur aus Silber bereitet.Einige nehmen Salmiak in Pulver, streuen es auf den Boden eines irdenen Gefässes und darüber eine Lage von dünn geschlagenem Silber, dann Salmiak abwechselungsweise [eines und das andere], und nachdem das Ge- fäss geschlossen wurde, graben sie es in frischen Pferdemist 40 Tage lang ein. Andere lösen in stärkstem Essig gleiche Teile von Salmiak, Sal. alkal. und Steinalaun. Mit diesem Essig befeuchten sie die Silberplättchen, geben sie in einen reinen irdenen Topf und graben ihn in Pferdemist oder in gepresste Trauben 10 Tage Jang ein. Und so wird Azur daraus. Andere lösen 10 Unz. Salmiak in 6 Pfund stärksten Essig, geben diesen Essig in ein Gefäss, hängen darüber die Silberplättchen im Gewicht von zwei Unzen auf, so dass nur die Essigdämpfe und nicht der Essig selbst sie erreichen können. Dann schliessen sie das Gelass fest zu, und vergraben es in warmen Pferdedünger 10 Tage lang. Nach dieser Zeit sind die Plättchen nebst dem Salz und allem anderen in sehr schönen Azur verwandelt, welche das Feuer und alle übrigen Angriffe erträgt.(Ms. p. 71 Ein kürzerer Weg, Ultramarinblau aus Lapis verso' lazuli zu extrahieren.Nimm ein Pfund des mit reinem Wasser auf Porphyr sehr fein geriebenen Steins und lasse es auf einem flachen Geschirr im Schatten trocknen, und wenn beim Trocknen ein Klumpen entstanden ist, pulverisiere ihn abermals. Dann habe bereit: griech. Pech oder Kolophonium 3 Unz., Fichtenharz 4 Unz., Mastix 3 Unz., Weihrauch 3 Unz., Salatöl 2 Unz. Gib das Oel in ein wqiss glasiertes Geschirr ans Feuer, und wenn es gut erhitzt ist, gib das Fichtenharz hinzu, und dann das Pech und den Weihrauch und ganz zuletzt den Mastix und lasse ein wenig kochen. In ein anderes weiss glasiertes Geschirr gib das trockene Pulver des Steines und schütte darüber nach und nach von der obengenannten Paste und mische und verrühre allmählig stets mit einem Holzspatel. Lasse dann die(156)(157)(158)(15»)235Mischung einen Tag stehen, und wenn du die Farbe extrahieren willst, schütte siedendes Wasser über die Paste und rühre es tüchtig zusammen. Wenn das Wasser anfängt kalt zu werden, schütte es ab und giesse anderes heisses Wasser darüber. Und thue dies so oft, bis alle Farbe ausgezogen worden. Bewahre diese verschiedenen Wasser und die mit demselben extrahierten Farben. Wenn das Wasser trübe zu werden beginnt, schütte Weinsteinwasser darüber, so viel, dass es damit bedeckt ist, lasse einen Tag stehen und wasche hernach mit reinem Wasser aus.(Ms.p.72) Bereite den Stein also: Breche ihn in Stücke und brenne ihn in einem Schmelztiegel, dann wasche ihn mit Essig und verwahre den besten Teil, welcher das Feuer ertragen hat.(Ms. p. 72 Mein Experiment zur Bereitung des Ambra- vers0) firnisses, gemacht den 16. Juli 1631.Ich nahm 21 Unzen (Markgewicht) Abfälle und kleine Stückchen von Ambra durcheinander gemischt ohne vorherige Auslese, und ich gab diese im ganzen (obwohl es gepulvert besser wäre), in einen grossen und flachenglasierten Topf, machte offenes kräftiges Feuer gleich von Anfang an und verstärkte dieses nach und nach (denn ■ diese Materie verlangt sehr starke Hitze), bis der zuersterwärmte Ambra feucht zu werden anfängt, dann zu schmelzen beginnt und sich schwärzt bis er die Konsistenz eines sehr flüssigen Harzes annimmt. Ich rührte zu Anfang mit einem Eisenspatel fortwährend um, um die ganze Masse t schneller und gleichmässiger zu erhitzen, nachher bedeckteich das Gefäss mit einem Bogen Papier und einer Messerklinge, verrührte dann nur ein und das andere mal, mehr um den Fortschritt der Schmelzung wahrzunehmen, als aus Notwendigkeit des steten Umrührens. Das Feuer soll dabei stark erhalten bleiben, doch nicht so, dass die Masse ins Steigen gerate und das Gefäss überlaufe. Es steigen weisse Dämpfe auf und sehr penetrante Gerüche nebst einer Menge flüchtigen Salzes [?], welches an sich weiss, mit dem Oel gemischt schwarz ist. Wer es wollte, könnte einen sehr breiten Destillier-Deckel über dem Gefäss anbringen, und sowohl das Oel als auch das flüchtige Salz, das zuerst milde, dann scharf und sehr ätzend schmeckt, erhalten. Nachdem der grösste Teil des Rauches verflüchtigt ist, wird die Masse flüssig wie geschmolzenes Pech, sehr dunkelbraun und wenn der Ambra pulverisiert wurde, befinden sich keinerlei Brocken am Boden. Auf(Ms. p. 73) (jjggg Operation verwandte ich 3 Stunden. und hernach schüttete ich mit einem Löffel die Masse, wie bei Pasten auf einen Marmor und in ein grosses silbernes Becken. Sobald die Masse kalt ist, trennt sie sich von selbst krachend los und bricht wie Glas, indem sie zwischen den Fingern sehr zerreiblich wird.Von der oben genannten Menge von 21 Unzen blieben mir ungefähr 14 Unzen einer sehr leichten glänzenden, sehr dunklem Kolophonium ähnlichen Substanz, welche keinen sehr schlechten Geruch hatte. Und so wird der Ambra oder Bernstein präpariert, damit er zur Grundlage des Firnisses dient, sei es für den chinesischen, oder für den zu Lauten, Violinen und Instrumenten, oder für Lamperien,(160)237Möbel und andere Tischlerarbeiten, oder auch bei vergoldeten Ledertapeten, für welche dieser Firnis besonders dienlich ist, da er durch seine gelbe Farbe das Gold verstärkt.Aber da man gewöhnlich die Anlage mit Silberoder geglätteten Zinnblättohen macht, muss man zu dem Firnis Aloë und ein wenig Safran hinzugeben, deren Farbstoffe durch guten Weingeist extrahiert mit dem schon fertigen Firnis, und zwar kalt, gemischt werden.Dieser Firnis wird kalt verwendet und soll an der Sonne trocknen, obwohl er von selbst genügend trocknend ist.Betrachtung über verschiedene Kompositionenvon Firnisseu.(Ms. p. 73 Goldfirnis auf Silber, Staniol, geriebenes Zinn etc. verso) Es gibt zwei Sorten von Gummigutt oder Camboge.Die eine ist rein und sehr fein, wovon das Pf. i. J. 1640 8 Schilling kostet., die andere schmutzig und röter, welche gerieben mehr orangefarbig ist und nur den halben Preis der obigen hat. Die eine wie die andere löst sich mit Leinöl auf dem Stein gerieben auf, und lässt sich leicht durch Verreiben mit den Fingern auftragen und ausbreiten, wie es Verfertiger von vergoldetem Leder machen. Die gute [Sorte] gibt ein mehr grünliches Gelb, welches nicht so gut die Goldfärbung herstellt; diese wird erzielt durch Zugabe von ganz wenig Lack (der dreissigste Teil, zumindest).Die gewöhnlichere [Sorte] taugt viel besser und bewirkt ohne Zuthat den Effekt des Goldes vortrefflich.Ich nahm davon einen Teil und rieb ihn sehr gut auf dem Marmor mit meinem flüssigen Magistralfirnis zur Syrup- konsistenz. Diese Mischung trocknete oder verdickte sich zumindest während des Reibens derart, dass ich genötigt war Terpentinöl beizufügen. Da ich vor der Zumischung desselben die etwas dicke Mixtur auf das Silber gebracht und mit dem Finger schlagend ausgebreitet hatte, war die Goldfarbe sehr schön, aber weniger klar und transparent, als es wünschenswert gewesen wäre. Nach der Vermischung mit Terpentinöl liess sich die genannte Farbe sehr gut und gleichmässig mit dem Pinsel in der nötigen (Ms. p.74) Transparenz auftragen, aber der Effekt war etwms matt.Maler Portmann glaubt, dass, wenn die erste Lage trocken ist, eine zweite aufzutragen sei. Dabei muss man sehr schnell und geschickt Vorgehen, um zu verhindern, dass die zweite Lage die erste auflöse. Dieser Firnis oder <4 Goldfarbe trocknet in [?] Stunden.Man darf nur wenig auf einmal machen, nur soviel als nötig ist, um gleich vei'wendet zu werden, denn er trocknet zu schnell. Porimann glaubt, dass die vergoldeten Leder von Amsterdam, die so schön sind, mit diesem Gurnmi- [gutt] vergoldet werden. Er glaubt, dass [dasselbe] in dem Oel gekocht, sich besser löst und viel gleichmässiger aufgetragen werden kann; ich glaube, dies ist nicht nötigIch würde genannten Gummi mit sehr hellem Terpentinöl oder mit hellem Harzöl (oglio di raggia) reiben und die Mixtur in einem Glasgefäss zur Honigdicke eingedampft, aufbewahren. Zum Gebrauch würde ich ihn mit meinem Magistral-Firnis oder einem anderen gleichartigen(161)TM.Camboge.239 —vermischen, und in einen genügend flüssigen Zustand zur Verwendung mit dem Pinsel versetzen.Dazu sollte man irgend ein sehr trocknendes Nussöl oder Leinöl oder Hanföl finden und ganz wenig, etwa den 32sten Teil zufügen.Versuche das zum Drucken gebrannte Oel. Item das mit gebrannten Schafsknochen, entweder allein oder auch mit Bimsstein gekochte Oel.Sieh’ zu, ob es nicht gut ist, das Oel mit Zwiebel oder Brotrinde oder Knoblauch durch gutes Abschäumen zu entfetten, bevor es angezündet wird.(Ms. p. 74verso un-beschrie-ben)(Ms. p. 76 Die richtige Art die Tinktur aus Lapis lazuli zu verso) extrahieren.Nimm Lapis lazuli, der blau ist und voll gelber Adern, soviel du willst, zerkleinere ihn zu bohnengrossen Stückchen in einem Bisenmörser. Gib sie dann in einen Schmelztiegel und erhitze auf starkem Feuer bis zur Rotglut; lasse es eine Viertelstunde darin und giesse [den Inhalt] in einen irdenen Topf mit soviel sehr starken Essig, dass er überstehe. Vermeide dessen giftige durch die Operation entstehende Ausdünstung. Nach dem Erkalten schütte den Essig ab und wasche den Stein bis er nicht mehr nach Essig riecht, dann trockne über dem Feuer. Ist das geschehen, dann stosse ihn sehr fein in einein Eisenmörser und siebe ihn durch ein feines Sieb. Dann reibe ihn auf dem Marmor oder einem anderen sehr harten Stein etwa eine halbe Stunde lang mit Leinöl, so lange bis es unfühlbar und wie eine Salbe weich ist, denn das ist die Hauptsache bei der Operation. Es wäre passend, einen armen Maler zum Reiben zur Hand zu haben, denn der Gewinn würde die Kosten decken. Wenn alles so gerieben ist, nimm Kolophonium und gelbes Wachs zu gleichen Teilen im Gewicht des noch nicht geriebenen Lapis lazuli, schmelze diese in einem Messingkessel zusammen, vermische das geriebene Pulver hinzu und verrühre es gut mit einem Spatel. Schütte dann diese Mixtur so heiss als möglich in einen grossen mit kaltem Wasser gefüllten irdenen Topf, darin [die Masse] sogleich wie eine Paste erhärtet, welche du mit den Händen zu einer Kugel verarbeitest. Setze dann den Topf auf schwaches EVuer bis das Wasser lauwarm ist, dann arbeite die Mixtur mit den Händen im Wasser eine Stunde lang sehr stark durch und das Wasser wird blau gefärbt erscheinen. Dann nimm die Masse heraus, schwenke das Wasser gut aus, und schütte es in eine breite irdene Schüssel, die zugedeckt sei, damit nichts hineinkomme (man kann es auch durch ein feines Leinentuch in die Schüssel schütten). Wiederhole dieselbe Mischerei in einem zweiten Wasser, und dann ein drittes mal, verfahre dabei wie zuvor und behalte jedes [Wasser] für sich, denn das erste ist das beste. Lasse sie alle stehen, bis sich die Tinktur zu Boden gesetzt hat, schütte dann das Wasser ab und trockne die Pulver auf heissen Ziegeln und verwahre sie getrennt zum Gebrauch.Bouseault. Goldglätfce; Ambrafirnis(109)241Die Vorzüge davon.Er ist der Diamant aller Farben wegen seiner unvergänglichen Güte.Auch ist er vorteilhaft für das Gehirn, und deshalb sehr günstig gegen Wahnsinn, Schwindel, Herzklopfen, Melancholie und andere Geisteskrankheiten [1],Dosis.Die Menge von 1 bis 8 gr in einer apgepassten Konserve, oder für Melancholie in einem Extrakt von Alicantwein und 3 gr Extrakt von engl. Orokus, fortgesetzt Tag und Nachts eine gute Weile genommen, ist ein erprobtes besonderes Medikament des Angelus Sala.(Ms.p.77) Bereitung der Farben.Für Bleiweiss. Nimm dein Weiss und reibe es mit ein wenig Gummi, und wenn du so verfahren, gib es in einen tiefen Napf, schütte Wasser darauf, rühre tüchtig um und lasse eine Weile stehen, dann schütte das oberste ab und lasse eine halbe Stunde sich setzen, dann schütte abermals ab, lasse dann 24 Stunden stehen und schütte das reine Wasser darüber ab, gib [die Farbe] in eine Muschel und temperiere sie mit Gummi und Kandiszucker, und ebenso verfahre mit Bergblau, Masticot und rotem Blei und Zinnober.Zur Bereitung und Anwendung der Farben.Nimm z. B. ein Stück gelben Ockers, reibe es mit trockenem Gummi arabicum sehr fest zusammen, füge dann ganz wenig Kandiszucker hinzu, z. B. zu einer Erbse gross Ocker oder einer anderen Farbe genügt die Grösse eines Stecknadelkopfes von Kandiszucker. Bezüglich des Gummi muss soviel genommen werden, dass die getrocknete Farbe nicht glänzt, was du auf einem Papier erproben kannst. Ist die Farbe so gerieben, dann gib sie in eine sehr reine Muschel, und wenn du davon Gebrauch machen willst, tauche den Pinsel in reines Wasser. Der Kandiszucker dient zur Bindung der Farben und zur Vermeidung des Abschalens. Feci.Weiss zu machen, das man nicht zu waschenbraucht.Nimm Bleiweiss, schabe es fein, gib es dann 2 oder 3 Tage lang in reines Wasser. Ist das geschehen und das Wetter ist schön, stelle es 3 oder 4 Tage in die Sonne, und dann wasche es wieder rein aus und gebrauche es wie den Ocker. Gib acht, nicht mehr Gummi zu nehmen, damit es nicht vom Papier abgeht, wenn du es abreibest.Die Umbra taugt nicht zum Illuminieren, wenn sie nicht gebrannt ist. Die anderen Farben muss man dämpfen, denn es gibt kaum eine andere Farbe, welche diese nicht verdirbt.Das Weiss wird bei jeder Art des Illuminierens als Grundfarbe angelegt.Huskins sagte mir, dass die Tränkung dieses Weiss in Wasser dazu dient, den besseren Teil des Bleiweiss hervorzubringen, das durch diese Tränkung merkwürdig bleiche, während der Rest gelblich und schmutzig bleibe.(170)117 S)(173)16 242(Ms.*p. 78unbe-schrie-ben]243Nun scheide aber das weisseste aus. und nachdem die Sonne darüber geschienen, reibe es und wasche es, wie es zu Beginn der vorigen Seite beschrieben ist, in der Weise, wie man die Azure und die Glätte wäscht. Um es- gut zu waschen, muss beim Reiben der arabische Gummi beigefügt werden, wodurch bewirkt wird, dass die Farbe sich unter dem Reibstein besser sammelt, und beim Waschen die feinere Partie sich besser ausbreitet und sich von der gröberen absondert.(Ms. p. 78unbe-schrie-ben)[Aufschrift.]Illuminierung.Oooper der Jüngere,Neffe des M. Huskins.Februar 1634.(Ms.p.79) Alles was wir sehen, wird unterschieden entweder der Proportion oder der Farbe nach oder durch Proportion und Farbe zugleich. Die Ursachen dieser Verschiedenheiten sind vornehmlich Licht und Schatten. An Stelle des Lichtes soll eine glänzende Farbe gesetzt werden, wie Weiss, Gold, Silber, deren Glanz jegliche Art oder Mischung an den gemalten Gegenständen gleichsam wie lebend wiedergibt. Für die dunklen und Schattenpartie werde dunkle, hauptsächlich schwarze [Farbe] gesetzt. Die übrigen Hauptfarben werden Gelb, Rot, Grün und Blau genannt.Arten von Weiss.Bleiweiss, Kreide, Gips, Kalk. Kalk wird aus Eierschalen gebrannt, Elfenbein oder Hirschhorn, gestossenes venetian. Glas mit Schwefelzugabe gebrannt. Weisser Bolus. Von allen diesen pflege ich nur zwei auf Papier zu verwenden, selbstredend Bleiweiss und Kreide.Arten der Glanzfarben.Poliertes Silber. Poliertes Gold. Mattes Silber, mattes Gold, geriebenes Silber, geriebenes Gold, .... ausserdem pflegt, man einige andere Metalle zu .... [verwenden], Kupfer, Wismuth, Argentum musicum, Aurum musicum; ich aber habe bis jetzt einfach nur mit Gold und Silber, die ebenso wie die Farbenmischungen angerieben werden, gemalt.Welche Kraft die Lichtfarben ausserdem haben.Jede [helle] Farbe, ob einfach oder gemischt, trage ich nur in zweierlei Farbentönen derart auf, dass der Mittelton bei jedem gemalten Stück thatsächlich als Schatten wirkt.(Ms. p. 79 Arten von Schwarz und Schattenfarben.Lampenschwarz. Fichtenharzschwarz. Gebranntes Elfenbein oder Hirschhornschwarz. Kohlen von Lindenholz. Gebranntes Rebenschwarz. Russ von Pfirsichkern .... Kölnische Erde, Umbra .... und eine grosse Zahl von aus gebrannten .... gewonnen. Von diesen gebrauche ich und(173)(174)(175)(176)(177)16*[Hier folgen im Ms. Farbenproben, jede mit ihrem Namen bezeichnet; p. 80—81 verso sind damit bedeckt.Vergl. die Note zu diesem Abschnitt.](Ms.p.82)244Vorm temperaturen:Laues Wasser begerren.Legmoss.Saftgrün.Turnsall.Beergelb.Zuo etliches Wasser auch Saffran und Indigh.Honig, Essig, Wein, Weinstein. Spongrünn.(178)(17i>)(180)(181)(183)(183)245O♦(Ms. p. 82)[erachte] für geeignet, gebranntes Fichtenharzschwarz, Elfenbein- oder Hirschhornschwarz, Lindenkohle, zuweilen ziehe ich aus den vielen schlechten, Kernschwarz, die Kölnische Erde und Ofenruss vor.Die Schatten haben ausserdem die Kraft.Jede [dunkle] Farbe, ob einfach oder gemischt, trage ich in zwei Tönen auf, so dass der mittlere bei dem gemalten Stück als wirklicher Lichtton wirkt.Aufzählung der Farben arten.Safran, Massicot, hell. . . ., heller Ocker, dunkler Ocker, Auripigment, roter Arsenik, der Saft aus den Beeren der Merula, aus dem Färberkraut [Wau], aus der Rinde der Berberitze, item aus Curcuma .... und anderen Wurzeln extrahiert. Von diesen schätze ich besonders: Safran, Masticot, Auripigment, beide Ocker und roten Arsenik . . . . es wäre freigestellt, den Saft der Merula .... oder der Berberitzrinde hinzuzufügen.Rote Arten.Mennige, Zinnober [künstlich] .... und Bergzinnober, welchen einige Sandaraca oder Sandyx nennen. Parisrot, Flandrischrot, in gewöhnlicher Sprache Rosa genannt, Venetianer und Brabanter Lack, Brasilrot, gebrannter Ocker, armen. Bolus und ähnliche.Grüne Arten.Gewöhnliches und Spanisch. Kupfergrün, Grünspan, Lazurgrün aus den Resten des gestossenen Malachits, Saft der Beeren der Merula, Blüten der Carix, Saft der Raute. Von diesen habe ich versucht: das gewöhnliche Kupfergrün, Grünspan, Lazurgrün, den Saft aus Merula und aus den Blüten der Oarix.Blaue Arten.Lazurblau, Smalte, Indigo, Flandrisch-Blau, das Lakmus genannt wird, Waid, der Saft der Heidelbeere. Aus dieser Reihe kann, wenn es vorteilhaft erscheint, weggelassen werden: Waid und der Saft der Heidelbeere.Wahre Aufstellung der Farben.[Hier folgen auf p. 80, 80 verso, 81 und 81 verso Proben der Farben mit deren Benennung.]Von Temperatu re n.Laues Wasser begehren :Lackmus.Saftgrün.Turnesol.Beergelb.Weiter sind Wasser [-Farben] auch Safran und Indigo.Honig, Essig, Wein, Weinstein [erfordert] Spangrün.(178)(17»)(180)(181)(183)(183) 246Gallen.Opement.Rauchgelb.Pergament Leim.Bla [sic].Berggrün.Manten.Minj.Raushgel.Opiement.Bleigel.Kreidern.Lac.Lichter Ogger.Braun Ogger.Schittgel.Alle scbwartz beinach.Indig.Oinober.Gel im ey mitt wasser vermischt.Cinaber.Lac.Und alle lichte Farben, so man gar satt und glauth haben will.Weiss Vom Ey.Bleiweis.Kreidt.Oinober.Und ettliche zarte ferble; muss pleg Ich nicht zugebrauchen.(Ms. p. 82 Die weil auch nothwendig under die färben bissweilenverso) schwartz zugebrauchen. Zur Verschattigung ist zumerckenwer Jede färb wenig [honigs?] wol leiden theuen.Alle gehOfenruss oder Kolnischshwarts ad libitum.Weiss.Rot.Oarbasim rot. Purpur.Kolshwart-z.Bleiweiss.Purpur Indig tournsol.Indig legmuss.Also auch vnder grün und bla soll Indig legmoss, Tournsol und Kol oder blaushwartz gebrauchet werden. Reliqua vsus ducebit.Vom Opiment und Raushgel leiden nicht Jede mixtur. Item Spangrün wenn ander man solche brauchen soll alle Zeit essig darbej sein oder jo mitt essig oder wein ver- flitzen werden. 247Galle[erfordert] Auripigment Rauschgelb.Pergament-Leim [dient für] BlauBerggrünBergblau.MennigeRauschgelbAuripigmentBleigelb-C KreideLackLichter Ocker Dunkler Ocker SchüttgelbAlle Schwarz beinaheIndigoZinnober.Eigelb mit Wasser vermischt [für] Zinnober Lackund alle lichten Farben, die man sehr satt und glänzend haben will.Weiss vom Ei [für] Bleiweiss Kreide Zinnoberund etliche zarte Färblein; Lakmus pflege ich nicht zu gebrauchen.(Ms. p. 82 Wo es notwendig, [ist] unter die Farben bisweilen verso) Schwarz zu gebrauchen [d. h. zur Abtönung], Bezüglich der Abschattierung ist zu merken, dass jede Farbe ein wenig Honigzugabe wohl ertragen kann.Alle Gelb [erfordern zum Schattieren]: Ofenruss oder Kölnisch-Schwarz nach Bedarf.Weiss: Kohlschwarz.Rot [zum Aufhellen]: Bleiweiss.Karmesinrot [zumSchattieren]: Purpur, Indigo, Turnesol.Purpur: Indigo, Lakmus.Ebenso soll auch bei Grün und Blau Indigo, Lakmus, Turnesol und Kohl- oder Blauschwarz gebraucht werden.Das Uebrige lehrt die Erfahrung.Auripigment und Rauschgelb leiden nicht jede Vermischung. Ebenso Spangrün, wenn man diese gebrauchen will, solle stets Essig dabei sein, oder [die Farbe] mit Essig oder Wein verrieben werden. 248(Ms. p.83)(Ms. p. 83verso un-beschrie-ben)(Ms.p. 84)[* Das Wortist irn Ms.duroh-strich on. |"
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